INHALTSVERZEICHNIS
I GRUNDLAGEN
DER FREMDSPRACHENDIDAKTIK 3-7
1. Allgemeine Einleitung 3-4
2. Gesprächskompetenz und das Thema Konflikt 4-7
2.1 Die kommunikative Kompetenz 4-6
2.2 Die Gesprächskompetenz 6-7
II DAS KONFLIKTGESPRÄCH 7-11
1. Der Bedarf 7-8
2. Die Definition des Begriffs Konflikt 8-9
3. Die wissenschaftliche Arbeitsdefinition
Konfliktgespräch 10-11
III DISKURSANALYTISCHE ANSÄTZE
FÜR DAS KONFLIKTGESPRÄCH 12-20
1. Allgemein 12-13
2. Analyse nach Handlungsmuster 13
3. Die Detailanalyse 13-14
4. Beispiel eines Ablaufs auf wissenschaftlichen
Grundlagen 14-17
4.1 Die Phasen 14-15
4.2 Schwierigkeiten des Ablaufs 15-16
4.3 Aufgaben eines Vermittlers 16-17
5. Übung für einen diskursorientierten Unterricht 17-19
5.1 Die Simulation 17-18
5.2 Die Festigung 18-19
6. Tendenzen 19-20
IV SCHLUSSWORT 20-22
LITERATURVERZEICHNIS 23
2
I. GRUNDLAGEN DER FREMDSPRACHENDIDAKTIK Für ein didaktisches Handeln im Unterricht sind Bedingungen verknüpft. Es kommt u. a. auf die Kurskonzeption an, die wiederum ohne verschiedene Analysetätigkeiten nicht mehr auskommen kann. Neue Kompetenzfestschreibungen in der Bildung, neue Instrumente - auch
im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts 1 - mit neuen Bewertungskriterien und deren ständigen Anpassungen für die Unterrichtsplanung erfordern von den Lehrenden eine ständige Analysetätigkeit, Fundament und Garantie einer „Bildungsqualität“ mit Harmonisierung zwischen den Akteuren (Institutionen, Lehrenden, Lernenden).
Aufgrund der unterschiedlichen Kommunikationsstile, durch Fehleinschätzungen und Vorurteile kann es zu Missverständnissen, Spannungen und Konflikte kommen. Als Einleitung wird zunächst auf die Grundlagen der Fremdsprachendidaktik allgemein eingegangen und die Wichtigkeit der Gesprächskompetenz für eine erfolgreiche Kommunikation im Bezug auf stattfindende Konflikte betont.
Wegen der Komplexität des Themas werden in dem folgenden Kapitel zunächst einige Definitionen von Konflikt und Konfliktgespräch vorgestellt.
Der größere Teil dieser Arbeit bezieht sich auf die Diskurs- bzw. Gesprächsanalyse, die sich für die Lehrenden als eine wichtige didaktische Methode anbietet. Dabei wird auf mögliche diskursanalytische Ansätze für den Gesprächstyp Konfliktgespräch detailliert eingegangen.
Es existieren keine reinen Sachkonflikte. Konflikte sind immer auch Beziehungskonflikte. 2 Das Konfliktgespräch bzw. dessen Analyse stellt sich für die Lehrenden als ein unabdingbares didaktisches Instrument insbesondere für den Fremdsprachenunterricht und in der Erwachsenenbildung dar. Dieser Kompetenzerwerb gehört zu den Garantiefaktoren einer erfolgreichen Kommunikation in allen Bereichen des Lebens und für den sozialen Frieden.
1. Allgemeine Einleitung
Jede Kurskonzeption ist das Ergebnis eines vernetzenden Entscheidungsprozesses (die "Didaktisierung"). Neben der Planung von Kursangeboten und bei der Kurskonzeption müssen neben der Bedarfsanalyse (zur Entscheidung über Lernziele, Materialien und Methoden) auch eine Fülle von weiteren Gesichtspunkten und Informationen berücksichtigt werden, auch solche, die im Laufen der Kontakte zum Lernenden stammen.
