Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einige Thesen aus dem zweiten Buch der Nikomachischen Ethik
1.2 Aufbau des siebten Buches
2 Hauptteil
2.1 Über die Lust und die unterschiedlichen Arten mit ihr umzugehen
2.1.1 Über die Lust
2.1.2 Über die verschiedenen Charaktere
2.2 Was wir daraus für den Umgang mit Jugendlichen ableiten können
2.3 Ich will Spaß, ich will Spaß: Lebensmotto der Fungesellschaft
3 Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Aristoteles beschäftigt sich im siebten Buch der Nikomachischen Ethik mit der Lust. Mit Selbstbeherrschung und Unbeherrschtheit, mit Weichlichkeit und Abgehärtetheit und so letztendlich auch mit der Willensschwäche. Es geht um Leidenschaften und ob man sie besiegt oder von ihnen besiegt wird.
1.1 Einige Thesen aus dem zweiten Buch der Nikomachischen Ethik
Schon im zweiten Buch sprach Aristoteles von Lust und Schmerz und deren Zusammenhang mit den Tugenden. Einige Thesen daraus möchte ich nun der Behandlung des siebten Buches voranstellen:
1. Denn diese (die Lust) ist allen Lebewesen gemeinsam und begleitet alles , was zur Entscheidung kommt. Denn auch das Schöne und das Förderliche erscheint angenehm. (NE 1104 b 34)
Ferner ist uns allen dies von unserer Säuglingszeit her anerzogen. Darum ist es auch schwierig, diese Empfindung abzustreifen, da das Leben ganz davon durchtränkt ist.(NE 1105 a 1 ) 2. Durch die Enthaltung von Lust werden wir besonnen und wenn wir es geworden sind, so können wir uns auch am leichtesten der Lust enthalten (NE 1104 a 32) So verhält es sich auch mit den anderen Tugend, man wird nur gerecht, wenn man gerecht handelt und wenn man gerecht geworden ist, fällt es leicht gerecht zu handeln.
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3. Erkennbar sind die Eigenschaften an der Lust oder dem Schmerz, der die Taten begleitet. Denn wer sich der körperlichen Lüste enthält und sich eben daran freut, der ist besonnen, wer es aber ungern tut, ist zügellos; und wer Furchtbares aushält und sich daran freut oder doch keinen Schmerz empfindet, der ist tapfer, wer es dagegen mit Schmerzen tut ist feige. So bezieht sich also die ethische Tugend auf Lust und Schmerz. Denn wegen der Lust tun wir das Schlechte, und wegen des Schmerzes versäumen wir das Gute. Also müssen wir gleich von Jugend an dazu erzogen werden, wie Platon sagt, dass wir Freud und Schmerz empfinden, wo wir sollen. Denn darin besteht die rechte Erziehung (NE 1104 b 4)
Die Menschen werden schlecht durch Lust und Schmerz, indem sie das eine erjagen, das andere meiden, und zwar entweder was [...] oder wann [...] oder wie man nicht soll. [...]. Darum [...] (ist) Tugend eine Art von Leidenschaftslosigkeit und Stille. Dies ist freilich falsch, [...] ohne beizufügen: wie man soll und wie man nicht soll und das Wann usw. ( NE 1104 b 20)
Wir ordnen auch die Handlungen [...] gemäß Lust und Schmerz. [...] Denn es bedeutet für das Handeln nicht wenig, ob man sich in richtiger Weise freue und Schmerz empfinde oder nicht. Schließlich ist es noch schwieriger mit der Lust zu kämpfen als mit dem Zorn. [...] Wer mit diesen Dingen (Lust und Schmerz) richtig umgeht, der wird tugendhaft sein, wer es schlecht tut, schlecht (NE 1105 a 5)
Es kommt also bei der Bestimmung der Eigenschaften, ob man tugendhaft handelt oder nicht, auf die Empfindung von Lust und Schmerz bei dieser Tat an. Wenn zwei dasselbe tun, z.B. mit anderen teilen, der eine aber tut es mit Lust, der andere mit Schmerz, dann handelt nur der erste tugendhaft.
