2 Körpersprache
2.3
3 Körpersprache und Massenmedien
4 Körpersprache bei Joschka Fischer
5 Fazit
Literatur
Anhang
Bildmaterial (wurde mangels Quellenangaben entfernt)
1 Einleitung
Der Einfluss der Körpersprache ist im Hinblick auf die Kommunikation und somit auch im Hinblick auf menschliche Beziehungen, die sich aus jeglicher Art von Kommunikation manifestieren eine nicht unerhebliche Größe, wie sich im Verlauf dieser Arbeit herausstellen wird. Niemand kann sich der primären Sprache, wie Molcho die nonverbale Kommunikation
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betitelt, entziehen oder sie gar unterdrücken 1 . Ein alter Sinnspruch formuliert sehr treffend: „Jeder Körper ist wie ein Haus. Wer darin wohnt, das drückt sich durch den Körper aus.“ Kommt jemand schweren Schritts mit gesenktem Haupt und niedergeschlagenem Blick daher, wird niemand vermuten eine Person anzutreffen, die sich in einem fröhlichem Gemütszustand befindet 2 . Menschen haben auch gelernt sich manchmal zu verstellen, doch gelingt dieses bei der Körpersprache nur sehr schwer, weil es körperliche Signale gibt, die man nicht unterdrücken oder leugnen kann, da sie reflexartig geschehen. Die Körpersprache setzt bei der Kontaktaufnahme lange vor der verbalen Sprache ein. Durch Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegungen und anderen nonverbalen Signalen, werden bereits Botschaften und Eindrücke, wie Angst, Überraschung, Zorn und viele weitere Gefühle vermittelt und ebenso ausgedrückt, die dem Wort vorausgehen. Nahezu alle Gemütsregungen offenbart der Körper durch nonverbale Kommunikation in den verschiedensten Alltagssituationen und bei den verschiedensten Menschen.
Die Körpersprache, die als eine visuelle zu verstehen ist, gewinnt durch die zunehmende Präsenz von Massenmedien immer mehr an Bedeutung. Durch das Fernsehen und durch bildhafte Darstellungen von Personen in Zeitungen und Magazinen, sowie auf Werbeplakaten wird der Betrachter sehr stark von körpersprachlichen Merkmalen angesprochen. Dem Wort gehen also die Zeichen der nonverbalen Äußerungen voraus und sie bleiben uns besser im Gedächtnis. Außerdem finden wir die nonverbalen Mitteilungen meist überzeugender, sodass die Aufmachung einer Nachricht oder einer Person zunehmend wichtiger wird als deren Inhalt.
Das gilt natürlich auch in der Politik. An einem exemplarischen Beispiel, dem von Joschka Fischer, soll in dieser Arbeit der Einfluss der nonverbalen Kommunikation auf die Wirkung einer Person beim Betrachter analysiert werden. Dazu eignet sich der derzeitige Vizekanzler ganz besonders, denn er gilt als der beliebteste Politiker in Deutschland. Außerdem hat sich sein Image beachtlich verändert, was er nicht zuletzt dem Wandel seiner Körpersprache zu verdanken hat.
Zunächst werden als Grundlage der Analyse die Bestandteile von Körpersprache und deren Vorkommen vorgestellt. Anschließend wird noch der Zusammenhang von Körpersprache und
1 Vgl. : Molcho, Samy: Körpersprache. Bielefeld: Bertelsmann 2000. S. 9. Künftig zitiert: Molcho: Körpersprache.
2 Vgl. : Conen, Horst: Die Kunst mit Menschen umzugehen. Ein Ratgeber mit Übungen für erfolgreiche Kommunikation und Körpersprache. Köln: DuMont 1991. S.30. Künftig zitiert: Conen: Umgang mit Menschen.
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Medien zur Sprache gebracht, um dann die politische Laufbahn von Joschka Fischer im Hinblick auf seine Gestik, Mimik, Körperhaltung und Bewegungen zu verfolgen. Zum Schluss wird die Wirkung von Körpersprache noch einmal thematisiert. Dazu habe ich eine Umfrage anhand verschiedener Materialien durchgeführt; ein Standbild, sowie verschiedene Abbildungen von Joschka Fischer auf Wahlwerbeplakaten und in Zeitungen sollten sich die Befragten ansehen. Anschließend galt es zu beschreiben, wie der Dargestellte auf sie wirkt. Mit dieser Methode lässt sich zeigen, wie der Betrachter körpersprachliche Signale auf visueller, bildhafter Ebene wahrnimmt. Wie stark also körpersprachliche Elemente den Betrachter in seiner Wahrnehmung beeinflussen, und dass bestimmte nonverbale Zeichen bestimmte Eigenschaften beim Betrachter übermittelen.