1 Laut Rahmenplan für Französisch: „Sprachenpass“, „Sprachenbiographie“, „Dossier“, „Sprachenfolio“, ...
2 Vgl. www.wissen.de: "Konflikt"
3
In der fremdsprachlichen Erwachsenenbildung treten im Vergleich zu der Schulbildung ähnliche, zusätzliche und/oder andere und/oder weitere Kriterien auf. Die Ermittlung von Themen, Inhalten, Zielen auf der berufsspezifischen und zielgruppenspezifischen Ebene ist
deshalb notwendig. 3 Ressourcen finanzieller, zeitlicher und personeller Art sowie die Interessen der Adressaten, vorhandene Kompetenzen, wie sprachliche Vorkenntnisse, Lernpräferenzen und soziale Situation der Lernenden sollten analysiert werden.
Um die Planung von Themen und Inhalten für die zu erreichenden Ziele zu erleichtern, müssen die verschiedenen Analysen miteinander verknüpft und in die Kurskonzeption eingebettet werden.
Es ergibt sich eine Vielfalt an Lehrorganisation und Kurskonzeptionen. Nach neuem Verständnis der Bildung wird die Unterrichtskonzeption als ein Kreislauf im Sinne eines Lern- und Lehrprozesses betrachtet, die sich in einer kontinuierlichen Entwicklung befindet, und nicht stehen bleibt. Man spricht von einer neuen Lern- und Lehrkultur, von einem erweiterten Lernbegriff.
Im Rahmen dieser Tatsache können, nach Aneignung von Kenntnissen über das Verhältnis zu verschiedenen Disziplinen, verschiedene Ansätze der Kurskonzeption aufgestellt werden. Diese Ansätze zeigen deutlich wie die Bereiche von einander abhängen und unterschiedlich gewichtet werden können. Jeder einzelne Bereich kann als Anfang oder als Ende angesehen
werden 4 . Es geht um ein Ganzheitsdenken.
Im Sinne dieses erweiterten Lehr- und Lernbegriffs wird der allgemeine Schulunterricht heute vom Zusammenhang von vier Dimensionen schulischen Lernens bestimmt. Der Unterricht nutzt die Sach-, Sozial-, Methoden- und personale Kompetenzen seiner Akteure (die Schülerinnen und Schüler handeln in Selbststeuerung und Selbstverantwortung, die Lehrenden dokumentieren, kommentieren, schätzen ein, beobachten und motivieren als Wissensvermittler, Ausbilder und Erzieher) und trägt zu ihrer Weiterentwicklung bei.
3 Vgl. www.uni-trier.de/bofu/studium/baustein3/b3grundlage
4 Beispiel: Das Bedingungsfeld didaktischen Handels. Unter:
http://www.uni-trier.de/~feb/Seminarunterlagen/Gespraechsanalyse/Bedingung.htm
4
2. Die Gesprächskompetenz und das Thema Konflikt
2.1 Die kommunikative Kompetenz
Auch für den englischen/französischen 5 Fremdsprachenunterricht, wie aus den Rahmenlehrplänen zu entnehmen ist, gilt das Bildungsziel dieser Kompetenzentwicklung bzw. Weiterentwicklung. Es findet sich in den Bildungsstandards unter funktionalen kommunikativen Kompetenzen wieder.
Die Lehrenden müssen vielfältige Fachkompetenzen erwerben, um- und/oder neu lernen. Standards sind fixierte und überprüfbare Erwartungen an die Lehrerausbildung mit Definition von Leitbild, Kompetenzen und Studienmodulen" 6 Zu derer Umsetzung werden die Schulen und Lehrenden mit einem Fortbildungsplan unterstützt und ihre Einhaltung werden (...) in den Fachwissenschaften, in der Fachdidaktik und in der Schulpraxis (...) überprüft (...) 7 Eingebettet in dem erweiterten Lehr- und Lernbegriff und einem Konzept des "lebenslangen Lernens" bekommt dadurch die sprachliche Weiterbildung einen neuen Platz, wenn es darum geht, gegen die oftmals um sich greifende Dominanz von Skepsis und Resignation die Kompetenzen und kreativen Problemlösungspotentiale möglichst vieler Menschen zu mobilisieren. Das Sprachenlernen ist längst nicht mehr nur Freizeitbeschäftigung, sondern als notwendiges Kommunikationsmittel einer der wichtigsten Kompetenzbereiche für das Europa des 21. Jahrhunderts geworden (Kiefer 3/99).
