Nach der Grundschulzeit: Wohin geht’s?
1. Einleitung
2. Weiterführende Schulen
2.1. Das Gymnasium
2.2. Die Realschule
2.3. Die Hauptschule
2.4. Alternativen ?
3. Orientierungshilfen
3.1. Zeugnis
3.2. Gutachten
3.3. Beratungsgespräche
3.4. Portfolio
3.5. Psychologisches Testverfahren
4. Einflussfaktoren auf den Schulerfolg
4.1. Einflussfaktor: Schule
4.2. Einflussfaktor: Familie
4.3. Einflussfaktor: Schüler
4.4. Veränderungen der Einflussfaktoren
5. Schlussbemerkung
Anhang :
I. Fußnoten
II. Literatur- und Quellenverzeichnis
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1. Einleitung
Nach der Grundschulzeit - Wohin geht’s? Mit dieser Frage müssen sich in Deutschland jährlich die Eltern und Lehrer von ca. 800`000 Schülern der Grundschule befassen, die vor dem Wechsel auf eine weiterführende Schule stehen. Da in der Bundesrepublik Deutschland die Bundesländer für die Schulbildung verantwortlich sind, gibt es im jeweiligen Schulsystem und somit auch beim Wechsel auf die weiterführende Schule große Unterschiede: Während der Übergang in 14 Bundesländern schon nach vierjähriger Grundschulzeit erfolgt, verbringen die Grundschüler aus Berlin und Brandenburg noch zwei weitere gemeinsame Grundschuljahre. In vier Bundesländern entscheiden die Noten in Mathe und Deutsch 1 , ob der Schüler das Gymnasium besuchen darf. In den anderen Bundesländern entscheiden die Eltern über den weiteren Verlauf der Schullaufbahn des Kindes, wobei immer wieder darüber diskutiert wird, ob das Gutachten der Versetzungskonferenz über die weiterführende Schule entscheiden soll.
In vier Bundesländern gibt es für die Klassen 5 und 6 eine Orientierungsstufe / Förderstufe, die alle Schüler 2 besuchen können. Am Ende dieser zwei Schuljahre wird über die weiterführende Schulform entschieden. Während die meisten Bundesländer einen späteren Wechsel der Schulform ermöglichen, ist dieser Schritt in einigen Bundesländern nicht erlaubt. Unabhängig vom Bundesland ist die Entscheidung, welche Schulform der Schüler in Zukunft wählen wird, von großer Bedeutung und muss deshalb schon frühzeitig und gewissenhaft überlegt werden. Die
Kultusministerkonferenz (kurz: KMK) veröffentlichte schon 1960 folgende Hinweise für den Übergang: „Der Übergang von einer Schulart in die andere ist für die Entwicklung des jungen Menschen von so weittragender Bedeutung, dass er mit aller Behutsamkeit und Sorgfalt vorbereitet und vollzogen werden muss“ [Beschluss der KMK vom 08./09.12.1960].
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Um die richtige Schulform wählen zu können, muss man die Unterschiede, Aufgaben und Ziele der jeweiligen Schulformen kennen. Aus diesem Grund gibt diese Arbeit zunächst einen Überblick über das dreigliedrige Schulsystem und die möglichen Alternativen. Im zweiten Teil werden verschiedene Orientierungshilfen erläutert, die bei der Entscheidung über die Schulform in Anspruch genommen werden können.
Der letzte Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Faktoren die Schulleistung beeinflussen.
2. Weiterführende Schulen
Wie schon in der Einleitung gezeigt wurde, hängt die Gestaltung des Übergangs vom jeweiligen Bundesland ab, in dem die Schüler die Schule besuchen. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, beziehen sich die folgenden Angaben auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen (kurz: NRW). Es gibt viele Parallelen aber auch Unterschiede zu den Schulsystemen anderer Bundesländer.
Folgende Möglichkeiten stehen den Schülern und Eltern bei der Wahl der Schulform zur Verfügung:
2.1. Das Gymnasium
Im Schuljahr 2004/2005 wechselten 68711 Schüler von der Grundschule auf ein Gymnasium in NRW.
