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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 03
2. Die Entwicklung der Presse in Deutschland
nach dem Zweiten Weltkrieg. 04
2.1. Die Aufbauphase (1949-1954) 04
2.2. Die Phase der Pressekonzentration (1954-1976) 05
2.2.1. Gründe für die Konzentration. 05
2.2.2. Differenzierung der Konzentration. 06
2.2.3. Folgen der Konzentration. 07
2.3. Die Phase der Konsolidierung (1976-1985) 09
2.4. Presse in der DDR. 10
2.5. Die Presseentwicklung nach der Wende 12
2.6. Presseentwicklung nach der Wiedervereinigung 13
3. Ökonomische Situation der Zeitungen. 15
3.1. Einnahmesituation der Tageszeitung. 15
3.2. Ausgabensituation der Tageszeitung. 18
4. Ausblick. 20
5. Literaturangaben. 22
6. Anhang S 23
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1. Einleitung
Die Medien haben in Deutschland eine ganz besondere Aufgabe. Sie sollen den Machern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Finger schauen. Sie sollen i nformieren, an der Meinungsbildung mitwirken und kritisieren, wenn nötig. Das ist eine Grundvoraussetzung für unsere Demokratie. So skizzieren zumindest die Macher selbst ihre Hauptziele der Zeitung und der Medien insgesamt. 1 Doch sind Verlage heute nicht viel mehr reine Wirtschaftsunternehmen, die Profit machen wollen und müssen? Ist somit ein V erlag beliebig vergleichbar geworden mit einem Unternehmen aus einem ganz anderen Bereich? Zumindest ist festzustellen, dass im Laufe des letzten halben Jahrhunderts die Zeitungsmacher immer abhängiger geworden sind von den Anzeigenkunden. Deshalb beschäftige ich mich in dieser Arbeit speziell mit der Entwicklung der Presse seit 1949. Und in diesem Zeitraum will ich vor allem die Phase der Pressekonzentration in den Mittelpunkt stellen und versuche Wirkung und Folgen der Zeitungszusammenschlüsse herauszustellen. Wie die Medien insgesamt, so sind gerade die Printmedien einem ständigen Wandel unterworfen. Das gilt für viele Bereiche, die gleich anhand des äußeren Erscheinungsbildes sichtbar werden: Eine Tageszeitung sieht heute schon vom Layout ganz anders aus als vor 50 Jahren. Aber auch „hinter den Kulissen“ hat sich einiges geändert.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der den Medien immer größere Bedeutung zukommt. Mit jeder Generation nimmt die Selbstverständlichkeit zu, mit M edien umzugehen. Heute wachsen die Kinder bereits mit dem Internet im Kinderzimmer auf.
In meiner Arbeit liegt der zweite Schwerpunkt auf der ökonomischen Situation der Tageszeitungen. Dabei gehe ich darauf ein, wie die Verlage heute ihr Geld verdienen und wofür sie es ausgeben. D arin werde ich auch auf den Anzeigenmarkt und seine Entwicklung eingehen.
1 Herchen, Uwe-Bernd: Die Mächtigen am Schlafittchen packen. In: 125 Jahre Fuldaer
Zeitung. Fulda: Parzeller 1999, S. 154.
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2. Die Entwicklung der Presse in Deutschland
nach dem Zweiten Weltkrieg
2.1. Die Aufbauphase (1949 - 1954)
Mit der Erteilung der Generallizenz am 21. September 1949 durfte fortan jeder Deutsche, der politisch aus den Zeiten vor 1945 nicht vorbelastet war, eine Zeitung herausgeben. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies nur wenigen Personen erlaubt, die von den Besatzungsmächten eine Lizenz erhalten hatten. Von der Generallizenz machten n atürlich vor allem jene Gebrauch, die bereits vor 1945 Zeitungen herausgegeben hatten, die sogenannten Altverleger. Die Altverleger hatten die Produktionsmittel und meist auch das Kapital, um eine Zeitung h erausgeben zu können. Folge war also eine große Zahl von Neuerscheinungen in den Jahren zwischen 1949 und 1954. 2 Bis 1954 war die Phase des Wiederaufbaus dann weitgehend abgeschlossen.
Da sich die sogenannte Lizenzpresse aber bereits gut etabliert hatte, war es schwer für die Altverleger, auf dem Markt wieder Fuß zu fassen. Gründe hierfür waren die technisch veralteten Anlagen, die teilweise noch aus Kriegszeiten stammten. Oftmals waren die Produktionsanlagen von den Verlagen an die Lizenzinhaber verpachtet worden. Mit der Erteilung der Generallizenz mussten nun die Lizenzzeitungen in moderne Anlagen investieren. Da die Altverleger meist wieder mit ihren alten Namen erschienen, wurde ihnen oft auch Misstrauen entgegengebracht. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten war der gesamte Presseapparat g leichgeschaltet, meist jedoch erschienen die Zeitungen weiter unter ihrem ursprünglichen Namen. In der Endphase der Aufbauphase, also um 1954, wurden erste pressestatistische Zählungen durchgeführt. Walter J. Schütz prägte die Grundbegriffe der „Publizistischen Einheit“, der „(redaktionellen) Ausgabe“ sowie des „Verlags als Herausgeber“. Eine Publizistische Einheit ist eine Zeitung, die ihren g esamten redaktionellen Teil selbst herstellt. Eine redaktionelle Ausgabe hinge- 2 DieZahl der Zeitungstitel stieg rasch von 165 auf über 600 an (Pürer, Heinz und Raabe,
Johannes: Medien in Deutschland, Band 1: Presse. München 1996, S. 108).