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4. Wenn [...] auf jede Leidenschaft und jede Handlung Lust und Schmerz folgen, so bezieht sich auch aus diesem Grunde die Tugend auf Lust und Schmerz. Dies zeigt sich weiterhin daran, dass die Züchtigungen in diesem Bereich ausgeübt werden. Denn sie sind eine Art von Heilung, und die Heilungen werden naturgemäß durch das Entgegengesetzte vollzogen. (NE 1104 b 13 )
Wenn also einer zum Übermaß neigt, und der Schmerz als Heilung wirkt, dann deswegen, weil derjenige durch Lust zum Übermaß getrieben worden ist.
1.2 Aufbau des siebten Buches
Aristoteles baut auch das siebte Buch der Nikomachischen Ethik nach dem bekannten Schema auf. Zuerst beschreibt er die „Phänomene“, also die Formen mit Lust und Schmerz umzugehen, die man bei den Menschen beobachten kann und welche Schwierigkeiten diese
aufzeigen. Darauf wird er verschiedene Meinungen wiedergeben und versuchen die genannten Schwierigkeiten zu lösen. Dann wird nur das Anerkannte übrig bleiben und die richtigen Aussagen nachgewießen sein. (NE 1145 b 2 )
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2 Hauptteil
Ich werde im Hauptteil nun zu Beginn darlegen, was Aristoteles im siebten Buch über die Lust sagt und anschließend die einzelnen Charaktere im Bezug auf die Lust, die Aristoteles nennt, beschreiben. Ich werde mich dabei auf die einzelnen Kapitel beziehen und danach versuchen einen Bezug zur aktuellen Schul- und Lebenswelt herzustellen.
2.1 Über die Lust und die unterschiedlichen Arten mit ihr umzugehen
2.1.1 Über die Lust
Wie ich auch schon in den Thesen aus dem 2. Buch der Nikomachischen Ethik dargelegt habe, ist die Lust und der Schmerz etwas, mit dem es nach Aristoteles alle Menschen zu tun haben. Lust kann von unterchiedlichen Dingen erzeugt werden. Diese unterteilt Aristoteles in notwendige, wie z.B. alles körperliche, also auch Nahrung, und in solche, die nicht notwendig sind, aber durchaus wünschbar, wie Sieg, Reichtum und ähnliche gute und angenehme Dinge. Er stellt dann auch klar, dass nicht jeder, der aus Lust etwas tut, schlecht, zügellos oder unbeherrscht ist, sondern dies ist nur der, der aus schimpflicher Lust handelt. So ist es z.B. sehr edel aus der Lust die Wahrheit zu sagen zu handeln. (Kapitel 6 und 10) Es ist nicht nur so, dass alle Menschen mit der Lust zu tun haben, auch stellt Aristoteles fest, dass für die meisten Menschen die Glückseligkeit unmittelbar mit der Lust verbunden ist. Zur Frage ob die Lust also ein Gut oder vielleicht sogar das höchste Gut ist nennt Aristoteles drei gängige Meinungen: Keine Lust ist ein Gut, weder an sich noch beiläufig. Die Lust wird hier als „wahrnehmbares Werden auf einen naturgemäßen Zustand hin“ gesehen. Da nun Werden und Ziel verschiedenen Gattungen angehören (wie auch z.B. ein Haus bauen und das Haus) , und ein Gut eben ein Ziel ist, kann die Lust kein Gut sein, da sie Werden und nicht Ziel ist. Auch wird argumentiert, dass der Kluge nie die Lust sucht sondern wohl eher die Schmerzlosigkeit und sie somit kein Gut ist, da der Kluge sie sonst suchen würde. Auch hindert die Lust das Denken, so ist es z.B. sehr schwierig, wie man es sicher schon oft selbst erlebt hat, mit hungrigem Magen zu lernen. Außerdem gibt es keine Wissenschaft von der Lust und das Gute ist immer Werk der Wissenschaft. Letztendlich können auch Tiere und
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Arbeit zitieren:
Carolin Lang, 2005, Aristoteles: Nikomachische Ethik: Das 7. Buch, über die Lust und wie wir mit ihr umgehen, München, GRIN Verlag GmbH
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