Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definitionen und Bergriffserklärungen
2.1. Gruppe 2
2.2. Interessenverbände 2
2.3. Öffentliche bzw. kollektive Güter 3
3. Die traditionelle Theorie der Gruppe und ihre Kritik 3
4. Olsons Gruppentheorie 4
4.1. Die Bedeutung der Gruppengröße 4
4.2. Zwangsmitgliedschaft und die Theorie vom Nebenprodukt
und den Sonderinteressen 6
4.2.1. Zwangsmitgliedschaft 6
4.2.2. Die Theorie von Nebenprodukt 7
4.2.3. Die Theorie der Sonderinteressen 8
5. Beispiel Schweden 8
5.1. Das Gewerkschaftswesen 8
6. Fazit 10
Literaturverzeichnis 11
II
1. Einleitung
Als ein Teil der Organisationssoziologie versucht diese menschliches Handeln zu erklären und zu analysieren. Zu diesem Themenbereich wurden, nicht nur in der Soziologie, mehrere Modelle ausgearbeitet. Einem dieser Modelle steht der wirtschaftlich handelnde und denkende Mensch, der homo oeconomicus, zu Grunde. In diesem Modell ist der Mensch stets bemüht seinen eigenen Nutzen zu maximieren und seine Kosten zu minimieren. Mit anderem Worten steht die Maximierung des Nettonutzens im Vordergrund. Dieses Modell wird in den Sozialwissenschaft als die Rational - Choice - Theorie bezeichnet. Innerhalb der Theorie gibt es zwei Ebenen um menschliches Handeln zu erklären. Zum einen die Mikro- oder auch Individualebene und zum anderen die Makro- bzw. Gesellschaftsebene. Auf der Mikroebene werden die einzelnen Individuen in ihren Interaktionen analysiert und bewertet, während sich die Makroebene mit den aggregierten Handlungen der Individuen beschäftigt. Sie untersucht also mit anderen Worten kollektives Handeln. Ein wichtiger Beitrag der Rational - Choice - Theorie ist es ein auf der Makroebene wahrgenommenes Phänomen zu erklären, indem man sich die Handlungen auf der Mikroebene anschaut und diese als Aggregation auf die Makroebene anwendet. Ein Vertreter dieser Theorie ist der amerikanische Nationalökonom Mancur Olson, der in seinem 1968 erschienen Buch „Die Logik des kollektiven Handelns“ die Dynamik von Gruppen untersucht sowie die Entstehung von Interessenverbänden erläutert. Seine Theorie steht in einem starken Widerspruch zur klassischen Gruppentheorie, die seiner Meinung nach empirisch nicht nachweisbar ist. Seine Hauptthese lautet: Je größer eine Gruppe wird, desto geringer ist die Durchsetzungskraft ihrer Interessen. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit Olsons Gruppentheorie. Zunächst werde ich einige Begriffe kurz erläutern und die traditionelle Theorie sowie Olsons Kritik daran vorstellen. Der Hauptteil beschäftigt sich mit Olsons Ausführungen zu diesem Thema. Dabei werde ich intensiv auf sein Buch „Die Logik des kollektiven Handelns“ eingehen und die wichtigsten Punkte aufzeigen. In einem daran anschließenden Kapitel werde ich Olsons Erkenntnisse im Bezug auf die Zwangsmitgliedschaft in Gewerkschaften anwenden. Als Beispiel werde ich Schweden heranziehen um eine Kritik an Olsons Modell aufzuzeigen.
1
2. Definitionen und Begriffserklärungen 2.1 Gruppe
Der Begriff Gruppe wird in den Sozialwissenschaften sehr vielseitig verwendet. Meistens bezeichnet er eine Masse bzw. eine abgrenzbare Anzahl von Personen, die besondere soziale Beziehungen untereinander pflegen und dadurch abgrenzbar zu Außenstehenden werden. Jede Gruppe zeichnet sich durch eine mehr oder weniger ausgeprägte soziale Struktur aus und die Beziehungen der Gruppenmitglieder überdauern einen längeren Zeitrahmen und sind meist relativ regelmäßig. Es wird zwischen Primär- und Sekundärgruppe unterschieden. Erstere bezeichnet enge, persönliche Beziehungen, z.B. Familien oder Freundschaften, während sich die Sekundärgruppe auf Beziehungen bezieht, die sich für ein bestimmtes Ziel zusammengefunden haben. Dies ist besonders in Organisationen der Fall. Mancur Olsons geht in seinem Buch daher zunächst von Organisationen aus, „da die meisten Handlungen von oder für Gruppen von Individuen durch Organisationen vorgenommen werden“ (Olson 1968: 4). Ausgangspunkt jeder Organisation ist ihr Zweck. Je nach Größe und Ausrichtung der Organisationen können die Zwecke sehr vielfältig sein. Ein Zweck ist jedoch für alle Organisationen charakteristisch: „die Förderung der Interessen ihrer Mitglieder“ (Olson 1968: 4). Beispielsweise erwartet man von Gewerkschaften, dass sie sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen, für höhere Löhne und mehr Sicherheit. Diese Interessen, die von der Mehrheit der Mitglieder vertreten werden, bezeichnet man als gemeinsame Interessen. Neben diesen gemeinsamen Interessen vertritt jedes einzelne Mitglied einer Organisation auch individuelle Interessen, z.B. ein höheres persönliches Einkommen. Olson definiert eine Gruppe in Anlehnung an diese Vorstellung als eine Anzahl von Personen mit einem gemeinsamen Interesse. 2.2 Interessenverbände
Wie schon beschrieben wählt Olson als Ausgangspunkt seiner Theorie die Organisation als Grundelement zur Beschreibung kollektiven Handelns. Interessenverbände sind Zusammenschlüsse von Personen, die gemeinsame Interessen vertreten. Dazu zählen die schon erwähnten Gewerkschaften, aber auch Parteien, Verbände oder Kammern. Sie alle zeichnen sich nicht nur durch einen Zweck als Organisation aus, sondern auch durch ihren hierarchischen Aufbau.
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Arbeit zitieren:
Sonja Stallmann, 2004, Mancur Olson: Eine Einführung in die Logik kollektiven Handelns mit einem Verweis auf Schweden als Beispiel eines Gewerkschaftswesens ohne Zwangsmitgliedschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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