Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Grundlagen der Rational-Choice-Theorie 3
2.1. Individuelles Handeln 4
2.2. Nutzenmaximierung 4
2.3. Präferenzen 5
2.4. Methodologischer Individualismus 6
3. Die ökonomische Theorie der Demokratie 8
3.1. Die Wähler 9
3.2. Die politischen Parteien 10
3.3. Die Wahlen 11
3.4. Die Paradoxie des Nichtwählens 13
3.4.1. Downs Lösungsansätze 13
3.4.2. Anderweitige Lösungsansätze 14
4. Schlussbemerkung 15
Literatur
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Modell des methodologischen IndividualismusFehler Textmarke nicht
definiert.
Abbildung 2: Wählerverteilung bei normalverteilter Dichtefunktion 10
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1. Einleitung
Wie wird gewählt? Woran orientieren sich die Wähler? Worauf stellen sich die Parteien ein? Was führt letztendlich zur Wahlentscheidung? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten wurde eine Vielzahl von Erklärungsmodellen entwickelt, die in den Sozialwissenschaften angewandt und heftig diskutiert werden. Neben anderen Erklärungsansätzen bildet die Rational - Choice - Theorie 1 eine Möglichkeit das Handeln von Individuen zu erklären. Anthony Downs hat in seinem 1957 erschienenen Werk „An Economic Theory of Democracy“ diesen Theorieansatz als Basis gewählt um das Wahlverhalten zu erklären. Neben Downs Modell trug auch Philipp Herder-Dornreich (1959) entscheidend zur Entwicklung der Modelle in den Sozialwissenschaften bei (vgl. Franke 1994: 54). Der Grundgedanke jedoch stammt von Harald Hotteling, der 1929 zum ersten Mal einen Vergleich zwischen dem Wettbewerb in der Marktwirtschaft um Kunden und dem Wettbewerb der Parteien um Wähler zog. 1942 griff Joseph Schumpeter diese Idee in seinem Werk „Capitalism, Socialism and Democracy“ nochmals auf (vgl. Green/Shapiro 1994: 1). Darauf folgten dann weitere RC Ansätze, unter anderem der von Anthony Downs.
In meiner Arbeit werde ich einen Überblick über die von Downs entwickelte Theorie geben und die wichtigsten Punkte erläutern. Um diese besser nachvollziehen zu können, werde ich in Abschnitt 2 auf die Grundzüge der RC Theorie eingehen. Dabei erläutere ich die Begriffe des individuellen Handelns, der Nutzenmaximierung und der Präferenz sowie die Bedeutung des methodologischen Individualismus. In Abschnitt 3 werde ich auf Downs Grundelemente eingehen und die Rolle der politischen Einheilten Wahl, Wähler und Parteien skizzieren. Im Anschluss werde ich Downs Lösungsansatz aufzeigen, die Paradoxie des Nichtwählens zu erklären und auf weitere Lösungen verweisen. Im Vordergrund steht die Frage, warum politischen Akteure zur Wahl gehen. Im Hinblick auf die RC Theorie ist von zentraler Bedeutung warum ein Individuum, das bestrebt ist seinen Nutzen zu maximieren, trotz aller Gegensprüche dennoch zur Wahlurne schreitet.
1 Im Folgenden wird Rational-Choice meistens mit RC abgekürzt.
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2. Grundlagen der Rational-Choice-Theorie
Die Grundelemente des RC Ansatzes sind der Ökonomie entnommen. Diese wurden auf vielfältige Weise auch in der Politikwissenschaft und der Soziologie angewandt. Zu nennen sind hierbei Pioniere wie „Mancur Olson (1968), Gary S. Becker (1982), John C. Harsanyi (1976), James S. Coleman (1991), Raymond Boudon (1977) und Robert Axelrod (1987)“ (Diekmann/Voss 2004: 13). In den Sozialwissenschaften wird der RC Ansatz besonders im Zusammenhang mit kollektiven Handeln und sozialen Dilemmata verwendet. Daraus haben sich mehrere Richtungen entwickelt, die zwar alle den RC Ansatz beinhalten, darüber hinaus aber differenziert werden müssen. Die bekanntesten Entwicklungen sind die SEU - Theorie und die Spieltheorie. Erstere wurde von Savage (1954) begründet und ist vordergründig eine Entscheidungstheorie, die durch genaue axiomatische Messungen eine Rangfolge der Präferenzen erreichen möchte. Dies geschieht, indem die Akteure ihre möglichen Handlungsalternativen hinsichtlich ihrer Ziele untersuchen. Dazu werden die Erwartungen mit den Bewertungen dieser Ziele kombiniert und dann verglichen (vgl. Esser 1991: 238ff.). Demgegenüber versucht die Spieltheorie durch unterschiedliche Spielvarianten die sozialen Dilemmata aufzulösen.
