I. Einleitung 3
III. Der Wahlkampf 2002 3
1. Wirklichkeit und Medienwirklichkeit 3
2. Reaktionen auf die BILD-Berichterstattung 5
3. Vorstellung und Systematik der Medieninhaltsanalyse 7
3.2 Die Ergebnisse unserer Medieninhaltsanalyse 8
4. Unsere Bilderanalyse. 11
5. Das Fazit. 12
Anlagen : 14
Anlage 1 14
Anlage 2 14
Anlage 3 15
Anlage 4 16
Anlage 5 16
Anlage 5 17
Anlage 6 18
Anlage 7 19
Anlage 8 20
Anlage 9 21
Anlage 10 22
2
I. Einleitung
Unsere Referatsausarbeitung ist an unsere mündliche Präsentation angelehnt. Somit gliedert sich auch die schriftliche Arbeit in zwei Hauptteile. Erstens den Wahlkampf 1998 und zweitens den Wahlkampf 2002. Der erste Teil basiert auf wissenschaftlicher Literatur. Zum Wahlkampf 2002 gab es jedoch kaum Literatur, so dass auch für unsere Ausarbeitung größten Teils die Ergebnisse unserer Medieninhaltsanalyse als Belege dienen. Hier muss also deutlich erkannt werden, dass die niedergeschriebenen Ergebnisse sich lediglich auf unsere Arbeit beziehen und in dieser Form nicht in anderer wissenschaftlicher Literatur zu finden sind. Der erste Teil der Ausarbeitung ist von Stephen Reygate geschrieben. Im Abschnitt zum Wahlkampf 2002 stammen die Teile 1 - 3.1 von Olaf Bartels und die Teile 3.2 - 5 von Eric Horster. Obwohl diese Abschnitte separat geschrieben wurden, sind sie inhaltlich aufeinander abgestimmt.
III. Der Wahlkampf 2002
1. Wirklichkeit und Medienwirklichkeit
Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir unsere Informationen zu großen Teilen aus der Berichterstattung der verschiedenen Medienorgane gewinnen. Diese Informationen vermitteln uns ein Abbild der Wirklichkeit. Da ein komplettes Spiegelbild der Realität durch die Medien aufgrund der Komplexität und des subjektiven Einflusses nicht möglich ist, entsteht ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit, das Medienwirklichkeit genannt wird. Im Zuge dieser ‚zweiten Realität’ können verschiedene Gesichtspunkte zu Problemen führen, denn:
„Nachrichten werden fortlaufend ‚gemacht’, Themen werden immer wieder ‚lanciert’, die Medienwirklichkeit ist weitgehend inszeniert.“ 1
Die Folgen einer solchen Inszenierung können eindrucksvoll am Beispiel der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten im Jahre 1992 verdeutlicht werden. Nachdem
1 Faulstich, Werner (Hg.): Grundwissen Medien. 4. Auflage. München 2000.
3
die amerikanischen Networks die Wirtschaftslage sehr negativ darstellten, schätzten die Amerikaner die Situation pessimistischer ein als sie es aufgrund der realen Wirtschaftsindikatoren hätten tun müssen. Denn zu dieser Zeit veränderte sich das Wirtschaftswachstum innerhalb eines Jahres von minus 0,9 % auf plus 3,5 %. Da die Einschätzung der Wirtschaftlage ein entscheidender Faktor bei der Stimmabgabe ist, wurde George Bush sen. abgewählt und Bill Clinton neuer Präsident der USA. 2
Natürlich trugen noch andere Faktoren zu der Abwahl des damaligen Präsidenten bei, doch die Medien stellten damit ihre Macht deutlich unter Beweis. Dass die Beeinflussung der Bürger durch die Medien leicht möglich ist, hängt sicherlich mit der immer noch fehlenden theoretischen Schulung im Umgang mit den Medien zusammen.
Im Bezug auf unser Referatsthema: „BILD-Berichterstattung im Wahlkampf 2002“ stellt sich folgende Frage: Wie sah die gesamtwirtschaftliche Situation im Wahljahr 2002 aus, bzw. unter welchen wirtschaftlichen Voraussetzungen führte die BILD-Zeitung ihre Berichterstattung?
Wie das erwähnte Beispiel aus den USA zeigt, ist es sinnvoll die reale Wirtschaftslage in Deutschland zu skizzieren, um daraus eine Erkenntnis über die wirtschaftliche Lage der Nation zu gewinnen. Für eine Einschätzung benötigt man Indikatoren, die zum einen Wahl beeinflussend und zum anderen aussagekräftig im Hinblick auf die öffentliche Meinung sind. Das Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosenquote sind konstant relevante Größen, um die ökonomische Situation zu verdeutlichen. 3
Die vorliegenden Zahlen zum Wirtschaftswachstum belegen die schlechteste Wachstumsrate in Deutschland seit 1993. Der Wert von plus 0,2 % liegt deutlich unter dem mit plus 2,0 % anvisierten angemessenen Wirtschaftswachstum aus dem Stabilitätsgesetz 4 . Erklärend ist hinzuzufügen, dass Deutschland ein Exportland und somit in hohem Maße von der Weltwirtschaftslage abhängig ist. Diese hat sich seit den Terroranschlägen des 11.09.2001 auf das World Trade Center in New York rezessiv entwickelt.
