Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung - 1 -
2.0 Definition von Armut
2.1 Absolute und relative Armut - 2 -
2.2 Bekämpfte und verdeckte Armut - 4 -
2.3 Daten und Fakten zur Armut - 4 -
3.0 Ursachen
3.1 Kinderreichtum - 5 -
3.2 Ausländische Familien - 6 -
3.3 Alleinerziehende - 7 -
3.4 Arbeitslosengeld I und II Empfänger - 9 -
3.5 Straßenkinder - 10 -
4.0 Folgen und Auswirkungen für die von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen
auf folgende Bereiche:
4.1 Gesundheit - 11 -
4.2 Sozialentwicklung - 13 -
4.3 Wohnverhältnisse - 15 -
4.4 Freizeit - 18 -
4.5 Kriminalität - 19 -
4.6 Bildung und Schulleistung - 20 -
5.0 Präventionsmöglichkeiten
und was kann Soziale Arbeit tun - 26 -
6.0 Fazit - 29 -
7.0 Literaturliste - 31 -
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1.0 Einleitung
Im reichen Industrieland Deutschland sind immer mehr Menschen von Armut bedroht, viele haben Angst vor Arbeitslosigkeit, Krankheit oder finanziellen Notsituationen. Von Armut ist nicht mehr nur das unterste Drittel der Gesellschaft betroffen. Kinder und Jugendliche sind besonders von der wachsenden Armut betroffen. Der zweite Armuts - und Reichtumsbericht der Bundesregierung vom März 2005 zeigt deutlich dass die Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt, aber auch der 10-te Kinder und Jugendbericht thematisiert die schlechten Rahmenbedingungen, unter denen ein Teil der Kinder in Deutschland aufwächst, insbesondere unter dem Gesichtspunkt von Armut (10-ter Kinder- und Jugendbericht S. 88 ff). Gerade Kinder in unserer Gesellschaft, leben aus unterschiedlichen Gründen in Armut, womit nicht nur materielle Einschränkungen gemeint sind.
Mein Ziel ist es zu untersuchen, in welchem Ausmaß die, mit 22,7% der Gesamtbevölkerung vertretenen, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, von Armut betroffen sind, welche Ursachen diese Armut hat, welche Gruppen besonders betroffen sind und wie die Folgen für die Betroffenen aussehen. Ich möchte vor allem der Frage nachgehen in welchem Ausmaß die betroffenen Heranwachsenden im schulischen Bereich benachteiligt sind, denn die Schulbildung der Kinder und Jugendlichen, ist die Grundlage für ihre weitere Zukunft. Die Thematik der obdachlosen Kinder und Jugendlichen habe ich in meiner Hausarbeit leider nicht vertiefen können, da dass den Rahmen dieser Hausarbeit überschritten hätte.
„Armut bestimmt die Schullaufbahn und das Leben der Kinder“ sagte AWO-Bundesvorsitzender Wilhelm Schmidt zu den am 01.12.2005 veröffentlichten Ergebnissen. „Die eigentliche Bildungsmisere in Deutschland hat ganz offensichtlich nichts mit Leistung zu tun, sondern zunächst einmal mit Chancen“. Diese Aussage möchte ich belegen.
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2.0 Definition von Armut
2.1 Absolute und Relative Armut
Absolute Armut ist, wenn „Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“ (Kuhlenkamp, H. G. 11/2005)
Bei der relativen Armut vergleicht man innerhalb eines Landes den Lebensstandard unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Die Situation der Armen kann in zwei Ländern unterschiedlich ausfallen, obwohl die Zahl der Armen in beiden Ländern identisch hoch ist. Denn relative Armut drückt in erster Linie soziale Ungleichheiten innerhalb einer Gesellschaft aus. In den meisten Ländern gilt als arm, wer weniger als 50 Prozent des, nach der OECD Skala (s. u.) errechneten, durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens verfügt (Hanesch u. a. 1994, S. 24). Wer über 40% oder weniger verfügt gilt als streng arm, bei 60 % gilt man als einkommensschwach (Zimmermann, G., S. 62).
Halbiertes Äquivalenzeinkommens ist die Festsetzung einer relativen Einkommensarmut. Die Grundlage dafür ist das Sozioökonomische Panel, kurz SOEP genannt, das ist eine seit 1984 jährlich stattfindende Umfrage, in der mehrere 1000 Haushalte befragt werden. Hierbei wird berücksichtigt wie viel Personen im Haushalt, von dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen leben. Nach der OECD-Skala werden die Personen unterschiedlich gewichtet, und zwar hat die erste erwachsene Person jetzt den Faktor 1,0 (alte Skala 1,0), jede weitere Person über 15 Jahre 0,5 (alt 0,7) und unter 15 Jahre 0,3 (alt 0,5), (Klocke/Hurrelmann 1998, S. 11). Eine Zwei-Eltern-Familie mit zwei Kindern unter 15 Jahre, würde nach der neuen Skala als arm gelten wenn ihr monatlich 1116 € zur Verfügung stehen, nach der alten Skala bereits ab 1499 €. Die AWO-ISS-Studien verwenden weiterhin die alte OECD-Skala (Holz/Puhlmann 2005, S. 28).
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„Die relative Armut bezeichnet Personen oder Familien, die über nur so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in der Bundesrepublik als unterste Grenze des Akzeptablen annehmbar ist.“ (Kommission der europäischen Gemeinschaften,1987).
Es muss auf eine generelle Versorgung und Ausstattung mit den Dingen geachtet werden, die zum alltäglichen Leben dazugehören um eine ganzheitliche Lebensqualität zu sichern. In diesem Ansatz werden materielle und immaterielle Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, wie z. B.
