Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 1
2. Die Vertragstheorien von Thomas Hobbes und John Locke 2
2.1. Grundlagen der politischen Philosophie von Hobbes 2
2.2. Grundlagen der politischen Philosophie von Locke 3
3. Der Gesellschaftsvertrag 4
3.1. Der Vertragsabschluss im Vergleich von Hobbes und Locke 5
3.1.1. Der Vertragsinhalt: totalitärer und liberaler Staat 5
3.1.2. Gründe für die Verschiedenheit: der Naturzustand 8
3.2. Wirkung und Relevanz der Theoretiker 9
4. Schlussbemerkung 10
Literaturhinweise 12
II
1. Einleitung
Betrachtet man die politische Philosophie der Neuzeit, so erkennt man eine neue Richtung des Denkens, die sich deutlich von den Vorstellungen des Altertums und des Mittelalters abhebt. Die Ergebnisse ergeben sich aus einem revolutionären Denkprozess an dem Thomas Hobbes und John Locke maßgeblich beteiligt waren, indem sie das scholastische Weltbild des Mittelalters überwunden. Dieses zeichnete sich vor allem durch eine hierarchische Weltordnung aus, in die der Mensch hineingeboren wurde und dort einen ihm zugewiesenen Platz einnahm. Diese gesellschaftliche Ordnung beruhte auf eine von Gott gegebene Gliederung. Dadurch konnte der absolutistische Staat als Gottesgnadentum begründet werden. Thomas Hobbes und John Locke lebten im 17. Jahrhundert und wurden daher von dem gleichen historischen Hintergrund beeinflusst. Dazu gehörten die Bürger- und Revolutionskriege in England und Frankreich auf der einen Seite sowie Bildung und Alphabetisierung und die frühmoderne Wissenschaft und das Zeitalter der Aufklärung auf der anderen Seite. Beide Staatsphilosophen rücken das Individuum mit seinen natürlichen Rechten in den Mittelpunkt und beschreiben eine eigenständige Gestaltung der vorherrschenden politischen Verhältnisse. Dies führte zu einem neuen Legitimationsanspruch von politischer Macht. In ihren Theorien basieren der Staat sowie die Gesellschaft auf natürlichen Individualrechten, wodurch eine Staatsgründung durch freie Willensübereinstimmung ermöglicht wird. Die Grundelemente beider Philosophen sind daher ein Naturzustand und ein darauf basierender Vertragsabschluss.
Obwohl beide Staatsphilosophen die gleichen Ausgangspunkte setzen kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen wie der Staat letztendlich konstruiert wird. Diese Unterschiede herauszuarbeiten ist Aufgabe dieser Arbeit. Dabei werde ich zunächst einen kurzen Abriss über Hobbes „Leviathan“ (1651) und Lockes „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ (1690) geben. Dabei werde ich kurz das Menschenbild und den Naturzustand erläutern, die Staatsgründung erklären und auf die bevorzugten Staatsformen verweisen. Dies wird im „Leviathan“ in den Kapiteln „Vom Menschen“ und „Vom Staat“ behandelt und bei Locke in der zweiten Abhandlung über die Regierung. Im Hauptteil werde ich den
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Schwerpunkt auf die Vertragsabschlüsse legen und der Frage nachgehen worin sich die Gedankenmodelle unterscheiden. Als zweiten Punkt werde ich untersuchen wieso die Autoren den Vertragsabschluss mit unterschiedlichen Inhalten füllen. In einem dritten Schritt werde ich die Wirkung und die Relevanz der Autoren bewerten.
2. Die Vertragstheorien von Thomas Hobbes und John Locke
2.1 Grundlagen der politischen Philosophie von Hobbes
Thomas Hobbes wurde am 5. April 1588 bei Malmesbury als Sohn eines Geistlichen geboren. Nach dem Studium der Logik und der Physik nach scholastischen Vorgaben unternahm er mehrere Europareisen. Bis 1646 war er bei verschiedenen Privatleuten angestellt, dann wurde er zum Mathematiklehrer des Prince of Wales des englischen Könighofes in Paris ernannt, wohin er sechs Jahre zuvor geflohen war. 1952 kehrte er nach England zurück und veröffentlichte „De Corpore“ und „De Homine“. 1666 erhielt er auf Grund einer Anklage wegen Atheismus und Häresie keine weitere Druckerlaubnis. Am 3. Dezember 1679 starb er auf dem Landsitz der Cavendishes. Drei Jahre nach seinem Tod wurden seine beiden Hauptwerke öffentlich verbrannt.
