Universität Mannheim, Seminar: Angststörungen,
Wintersemester 2005/06
Panikstörung und Agoraphobie
von: Gökce Ipeklioglu
Inhaltsverzeichnis
1. Epidemiologie der Panikstörung und Agoraphobie 3
2. Erklärungsansätze für die Entstehung von Panikattacken und Agoraphobie 4
2.1. 3 Fragebögen zur Erfassung der „Angst vor der Angst:
- Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen (BSQ)
- Fragebogen zu angstbezogenen Kognitionen (ACQ)
- Angst-Sensitivitäts-Index (ASI) 5
3. Panikattacken- Kognitive, psychophysiologische und biologische Modelle 9
3.1. Kognitive Theorie der Angststörung 9
3.2. Psychophysiologisches Modell der Panikstörung 10
3.3. Biologisches Modell 13
4. PAS (Panik und Agoraphobie-Skala) nach Bandelow (1997) 20
5. SKID-I 20
6. Literaturverzeichnis 23
1. Epidemiologie der Panikstörung und Agoraphobie:
Die Prävalenz der Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) liegt bei 3,5% Lebenszeit, 2,3% bei 12 Monaten, bei Agoraphobie ohne Panikstörung Lebenszeit 5,3% und der 12-Monate-Prävalenz 2,8%. Zusätzliche Daten zeigen, dass 6,9-8,9% aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Panikstörung und/oder Agoraphobie leiden (Bandelow, 1995). Bandelow (1995) weist Kennzahlen auf, die zeigen, dass 60,4% der Panikstörungen mit Agoraphobie einhergehen, wohingegen 28,9% ohne agoraphobisches Verhalten ist. 10,7% der Agoraphobiker haben keine Panikstörung. Die geschlechtsspezifische Verteilung dieser Angststörungen entsprechen 69% den Frauen und 31% den Männern. Dabei ist die Altersverteilung laut einer Studie an ambulanten Angstpatienten (513 Patienten) im Alter zwischen 21-45 am stärksten (Bandelow, 1995). Im Kindesalter sind echte Panikstörungen selten zu beobachten, man geht davon aus, dass Trennungsängste die Vorläufer einer späteren Panikstörung sind.
Weiterhin ist bekannt, dass Panikattacken eher im Sommer auftreten (57%) als im Winter (11%) und die Agoraphobie verschlechtert sich bei 35% der Betroffenen, wenn es draußen heiß ist (Morschitzky, 2004).
[Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Als prominentesten Angstpatienten kennt man heute Charles Darwin (1809-1882), der wahrscheinlich eine Panikstörung hatte. Er bekam mit 28 Jahren unerklärliche Anfälle mit Herzklopfen, Zittern, Todesangst, Weinen und Depersonalisation und entwickelte eine schwere Agoraphobie, so dass er Feste, Reisen und das Alleinsein vermied.
2. Erklärungsansätze für die Entstehung von Panikattacken und Agoraphobie:
Die „Angst vor der Angst“ gilt als das zentrale Merkmal der Agoraphobie. Einer der ersten Ansätze zur Erklärung dieses Phänomens beruht auf der 2-Faktorentheorie von Mowrers (1960). Sie besagt, dass Agoraphobie durch klassische und operante Konditionierung entsteht, indem z.B. ein neutraler Reis (z.B. Kaufhaus) aufgrund eines traumatischen Ereignisses (z.B. Ohnmacht) mit einem zentralen motivationalen Angstzustand assoziiert wird (klassische Konditionierung) und die darauf folgende Vermeidung dieser Reize durch den Abbau des unangenehmen Zustandes verstärkt werden (operante Konditionierung).
Allerdings gibt es viele Kritiker dieser Theorie, da ein großer Teil der Phobiker sich nicht an traumatische Ereignisse erinnern können. Allerdings ist es eventuell möglich, dass Phobiker vergleichsweise harmlosere Erfahrungen traumatischer verarbeiten. Goldstein und Chambless formulierten eine Reanalyse (1978) zur Ätiologie der Agoraphobie. Sie unterschieden zwischen 2 Formen der Agoraphobie, einer „einfachen“ und einer „komplexeren“. Bei der „einfachen“ fürchten die Patienten die phobische Situation, wobei als Auslöser der Phobie in der Regel traumatische Erfahrungen mit der gefürchteten Situation sind. Bei der „komplexen“ fürchten die Patienten vor allem die Konsequenzen der Angst, sie haben also „Angst vor der Angst“. Diese Personen haben auch die Neigung, körperliche Empfindungen als Hinweis auf eine Bedrohung oder Krankheit zu bewerten und in der Folge darauf ängstlich zu reagieren.
2.1. 3 Fragebögen zur Erfassung der „Angst vor der Angst:
[...]
Arbeit zitieren:
Gökce Ipeklioglu, 2006, Panikstörung und Agoraphobie, München, GRIN Verlag GmbH
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