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2 Körpersprache
Körpersprache sei ein ausgeklügelter und heimlicher Komplex, der nirgendwo geschrieben stehe, den niemand kenne, den aber alle verstünden, schrieb der Anthropologe Edward Sapir über die Körpersprache, so Tramitz in ihrem Buch Irren ist männlich 3 .
In diesem Abschnitt werden neben dem Stellenwert der nonverbalen Kommunikation, auch die verschiedenen Bestandteile von Körpersprache als auch deren Einsatzbereiche aufgezeigt.
2.1 Der Stellenwert von Körpersprache in der Kommunikation
Wenn man davon ausgeht, dass Kommunikation ein Vorgang zwischen einem Sender, der eine Nachricht enkodiert, und einem Empfänger, der eine Nachricht dekodiert, darstellt, dann trägt das Signal eine Bedeutung für beide Beteiligten. Außerdem gehört zur Kommunikation nicht nur die verbale, sondern auch die para- und die nonverbale. Welche Komponenten der Kommunikation wie stark auf die Dekodierung des Signals beim Empfänger wirken, soll nun geklärt werden.
Bei der Körpersprache handelt es sich um eine Kommunikationsform, die sich bereits lange vor der Entstehung der verbalen Sprache herausgebildet hat. Ihre Grundelemente müssen nicht gelernt werden, da sie jeder Mensch von Geburt an in sich trägt. Als Transportmittel von Emotionen unterliegt die Körpersprache keinen festen Regeln 4 . Dennoch wird sie
grundsätzlich von allen Menschen eines Kulturkreises gleichermaßen verstanden und gebraucht. Andere Länder andere Sitten. Zumindest spezielle, sozialisationsgeprägte Signale, werden in anderen Kulturkreisen oftmals falsch gedeutet. Das bei uns übliche Händeschütteln hat bei Arbeitgebern im Ausland schon zu heftigen Irritationen geführt und einen bereits besiegelt geglaubten Geschäftsabschluss zunichte machen können 5 . Dennoch gibt es gewisse
körpersprachliche Grundübereinstimmungen weltweit. Lachen und Weinen zum Beispiel. Diese Gesichtsausdrücke sind in allen Kulturen sehr ähnlich. Außerdem finden sie sich auch bei blinden und tauben Kindern wieder, die sie nicht durch Imitation gelernt haben können. Darüber hinaus sind solche Ausdrücke, denen von Primaten sehr ähnlich. Man hat die
3 Vgl. Tramitz, Christiane: Irren ist männlich. Weibliche Körpersprache und ihre Wirkung auf Männer. 2. Auflage. München: Bertelsmann 1993. S.13. Künftig zitiert: Tramitz: Irren ist männlich.
4 Vgl. : Eibl-Eibesfeldt, Irenäus: Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Grundriß der Humanethologie.
3.Auflage. München / Zürch: Piper 1995. S.676. Künftig zitiert: Eibl-Eibesfeldt: Verhaltensbiologie.
5 Vgl. : Dieball, Werner: Gerhard Schröder - Körpersprache Wahrheit oder Lüge?. Bonn: Prewest 2002. S.20. Künftig zitiert: Dieball: Gerhard Schröder.
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evolutionäre Entwicklung wie Michael Argyle in seinem Buch Körpersprache und Kommunikation schreibt, bei derartigen Ausdrücken verfolgen können 6 .
Man kann nicht sagen, dass die nonverbale Kommunikation nur den Begleiter von Sprache darstellt, denn sie ist ausdrucksstärker als das Wort. Argyle geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er schreibt, dass der Sprache bislang eine zu große Bedeutung beigemessen worden sei, und dass sie in höchstem Maße von der nonverbalen Kommunikation abhängig sei und nicht etwa anders herum, da es viele Dinge gibt, die sich mit Worten gar nicht ausdrücken ließen 7 . Ein lächelndes Gesicht, den Körper dem anderen zugewandt signalisiert
zum Beispiel ehrliche Sympathie. Diese Einstellung zu einer anderen Person wird also in diesem Beispiel körpersprachlich übermittelt. Man könnte das natürlich auch verbal artikulieren, doch die nonverbalen Signale sind zum einen schneller, da sich die Emotion im Gegensatz zum Wort, das erst gedacht werden muss, sofort offenbart. Zum anderen ist die Körpersprache auch ehrlicher, weil es viel leichter ist bei dem zu lügen was man spricht. Denn die Sätze werden meist zuerst überlegt, bevor sie artikuliert werden. Wenn nicht, dann sind sie dem Sender spätestens beim Aussprechen präsent.
6 Vgl.: Argyle, Michael: Körpersprache & Kommunikation. 6. Auflage. Paderborn: Junfermann 1992. S.77. Künftig zitiert: Argyle: Körpersprache &Kommunikation.