Eines der zentralen Bildungsziele formuliert die Europäische Kommission wie folgt: (...) Die Sprachkenntnisse müssen einhergehen mit der Fähigkeit zur Anpassung an unterschiedlichen Kulturen geprägte Arbeits- und Lebensverhältnisse.
Auf den Fremdsprachenunterricht wirkt sich die Globalisierung mit harten Effizienzwettbewerben aus. Ob Diplomat, Händler oder Monteur, jeder wird in der Zukunft im Rahmen der neuen sich immer stärker entwickelnden multikulturellen Gesellschaft mit ähnlichen Situationen konfrontiert werden.
Die Problematik zwischen den unterschiedlichen Kulturen wird des Öfteren unterschätzt oder gar ignoriert. Die Huntington-These über den Kampf der Kulturen zeigt uns deutlich, welche Gefahren sich dahinter verbergen.
5 Beschluss der Kulturministerkonferenz vom 04.12.2003: Bildungsstandards für die erste Fremdsprache (English/Französisch) für den Mittleren Schulabschluss
6 Duales Studien- und Ausbildungskonzept Rheinland-Pfalz, Stand 24.02.2005
7 Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend Rheinland-Pfalz (2003): Deutschlands Weg zu Bildungsstandards
5
Das Bildungsziel der Mehrsprachigkeit bleibt heute die Aufgabe bzw. die Herausforderung der Fremdsprachendidaktiker, gerade auch im Bereich der Erwachsenenbildung. Dafür
werden neue didaktische und methodische Ansätze diskutiert. 8 Nach verschiedenen Versuchen der vergangenen Jahre ('die audiolinguistische Methode' in den 60er/70er-Jahren und, nach deren mangelhaftem Erfolg, gefolgt in den 70er Jahren von dem auch nicht zufrieden stellenden 'kommunikativen Spracherwerbsunterricht') wird immer klarer, dass es nicht eine didaktische Methode geben kann. Die ideale Situation scheint nur durch eine Kombination aller bekannten/neuen Lehrformen erreichbar (Methodenplurismus).
Die zu lehrenden Kompetenzen lehnen sich heute an der vom Europarat erarbeiteten Skala
von sechs Kompetenzniveaus (A1 bis C2) 9 an. Besonders interessant sei auf das Niveau B1, das Sprechen, hingewiesen und darunter besonders der Kompetenz-Teilbereich: An Gesprächen teilnehmen.
2.2 Die Gesprächskompetenz
Nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 04.12.2003 sollen kommunikative, interkulturelle und methodische Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern für ihr Handeln in mehrsprachigen Situationen ausgebildet werden (aktive Teilhabe an gesellschaftlichen und kulturellen Leben). Sie beinhalten die Ziele mit allen zu erwerbenden Fähigkeiten, die den Erwerb von Gesprächskompetenz so notwendig machen:
- Fähigkeit eigene Sichtweisen, Wertvorstellung und gesellschaftliche Zusammenhänge mit denen englisch- bzw. französischsprachiger Kulturen tolerant und kritisch vergleichen können, verbunden mit dem Leitziel der Stärkung der eigenen Identität
- Strategien und Fähigkeiten zur praktischen Bewältigung interkultureller Begegnungssituationen, Umgang mit Missverständnissen, mit schwierigen Themen und Konfliktsituationen, Konfliktbewältigung und Friedenssicherung, für die multikulturelle Gesellschaft und für andere/fremde Sicht- und Verhaltensweisen Sensibilität, sollen entwickelt werden (kritisch, offen und tolerant mit unterschiedlichen Normen und Wertvorstellungen umgehen)
- in Gesprächen und Diskussionen kurz zu den Standpunkten anderer Stellung nehmen und höflich Überzeugungen und Meinungen, Zustimmung und Ablehnung ausdrücken (Gefühle, Wünsche, Vorstellungen äußern)
- Bereitschaft und Fähigkeit, erlernte Fertigkeiten und kognitive Fähigkeiten zur Problemlösung nutzen In den Lehrplänen werden diese Bildungsziele - hier für den Französischunterricht - detailliert definiert: Vermittlung soziokultureller Kenntnisse und Einsichten über Frankreich und
8 Siehe Fußnote 7
9 Die Europäischen Sprachenzertifikate
6
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Martine Schreiber-Bleurvacq, 2005, Das Konfliktgespräch, Munich, GRIN Publishing GmbH
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