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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung -3-
2. Das Erdpigment Ocker -4-
2.1 Was ist Ocker? - Von der Erde zum Pigment
2.2 Ocker - Ein Universalpigment -5-
2.3 Die verschiedenen Ockertöne -6-
2.3.1 Der gelbe Ocker
2.3.2 Der rote Ocker/ Rötel -7-
2.3.3 Der braune Ocker/ Umbra -8-
3. Nikolaus Lang -9-
3.1 Die Kunstrichtung der Spurensicherung
3.2 Arbeitsweise und Absichten von Nikolaus Lang -10-
3.3 Langs Arbeit mit Ocker -11-
4. Abbildungen -12-
5. Bibliographie -17-
In der folgenden Arbeit werde ich mich mit der Farbe Braun bzw. mit dem Ockerpigment und korrespondierend dazu mit dem Künstler Nikolaus Lang befassen. Um die Farbe Braun auf die Leinwand zu bringen haben sich die Künstler der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende aller Hand einfallen lassen. Zwar war das meist verwendete Pigment sicherlich Ocker, jedoch wurden zeitweise auch andere Materialien dazu verwendet Braunpigmente herzustellen bzw. zu gewinnen. So wurden z.B. lange Zeit Reste ägyptischer Mumien zerstampft um das so genannte Mumienpulver zu gewinnen. Dies wurde dann in Apotheken angeboten und war nicht nur bei Künstlern als Malpigment beliebt, sondern galt in erster Linie als universell einsetzbares Heilmittel. Aber auch Sepia, der aus den Tintenbeuteln der Calamari stammt und Asphalt waren lange beliebte braune Farbmittel. Der Ocker jedoch überdauerte all diese Experimente der Farbmittelgewinnung und ist bis heute ein gleichermaßen beliebtes Farbmittel, da er so gut wie keine negativen Eigenschaften hat, einfach zu beschaffen und sehr günstig ist.
Da sich auch der Künstler Nikolaus Lang, mit dessen Arbeit ich mich im zweiten Teil meiner Hausarbeit befassen werde, mit Ocker beschäftigte möchte ich mich auf dieses Pigment beschränken. Hierbei werde ich darauf eingehen um was es sich bei Ocker im allgemeinen Sinne handelt und im speziellen auf die wichtigsten Ockerpigmente und deren Verwendung eingehen.
Stellt sich die Frage „Was ist Ocker?“ würden sicherlich viele antworten, dass es sich um einen gelbbraunen Farbstoff handelt. Doch Ocker ist viel mehr als das. Das Spektrum seiner Farbnuancen reicht um einiges weiter: von hellgelben über rötliche bis hin zu schwarzbraunen Farbtönen. Dieses Erdpigment ist ein natürliches Verwitterungsprodukt aus Eisenerzen und Feldspat und u.a. ein Gemisch aus Brauneisenstein mit Ton, Quarz und Kalk. Jedoch bestimmt auch die chemische Zusammensetzung die Farbgebung des Ockers. Bei Ocker handelt es sich überwiegend um das Hydrat von III-wertigem Eisenoxid. Ein hoher Eisenanteil lässt den Ocker feurig erscheinen oder ein geringer Wassergehalt färbt ihn rötlich, Mangan verleiht ihm eine grünlich bis bräunliche Färbung. Des Weiteren wird durch den Eisenoxidanteil die Weichheit des Kornes bestimmt und man unterteilt ihn je nach Ton- oder Kalkgehalt in fette bzw. magere Sorten 1 .
Ocker findet sich eigentlich fast überall auf der Welt, wobei bestimmte Sorten sich auch nur in bestimmten Regionen finden lassen. Um das natürliche Ockerpigment zu gewinnen wird der Ocker in Steinbrüchen abgebaut, zermahlen und in mehreren Klärbecken ausgewaschen um ihn von Ballaststoffen und Unreinheiten zu reinigen. Nach dem anschließenden Trocknen wird er unter Umständen noch erhitzt oder gebrannt. Dadurch lässt sich der Farbton noch zusätzlich variieren. Allerdings ist dieses Verfahren sehr aufwendig, was dazu führte, dass Ocker mittlerweile auch künstlich hergestellt wird. Hierbei handelt es sich um das so genannte Oxidgelb. Es entsteht durch die Reaktion zwischen Eisen(III)-salzlösung und Alkalilauge 2 .
