Gliederung
1. Einleitung 3
1.1. Georg Kerschensteiner 3
2. Volkserziehung und Staat. 4
2.1.Volkserziehung und Schule 6
2.1.1 Situation in den Schulen 6
2.2. Aspekt der gemeinsamen Schaffensfreude 7
2.3. Schulreform. 8
2.3.1. Zusammenfassung der Reformation der Schulorganisation. 9
3. Staatsbürgerliche Erziehung. 9
4. Schlussbemerkung. 12
5. Literaturverzeichnis. 14
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1. Einleitung
Das folgende Referat bezieht sich auf die Gedanken Georg Kerschensteiners zur Volkserziehung und staatsbürgerlichen Erziehung. Er fordert eine Reformation des Bildungswesens. Die rein theoretische Wissensvermittlung soll durch praktische Arbeit ergänzt werden.
Ebenfalls stellt Kerschensteiner den Zusammenhang des Integritätsverlustes moderner, pluralistischer Staaten und ihres Erziehungssystem her. Also, was bedeutet der Verlust des inneren Zusammenhaltes der Staaten und welche Rolle fällt der Erziehung dabei zu? Es geht um die Vereinzelung der Gesellschaftsmitglieder und Ihre Folgen für die Gemeinschaft und den Staat.
1.1. Georg Kerschensteiner
Georg Kerschensteiner wurde am 29.Juli 1854 in München geboren. Nach der Volksschule erlernte er den Lehrerberuf.
Georg Kerschensteiner besuchte zunächst drei Jahre die Präparandenschule und dann zwei Jahre das Lehrerseminar. In diesen fünf Jahren wurden jedoch keine pädagogischen Interessen theoretischer oder praktischer Art in ihm geweckt. Nach bestandenem Abschlussexamen in Freising wurde er von der königlichen Schulkommission im September 1871 zum Schulgehilfe in Forstinning gewählt. Da er aber noch wie ein „kleines Kind“ schien, wurde ihm nur die Feiertagsschule für Mädchen übertragen. Im April 1873 erfolgte die Abordnung nach Augsburg. Für ihn waren die neuen Bildungsmöglichkeiten Theater, Konzerte und Bibliotheken wie ein Geschenk. Dann beschloss er jedoch weiterzustudieren. Er begann im Herbst 1877 mit Mathematik und Physik an der Universität und Technischen Hochschule München. Bereits 1881 bestand Kerschensteiner sein Staatsexamen und nahm eine Stelle als Assistent an der Meterologischen Zentralstation in München an machte in dieser Zeit auch seinen Doktor. 1883 wurde er dann Assistent für Mathematik im Melanchton- Gymnasium in Nürnberg, wechselte jedoch 1885 als Mathematiklehrer an die städtische Handelsschule. Im Jahre 1890 kam die eigentliche Berufung zum eigentlichen Gymnasiallehrer an das Gustav- Adolf- Gymnasium in Schweinfurt. Dort blieb er jedoch nicht lange, sondern wurde 1893 nach München versetzt. Diese Versetzung war für ihn in mehrfacher Hinsicht „ein empfindlicher Rückschlag“. Der
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Unterricht war nicht in freier Natur möglich und Kerschensteiner durfte nicht methodisch so frei wie in Schweinfurt schalten und walten. Das Lehrbuch stand an erster Stelle. Am 5.Juni 1895 wurde Kerschensteiner zum neuen Stadtschulrat in München gewählt. Es folgte die Ernennung zum kgl. Lokalschulkommissär durch die Kreisregierung und ab 1919 war er Professor in München. Die inhaltlichen Schwerpunkte seines pädagogischen Konzepts waren: Aneignung klarer, einfacher Kenntnisse und Fertigkeiten; Kräftigung des Körpers, soweit es in der Schule möglich ist; Erweckung eines tiefen und innigen Gefühls für das Wahre, Gute und Schöne und die Kräftigung des Willens für Sittlichkeit und Arbeit. Am 15.01.1932 verstarb Georg Kerschensteiner in München.
