Inhalt
1. Biographie Werdegang Karriere 3
2. Forschung und Werk 4
3. Wirken in Politik und Öffentlichkeit 6
4. Bedeutung für die Geschichtswissenschaft 7
5. Liste der verwendeten Literatur 9
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1. Biographie, Werdegang, Karriere
Karl Emil Maximilian Weber wurde am 21. April 1864 als erstes von acht Kindern des Dr. iur. Max Weber und der Helene Weber, geb. Fallenstein, in Erfurt geboren. Die Familie Weber gehörte dem protestantischen Bildungsbürgertum an, aber unter ihren Vorfahren waren auch erfolgreiche Kaufleute und Fabrikanten. Webers Vater arbeitete nach seiner Promotion als Journalist und Verwaltungsangestellter in Berlin und als Stadtrat in Erfurt. Helene Weber, die Mutter, war Zeit ihres Lebens tief religiös und wurde in ihrem Glauben u.a. von den neo-calvinistischen Schriften zeitgenössischer amerikanischer Theologen beeinflusst, was auch Auswirkungen auf die Arbeiten ihres Sohnes haben sollte. 1869 kehrte die Familie Weber nach Berlin-Charlottenburg zurück, wo Max jun. nach dem Abschluss der Volksschule das humanistische Kaiserin-Augusta-Gymnasium besuchte, an dem er 1882 sein Abitur ablegte.
Noch im selben Jahr begann er in Heidelberg Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte zu studieren. Dieses Studium setzte er in Göttingen und Berlin fort, unterbrochen nur von einem einjährigen Aufenthalt in Straßburg, wo er als Freiwilliger seinen Wehrdienst ableistete, nebenbei aber Vorlesungen an der Straßburger Universität hörte, wo sein Onkel Hermann Baumgarten als Professor für Geschichte tätig war. Nach dreijähriger Arbeit an seiner juristischen Dissertation mit dem Titel Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter promovierte er 1889 in Berlin, wo er im Anschluss als Assessor am Kammergericht Berlin-Charlottenburg arbeitete. Mit einer Arbeit über Die römische Geschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht habilitierte er sich 1891 und begann im darauf folgenden Jahr, Vorlesungen an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin zu halten. In den Jahren 1891/92 arbeitete er an einer Studie des Vereins für Socialpolitik über die Lage der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland mit. Im Jahr seiner Heirat mit Marianne, geb. Schnitger, 1893, nahm Weber einen Ruf nach Freiburg an, wo er ab 1894 als Ordinarius für Nationalökonomie wirkte.
In der Folge hatte er Professuren für Handelsrecht in Berlin und Nationalökonomie in Freiburg inne, erlitt jedoch bald einen Nervenzusammenbruch und wurde 1899 auf unbestimmte Zeit beurlaubt. In den folgenden zehn Jahren unternahm Weber zahlreiche Reisen, u.a. nach Italien und in die USA, wo er wichtige Anregungen für seinen späteren Arbeiten zur Religionssoziologie erhielt. 1904 übernahm er die Redaktion der Zeitschrift „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“ und widmete sich in den folgenden Jahren ganz der Forschung: Weber publizierte bahnbrechende Arbeiten zur Religions- und Wirtschaftssoziologie sowie, während des Ersten Weltkrieges, zur
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deutschen Kriegspolitik, außerdem engagierte er sich in der 1909 von ihm mitbegründeten „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“. Nach fast zwanzigjähriger Unterbrechung seiner Lehrtätigkeit wurde Weber 1918 Professor für Soziologie in Wien und wechselte 1919 nach München, wo er am 14. Juni 1920 an den Folgen einer Lungenentzündung starb.
2. Forschung und Werk
Die Arbeiten Max Webers lassen sich, der Einteilung in KÄSLER 1995 folgend, grob in drei große Gruppen unterteilen. Zunächst wären seine Studien zur Agrar- und Wirtschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Antike und des Mittelalters zu nennen, die Weber größtenteils in der ersten Phase seines Schaffens bis zu seinem Zusammenbruch 1899 verfasste. Bereits in seiner Dissertation Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter von 1889, bearbeitete er den Themenkomplex der Entstehung und der Auswirkungen des modernen Kapitalismus, der ihn zeitlebens beschäftigen sollte. Weber untersuchte in dieser Arbeit die Ursprünge der 'Firma' als eigenständiges wirtschaftliches Subjekt unter zwei Gesichtspunkten: Zum einen als soziologische Entwicklung und Ergebnis der Loslösung der Betriebe von der Familiengemeinschaft, zum anderen bezüglich des Einflusses römischen bzw. germanischen Rechts auf die Handelsgesellschaften, wobei Weber zu dem Schluss kam, dass der starke Einfluss des – im Vergleich – weniger individualistischen germanischen Rechts die Entstehung der modernen Betriebe wesentlich gefördert habe. 1 Auffällig ist, dass Weber bereits in seiner – eigentlich juristischen – Dissertation ökonomisch-soziologische Fragestellungen aufwirft, die auch sein späteres Werk prägen sollten. Auch für weitere Arbeiten aus dieser Schaffensphase, so z.B. die Arbeit über Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur von 1889 und seine Habilitationsschrift Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht (1891) ist diese Synthese juristisch-ökonomisch-soziologischer Aspekte vor einem historischen Hintergrund kennzeichnend.
Einen zweiten großen Block in Webers Werk stellen seine Arbeiten zur Sozial- und Wirtschaftsverfassung des wilhelminischen Deutschland dar. Seine Mitarbeit an einer großangelegten Studie des Vereins für Socialpolitik über Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland (1890-1892) gilt als „ein entscheidender Schritt für die Entwicklung einer spezifischen Methodologie der empirischen Sozialwissenschaften in Deutschland“. 2 Anhand des ihm
vgl. KÄSLER 1995: 40. 1
2 KÄSLER 1995: 74.
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Arbeit zitieren:
Tobias Gabel, 2005, Max Weber. Leben, Werk, Wirkung., München, GRIN Verlag GmbH
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