Das Ockerpigment ist halb bis gut deckend, absolut licht und wetterfest und verträgt sich mit allen Bindemitteln. Das einzige was dem Ocker etwas anhaben kann ist Säure. So löst Salzsäure ihn teilweise auf, während Schwefelsäure Ockeranstriche ausbleichen lässt 3 . Dass das Ockerpigment einer der robustesten Farbmittel überhaupt ist lässt sich sicher daran erkennen, dass jahrtausende alte Höhlenmalereien und Fresken, die u.a. mit Ocker geschaffen wurden, bis heute kaum etwas an ihrer Farbbrillanz eingebüßt haben.
1 www.kremer-pigmente.de/40000.htm
2 www.seilnacht.com/Lexikon/Erdfarb
3 www.kremer-pigmente.de/40000.htm
Ocker ist zwar ein beliebtes Malpigment, allerdings kommt er auch in vielerlei anderen Bereichen zum Einsatz. So benutzt man ihn auch für Fußbodenanstriche und zum Färben von Leder, Tapeten, Wachstuch und Kunststeinen. Außerdem verwendet man ihn auch zur Herstellung von Pastell-, Kreide- und Farbstifte.
Abgesehen davon wird der Ocker schon seit Urzeiten von den Menschen als Mal- und Färbepigment eingesetzt. Es ist bekannt, dass schon die Menschen der Steinzeit Ocker für ihre Höhlenmalereien verwendeten. Als bestes Beispiel dienen hier die eindrucksvollen Malereien in den Höhlen von Lascaux in Frankreich und Altamira in Spanien 4 . Aber auch in der Antike wurde Ocker als Wandfarbe benutzt und afrikanische Frauen bemalen noch heute die Wände ihrer Häuser mit gelbem und rotem Ocker.
Auch in der Wand- und Freskomalerei wird Ocker schon seit Jahrtausenden eingesetzt. So sind die Fresken in den bronzezeitlichen Häusern in Akrotiri auf der Kykladeninsel Santorini u.a. mit Ocker gemalt worden. Diese Fresken sind über 3500 Jahre alt und ihre Farben leuchten bis heute 5 .
In der Malerei hat Ocker schon seit geraumer Zeit einen großen Stellenwert. Weil sich Ocker mit allen Bindemitteln verträgt ist er für jede Maltechnik einsetzbar. Ob nun Aquarell- oder Ölmalerei - Ocker ist absolut ungiftig und unproblematisch, so dass durch ihn für den Maler keinerlei Nachteile entstehen. Zudem verleiht er vielen Bildern einen gleichermaßen natürlichen und warmen Gesamteindruck. So ist er in der Landschaftsmalerei nicht wegzudenken, da durch ihn natürliche Grüntöne besonders gut gelingen. Ruisdael und andere bedeutende Landschaftsmaler verwendeten gerne Ocker für ihre Kompositionen. Aber auch für die Darstellung von Luft oder in der Porträtmalerei sind geringe Beimengungen von Ocker unentbehrlich, da er sich gut zum Abtönen und Trüben allzu stark und bunt leuchtender Farben eignet 6 .
So wird deutlich, weshalb Ocker schon seit Urzeiten verwendet wird und bis heute nicht an Bedeutung verloren hat. Auch in Zukunft wird er nicht nur in der Malerei aufgrund seiner guten Eigenschaften und der unproblematischen Verwendung eines der meist verwendeten Farbmittel bleiben.
4 www.kremer-pigmente.de/40000.htm
5 www.seilnacht.com/Lexikon/Erdfarb
6 www.kremer-pigmente.de/40000.htm
Arbeit zitieren:
Carmen Storz, 2006, Die Farbe Braun in der Kunst Nikolaus Langs, München, GRIN Verlag GmbH
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