Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Der Mensch 3
2.1 Der Mensch besitzt zwei unabhängige Ziele. 3
2.2 Der Intellekt des Menschen ist für den Kaiser notwendig 4
2.3 Der Sündenfall und die Folge für Papst und Kaiser. 6
2.4 Der Mensch wurde später als der Mond erschaffen. 6
3. Die Kirche. 7
3.1 Der Auftrag der Kirche. 7
3.2 Der Papst 8
3.3 Die Kirche ist nur für den geistlichen Bereich verantwortlich. 9
4. Das Imperium 9
4.1 Die Grundlage des Imperiums. 9
4.2 Die Güter des Imperiums können nicht veräußert werden. 10
5. Die Ursache von Papst und Kaiser 11
6. Die Fürsten 12
7. Fazit. 13
Literaturverzeichnis 14
3
1. Einleitung
Dante verfasste die „Monarchia“, um die Unabhängigkeit der weltlichen Gewalt von der geistlichen Gewalt mit Hilfe der natürlichen Vernunft zu begründen. 1 Er sieht in der Verbindung von Kirche und Staat das größte Problem seiner Zeit. Es sind zwei Prinzipien miteinander verbunden die nicht zusammengehören. In Florenz, Dantes Heimatstadt, in der er auch als gewählter Abgeordneter fungierte, kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser freundlichen Gruppierungen. Der Autor selbst stand auf der Seite der weißen Guelfen, deren Unabhängigkeitsbestrebungen den Interessen von Papst Bonifazius VIII. entgegenstanden. Dieser sah sich durch sein Amt, als Oberhaupt der Kirche, auch als höchster Entscheidungsträger in weltlichen Angelegenheiten. Diesen Machtanspruch erklärt er u.a. in der Bulle Unam sanctum. In seiner „Monarchia“ argumentiert Dante daher für die Eigenständigkeit von Papst und Kaiser. 2 Seine politische Zielvorstellung ist es die beiden unterschiedlichen Kräfte zu einem Ausgleich zu bringen. 3 Hierzu muss er dem Papsttum die Rechtfertigung der Herrschaft über das Weltliche entziehen. Dante sieht in Heinrich den VII seinen größten Hoffnungsträger im Kampf gegen das verweltlichte Papsttum. Dieser ist bestrebt sich in Rom zum Kaiser krönen zu lassen und das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen zu erneuern. Leider muss Dante mit ansehen wie sein Lebenstraum, durch den plötzlichen Tod von Heinrich VII. zerbricht. In der folgenden Hausarbeit, über das Verhältnis von Papst und Kaiser in der „Monarchia“, wird zuerst der Mensch betrachtet. Anschließend erfolgt die Betrachtung von Papst- und Kaisertum. Aus diesen Einzelbetrachtungen wird deutlich werden wie Dante die Unabhängigkeit der beiden Gewalten begründet. Dabei liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Untersuchung der Bedeutung von Dantes Aussagen, für das Verhältnis zwischen Papst und Kaiser.
2. Der Mensch
2.1 Der Mensch besitzt zwei unabhängige Ziele
Der Mensch besitzt zwei wesentlichen Teile. Den sterblichen, der aus der
1 Vgl. Lüddecke, D.: Das politische Denken Dantes: Überlegungen zur Argumentation der Monarchia Dante Alighieris, Neuried, 1999, S. 42
2 Vgl. Ebd. S. 163-164
3 Vgl. Altomonte Antonio: Dante, Eine Biographie, Mailand, 1985, S. 293-294
4
Körper-Seele besteht und den unsterblichen Teil; die Seele als Einzelnes. Er partizipiert dadurch an zwei verschiedenen Naturen gleichzeitig und befindet sich in der Mitte zwischen den beiden Extremen, Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Der Mensch ist somit auf zwei unterschiedliche Ziele hin ausgerichtet: die Glückseligkeit in diesem Leben, sowie die Glückseligkeit im ewigen Leben. Die ewige Glückseligkeit erreicht der Mensch, in dem er die geistliche Unterweisung des Papstes befolgt und die theologischen Tugenden verwirklicht. Die irdische Glückseligkeit hingegen kann er nur durch die Verwirklichung der moralischen und intellektuellen Tugenden erreichen. Hierzu bedarf er der Leitung des Kaisers und dessen philosophischer Unterweisung. 4 Kaiser und Papst gelten dabei als Norm, nach der jeder Mensch streben soll. Die beiden Leitungen richten sich an zwei Leitbezügen aus: der Offenbarung und der Philosophie.