7 Vgl.: Ebd. S.14.
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Das bedeutet wiederum, dass sie dem Sprecher bewusst sind. Anders ist es bei den körpersprachlichen Signalen. Man kann nur die verleugnen, denen man sich bewusst ist. Die anderen werden vom Körper gezeigt, sodass man sich schon über alle Signale im Klaren sein muss um nicht als Lügner enttarnt zu werden.
Diese These wird auch von einer weiteren wissenschaftlichen Analyse bestätigt, in der der Einfluss der verschiedenen Kommunikationsarten auf das Signal an den Empfänger untersucht worden ist: Die Kommunikationspyramide. Danach macht der Einfluss der nonverbale Kommunikation auf das Signal einen Anteil von 55%, die paraverbale einen von 38% und die verbale Kommunikation lediglich einen Anteil von 7% aus.
Daraus ergibt sich, dass das menschliche Kommunikationsverhalten sehr stark von der Körpersprache beeinflusst wird. Um mit unseren Mitmenschen erfolgreich in Kontakt zu treten, wäre es also sinnvoll, die nichtsprachlichen Signale entschlüsseln zu können. Nach Argyle findet die nonverbale Kommunikation in der menschlichen Gesellschaft in unterschiedlichen Bereichen statt. Zur Unterstützung der Sprache, als Ersatz für die Sprache, als Ausdruck von Emotionen und von interpersonellen Einstellungen. Mit der Körpersprache können aber Mitteilungen über Personen gemacht werden. Ferner wird die nichtsprachliche Ausdrucksform gezielt in der Werbung, bei politischen Veranstaltungen und bei Demonstrationen eingesetzt 8 .
Man kann also festhalten, dass der Stellenwert der Körpersprache in der Kommunikation nicht zu unterschätzen ist, da das Signal an den Empfänger überwiegend von der nonverbalen Kommunikation beeinflusst wird. Der Ausdruck eines Signals ist dementsprechend effektiver als dessen Inhalt.
8 Vgl.: Ebd. S.58.
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2.2 Die Bestandteile der Körpersprache
Der Begriff der nonverbalen Kommunikation ist ein weitgefasster. Welche Bereiche das körperliche Signalsystem umfasst, soll im folgenden erläutert werden. Im engeren Sinn zählen die Gestik der Hände und die Mimik des Gesichts dazu. Überdies hinaus beinhaltet die nonverbale Kommunikation auch die Gang-, Stand- und Sitzarten, den Blick, den Körperkontakt sowie die Motorik und die verschiedenen Körperhaltungen. Ebenso spielt das räumliche Verhalten, insbesondere das der Distanz, eine wichtige Rolle. Im weiteren Sinn fallen auch Aspekte des äußeren Erscheinungsbilds, wie zum Beispiel Kleidung, Frisur, Figur und besondere auffällige Merkmale, vor allem im Gesicht, darunter. Ferner werden auch paraverbale Zeichen, wie der Klang der Stimme oftmals der nonverbalen Kommunikation hinzugefügt. Aus diesen Elementen besteht also die Körpersprache. Nonverbale Kommunikation ist folglich wie Dieball treffend formuliert das Zusammenwirken vieler Einzelheiten 9 . Das wiederum bedeutet, dass man körpersprachliche Signale nicht isoliert betrachten sollte, da sie stets in einem bestimmten Kontext geäußert werden und dementsprechend situationsgebunden sind. Andernfalls würde es schnell zu Fehleinschätzungen kommen. Denn in einer bestimmten Situation werden oftmals unbewusst Emotionen mit Hilfe des Körpers an die Oberfläche transportiert. Aber eben nur in dieser bestimmten Situation, da sich das Gefühl auf genau eben diese bezieht. Molcho unterstützt diese These indem er schreibt, dass der Gedanke und der Körper unmittelbar miteinander verbunden sind; dass der Körper die Sprache des Herzens spricht 10 . Er drückt also unentwegt aus, was er fühlt.
Im nächsten Abschnitt werden nun die einzelnen Elemente der Körpersprache unter der Fragestellung wie der Körper die Sprache des Herzens äußert, noch ein bisschen näher betrachtet.
2.2.1 Gesichtsausdrücke, Mimik und Stimme
Die Mimik bezeichnet das Gebärden- und Mienenspiel des Gesichts. Dort spiegeln sich Gefühle und Emotionen am deutlichsten wieder. Denn dreiundzwanzig Muskelstränge ermöglichen es, dass Teile der Gesichtsflächen unabhängig voneinander und sogar
9 Vgl.: Dieball : Gerhard Schröder. S.22.
10 Vgl.: Molcho : Körpersprache. S. 25/26.
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Quote paper:
Kristin Heurlés, 2003, Körpersprache bei Joschka Fischer, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ - Die Intrige als Katalysator e...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
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