Der Bildungsauftrag des Gymnasiums ist, den Schülern eine vertiefte allgemeine Bildung zu vermitteln, „die für ein Hochschulstudium notwendig ist und ebenso für eine berufliche Ausbildung qualifiziert.“ [Schulministerium NRW] Da das Gymnasium zwei bzw. wahlweise drei Fremdsprachen lehrt, sind gute sprachliche Kenntnisse des Schülers, womit Schreiben und Lesen gemeint ist, erforderlich.
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Das Kind sollte, um dem Unterricht gut folgen zu können, eine große Lernmotivation und ein hohes Maß an Selbstständigkeit besitzen. Abstraktes Denken, Kreativität, Lernwille und Lernfreude sind erforderlich, damit das Kind später nicht überfordert wird. Der Schwerpunkt im Gymnasium liegt -anders als bei anderen Schulformen- mehr auf der Vermittelung des Lernstoffes, als auf einer individuellen Förderung. Am Ende der Mittelstufe können die Schüler alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und am Ende der Oberstufe die allgemeine Hochschulreife erwerben, die zum Studium an der Hochschule berechtigt.
2.2. Die Realschule
53212 Schüler aus NRW wechselten im Schuljahr 2004/2005 nach der Grundschule auf eine Realschule. Die Realschule ist nach dem Gymnasium die meistbesuchte Schulform NRWs.
Der Bildungsauftrag der Realschule ist, den Schülern eine erweiterte allgemeine Bildung zu vermitteln und die praktischen Fähigkeiten, sowie das Interesse an theoretischen Zusammenhängen zu fördern. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Schulform ist das Angebot an Förderunterricht und Ergänzungsstunden, in denen, begleitend zum Unterricht, die Schüler vor allem in den Hauptfächern gefördert werden sollen. Die Schüler lernen an der Realschule strukturierter als im Gymnasium, was bedeutet, dass der Stoff in kleineren Schritten mit konkreteren Anweisungen behandelt wird. Außerdem ist der Lernstoff oft an den praktischen Anforderungen einer Berufsausbildung orientiert, wie zum Beispiel im Bereich der Mathematik, bei dem es mehr um anwendungsorientierte mathematische Techniken, als um Beweise geht.
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Ab Klasse 7 müssen die Schüler einen Wahlpflichtbereich wählen. Dies kann zum einen die Fortsetzung von Französisch (wird ab Klasse 6 gelehrt) als Schwerpunktfach sein, zum anderen aber auch ein naturwissenschaftlichtechnischer, sozialwissenschaftlicher oder musisch-künstlerischer Schwerpunkt. Folgende Abschlüsse können an der Realschule erreicht werden: • Ein dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss am Ende der Klasse 9
• Ein dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertiger Abschluss • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
2.3. Die Hauptschule
Die Hauptschule wurde in NRW im letzten Schuljahr von 33239 Schülern als weiterführende Schule ausgewählt.
In der Hauptschule sollen Lernrückstände aufgeholt, eine grundlegende allgemeine Bildung vermittelt und auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Förderunterricht und Ergänzungsstunden in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch sollen die Rückstände aufarbeiten und zusätzliche Zeit zum Üben bieten. Ein großer Unterschied zu den anderen Schulformen ist das Klassenlehrerprinzip, wie die Schüler es schon aus der Grundschulzeit kennen. Der Klassenlehrer unterrichtet mehr als die Hälfte der Wochenstunden in seiner Klasse und ist somit für die Schüler eine feste Bezugsperson. Ab Klasse 7 erfolgt in den Kernfächern der Unterricht in Grund- und Erweiterungskursen, die eine Leistungsdifferenzierung ermöglichen, indem verschieden hohe Anforderungen in den Kursen gestellt werden.
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Arbeit zitieren:
Jochen Bisping, 2006, Nach der Grundschulzeit: Orientierungshilfen und Überblick über weiterführende Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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