Dante durchbricht hier den mittelalterlichen Kanon, indem er eine vollständige, irdische Glückseligkeit zulässt und für ein Nebeneinander der beiden Ziele argumentiert. Die vollkommene irdische Glückseligkeit ist nötig, um die Unabhängigkeit der weltlichen Gewalt von der geistlichen Gewalt zu rechtfertigen und somit auch die Unabhängigkeit der Philosophie von der Theologie. Dantes Dualismus ist als eine Kooperation der beiden Gewalten zu verstehen. Die dualistische Anthropologie bezweckt eine strikte
Kompetenzverteilung für Papst und Kaiser und führt zu einer Trennung der beiden Gewalten. 5
2.2 Der Intellekt des Menschen ist für den Kaiser notwendig
Damit der Mensch in der Zeit des christlichen Mittelalters eine irdische Glückseligkeit erreichen kann, sucht Dante nach einem Prinzip, welches dem Streben des Menschen in dieser Welt die vollständige Erfüllung ermöglicht. Dabei greift er einen Gedanken Aristoteles auf, der ihn darauf hinweist, dass für die vergänglichen Wesen die Teilhabe am Glück durch den Fortbestand der Art ermöglicht wird. 6 Die besondere Art des Menschen ist das Erkennen mittels des
4 Vgl. Alighieri, D.: Monarchia, Einleitung, Übersetzung und Kommentar von Imbach, R. / Flüeler, C., Studienausgabe Lateinisch / Deutsch, Stuttgart, 1989, S.243-244
5 Vgl. Cheneval, F.: Die Rezeption der Monarchia Dantes bis zur Editio Princeps im Jahre 1559, Metamorphosen eines Philosophischen Werkes , München, 1995, S. 193
6 Vgl. Lüddecke, D.: Das politische Denken Dantes: Überlegungen zur Argumentation der Monarchia Dante Alighieris, S. 42-43
5
möglichen Intellekts. Diesen gilt es zu verwirklichen. Um das irdische Glück zu realisieren ist somit nicht ein einziges Individuum, sondern die Art des Menschen nötig. 7 Für den notwendigen Fortbestand dieser Art bedarf es daher der Vielheit der menschlichen Gattung. 8 Die permanente Verwirklichung des möglichen Intellekts ist durch die Ewigkeit der menschlichen Gattung und durch die Anzahl der Individuen sichergestellt. 9 Der einzelne Mensch soll durch die Verwirklichung einen Beitrag für die Glückseligkeit der Gemeinschaft leisten. Dadurch wird es ihm zudem möglich mit der Glückseligkeit des Kollektivs in Teilhabebeziehung zu stehen. 10 Somit ist im möglichen Intellekt die nötige Rechtfertigung für die vollkommene Glückseligkeit des Menschen in dieser Welt und dadurch ein Argument für die Unabhängigkeit des Kaisers vom Papst gefunden. Dante will die Verwirklichung des möglichen Intellekts mit der „Monarchia“ selbst vollbringen. Im 1.Buch des 1.Kapitel heißt es dazu: dass es allen Menschen, denen das streben nach Wahrheit eingeprägt ist, das Wichtigste ist, wie die Vorfahren selbst, auch eine Arbeit zu vollbringen, welche die Nachwelt bereichern wird. 11
Ein weiteres Novum bei Dante ist die Darstellung des sterblichen Menschen. Dieser ergibt sich aus der Einheit von Körper und Seele. Die Verbindung muss er jedoch schaffen. Aus der traditionellen Sichtweise, bei der der sterbliche Körper einer unsterblichen Seele untergeordnet ist, geht nur zu deutlich die Unterordnung des Kaisers unter den Papst hervor. Zudem ist seine Begründung für die Unabhängigkeit des Kaisers durch die natürliche Vernunft des Menschen begründet. Zu dieser Vernunft bedarf es für den sterblichen Menschen einer Denkseele. Der Körper alleine besäße im christlich geprägten Mittelalter überhaupt nicht die nötige Würde, um daraus die Unabhängigkeit des Kaisers zu rechtfertigen. 12
7 Vgl. Alighieri, D.: Monarchia, Einleitung, Übersetzung und Kommentar von Imbach, R. / Flüeler, C., Studienausgabe Lateinisch / Deutsch , S. 266
8 Vgl. Ebd. S.69
9 Vgl. Lüddecke, D.: Das politische Denken Dantes: Überlegungen zur Argumentation der Monarchia Dante Alighieris, S. 36
10 Vgl. Ebd. S. 149-150
11 Vgl. Alighieri, D.: Monarchia, Einleitung, Übersetzung und Kommentar von Imbach, R./ Flüeler, C., Studienausgabe Lateinisch / Deutsch, S. 61-63
12 Vgl. Lüddecke, D.: Das politische Denken Dantes, S. 149
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Oliver Rydygel, 2006, Das Verhältnis von Papst und Kaiser in Dantes Monarchia, München, GRIN Verlag GmbH
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