Inhalt:
1. Einleitung S 3
2. Versklavung S 4
2.1. Ursachen S 5
2.2. Freilassung S 6
3. Wirtschaftliche Bedeutung S 7
3.1. Aufgaben und Arbeitsbereiche S 7
3.1.1. Staatssklaven S 7
3.1.2. Haussklaven S 8
3.1.3. Bergwerkssklaven und Sklaven in der Landwirtschaft S 8
3.1.4. Unterhaltung S 9
4. Rechte und Sanktionen S 10
4.1. Rechte S 10
4.2. Sanktionen S 11
4.3. Unterschiede zwischen der Römischen Republik und der Kaiserzeit S 13
5. Das Verhältnis von Sklave und Herrn S 14
6. Fazit S 16
7. Quellenverzeichnis S 18
8. Literaturverzeichnis S 18
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1. Einleitung
Grundlegendes Merkmal eines jeden antiken Staatswesens war, trotz aller vielfältigen staatlichen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen, die prinzipielle Unterteilung der Bevölkerung in Freie und Unfreie. Die Grundraster der rechtlichen Ordnung ähnelten sich in den einzelnen Staaten weitgehend: der Rechtsstatus der Unfreien war dadurch gekennzeichnet, dass ihm weder persönliche noch politische Rechte zugestanden wurden. 1 Beim unfreien Sklaven wurde im Gegensatz zum Freien nicht zwischen Person und Arbeitskraft unterschieden. Aristoteles meinte: „Das Verhältnis […] des Herrn zum Sklaven […] ist wie das des Handwerkers zum Werkzeug […] denn der Sklave ist ein lebendes Werkzeug“ 2 Die Möglichkeit der Verfügung von Menschen über Menschen war bereits bei den Griechen anzutreffen, die die erste Sklavenwirtschaft entwickelten. Mit einem kleineren Stellenwert gab es eine Sklavenwirtschaft auch im Orient. 3 Zum frührömischen Haushalt gehörte ebenfalls unfreies Gesinde, das der unbeschränkten väterlichen Hausgewalt unterstand. 4 Denn die antike römische Gesellschaft, deren Sklavensystem Thema dieser Arbeit ist, sah den sozialen Status und Einfluss ihrer Mitglieder stark von patriarchalischen und aristokratischen Traditionen geprägt. Diese Prägung hatte unter anderem zur Folge, dass Verpflichtungen verschiedener Art von höheren Schichten auf andere, sozial niedrigere Gruppen übertragen wurden. 5 Dies bildete neben anderen Faktoren die Grundlage für das römische Sklavensystem.
Bei der Untersuchung des römischen Sklavensystems ergeben sich einige Probleme, es gibt beispielsweise keine klassischen Texte, die als Sklavenliteratur bezeichnet werden könnten, das heißt also solche, die von Sklaven oder Freigelassenen über ihre Erfahrungen in der Sklaverei geschrieben worden wären. Viele der überlieferten Texte spiegeln entweder nur die Auffassungen der Besitzer wider, die Dokumente sind nur teilweise erhalten oder sie geben selbst nur spärliche Informationen her. Freilassungen von Sklaven sind allerdings in literarischen Quellen vergleichsweise gut dokumentiert.
1 Gehrke, Hans-Joachim u.a. (Hrsg.): Geschichte der Antike; Stuttgart/Weimar 2000; S. 134. 2 Aristot. NE VIII 13, 1116b.
3 Gehrke: Antike; S. 209 f.
4 Lexikon der Alten Welt; Bd. 3;München/Zürich 2 1996; Sp. 2814, I.
5 Bradley, K.R.: Slaves and Masters in the Roman Empire. A Study in Social Control; New York/Oxford 2 1987; S. 37.
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In dieser Arbeit sollen zunächst Ursachen, Vorkommen und Verlauf von Versklavungen in der römischen Gesellschaft beschrieben werden. Anschließend werden die Freilassungen thematisiert. Es folgt die wirtschaftliche Bedeutung der römischen Sklavenwirtschaft, indem die Arbeitsbereiche der römischen Sklaven beschrieben werden. Der Hauptteil konzentriert sich im Folgenden auf die Rechte sowie die Sanktionen im alltäglichen Leben der Sklaven. Da die Institution des römischen Sklavensystems über einen verhältnismäßig langen Zeitraum hinweg existierte, werden dann die Unterschiede zwischen den Epochen des Römischen Reiches und der Kaiserzeit hervorgehoben. Bevor es im Fazit um die Frage geht, warum es keine Solidarität bzw. Verbundenheitsgefühle innerhalb des antiken Sklavenstands gab, geht es im 5. Kapitel um das Verhältnis von Sklaven und Herrn. Im Fazit wird außerdem die Bedeutung „humaner“ Gesten durch den Herrn geklärt.