2 Vgl.: Noelle-Neumann, Elisabeth, Kepplinger, Hans Mathias, Donsbach, Wolfgang (Hg.): Kampa. Meinungsklima und Medienwirkung im Bundestagswahlkampf 1998. 2. Auflage. Freiburg / München 2000. S. 40.
3 Siehe Anlage 1+2.
4 Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft - StGW von 1967.
4
Die Arbeitslosenquote für den August 2002 lag bei bekannt werden (ca. drei Wochen vor dem Wahlgang) bei 9,6 % und ist somit auf das gesamte Jahr 2002 betrachtet rückläufig. Im Vergleich zum August 2001 ist jedoch ein Anstieg von 0,4 % zu verzeichnen. Trotzdem ist ein Trend zu Gerhard Schröders Wahlversprechen von 1998 5 nicht zu erkennen. Denn mit einer Arbeitslosenquote von 9,6 % liegt die tatsächliche Arbeitslosenzahl damit knapp über vier Millionen.
Der reale Wirtschaftsindikator und der reale Arbeitsmarktindikator deuten auf eine Situation hin, in der es Anlass zum Pessimismus gab, der eine negativ gelagerte Berichterstattung in den Medien teilweise legitimieren würde.
2. Reaktionen auf die BILD-Berichterstattung
Während des Wahlkampfes gab es zahlreiche Kritik aus Reihen der Regierung, aber auch Vorwürfe von Medienkollegen über die Art und Weise der BILD-Berichterstattung zum Wahlkampf 2002. Dass es der Regierung nicht gefällt, wenn negativ über sie geschrieben wird, ist nachvollziehbar. Wenn aber andere Journalisten verschiedener Couleur diese Kritik stützen und belegen, muss man diese Vorwürfe in die Vermutungen über eine eventuelle Parteilichkeit der BILD-Zeitung einbeziehen.
In folgenden drei Fällen wird beschrieben, was der Zeitung aus dem Axel-Springer-Verlag zum Vorwurf gemacht wurde.
Am 26. August 2002, einen Tag nach dem ersten TV-Duell der Kanzlerkandidaten in der deutschen Geschichte, ruft die BILD auf der Titelseite dazu auf an einer Telefonabstimmung (der so genannte BILD-TED) teilzunehmen, um den Sieger des Duells zu ermitteln. Einen Tag später steht das Ergebnis fest und sieht in CDU/CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber den klaren Gewinner. Während ihm ein Zuspruch der BILD-Leser von 75 % gebührt, sehen nur 25 % den Sieger in Kanzler Gerhard Schröder.
5 Zu Beginn seiner Amtszeit versprach Gerhard Schröder einen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 3,5 Millionen bis zum Ende der Legislaturperiode.
5
Dieses nicht repräsentative Umfrage-Ergebnis des Teds deckt sich keineswegs mit den Resultaten der Meinungsforschungsinstitute. Diese ermittelten in repräsentativen Befragungen eine knappe Mehrheit für Kanzler Schröder. 6
Es bleibt die Frage, warum die BILD-Zeitung ihre Berichterstattung nicht auf die repräsentativen Ergebnisse stützt, sondern selbst eine Abstimmung ins Leben ruft ?
Der zweite Vorwurf betrifft die Darstellung der Arbeitslosenzahlen am 6. September 2002. Von Juli auf August war die Zahl der Erwerbslosen um 28.000 zurückgegangen. Die BILD-Zeitung titelte hierzu: „Wieder über 4 Mio Arbeitslose - Was nun, Kanzler?“. Mit dieser Überschrift drängte sie den sich andeutenden positiven Trend in den Hintergrund. Das Bild eines fragenden und verzweifelten Kanzlers runden die negative Darstellung ab. Zudem wird der besonders starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Land Bayern, in dem der Herausforderer Edmund Stoiber Ministerpräsident ist, nicht Thematisiert. 7
Das bewusste Weglassen von Textpassagen stellt den dritten Vorwurf dar. Wiederum handelt es sich um die Ausgabe der BILD-Zeitung vom 27. August 2002. Auf der zweiten Seite wird unter der Überschrift: „In der SPD macht sich Ernüchterung breit“ über den Ausgang des ersten TV-Duells berichtet.
Eine Textpassage aus diesem Artikel lautet:
„Die Nachrichtenagentur AP urteilte unterdessen, dass Schröder ‚seiner Entthronung als volksnaher Medienpolitiker scheinbar widerstandslos zugesehen habe.’“
Es ist naheliegend, dass ein Leser diese Zeilen als negativ für Schröder interpretiert, Schröder in den Augen der Leser gar als verzweifelt und fatalistisch erscheint. Tatsächlich geht der Artikel der Nachrichtenagentur AP jedoch wie folgt weiter:
6 Vgl.: o.V.: Die Kunst der Zunft: Bild’ Dir meine Meinung. http://www.n-tv.de/3063851.html?tpl=druck (10.09.2002). Vgl.: o.V.: Die Kunst der Zunft: Bild’ Dir meine Meinung. http://www.n-tv.de/3063851.html?tpl=druck (10.09.2002).
6
Arbeit zitieren:
M. A. Eric Horster, 2002, Die Bild-Berichterstattung im Wahlkampf 2002, München, GRIN Verlag GmbH
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