Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. Seite 3
2. Das Telefon etabliert sich als neues Kommunikationsmittel. Seite 6
3. Soziale Veränderungen durch das Telefonieren. Seite 11
4. Das „Fräulein vom Amt“, ein neuer Beruf entsteht. Seite 15
5. Schluss. Seite 18
6. Literaturverzeichnis. Seite 19
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1. Einleitung
Das neunzehnte Jahrhundert war das Zeitalter von Dampf und Eisen. Dampf wurde zur wichtigsten Energiequelle und auch Eisen wurde immer wichtiger, um Maschinen zu bauen und Stahl herzustellen. Elektrizität kam nach einiger Zeit hinzu. Sie wurde durch mit Kohlefeuer angetriebene Dampfturbinen gewonnen. Elektrizität wurde schon seit dem achtzehnten Jahrhundert erforscht, wurde aber erst im neunzehnten Jahrhundert nutzbar. Ab 1901 war die Ausbreitung von Elektrizität deutlich in Beleuchtung, Transport und Fabriken zu bemerken. Im 20. Jahrhundert wurden die Städte durch Elektrizität transformiert. Die Dunkelheit wurde von den Straßen verbannt und neue Möglichkeiten zur Zeiteinteilung taten sich auf. Mit der Einführung von elektrischen Bahnen änderte sich auch die Stadtgeographie. Straßenbahnen und U-Bahnen kamen zum Einsatz und Menschen konnten nun weiter entfernt von ihren Arbeitsplätzen leben. Elektrizität führte auch zu neuen Kommunikationsmitteln. Samuel Morse hatte die Idee, dass ein elektrischer Impuls durch einen Draht gesendet als Signal behandelt werden kann. 1 Das Zeitalter der Telegramme begann. Bis 1914 waren Telegraphen so weit verbreitet, dass es nur wenige Orte weltweit gab, an denen sie nicht vorhanden waren. Diplomatie, Journalismus und das Wirtschaftsleben wurden durch diese Erfindung grundlegend verändert. 2 Die Telegrafie sollte auch dazu dienen abgelegenere, ländliche Gebiete besser sozial und wirtschaftlich in die Gesellschaft zu integrieren und mit den Städten zu verbinden. Das neunzehnte Jahrhundert war eine Zeit der fortschreitenden Urbanisierung und die soziale Struktur veränderte sich
1 Roberts, J. M.: The Premium History of the 20th Century. Penguin Books, London 2000. Page 123.
2 Roberts, J. M.: The Premium History of the 20th Century. Page 130.
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zunehmend. Eine Verbesserung des Nachrichtenverkehrs konnte dem Rechnung tragen. 3
1876 patentierte Alexander Graham Bell das Telefon nur zwei Stunden vor Elisha Gray. Dabei handelt es sich um ein Gerät, dass Schallwellen in elektrische Wellen umwandeln kann und umgekehrt. 4 In Deutschland hatte sich der Physiklehrer Phillip Reis an einem ähnlichen Gerät versucht, wobei er weniger das Ziel verfolgte ein neues Kommunikationsmittel zu erfinden, sondern den physiologischen Hörvorgang zu veranschaulichen. 5 Die frühe Geschichte des Telefons spielte sich fast nur in Amerika ab. Ab 1914 war Bells Telefon die Neuheit in allen größeren Städten in Europa, obwohl es noch recht mühsam war es zu benutzen. 6
Zunächst war das Telefon nur über kurze Distanzen nutzbar, das heißt nur innerhalb von Städten, aber nicht zwischen Städten. Anfangs wuchs Telekommunikation zwischen Städten nur langsam, aber durch technische Verbesserungen nach 1900 dann rasant. Erst ab 1920 war es möglich von Amerika aus in andere Länder zu telefonieren 7 und auch innereuropäische Telekommunikation verbesserte sich und weitete sich aus. Technisch ausgereift waren diese Verbindungen erst ab 1950 und wirklich bezahlbar wurden sie erst ab 1960. 8
3 Thomas, Frank: Telefonieren in Deutschland: Organisatorische, technische und räumliche Entwicklung eines großtechnischen Systems. Campus Verlag, Frankfurt am Main und New York 1995. Seite 59f.
4 Thomas, Frank: Telefonieren in Deutschland: Organisatorische, technische und räumliche Entwicklung eines großtechnischen Systems. Seite 60.
