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Inhalt:
1. Einführung ------------------------------------------------------------------------------------------ 2
2. Gesetzliche Grundlagen--------------------------------------------------------------------------- 3
3. Zertifizierungsverfahren -------------------------------------------------------------------------- 4
3.1. DIN EN ISO 9000 ff. ----------------------------------------------------------------------4
3.2. EFQM----------------------------------------------------------------------------------------5
3.3. KTQ ------------------------------------------------------------------------------------------6
3.4. Vergleich-------------------------------------------------------------------------------------6
4. Chancen durch Zertifizierungsverfahren------------------------------------------------------- 7
4.1. Zertifiziertes Qualitätsmanagement als Patientenschutz------------------------------7
4.2. Zertifiziertes QM zur Sicherung der innerbetrieblichen Effizienz ------------------7
4.3. Zertifizierung als Marketinginstrument -------------------------------------------------8
5. Risiken durch Zertif izierungsverfahren -------------------------------------------------------- 9
6. Literaturverzeichnis ------------------------------------------------------------------------------10
1. Einführung
In der vorliegenden Hausarbeit sollen die Grundzüge des Qualitätsmanagements (QM)
im stationären Bereich der medizinischen Versorgung in Deutschland erläutert werden.
Insbesondere werden die für den stationären Bereich relevanten Zertifizierungs-
verfahren mit deren Hauptzielen, Chancen und Risiken für die zu zertifizierende
Einrichtung behandelt. Unter Qualitätsmanagement versteht man laut der Definition
nach DIN EN ISO 9000 „aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Lenken und Leiten
einer Organisation, die darauf abzielen, die Qualität der produzierten Produkte oder der
angebotenen Dienstleistung zu verbessern“ Bezogen auf die speziellen Anforderungen
des Gesundheitswesen bedeutet der Begriff Qualität dabei „eine ausreichende und
zweckm äßige, d.h. patienten- und bedarfsgerechte, an der Lebensqualität orientierte,
fachlich qualifizierte, aber auch wirtschaftliche medizinische Versorgung mit dem Ziel,
die Wahrscheinlichkeit erwünschter Behandlungsergebnisse bei Individuen und in der
Gesamtbev ölkerung zu erhöhen.“ 1 Das Qualitätsmanagement sichert also das Erfüllen
der Kundeninteressen, wobei der Kunde hier sowohl durch den Patient, als auch andere
Stakeholder wie Ärzte, Kliniken, Krankenkassen etc repräsentiert wird
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Unter Zertifizierung des Qualitätsmanagements hingegen versteht man dabei „die Bestätigung durch einen Externen nach entsprechender Überprüfung, dass eine Einrichtung Qualitätsmanagement konform zu einer bestimmten Norm oder sonstigen Festlegung tatsächlich durchführt“ 2 . Die Zertifizierung lenkt somit das interne, nach individuellen Vorgaben ablaufende Qualitätsmanagement in einen standardi sierten, durch Dritte nachvollziehbaren Rahmen und garantiert nach außen, dass das Qualitätsmanagement in Bezug auf seine Effizient und Plausibilität bestimmte Normen erfällt. Erst hierdurch wird auch eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Einrichtungen im größeren Rahmen durch Dritte ermöglicht.
