Inhaltsverzeichnis (Gliederung):
A. Einleitung in das Thema
B. Hauptteil: Vom nichtsesshaften Banditen zur Sesshaftwerdung eines Stammes
- Analyse und Vergleich mit den modernen Theorien von der Staatsgründung
1. Der räuberische Bandit ( Mancur Olson´s Theorie)
2. Krieg aller gegen alle
3. Der Stationäre Bandit - eine moderne Theorie der Staatsgründung
C. Schluss
2
A. Einleitung in das Thema
Die Entstehung des Wikingerstaates spielt eine besondere Rolle für die Entwicklung der europäischen Länder im Mittelalter. Diese Situation führt zu einer politischen und wirtschaftlichen Transformation und ist aus großer Bedeutung für den kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Wandel im Mittelalterlichen Europa. Die Wikinger als „Volk“ waren dank ihren Plünderungen und räuberischen Angriffen in verschiedenen Städten und Ländern Europas bekannt. „Angriffe auf Städten, Plünderungen von Klöstern, Vergewaltigungen von Frauen“ 1 gehörten zu dem Alltag dieses Stammes. Interessant wäre hiernach festzustellen, welche Gründe dazu geführt haben, dass die Wikinger im Mittelalter sesshaft geworden sind, und wie diese Gründe mit der modernen Theorie von Mancur Olson über den „nichtstationären“ oder „stationären“ Banditen erklärt werden können. Grundlegende Literatur, die passend zu dem Thema „Wenn Räuber sesshaft werden: Die Entstehung des mittelalterlichen Wikingerstaates“, ist Mancur Olson´s Buch „Macht und Wohlstand“. Ebenfalls kommt der Aufsatz von den beiden dänischen Autoren Peter Kurrild-Klitgaard und Gert Tinggaard Svensen „Rational bandits: Plunder, public goods, and the Vikings“ in Betracht, der ausführlich nicht nur die geschichtliche Seite der Entwicklung der Wikinger zeigt, sondern auch die Anwendbarkeit der Theorie von Mancur Olson über den stationären Banditen in diesem Fall. Anhand dieser Literatur könnte man die geschichtlichen Ereignisse von der Entwicklung des mittelalterlichen Wikingermenschen mit der empirischen Analyse der Moderne verbinden und die Theorie über State-building verbinden.
B. Hauptteil: Vom nichtsesshaften Banditen zur Sesshaftwerdung eines Stammes - Analyse und Vergleich mit den modernen Theorien von der Staatsgründung
Bekannt ist, dass die Wikinger deren Lebensunterhalt mit räuberischen Angriffen bestritten haben. Trotz allem siedelten und handelten sie ebenso friedlich. Diese Ereignisse führten zu einem religiösen, kulturellen uns wirtschaftlichen Austausch zwischen Skandinaven, Slawen, Sachsen und Franken. Aber die Wikinger waren nicht nur die seefahrenden Krieger, die nur Plünderungen verursachten. Die
1 Vgl. Kurrild-Klitgaard, Peter/ Tinggaard Svendsen, Gert, 2003: Rational bandits: Plunder, public
goods, and the Vikings, in: Public Choice 117, S. 255
3
Entwicklung dieses Stammes im Laufe der Jahrhunderte bis zur Gründung des Wikingerstaates kann empirisch mit der Theorie von Mancur Olson über den räuberischen bzw. nichtstationären und stationären Banditen erklärt werden.
1. Der räuberische Bandit (Mancur Olson´s Theorie)
In dem ersten Kapitel seines Buches „Macht und Wohlstand“ führt Olson den Begriff der „Verbrechensmetapher“ ein. Hiernach wird das Verhalten eines nichtsesshaften Räubers analysiert, wonach der Autor einen Schwerpunkt auf den Raub legt. Der Raub wird „weder als freiwilligen Handel noch als eine moralische Handlung“ 2 betrachtet, im Gegenteil - er bleibt immer noch ein kriminelles Handeln des Akteurs, in unserem Falle - der Wikinger. Aber jedes Verhalten eines Menschen wird durch Anreize verursacht, wie z.B. Unterschiede zwischen reicher und armer Gesellschaft. Es bleibt daher fraglich, ob die Anreize, die das Verhalten des Räubers erklären sollen, überhaupt vorteilhaft für die ganze Gesellschaft sind. Olson´s Theorie befasst sich mit dem Gedanken zusammen, in dem sie die nichtproduktive Zeit bzw. die Zeit, wo kein Raub zustande kommt, zu einer Verringerung des Ertrages „von produktiver Arbeit und Investition“ 3 führt. Logisch wird diese Unproduktivität als verlorene Zeit angesehen. Fraglich ist dabei, welche Ereignisse dazu geführt haben, dass man zu diesem Ergebnis kam. Interessant wäre hier die Theorie aus dem ersten Buch Olson´s „Logik des kollektiven Handelns“ über die Organisation der Gruppen. Eine falsche bzw. unüberlegte Handlung einer Gruppe kann zur Unproduktivität beispielsweise führen. Olson zeigt, dass die Organisation gesellschaftlicher Interessen nicht symmetrisch ist, sondern dass die Sonderinteressen kleiner Gruppen sich wesentlich stärker durchsetzen als die Interessen großer Gruppen 4 . Wenn das ganze mit unserem Thema der Wikinger verbindet, stellt man fest, dass die Wikinger, um Gewinne bei einer Plünderung zu erreichen, zusammenhalten mussten und dieses Kollektivgut verfolgen sollten. Grund für einen nichterfolgreichen Angriff könnte wahrscheinlich darin bestehen, „dass große Gruppen schwieriger zu gemeinsamem (kollektivem) Handeln zu bringen sind als kleine Interessengruppen“ 5 . Bevor die
2 Vgl. Olson, Mancur, 2000: Macht und Wohlstand. S. 17
3 Vgl. Olson, Mancur, 2000: Macht und Wohlstand. S. 17
4 Vgl. Faust, Jörg, 2002: Warum sind manche Länder arm und andere Reich? Die Rolle von
Institutionen und Good Governance, in: Entwicklung und Zusammenarbeit 10, S. 2
5 Vgl. Faust, Jörg, 2002: Warum sind manche Länder arm und andere Reich? Die Rolle von
Institutionen und Good Governance, in: Entwicklung und Zusammenarbeit 10, S. 2
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Arbeit zitieren:
Darina Gugleva, 2005, Wenn Räuber sesshaft werden: Die Entstehung des mittelalterlichen Wikingerstaates, München, GRIN Verlag GmbH
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