Beeinflusst von den historischen Geschehnissen seiner Zeit, z.B. dem Bürgerkrieg, den Cromwell (1599-1658) mit der Parlamentspartei gegen den Stuartkönig Karl 1. führte und der Bedrohung des Friedens, ging Hobbes der Frage nach wie die Struktur einer Gesellschaft geschaffen sein müsste um einen totalen Kriegszustand zu verhindern. Sein negatives Menschenbild, das als Grundlage seiner politischen Theorie angesehen werden kann, ist maßgeblich durch die politischen Gegebenheiten seiner Epoche geprägt worden. Ausgangspunkt seiner Theorie ist ein Naturzustand, indem sich die Menschen in einem Krieg „und zwar in einem Krieg eines jeden gegen jeden“(Hobbes 1966:96) befinden. Nach seinen Vorstellungen ist der Mensch von Natur aus egoistisch und nur auf seinen Vorteil bedacht. In einem solchen Zustand hat „jedermann ein Recht auf alles, selbst auf den Körper eines anderen“ (Hobbes 1966: 99). Ausgehend von dieser Vorstellung kommt er zur der Lösung, dass nur ein Gesellschaftsvertrag bei dem die
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Untergebenen ihre Rechte an eine übergeordnete Instanz abgeben, den ersehnten Frieden stiften kann.
Hobbes ist „Verteidiger einer absolutistischen Staatskonzeption“ (Chwaszcza 2001: 217) wobei er betont, dass er einen einzelnen Menschen als Herrscher einer Gruppe vorzieht. Somit ist er Verfechter der absolutistischen Monarchie wie sie in Frankreich Anwendung fand. 2.2 Grundlagen der politischen Philosophie von Locke John Locke wurde am 29. August 1632 als Sohn eines Anwalts in Südengland geboren. 1952 begann er sein Studium, wie auch Hobbes, in Oxford. Allerdings studierte er im Gegensatz zu diesem empirische und naturwissenschaftliche Fächer. Ab 1667 arbeitete er als Sekretär und Arzt am brandenburgischen Hof in Kleve. Da sein Arbeitgeber 1681 fliehen musste, emigriert Locke ebenfalls nach Holland. Nach der „Glorreichen Revolution“ (1688) kehrt er nach England zurück. Es folgten mehrere Veröffentlichungen bis er am 28. Oktober 1704 starb. Wie auch Hobbes stand Locke unter den Wirren des Bürgerkrieges. Er war der Ansicht, dass sich England nur unter einer starken Regierung wieder erholen könnte. Zu Beginn seiner Überlegungen stand er Hobbes durchaus aufgeschlossen gegenüber und teilte zunächst dessen Ansichten. Durch seine langjährige Anstellung bei Lord Ashley, der mit der Whig-Politik (Opposition zum Könighaus der Stuarts) sympathisierte, wurde Locke zu einem Anhänger der Toleranz, was er in seinem „Toleranzbrief“ (1689) bekundete. Sein Menschenbild fällt wesentlich optimistischer aus als das von Hobbes. Er sieht die Menschen als gleichberechtigte Personen, die sich mit Respekt gegenüberstehen. Den Naturzustand beschreibt er wie folgt: ,,Es ist ein Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Natur ihre Handlungen zu regeln und über ihren Besitz und ihre Persönlichkeit so zu verfügen, wie es ihnen am besten scheint, ohne dabei jemanden um Erlaubnis zu bitten oder vom Willen eines anderen abhängig zu sein" (Locke 1967: 201). Da die Menschen allerdings dazu neigen für sich Partei zu beziehen kann es zu feindlichen Auseinandersetzungen kommen, so dass ein friedliches Zusammenleben nicht mehr gewährleistet ist. Um
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Arbeit zitieren:
Sonja Stallmann, 2004, Die methodischen Grundlagen der politischen Philosphie von Thomas Hobbes und John Locke - ein Vergleich der Vetragsabschlüsse, München, GRIN Verlag GmbH
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