Inhaltsverzeichnis
1 Warum Geschichte des Journalismus (in der DDR) ? 1
2 Rahmenbedingungen für journalistisches Arbeiten im Sozialismus 1
2.1 Ideologische Grundlagen 1
2.2 Rechtliche Grundlagen 2
2.3 Kontrollmechanismen und Möglichkeiten der Einflussnahme 3
3 Die Person des Journalisten im Sozialismus 5
3.1 Die journalistische Persönlichkeit 5
3.2 Prinzipien ihrer Tätigkeit 6
4 Die Nachricht als Produkt der Journalisten im Sozialismus 7
4.1 Aufgaben einer Nachricht als Darstellungsform 7
4.2 Eigenschaften einer Nachricht 8
4.3 Auswahl und Präsentation von Nachrichten 9
5 Aus- bzw. Rückblick: Die Wende 9
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1
1 Warum Geschichte des Journalismus (in der DDR) ?
Warum beschäftigt man sich mit der Vergangenheit, mit journalistischer Geschichte? Wieso im Besonderen mit der Geschichte des Journalismus in der DDR? Wozu betrachtet man Journalisten, die Rahmenbedingungen, in denen sie arbeiteten und deren Produkte, obwohl es heute doch bekannt ist, dass die DDR und der Sozialismus als System versagt haben und seit dem Fall der Mauer bzw. dem Untergang der Sowjetunion nicht mehr existieren? Es ließe sich hier eine grundsätzliche Debatte führen, jedoch sollte folgendes bedacht werden: Aus nichts kann man besser lernen als aus der Geschichte. Doch ein weiterer Aspekt kommt hinzu, warum es auch heute noch interessant und aufschlussreich sein kann, dieses Thema - Journalisten in der DDR - zu betrachten: Die Auswirkungen dieser Zeit von den 50ern bis Ende der 80er Jahre sind noch heute zu spüren. Nach der Wiedervereinigung arbeiteten viele jene Journalisten weiter bei westdeutschen bzw. nun gesamtdeutschen Verlagen, Zeitungen, bei Rundfunk oder Film. Viele sind bis heute geprägt von ihren Erlebnissen und von der Ideologie des DDR-Regimes. Ein untergegangenes Regime, das also doch bis heute zumindest geringe Einflüsse auf das gesamtdeutsche Mediensystem hat.
In dieser Arbeit werden zunächst die Rahmenbedingungen, unter denen die Journalisten zu arbeiten hatten, vorgestellt, bevor die Person eines Journalisten selbst genauer betrachtet wird. Schließlich wird kurz ein Auge geworfen auf die Nachricht als Darstellungsform im sozialistischen Journalismus. Zum Schluss folgt ein kurzer Blick auf die Folgen der Wiedervereinigung und die Frage, welche Probleme aber auch Wünsche und Hoffnungen diese hervorbrachte.
2 Rahmenbedingungen für journalistisches Arbeiten im Sozialismus
2.1 Ideologische Grundlagen
Die ideologischen Grundlagen für das Schaffen als sozialistischer Journalist lieferte LENIN schon 1905 in seinem Werk „Womit beginnen?“. Seine klassische Beschreibung lautete: Die
2
Presse ist ein kollektiver Propagandist, kollektiver Agitator und kollektiver Organisator. (vgl. WILKE 2000, S.214)
Der Aufgabe der Propaganda solle sie in der Form nachkommen, indem sie „den Marxismus-Leninismus in allen Bevölkerungsschichten verbreiten“ (WILKE 2000, S.214f.) solle. Genauer gesagt war hiermit die „politisch-ideologische Erziehung durch Darlegung und Erläuterung kommunistischer Überzeugungen und Theorien“ (WILKE 2000, S.215) gemeint. Die aktuellen politischen Entscheidungen und Belange der staatsleitenden Partei zu unterstützen, ist mit Agitator gemeint. Daneben ist die Bevölkerung zu motivieren, die ihr gestellten Aufgaben im Sinne des Sozialismus zu erfüllen. (vgl. WILKE 2000, S.215) Anleitung und Kontrolle der geplanten politischen und kulturellen Entwicklung ist mit der Aufgabe des Organisators gemeint. Diese Tätigkeiten sollen zu konkreten Ergebnissen führen und die Bürgen wiederum zur Unterstützung des Sozialismus ermutigt werden. (vgl. WILKE 2000, S.215). Als weitere Grundprinzipien des sozialistischen Journalismus gelten „Parteilichkeit, Wissenschaftlichkeit und Volksverbundenheit“ (WILKE, 2000, S.215; Hervorhebung im Original).
HERMANN BUDZISLAWSKI merkt zu Recht in seinem Einführungswerk für sozialistische Journalistik an, dass die Presse in der DDR nicht nur als Mittel zur „Interpretation und Aufklärung“, sondern auch als „Instrument der Partei zur Umsetzung ihrer revolutionären Politik“ sei (Budzislawski 1969).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hinter allem Tun und Schaffen der Journalisten ein komplexes gedankliches Gebäude steckte, dessen Einfluss für die journalistische Arbeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung war.
2.2 Rechtliche Grundlagen
Nicht nur gedankliche Vorgaben und Beschränkungen hatten in der damaligen Zeit Auswirkungen auf das Schaffen eines DDR-Journalisten. Auch zahlreiche Gesetze machten es schwer, seiner Kreativität und seinen Einfällen völlig freien Lauf zu lassen.
Arbeit zitieren:
Johann Huber, 2004, Journalisten in der DDR, München, GRIN Verlag GmbH
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