1 Der Bereich des Einkommens, des Vermögens und der Verschuldung 2 Die Versorgung mit Wohnraum
3 Die Chance zur Schulbildung, zur beruflichen Qualifikation und zur Teilhabe an Arbeit
4 Der Bereich von Ernährung und Gesundheit 5 Der Bereich der Sozialbeziehungen
6 Der Bereich der Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen und am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben sowie auch der Freizeitbereich und die infrastrukturellen Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen (Bieligk, A. 1996, S. 14).
Armut wird somit eine starke Einschränkung auf die eben aufgeführten Lebenslagen. Diese Definition halte ich für diese Arbeit am Übertragbarsten auf das Klientel Kinder. Zu beachten sei dennoch, dass die eben aufgeführten möglichen Unterversorgungen nicht vollständig sein können, da besonders der immaterielle Bereich ein breites Spektrum an Defiziten bietet.
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2.2 Bekämpfte und verdeckte Armut
Die Sozialhilfe stellt in Deutschland das staatliche Instrument zur Armutsbekämpfung dar. Gemäß § 1 BSHG früher, und seit 01.01.2005 § 1 SGB XII ist es die Aufgabe der Sozialhilfe, den Leistungsberechtigten ein Lebens zu ermöglichen, dass der Würde des Menschen entspricht. Die Sozialhilfe soll also nicht nur die physische Existenz sichern, sondern auch die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen. Diese Personen und Haushalte, die nach dem SGB XII sozialhilfeberechtigt sind, und die entsprechende Leistungen erhalten, werden unter der Rubrik „bekämpfte Armut“ zusammengefasst.
Hinzu kommt die „verdeckte Armut“, d. h. Personen die einen ihnen zustehenden Sozialhilfeanspruch, aus unterschiedlichen Gründen, nicht geltend machen. Gründe dafür können zum Beispiel Unwissenheit, Scham oder Fehler bei der Berechnung seitens der Behörden sein. Diese Personen werden demnach auch nicht von der Sozialhilfestatistik erfasst. Der Umfang der verdeckten Armut wird auf 30 bis 50% der Gesamtzahl der anerkannten SozialhilfeempfängerInnen geschätzt (Statistisches Bundesamt, 1998).
2.3 Daten und Fakten zur Armut
Während die Armut früher als weiblich, arbeitsunfähig, alt und krank galt, sozusagen Frauen, Rentner, Behinderte, Obdachlose, Kranke, Ausländer und Sozialhilfeempfänger, so ist die Armut heute meist arbeitsfähig, arbeitslos und jung. Man spricht auch von "Infantilisierung" der Armut (Planet-Wissen im Internet). 2002 galten laut des Statistischen Bundesamts, 13,1% der Bevölkerung als arm. 60% vom Median des Haushaltseinkommens wurden der Messung zugrunde gelegt
(http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2004_11_schaefer.pdf S. 10). Kinderarmut steigt in Deutschland aber schneller als die Armutsrate im Schnitt der Bevölkerung. Noch Anfang der neunziger Jahre waren Kinder und Erwachsene im gleichen Ausmaß von relativer Armut betroffen, heute sind sie aber häufiger arm als Erwachsene.
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Analysen zeigen, dass Kinder und Jugendliche nicht nur häufiger sondern auch deutlich länger von Armut betroffen sind als Erwachsenen (Weick, 1999). Die Teilstudie der OECD 2005 für Deutschland zeigt erstmals die langfristigen Veränderungen von Kinderarmut. Relative Kinderarmut hat sich - gemessen am Durchschnittseinkommen von 2001 - um 2,7% gegenüber 1990 erhöht. Mehr als jedes 10te Kind unter 18 Jahre wächst in Deutschland in relativer Armut auf, das sind 1,5 Mio. Kinder und Jugendliche. In Westdeutschland hat sich Kinderarmut seit 1989 mehr als verdoppelt, von 4,5% auf 9,8% in 2001, in Ostdeutschland seit 1991 von 8,3% auf 12,6 % (Unicef S. 3-4). Mit anhaltender Armut steigt auch das Risiko für die Kinder vernachlässigt zu werden. 90% aller vernachlässigten Kinder stammen aus armen Familien (Wolff 1994, S. 89).
Kinder haben außerdem nicht die Möglichkeit, ihre Einkommens- und Versorgungsposition aus eigener Kraft zu verbessern. Sie sind abhängig von der Einkommenslage ihrer Eltern und den Bewältigungsstrategien, welche die Eltern aus der Armut heraus entwickeln (Hanesch, W. 2000, S. 273).
3.0 Ursachen für die Kinder- und Jugendarmut
3.1 Kinderreichtum
Kinderreiche Familien sind in Deutschland eher selten geworden. Kinderreichtum wird häufig mit Verantwortungslosigkeit gleichgesetzt. Bei geringem Einkommen oder Arbeitslosigkeit steigt die soziale Diskriminierung an. Das Risiko in die Armut abzurutschen vervielfacht sich, je mehr Kinder in einem Haushalt leben, da das durchschnittliche pro Kopf Einkommen sinkt je höher die Anzahl der Kinder ist. Mit dem dritten und vierten Kind steigt das Risiko, von Armut betroffen zu sein, stark an. Das bedeutet das kinderreichen Familien, die Chance zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nur eingeschränkt zugänglich gemacht wird. Diese Problematik trifft nicht nur Haushalte mit unterdurchschnittlichem Monatseinkommen sondern auch Familien die gut verdienen (Bieligk, A. S. 23 f). „Die Geburt eines weiteren Kindes zählt in Familien mit vier und
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Arbeit zitieren:
Lena Harms, 2006, Kinder und Jugendarmut in Deutschland - Sind von Armut betroffene Kinder und Jugendliche im Bildungssektor benachteiligt?, München, GRIN Verlag GmbH
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