2. Volkserziehung und Staat
Mit der Volkserziehung meint Kerschensteiner die Erziehung aller zum Volke. Er sagt das die Volkserziehung ist den modernen Staaten erst durch das Aufkommen verschiedener rechtlich garantierter Freiheiten, wie z.B. Wahlrecht, Rede- und Pressefreiheit etc. zum Problem geworden. Diese neuen Freiheiten führten zur Entfesselung des Individualismus, der dem Zusammenwachsen der Volksmassen entgegenwirkt, also nicht staatserhaltend sondern staatsauflösend.
„Diese Bewusstheit vom Staat stammt aus der sozialen inneren Berufung und diese isst ein egoistisches Pochen auf Lebens- und Eigentumssicherung, auf Gleichheit vor dem Gesetz, auf körperliche Freiheit, Gewissensfreiheit, also ein Pochen aus persönlichen individuellen Ansprüchen.“(Weiss, 1084, S102)
Die Massen spalten sich immer mehr in Interessengruppen und Parteien, deren Auseinandersetzung das Volk als ganzes schwächt. Kerschensteiner zeichnet zwei Wege auf, die ein Staat gehen kann : 1. den Weg der innerstaatlichen Freiheit weiterzuschreiten und damit Risiken der Schwächung des Volksbewusstseins bis hin zur Abspaltung von Kleinstaaten in Kauf zu nehmen.
2. die Freiheiten zu beseitigen durch Reglementierung und gestärkter Staatsgewalt.
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Der zweite Weg wäre für die meisten undenkbar, da sie in den Freiheitsgütern die höchsten Lebenswerte sehen. Theoretisch genommen sei dieser Weg aber nicht abzuweisen. Kerschensteiner bezieht sich auf Platos Werk: „der Idealstaat“, in dem es heißt, dass die Menschen nach ihren Fähigkeiten, Positionen und Ämter im Staate einnehmen und so optimal ihren Aufgaben gerecht werden können.
Herrscher und Könige werden durch weise Denker und Philosophen gestellt, während die Erwerbenden zu den Gehorchenden gehören. Dies soll aber nicht ein erzwungenes System, ähnlich dem mittelalterlichen Ständesystem, darstellen, sondern durch ausgezeichnete allseitige praktische Erziehung und Lebenserfahrung selektieren und so diese Staatsform legitimieren.
Kerschensteiner vergleicht die großen Kulturstaaten mit Kollektoren zur Sammlung von Energien, die da sind: wissenschaftlich, moralisch, physischer, technischer, finanzieller, wirtschaftlicher Art.
Deshalb gilt es dem Zerfall der Staaten entgegenzuwirken; denn Zerfall und Abspaltung bedeuten Schwächung für den Staat und für den Einzelnen. „Wenn Menschen zu gemeinsamen Kulturzwecken verbunden sind und sich innerlich verbunden fühlen, so fühlen sie die kleinste Abgliederung als eine Schwächung ihrer Kraft und suchen sie, solange es geht, zu verhindern.“ (Flitner,1961, S. 201) Hier gewinnt die Erziehung, als geeignetes Mittel des Staates, den auflösenden Kräften der Freiheitsgüter entgegenzuwirken, an Bedeutung. Erziehung als Erziehung des Volkes. Volkserziehung der Masse durch und in öffentlichen Einrichtungen hin zu einer geschlossenen Kulturenergie.
„Auch wenn die spannendste Frage der Demokratien, sicher nicht restlos durch die Schule allein gelöst werden kann, so vermag sie es nur kraft einer inneren Neugestaltung ihres pädagogischen Betriebes.“ (vergl. Kerschensteiner, 1950, S.16)
Kerschensteiner ist der Meinung, wer an diese Möglichkeiten nicht glaubt, hat nur noch das Mittel durch polizeiliche Verordnungen oder Ausnahmegesetze den modernen Staat zu erhalten
„Selbständig aber und sittlich frei machen weder polizeiliche Vorschriften noch Ausnahmegesetze.“ (Flitner,1961, S.203)
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Arbeit zitieren:
Guido Diederich, 2002, Georg Kerschensteiner: 'Lernen durch Tun' und das Arbeitsschulprinzip, München, GRIN Verlag GmbH
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