Nat urliche Offenbarung als kontrovers theologisches Thema 0
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Fragestellung 1
2 Begriffskl arung 1
2.1 Offenbarung 1
2.2 Nat urlich 2
2.3 Nat urliche Offenbarung 2
3 Analyse und Diskussion verschidener Konzepte 2
3.1 Thomas v. Aquin 2
3.1.1 Konzept 3
3.1.2 W urdigung und Kritik 3
3.2 Karl Rahner 4
3.2.1 Konzept 4
3.2.2 W urdigung und Kritik 5
3.3 Gerhard Ebeling 6
3.3.1 Konzept 6
3.3.2 W urdigung und Kritik 7
4 L osungsvorschlag 8
5 Schlusswort 8
Gero W Waßweiler
Nat¨ urliche Offenbarung als kontrovers theologisches Thema Seite 1
1 Einleitung und Fragestellung
Die Rede von der Offenbarung Gottes hat in der Dogmatik, vor allem in den Prolegomena, einen hohen Stellenwert, unterscheidet sich doch hier gerade die katholische gegen¨ uber diversen evangelischen Lehrmeinungen. So behauptet die katholische Lehre im Kathechismus der katholischen Kirche: ” Die heilige
Mutter Kirche h¨ alt fest und lehrt, daß Gott der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem nat¨ urlichen Licht der menschlichen Vernunft aus den geschaffenen Dingen gewiß erkannt werden kann“. 1,2 Evangelische Theologie erhebt dagegen in den Dogmatiken verschiedener Theologen (z.B. Karl Barth und Gerhard Ebeling) fundamentale Bedenken.
Diese Hausarbeit will sich mit verschiedenen Positionen zum Thema der nat¨ urlichen Offenbaung Gottes auseinandersetzen. Dabei bleibt es nicht aus, im Zuge der Darstellung verschiedener Konzeptionen, diese im Gesamt- bzw. gr¨ oßeren Kontext des jeweiligen Konzepts, oder aber, diese nur ausschnittweise zu betrachten.
Die Konkrete Fragestellung, die dieser Hausarbeit zugrunde liegt, ist somit folgende: Gibt es die M¨ oglichkeit einer nat¨ urlichen Offenbarung Gottes?
2 Begriffskl¨ arung
2.1 Offenbarung
Was nun mit der Offenbarung im Speziellen gemeint ist, soll hier gekl¨ art werden. Das deutsche Wort Offenbarung gibt das griechische Wort ποκκλυψι / apokalypsis (Enth¨ ullung) wieder. Die lateinische Form lautet revelatio. Dieser Begriff wurde dann in den meisten europ¨ aischen Sprachen ¨ ubernommen. Er
bezeichnet die Entschleierung von etwas Verborgenem, ” so daß gesehen und
erkannt werden kann, was es wirklich ist“. 3 Im Neuen Testament begegnen Nomen und Verb des Wortes stets in religi¨ oser Bedeutung. ” Am n¨ achsten kommt dem (schmalen) paganen Gebrauch, der ganz profan ist ( etwas Verborgenes aufdecken“) [. . . ] Lk 2,35“. Nach dem
”
EWNT kann das neutestamentaliche Verst¨ andnis des Wortes im Sinne der Dogmatik ” nicht ¨ uber eine Untersuchung der Wortgruppe und ihrer Verwendung im NT erfasst werden“. Es ist nicht ¨ uberraschend, wenn an zentralen Stellen
des Gebrauchs der Wortgruppe im NT der Gedanke an das Aufdecken von bisher nur Verborgenem zur¨ ucktritt (obwohl das an sich ihre urspr¨ ungliche Be-
1 Vgl.[7] Ecclesia Catholica: Katechismus der Katholischen Kirche nach [19] DS 3004, 50
2 Ebda.: ” In den geschichtlichen Bedingungen, in denen sich der Mensch befindet, ist es
jedoch f¨ ur ihn recht schwierig, Gott einzig mit dem Licht seiner Vernunft zu erkennen.“
3 Vgl. [4] DgB Bd. 4, 1665-1666
Gero W. Waßweiler
Nat¨ urliche Offenbarung als kontrovers theologisches Thema Seite 2
deutung ist), ” da Gott sich nach ntl. Verst¨ andnis als geschichtlich Handelnder offenbart“. 4
Johann Figl schreibt zum Begriff Offenbarung in RGG 5 , dass es sich hierbei um eine Realit¨ at bzw. um einen Inhalt bzw. eine Botschaft im engeren Sinn, welche dem Menschen zuvor verborgen war, handelt. Deren Wichtigkeit kommt dadurch zum Ausdruck, dass es ein f¨ ur das Heil, die Sinnfindung und des weiteren auch ” f¨ ur die faktische Lebensgestaltung relevantes, notwendiges religi¨ oses Wissen ist, das der Mensch nach religi¨ osem Selbstverst¨ andnis nicht aus sich selbst erlangen kann, das er also nicht von Natur aus schon besitzt“.
2.2 Nat¨ urlich
Innerhalb der nat¨ urlichen Theologie basieren s¨ amtliche Erkenntnisse prim¨ ar
”
auf der Vernunft des Menschen. Obwohl von Gott geredet wird, handelt es sich dem Anspruch nach nicht um Glauben und Religion, sondern um die denkerische Durchdringung des Weltzusammenhangs mit wissenschaftlich verant-worteter und nachvollziehbarer Methodik“. 6 Nat¨ urlich meint also das Erkennen durch menschliche Vernunft. Nach dem Duden ist Vernunft das Verm¨ ogen des Menschen, sinnliche Wahrnehmungen geistig zu verarbeiten, und das zusammenh¨ angende Begreifen von Dingen und Erscheinungen. 7
2.3 Nat¨ urliche Offenbarung
Nat¨ urliche Offenbarung meint also die dem Menschen zuvor verborgene Gotteserkenntnis, welche mit Mitteln der menschlichen Vernunft geschieht. Da die Begriffe lexikalisch meist Tendenzen in Richtung der hier sp¨ ater ausgebreiteten Konzepte aufzeigen, sollen diese hier zugunsten der Vergleichbarkeit nicht weiter festgelegt werden. Die einzelnen Konzepte k¨ onnen diese Begriffe dann, wenn n¨ otig, entsprechend ihrer eigenen speziellen Auffassung f¨ ullen.
3 Analyse und Diskussion verschidener Konzepte
3.1 Thomas v. Aquin
Mit Thomas von Aquin begegnet uns einer der Theologen, der zu den bedeutendsten katholischen Kirchenlehrern geh¨ ort und der Hauptvertreter der Philosophie des Mittelalters, d.h. der Scholastik, ist. ¨ Uber die Gotteserkenntnis schreibt er in seinem dreiteiligen Werk Summa theologica in der 12. Untersuchung: Unsere Gotteserkenntnis.
4 Vgl. [8] EWNT Bd. I, 312ff
5 Vgl. [9] RGG Bd. 6, Figl, 461ff
6 Vgl. [16] Wikipedia: Nat¨ urliche Theologie
7 Vgl. [5] DUDEN Bd. 10, Vernunft, 3669
Gero W. Waßweiler
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Gero W. Waßweiler, 2006, Natürliche Offenbarung als kontrovers theologisches Thema, München, GRIN Verlag GmbH
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