Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herrschende Zustände - die Kommunen
3. Der Konflikt mit Mailand
3.1 Der Lombardenbund
4. Schlussbemerkung
Quellen - und Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Sehr bald nach dem Regierungsantritt Friedrich Barbarossas rückte Italien in das Zentrum seiner Politik und dieses Interesse blieb, mal stärker, mal schwächer, seine gesamte Regierungszeit hindurch bestehen. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang sah sich Friedrich I. mit der kommunalen Welt Oberitaliens konfrontiert.
Die Italienpolitik des Kaisers war im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen beschäftigte ihn das wechselhafte Verhältnis zu den römischen Päpsten, und somit ein beständiges Ringen um Macht und Einfluss auf die christlichen Untertanen. Andererseits hatte er mit der erstarkenden städtischen Bewegung vor allem in Oberitalien zu kämpfen. Die reichen oberitalienischen Städte, allen voran die Metropole Mailand, versuchten sich der Reichsgewalt immer mehr zu entziehen und eine unabhängige Stellung zu erringen. Die Geschichte der Italienzüge Barbarossas ist deshalb einerseits von Kriegen und Belagerungen, andererseits von großen Ausgleichsverhandlungen und Vertragsschlüssen geprägt. Fast alle dieser politischen und militärischen Anstrengungen galten dem Ziel, die Herrschaft des deutschen Königs und Kaisers in Italien sowie die Verfügungsgewalt über die italienischen Finanzquellen wiederherzustellen und zu intensivieren. 1 Im Folgenden soll zunächst in kurzer Form auf die bestehenden Verhältnisse in Politik und Verwaltung in Oberitalien eingegangen werden. Darauf folgt eine ausführliche Schilderung des Verhältnisses zwischen Friedrich I. und den oberitalischen Kommunen mit speziellem Schwerpunkt auf der lombardischen Metropole Mailand.
1 Vgl. Schmale, Franz-Josef (Hrsg.): Italische Quellen über die Taten Kaiser Friedrichs I. in Italien und der Brief über den Kreuzzug Kaiser Friedrichs I., ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, 17a, Darmstadt 1986, S.1.
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2. Herrschende Zustände - die Kommunen
Zur Zeit Friedrichs I. lag die Macht in den oberitalischen Städten lag in den Händen der Konsuln. Das Konsulat war zum Kennzeichen der politisch eigenständigen Gemeinden geworden, „den Kommunen“, in denen die Städte Oberitaliens organisiert waren.
Die „Kommune“ war aus einer Entwicklung hervorgegangen, die bereits in der fränkischen Zeit ihren Anfang genommen hatte. Durch das Zurückweichen der fränkischen Grafen auf das Land wurde schon damals die Bischofskirche zu einem „Ansatzpunkt für die Ausbildung einer städtischen Verfassung“ 2 in der sowohl dem Bischof als auch dem „städtischen Immunitätsbezirk um den Bischof“ 3 eine bedeutende Stellung zukam.
Der entscheidende Auslöser für die Ausbildung der städtischen Kommune in dem Zustand, wie sie zur Zeit Barbarossas bestand, war jedoch der Investiturstreit. Die Bedeutung der Bischöfe in Italiens Städten war erheblich höher als in den Städten des Reiches. Die nun aufkommenden Doppelwahlen waren deshalb hier besonders folgenreich und es kam zu stärkeren sozialen und politischen Unruhen 4 . In diesem Machtvakuum, das vor allem hinsichtlich der Gerichtsbarkeit entstand, kam es vor allem im religiös-sozialen Bereich zum Umbruch 5 und überdies zu einer Einigung der verschiedenen Schichten in den Kommunen. Das prägende Element der Eidgenossenschaft konnte zu einer der Grundlagen der kommunalen Verfassung werden. 6 Mit dem Aufbau dieser autonomen kommunalen Verfassung wurde die feudale Struktur der bisherigen Staats- und Gesellschaftsordnung auf breiter Front durchstoßen. 7
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Die Schwurgemeinschaften besaßen keinen der Adelspyramide vergleichbaren Aufbau, sondern basierten auf Gleichberechtigung und waren durch eine diagonale Struktur gekennzeichnet, in der sich vielfältige Aufstiegschancen boten.
Im Zuge dieser Entwicklung und der Abwesenheit der Herrscher haben sich die Städte, so Otto von Freising, daran gewöhnt, nicht zu gehorchen. 8
2 Dilcher, Gerhard: Die Entstehung der lombardischen Stadtkommune. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung (Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte Bd.7), Aalen 1967, S.181
3 Ebd. S.181
4 Fasoli, Gina: Friedrich Barbarossa und die lombardischen Städte, in: Wolf, Gunther (Hg.): Friedrich Barbarossa (Wege der Forschung Bd.390) Darmstadt 1975, S.154
5 Dilcher, Stadtkommune, S.187
6 Vgl. Dilcher, Stadtkommune, S.190 sowie Fasoli, Lombardische Städte, S.155f.
7 Vgl. Appelt, Heinrich: Friedrich Barbarossa und die italienischen Kommunen, in: Wolf, Gunther (Hg.): Friedrich Barbarossa (Wege der Forschung Bd.390) Darmstadt 1975, S.87
8 Gesta Frederici II, 14: “legibus non obsecuntur”
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Arbeit zitieren:
Nina Valuta, 2005, Friedrich I. Barbarossa und die oberitalischen Städte - Brennpunkt Mailand, München, GRIN Verlag GmbH
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