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gen produziert meist nur den lokalen Teil selbst und erhält den Mantel von seinem Stammblatt. Zum Mantel gehören die Ressorts Politik, Wirtschaft, ( überregionaler) Sport und Kultur. Verlage als Herausgeber bezeichnen schließlich alle redaktionellen Ausgaben, in deren Impressum der gleiche Verleger oder Herausgeber erscheint.
2.2. Phase der Pressekonzentration (1954-1976)
2.2.1. Gründe für die Konzentrationen
Nachdem es in der Phase des Wiederaufbaus zu zahlreichen Neugründungen von Zeitungen kam, folgte in den nächsten Jahren eine Phase der Konzentration. Bis zum Jahr 1976 halbierte sich die Zahl der publizistischen Einheiten nahezu. 3
Der Markt war für eine solche Vielzahl an publizistischen Einheiten, wie sie in der Zeit von 1949 bis 1954 entstanden war, einfach zu klein. „Obwohl sich in der Folgezeit die Neugründungen neben der Lizenzpresse behaupten konnten, blieb doch vor allem der Heimatpresse der Altverleger häufig der Zusammenschluß mit anderen Zeitungen als einzige Möglichkeit, um wirtschaftlich rentabel arbeiten zu können.“ 4 Es schlossen sich viele Zeitungstitel, oftmals die der Altverleger, zusammen.
Die Gründe für die Pressekonzentrationen sind vor allem im wirtschaftlichen Bereich zu suchen. Denn eine Zeitung ist in aller erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinne erzielen muss. So ist es für größere Verlage etwa leichter, Modernisierungen zu finanzieren. Auch werden die vorhandenen A nlagen besser ausgelastet und die Fixkosten sind bei einer größeren Auflage geringer (etwa die Kosten für den Bezug von Agenturmeldungen, Kosten für die Verwaltung). Auch steuerliche Vorteile mögen zu Konzentrationen verlockt haben. Ein Beispiel ist die Gründung des Unternehmens „Gruner+Jahr“
3 Während es 1954 noch 225 publizistische Einheiten gab, waren es 1976 nur noch 121.
(Pürer, Heinz und Raabe, Johannes: Medien in Deutschland, Band 1: Presse. München
1996, S. 118.).
4 Meyn, Hermann: Massenmedien in Deutschland. Neuauflage 1999. Konstanz: UVK Me-
dien, S. 85.
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1965, das durch den Zusammenschluss des Druckereibesitzers Gruner mit den Verlegern Jahr und Bucerius jährlich allein vier Millionen Mark Umsatzsteuer einsparen konnte.
Die Presseunternehmen sind zudem in diesen 20 Jahren der Konzentration i mmer abhängiger von der Konjunktur geworden. „Auch das Motiv, für wirtschaftliche Krisenzeiten vorzusorgen, mag die Tendenz zu Zusammenschlüssen verstärkt haben.“ 5 Denn während eine Zeitung sich 1954 noch vornehmlich aus dem Vertrieb finanzierte, so lag der Anteil der Werbegewinne 1976 schon bei 30 Prozent. Heute hat sich das Verhältnis umgekehrt: Etwa zu zwei Dritteln finanzieren sich Zeitungen aus Werbeerlösen, nur noch zu einem Drittel aus dem Vertrieb (näheres dazu im Kapitel „Ökonomische Situation der Tagespresse“). Mit einer größeren Auflage in einem größeren Presseunternehmen steigt aber natürlich auch der Einfluss auf politische Prozesse und somit die Macht eines Unternehmens auf die Politik, aber auch auf die Konkurrenten. „Große Pressekonzerne sind in der Lage, Macht über andere Verleger auszuüben. Aufgrund ihrer moderneren technischen Ausrüstung und eines dicken finanziellen Polsters können sie einen scharfen Wettbewerb mit kleineren oder mittleren Unternehmen sehr leicht zu ihren Gunsten entscheiden.“ 6
2.2.2. Differenzierung der Konzentration
Die Pressekonzentration läßt sich differenzieren in die „Publizistische Konzentration“, die „Verlagskonzentration“ sowie die „Auflagenkonzentration“. 7 Bei der Publizistischen Konzentration ist eine Verringerung der Zahl der publizistischen Einheiten zu beobachten. Das ist etwa dann der Fall, wenn eine selbstständige Zeitung von einer anderen übernommen wird und entweder gar nicht mehr oder nur noch als redaktionelle Ausgabe weiterexistiert.
5 Meyn, Hermann: Massenmedien in Deutschland. Neuauflage 1999. Konstanz, UVK Me-
dien, S. 147.
6 Meyn, Hermann: Massenmedien in Deutschland. Neuauflage 1999. Konstanz, UVK Me-
dien, S. 156.
7 Terminologische Dreiteilung von Elisabeth Noelle-Neumann und Winfried Schulz
Arbeit zitieren:
Diplom-Germanist Christian Weber, 2001, Entwicklung der Tageszeitung - Geschichte und finanzielle Situation in Deutschland nach 1945, München, GRIN Verlag GmbH
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