2. Versklavung
Sklaven konnte man in der Antike auf einem der zahlreichen Sklavenmärkte erwerben. Einer der größten Märkte war Chios, je nach Epochen waren daneben Athen, Korinth, Delos und Herakleon die Hauptumschlagplätze der menschlichen „Ware“. Von hier aus wurden die anderen Mittelmeerländer mit Sklaven versorgt. Auf Delos wurden zeitweise bis zu 1000 Menschen pro Tag in die Sklaverei verkauft.
Der Preis für einen Sklaven variierte je nach der Aufgabe, die er zu erfüllen hatte. Die üblichen Kaufpreise lagen zwischen sechs durchschnittlichen Monats- und zwei durchschnittlichen Jahreseinkommen. Dazu kam anschließend der finanzielle Aufwand für die Versorgung und den Lebensunterhalt des Sklaven. Wertvolle Sklaven wurden sogar für den Gegenwert eines kleinen Landgutes gehandelt. 6
Der Sklavenhandel war also ein profitables Geschäft 7 und alles, was die Einnahmen des Händlers erhöhen mochte, wurde von ihm unternommen. Sklaven, die auf den Auktionen zum Verkauf standen, waren nicht immer von exzellentem körperlichen Bau, daher versuchten die Händler nicht selten, Defekte oder Krankheiten beispielsweise durch das Bemalen des Gesichtes zu verbergen. Die Sklaven mussten auf derartigen Auktionen viele Demütigungen ertragen. So wurden sie öffentlich auf Anzeichen von Epilepsie untersucht, mussten zum Teil nackt erscheinen oder ihnen wurden die Füße mit Kreide bemalt, um sie als Ausländer zu 6 Gehrke: Antike; S. 139.
7 Cic. orat. 232.
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kennzeichnen. Außerdem wurden sie mit Schildern behängt, die ihre Qualitäten anpriesen. Da Sklaven auch in die Prostitution verkauft wurden und es eine große Nachfrage nach Jungen gab, war es auch üblich, dass diese vorm Verkauf durch den Sklavenhändler kastriert wurden. Zwar kann heute nicht mehr eingeschätzt werden, inwieweit solche unwürdigen Behandlungen den Großteil der Auktionen bestimmten, aber man geht davon aus, dass die meisten Sklaven einen gewissen Grad an persönlicher Demütigung oder körperlicher Herabwürdigung auf dem Sklavenmarkt erleben mussten. 8
2.1. Ursachen
Es gab verschiedene Auslöser, die in der Antike dazu führten, dass ein Mensch zum Sklaven wurde. Ob ein Kind frei oder unfrei war, hing vom Rechtsstand der Mutter ab. Kinder, deren Eltern bereits Sklaven waren, erhielten denselben Status mit ihrer Geburt, sie waren also Hausgeborene. Dasselbe galt für Kinder, die aus einer Verbindung eines Hausherrn mit einer Sklavin hervorgingen.
Ein weiterer Auslöser für die Versklavung war die Schuldknechtschaft. Wenn ein Römer seine Schulden nicht bezahlen konnte, hatte sein Gläubiger das Recht, ihn auf dem Sklavenmarkt zu verkaufen und den Gewinn zu behalten. Die Schuldknechtschaft wird allerdings aus heutiger Sicht eher als Unfreiheit denn als Sklaverei bezeichnet, da Bauern in wirtschaftlicher Not, ebenso wie manchen Kriegsgefangenen oder spartanischen Heloten zumindest ihre Rechtspersönlichkeit erhalten blieb. 9 Sehr häufig war die Versklavung von Kriegsgefangenen: seit Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. wurden Kriegsgefangene nicht mehr allesamt getötet und da die Bewohner besiegter Städte rechtmäßig zur Beute gehörten, wurden sie in die Sklaverei verkauft. Mit den militärischen Erfolgen der römischen Expansion und den Bürgerkriegen seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. nahm zwangsläufig auch die Zahl der versklavten Kriegsgegnern zu. Diese Kriegsgefangenen wurden von Sklavenhändlern oder Piraten geliefert und anschließend verkauft. Wegen der hohen Gewinne kam es auf östlichen Kriegsschauplätzen förmlich zur Jagd auf Beutesklaven, die Bevölkerungen in Makedonien, Griechenland und Kleinasien wurden dadurch stark dezimiert. 10 8 Bradley: Slaves and Masters; S. 115f.
9 Gehrke: Antike; S. 141.
10 LdAW; Bd. 3; Sp. 2815, I.
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Arbeit zitieren:
Janina Kraus, 2005, Das römische Sklavensystem, München, GRIN Verlag GmbH
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