5 Beck, Klaus: Telefongeschichte als Sozialgeschichte: die soziale und kulturelle Aneignung des Telefons im Alltag. In: Forschungsgruppe Telefonkommunikation (Hrsg.): Telefon und Gesellschaft: Beiträge zu einer Soziologie der Telefonkommunikation. Spiess, Berlin 1989. Seite 60.
6 Roberts, J. M.: The Premium History of the 20th Century. Page 130.
7 Hugill, Peter J.: Global Communications since 1844: Geopolitics and Technology. John Hopkins University Press, Baltimore and London 1999. Page 53.
8 Hugill, Peter J.: Global Communications since 1844: Geopolitics and Technology. Page 76.
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Das erste Kapitel dieser Seminararbeit beschäftigt sich damit, wie sich das Telefon seit seiner Erfindung als Kommunikationsmittel etabliert hat. Der Schwerpunkt hierbei liegt auf Deutschland, aber auch andere Länder, besonders die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen das Telefon schließlich erfunden wurde, werden zum Vergleich herangezogen.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich damit welche sozialen Veränderungen der Gebrauch des Telefons nach sich gezogen hat. Wie wurde mit dem neuen Kommunikationsmittel umgegangen? Welche Schwierigkeiten traten dabei auf?
Im dritten Kapitel wird auf den wohl zunächst wichtigsten neuen Beruf, der durch das Telefon entstand eingegangen, dem der Vermittlerin. Ein Phänomen dieser Entwicklung ist, dass ein reiner Frauenberuf entstanden ist. Darauf folgt die Zusammenfassung der Ergebnisse.
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2. Das Telefon etabliert sich als neues Kommunikationsmittel
1877 wurde man in Berlin erstmals auf Alexander Graham Bells neue Erfindung aufmerksam. 9 Bell hatte, nachdem seine Erfindung endlich technisch ausgereift war, damit begonnen seine Erfindung zu bewerben und stellte sie unter anderem 1877 in London vor. 10 Der Reichsgeneralpostmeister Heinrich von Stephan erhielt kurz darauf vom Chef des Londoner Telegrafenamtes einige Telefonapparate und ließ eine erste Leitung zwischen der Generalpost und dem
Generaltelegrafenamt in Berlin legen. 11 Stephan war von dem neuen Gerät sehr beeindruckt und führte es einige Tage später Otto von Bismarck und dem Kaiser vor. Dennoch beschloss man, dass die Telegrafie gegenüber dem Telefon, dass zu der Zeit nur für eine Reichweite von 60 Kilometern einsetzbar war, noch überlegen war. Daher wollte man das Telefon zunächst nur zur Ausweitung des Telegrafennetzes benutzen. Besonders in ländlichen Gebieten, in denen hauptsächlich kleine Kaufleute und Lehrer die Postagenturen betrieben, versprach man sich dadurch eine Kosteneinsparung, weil nun die teure Ausbildung zur Handhabung Morseapparate wegfallen konnte. 12
Das Telefon, oder Fernsprecher, wie es nach Stephan genannt werden sollte, etabliert sich zunächst, abgesehen von seinem Einsatz in der Telegrafie, hauptsächlich als innerbetriebliches
Kommunikationsmittel und Fachpersonal war zunächst noch nicht erforderlich. Werner Siemens meldete 1877 ein deutsches Patent auf
9 Baummann, Margret: Eine kurze Geschichte des Telefonierens. In: Baummann, Margret und Gold, Helmut (Hrsg.): Mensch, Telefon: Aspekte telefonischer Kommunikation. Körperschaft: Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Edition Braus, Heidelberg 2000. Seite 21.
10 Thomas, Frank: Telefonieren in Deutschland, Organisatorische, technische und räumliche Entwicklung eines großtechnischen Systems. Seite 61.
11 Baummann, Margret: Eine kurze Geschichte des Telefonierens. Seite 21.
12 Thomas, Frank: Telefonieren in Deutschland: Organisatorische, technische und räumliche Entwicklung eines großtechnischen Systems. Seite 66.
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Arbeit zitieren:
Ylva Fangerau, 2006, Vernetzung und Beschleunigung des Lebens in der Moderne , München, GRIN Verlag GmbH
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