2. Gesetzliche Grundlagen
Bereits vor Inkrafttreten des Gesundheitsstrukturgesetzes fanden sich in SGB V in den §§135 - 139 spezielle Vorschriften zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen („Sicherung der Qualität der Leistungserbringung)². Neu durch das Gesundheitsstrukturgesetz eingeführt wurden dabei im §135a die Pflicht der Spitzenverbände der Kassen, der KBV und der betroffenen Bundesverbände der Leistungserbringer, gemeinsam Verfahren zur Qualitätssi cherung für Vorsorge- und Reha-Maßnahmen zu bestimmen und die Pflicht der Leistungserbringer, sich an diesen Maßnahmen zu beteiligen. §135a SGB V Abs.2 verpflichtet "Vertragsärzte, zugelassene Krankenhäuser sowie Erbringer von Vorsorgeleistungen oder Rehabilitationsmaßnahmen ..., sich an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen, die insbesondere zum Ziel haben, die Ergebnisqualität zu verbessern" sowie „einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln.“ Ferner regelt der §137 Abs.1 SGB V analog die Qualitätssicherung in den zugelassenen Krankenhäusern. Hiermit ist also zwar vorgeschrieben, ein Qualitätsmanagement zu betreiben, es wird aber keine genauere Definition vorgenommen, auf welche Weise dies im Einzelnen zu geschehen hat beziehungsweise ob und durch welche Organisation die Zertifizierung zu erfolgen hat. Damit eröffnet sich ein Markt für diverse Organisationen, die mit unterschiedlichen Zertifizierungsverfahren um die Leistungserbringer im Gesundheitswesen konkurrieren und ihr jeweiliges System in diesem Markt etablieren möchten. Die drei wichtigsten Zertifizierungsverfahren für den stationären Bereich werden im Folgenden dargestellt.
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3. Zertifizierungsverfahren
3.1. DIN EN ISO 9000 ff.
Die DIN EN ISO 9000-Reihe bildet ein System von Qualitätsnormen, die nicht spezifisch für den medizinischen Bereich, sondern im Ursprung für industrielle Bereiche konzipiert wurden. Sie hat sich im Laufe der letzten Jahre zum internationalen Quasi-Standard für Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagement-Systeme entwickelt. Neben der Branchenunabhängigkeit ist eben diese internationale Marktdurchdringung und der damit verbundene Bekanntheitsgrad der Zertifizierung entscheidende Argumente für die Entscheidung zu diesem Verfahren.
Das bestehende QM-System des zu zertifizierenden Betriebes wird in ein in der Norm festgeschriebenes, strukturiertes Schema eingeordnet und in regelmäßigen Abständen von einer berechtigten externen Zertifizierungsstelle in einem Audit überprüft. Sogenannte Auditoren besuchen dabei die zu zertifizierende Klinik und bewerten das dortige interne Qualitätsmanagementsystem auf die Übereinstimmung mit der angestrebten Zertifizierungsnorm, auf die Umsetzung der Anforderungen, die der Betrieb im Rahmen des praktizierten Qualitätsmanagements an sich selbst formuliert, sowie insbesondere im Gesundheitswesen die Einhaltung der gesetzlichen bzw. von den Krankenkassen formulierten Normen, sofern diese in der ISO-Norm berücksichtigt werden. Die Zertifizierungsauditoren sollen i.d.R. Branchenkenner sein, können also das Managementsystem auch im Blick auf branchenspezifische Besonderheiten und Risiken hin bewerten. Diese Branchenkenntnis der Auditoren heißt auch "scope" und bildet eine Voraussetzung für deren Zulassung als Zertifizierungsauditoren. Das Zertifizierungsaudit bewertet lediglich die Qualitätsfähigkeit eines Unternehmens. Die Qualitätsfähigkeit macht dabei keine Aussage zur Qualität bestimmter Produkte oder Dienstleistungen, sondern sie bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, im Rahmen der durch das Qualitätsmanagement gelenkten Geschäftsprozesse Qualität zu realisieren 3 . Das Verfahren nimmt also keine direkte Beurteilung der medizinischen Qualität vor, sondern beruht auf der Annahme, dass eine kontinuierlichen Qualitätssicherung mit der Optimierung von Strukturen und Prozessen einhergeht.
Arbeit zitieren:
Dr.med. Tim Guderjahn, 2006, Qualitätsmanagement in Krankenhäusern - Hauptziele, Chancen und Risiken verschiedener Zertifizierungsverfahren, München, GRIN Verlag GmbH
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