Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Die Effektgröße d
2. Räumliche Fähigkeiten
2.1. Räumliche Wahrnehmung
2.2. Mentale Rotation
2.3. Räumliche Visualisierung
2.4. Unterschiede
3. Verbale Fähigkeiten
3.1. Eingrenzung des Begriffs
3.2. Unterschiede
4. Mathematische Fähigkeiten
4.1. Eingrenzung des Begriffs
4.2. Unterschiede
4.3. SAT-M Untersuchung
4.4. Erklärungsansatz 1: Geschlechtsstereotyp
4.5. Erklärungsansatz 2: Vorteil des männlichen Geschlechts
in räumlichen Fähigkeiten
4.6. Erklärungsansatz 3: Prädikatives vs funktionales Denken
5. Darstellen einer Studie
5.1. Einführung
5.2. Methode
5.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Synopsis und Diskussion
7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Nicht nur der Volksmund, sondern auch Forscher glaubten lange Zeit, Frauen seien schon von Natur aus weniger intelligent, als Männer. Man erklärte sich diese Denkweise durch die geringere Größe des weiblichen Gehirns. Bei zahlreichen Überprüfungen der allgemeinen Intelligenz wurden jedoch keine geschlechtsspezifischen Mittelwertdifferenzen festgestellt (Asendorpf, 2004). Dennoch fand man deutliche Varianzunterschiede der Testwerte von Frauen und Männern (Asendorpf, 2004).
Da die Intelligenztests so ausgerichtet sind, dass möglichst geringe Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Intelligenzquotient bestehen, können kognitive Geschlechtsunterschiede mit diesen IQ-Tests nicht gemessen werden. Laut Asendorpf (2004) fand man eine geringe Anzahl an deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschieden bei speziellen intellektuellen Fähigkeiten (d>0.5), auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll.
1.1. Die Effektgröße „d“
Ein quantitatives Maß zur Darstellung der Unterschiede wurde mit der Effektgröße „d“ festgelegt. Bei dieser Größe handelt es sich um einen Quotient aus der Differenz der Mittelwerte pro Standardabweichung. Sei der durchschnittliche IQ einer Stichprobe von Männern zum Beispiel 103, der von Frauen zum Beispiel 98 und die Standardabweichung betrage zum Beispiel 15, dann ist d=0.33.
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2. Räumliche Fähigkeiten
Zunächst muss bei der Betrachtung räumlicher Fähigkeiten auf eine Differenzierung in drei Subfähigkeiten hingewiesen werden. Es wird dabei zwischen räumlicher Wahrnehmung, mentaler Rotation und räumlicher Visualisierung unterschieden (Asendorpf, 2004).
2.1. Räumliche Wahrnehmung
Es geht bei der räumlichen Wahrnehmung um das korrekte Bestimmen einer räumlichen Beziehung relativ zur Orientierung des eigenen Körpers trotz ablenkender Informationen. Als Beispielaufgabe (Abbildung 1) sei hier die „Wasserspiegelaufgabe“ (Piaget & Inhelder, 1971, zitiert nach Asendorpf, 2004) angeführt.
Abbildung 1. Wasserspiegelaufgabe nach Piaget & Inhelder, 1971 (übernommen aus Asendorpf, 2004).
Bei der Messung eines geschlechtsspezifischen Unterschiedes bezüglich der räumlichen Wahrnehmung fand man, dass Männer um d=0.44 besser sind als Frauen (Asendorpf, 2004).
2.2. Mentale Rotation
Bei der mentalen Rotation geht es darum, dass man Objekte in veränderten Perspektiven wieder erkennen kann. Als Beispiel sei hier eine Aufgabe (Abbildung 2), übernommen aus Amelang und Bartussek (2001), angeführt.
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Abbildung 2. Beispielaufgabe zur mentalen Rotation (aus Amelang & Bartussek, 2001).
Hinsichtlich dieser räumlichen Fähigkeit fand man einen signifikanten Unterschied von d=0.94, das heißt, dass Männer ihren weiblichen Kolleginnen in diesem Sektor weit voraus sind.
2.3. Räumliche Visualisierung
Die Fähigkeit zur Grund-Figur-Trennung wird auch als räumliche Visualisierung bezeichnet (Asendorpf, 2004). Es gilt zu erkennen, ob eine vorgegebene Figur Teil einer komplexen Figur ist. Zur Verdeutlichung dieser Problemstellung ziehe man folgendes Beispiel (Abbildung 3) heran.
Abbildung 3. Beispielaufgabe zur räumlichen Visualisierung (aus Amelang & Bartussek, 2001).
Einen Unterschied zum Vorteil der Männer fand man hier mit d=0.13.
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2.4. Unterschiede
Laut einer Studie (Linn & Petersen, 1985, zitiert nach Asendorpf, 2004) erreichen männliche Versuchspersonen in allen drei Bereichen höhere Werte. Der substantielle Unterschied (d=0.94) bei mentaler Rotation hat dabei außerdem eine große praktische Bedeutung für viele Berufe (zum Beispiel Piloten, Architekten, Bildhauer, etc.). Die männliche Überlegenheit bei dieser intellektuellen Fähigkeit zeigt sich bereits ab dem 4,5. Lebensjahr. Wenn jedoch mentale Rotation bei Mädchen gefördert wird, zeigen sie später durchaus bessere Leistungen auf diesem Gebiet (Asendorpf, 2004).
3. Verbale Fähigkeiten
3.1. Eingrenzung des Begriffs
Ganz allgemein wurde festgestellt (Asendorpf, 2004), dass Frauen redegewandter sind und über bessere verbale Fähigkeiten als Männer verfügen. Außerdem können Frauen besser buchstabieren, verbal klassifizieren und sie sind in grammatikalischen Anwendungen sicherer. Das weibliche Geschlecht bildet laut Asendorpf (2004) im Mittel längere Sätze und besitzt eine höhere Ideen- und Wortflüssigkeit. Frauen fällt es zudem leichter, komplizierte Beziehungen- sofern diese verbal dargestellt sind- zu verstehen. Bereits in der frühkindlichen Sprachentwicklung sind kleine Mädchen im Vorteil und haben weniger Schwierigkeiten beim Lesenlernen. Man fand, dass Jungen fünfmal häufiger Legastheniker oder Stotterer sind als Mädchen (Asendorpf, 2004).
Bei Tests (nach Amelang & Bartussek, 2001) wird zum Beispiel gemessen, wie viele Gegenstände derselben Farbe, oder wie viele Wörter mit dem selben Anfangsbuchstaben die Probanden aufzählen können. Bei Anagrammbildungsaufgaben (Abbildung 4) fand man vorallem bei Frauen eine hohe Kreativität.
Abbildung 4. Anagrammaufgabe (übernommen aus Amelang & Bartussek, 2001)
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Arbeit zitieren:
2006, Intelligenz und Geschlecht, München, GRIN Verlag GmbH
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