Trotz der unterschiedlichen Weiterentwicklungen lässt sich ein Kern ausmachen, den alle RC Theorien gemeinsam haben. Diese Grundannahmen werde ich im folgenden Abschnitt weiter erläutern. Grundlegend lassen sich drei Annahmen finden: (1) soziale Situationen können auf individuelle Handlungen zurückgeführt werden (methodologischer Individualismus); (2) diesen individuellen Handlungen liegen rationale Entscheidungen zu Grunde; und (3) es gibt immer mehrere Entscheidungsmöglichkeiten - die Präferenz erhält die Entscheidung, welche dem Individuum den meisten Nutzen bringt (Nutzenmaximierung) (vgl. Zimmerling 1994: 16). Am weitesten präzisiert hat Lindenberg dieses Akteursbild: Der Handelnde verfügt zwar über einige Ressourcen, ist jedoch in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Andererseits ist er in der Lage sich eine Bild von den künftigen Ereignissen zu machen und diese zu bewerten um dann seine Entscheidung nutzenmaximierend fällen zu können.
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Kurz ist dieser Akteur unter RREEMM (Resourceful, Restricted, Expecting, Evaluating, Maximizing Man) in die Fachliteratur eingegangen (vgl. Esser 1991: 238). Ein großer Vorteil dieses Modells ist der über mehrere Fachrichtungen hinweg mögliche Einsatz und somit eine Grundlage für einen interdisziplinären Austausch der Ergebnisse. Allgemein wird das Menschenbild in den RC Theorien als homo oeconomicus bezeichnet, der seinen Ursprung in den Wirtschaftswissenschaften hat (vgl. Behnke 2001: 434). Auf diesen Akteur und die weiter oben angeführten Grundannahmen werde ich im Folgenden genauer eingehen.
2.1. Individuelles Handeln
Den Grundbaustein der RC Theorie bilden Akteure. Dies können natürliche Personen, aber auch Firmen, Organisationen oder Staaten sein. Diese Akteure verfolgen bestimmte Ziele, Bedürfnisse oder Wünsche, so dass ihr Handeln als zielgerichtet definiert wird. Diese Ziele müssen nicht unbedingt egoistischer Natur sein oder müssen objektiv nachvollziehbar sein (vgl. Downs 1968: 4ff.). Im Vordergrund steht der individuelle Nutzen, der mit einem objektiven Nutzen nicht zwangsläufig zusammenfallen muss. Beispielsweise kann jemand für einen eigenen niedrigeren Lohn plädieren, da dann neue Mitarbeiter eingestellt werden können. Sein persönlicher Nutzen ist die Genugtuung zu wissen, er hat für einen neuen Arbeitsplatz seine Unterstützung gegeben.
2.2. Nutzenmaximierung
Wie bereits erwähnt, handelt der einzelne Akteur immer nutzenmaximierend. In der Wirtschaft entspricht dieser Teil der Gewinnmaximierung. Dieses „Element der Theorie ist die Entscheidungsregel“ (Diekmann/Voss 2004: 16). Die Maximierung wird in den unterschiedlichen Facetten der Theorie auch unterschiedlich interpretiert. So kann es um die Maximierung des Erwartungsnutzens oder um den subjektiven Nutzen gehen. Aber auch minimales Bedauern, eigenes zufriedenstellendes Verhalten oder begrenzte Rationalität können Ziele darstellen. Allgemein kann man sagen, der Akteur entscheidet sich immer für die Option, die seine Ziele am ehesten erfüllen kann und für ihn persönlich den meisten Nutzen erbringt.
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Arbeit zitieren:
Sonja Stallmann, 2005, Anthony Downs Theorie des rationalen Wählers, München, GRIN Verlag GmbH
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