Gliederung
1. Einleitung
2. Definition Sünde
2.1. Im AT
2.1.1. Zusammenfassung
2.2. Im NT
2.2.1. Zusammenfassung
2.3. Einteilung der Arten von Sünde im AT und NT
2.4. Folgen von Sünde
3. Erbsünde
3.1. Die Erbsünde in der Kirchengeschichte
3.2. Die Problematik der Erbsünde
4. Zurechnung der Sünde
4.1. Die Zurechnung der Sünde Adams
4.2. Zusammenfassung
5. Die christliche Anthropologie im Vergleich mit anderen Anthropologien
6. Literaturverzeichnis
1
1. Einleitung
„Sünde“ - ein Begriff, der im Bezug auf das christliche Menschenbild eine immense Rolle spielt. Das christliche Menschenbild geht weitestgehend von einem dreigeteiltem Menschen aus (ganzheitlicher Ansatz) - Leib, Geist, Seele - (1. Thessalonicher 5,23), das den Menschen als Sünder von Grund auf beschreibt der somit keine Gemeinschaft mehr mit Gott haben kann.
Es geht sogar noch weiter, indem es sagt, dass der Mensch unter der Erbsünde steht, was so viel bedeutet, dass der Mensch von der Zeugung an böse ist, und nicht gut, wie es der Humanismus verkündet.
Durch diese Sündhaftigkeit wird der Mensch von Gott total verworfen, er steht auf den Stufen des Gerichts, welchem er nur durch eine Umkehr seines Wesens zu Gott hin und durch die Gnade Gottes entkommen kann.
In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit diesen Begriffen; was sie bedeuten, wie sie in der Kirchgeschichte gesehen wurden und vor allem, was das Wort Gottes über den Menschen in Bezug auf seinen Ursprung, seine Gegenwart und seine Zukunft im Zusammenhang mit Sünde sagt.
2. Definition Sünde
In der Bibel werden sehr unterschiedliche Wörter, die das deutsche Wort „Sünde“ beschreiben oder definieren, gebraucht. Was oft im einfachen Sprachgebrauch mit „Trennung von Gott“ beschrieben wird, bekommt in der hebräischen sowie griechischen Sprache eine noch viel umfassendere und detailliertere Definition von Sünde. Um die biblische Anthropologie besser verstehen zu können, habe ich die hebräischen und griechischen Definitionen einzeln untersucht.
2.1. Im AT
Mit Hilfe einer kleinen Wortstudie werde ich eine biblische Definition der Sünde durch die am häufigsten gebrauchten alttestamentlichen Begriffe ableiten:
2
a) Päscha L. Köhler definiert „Päscha“ als Ungehorsam bzw. Auflehnung 1 . Ryrie
b) Chet Dieses Wort kommt in den zahlreichen Abwandlungen über 500mal im
c) Awon RGG definiert es als eine aktive Tat als bewusstes Abweichen vom
d) Räscha Räscha ist das am häufigsten gebrauchte Wort für einen Sünder seit
e) Ra Dieses Wort taucht im At über 400mal auf. Es bedeutet so viel wie zer-
1 H.G. Pöhlmann: Abriss der Dogmatik. Ein Kompendium, Gütersloh 1990 5 , S. 179
2 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 1999 2 , S. 244
3 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479
4 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 1999 2 , S. 244
5 H. G. Pöhlmann: Abriss der Dogmatik. Ein Kompendium, Gütersloh 1990 5 , S. 179
6 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479
7 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 1999 2 , S. 245
8 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479
9 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 1999 2 , S. 245
10 ebd. S. 244
3
f)
Ascham
Ascham taucht eigentlich nur im Zusammenhang mit den Tempelritua-
g) Schagag Ryrie definiert es als „sich verirren“ wie ein Schaf oder Betrunkender.
2.1.1. Zusammenfassung
Durch die verschiedenen Wortbeschreibungen bzw. Wörter, die für Sünde gebraucht werden, konnte ein Israelit die Sünde erkennen. Er wusste, wenn er etwas falsch gemacht hat, da Sünde alles ist, was gegen ein Gebot gerichtet und somit Ungehorsam gegenüber Gott ist. „Zwar umfasst Ungehorsam sowohl einen passiven als auch einen aktiven Aspekt, die Hauptbetonung liegt jedoch auf dem aktiven, nämlich, dass Unrecht begangen wird, nicht, dass Gutes versäumt wird. Sünde ist nicht nur Zielverfehlung, sondern trifft das falsche Ziel.“ 13 Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG) fasst zusammen, dass in Israel die Sünden auf verschiedene Weisen verwertet werden, d.h. man unterscheidet bestimmte Grade von Sünde und beschreibt sie aus unterschiedlicher Blickrichtung 14 .
2.2. Im NT
Da nur Ryrie im Gegensatz zu RGG und Pöhlmann die einzelnen Begriffe für Sünde definiert, möchte ich dies nochmals in einer kurzen Wortstudie festhalten. RGG schreibt nur, dass für das westliche Christentum Sünde und Schuld so eng miteinander verbunden sind, dass jeder Versuch fehlt, Sünde und Schuld zu unterscheiden,
11 ebd. S. 245
12 ebd. S. 245
13 ebd. S. 245
14 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 480
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Quote paper:
Dipl.-Soz.Arb/Soz.Päd. (FH) Gerd Ruoß, 2003, Christliches Menschenbild in Bezug auf Sünde, Munich, GRIN Publishing GmbH
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