Inhaltsangabe:
1. Einleitung: 3
2. Was ist Hegemonie? 3
3. Erläuterung zum Text: „Hegemony What’s in a name?“ 4
4. Die leeren Signifikanten: 12
5. Fazit: 13
Literaturangaben : 16
Anlagen : 17
Anlage 1: 17
2
1. Einleitung:
Die Ausarbeitung meines Referats soll den Text „Hegmony What’s in a name?“ näher beleuchten und auf einige Aspekte genauer eingehen, um sie im Kontext verständlicher zu machen. Es handelt sich bei den Ausführungen nicht immer um Fakten, sondern auch oft um eigene Interpretationen des Textes. Dies war notwendig, da ein solcher Text auf ganz verschiedene Art und Weise gedeutet werden kann. Mit besonderer Tiefe möchte ich auf Gramsci und Marx eingehen, da sie wichtige Gedanken für die Weiterentwicklung Laclaus geben.
2. Was ist Hegemonie?
Der Begriff der Hegemonie leitet sich ab aus dem griechischen Wort Hegemonikon. Es bezeichnet den leitenden Seelenteil in einem Menschen.
Platon übertrug den Begriff dann auf den Staat. Er differenzierte zwischen Lehrstand, Wehrstand und Nährstand, die die hegemoniale Struktur eines Staates bilden. 1 Die Bedeutung des Begriffs wurde im laufe der Geschichte erweitert und verändert. Laut Duden spricht man von einer Vorherrschaft, einer faktischen Überlegenheit kultureller, wirtschaftlicher, politischer und anderer Art.
Der Begriff bezeichnet aber auch eine Beziehung von Staaten untereinander. Er tauchte vor allem auf, um Kämpfe in einer posttotalitären Gesellschaft mit Sinn zu belegen. In Hegemonie und radikale Demokratie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe heißt es hierzu:
1 Vgl.: Horster, Detlef: Postchristliche Moral. Eine sozialphilosophische Begründung. Hamburg, 1999, S. 19.
3
“Der Begriff Hegemonie tauchte nicht auf, um einen neuen Typus von Beziehung in seiner besonderen Identität zu definieren, sondern um eine Lücke zu schließen, die sich in der Kette der historischen Notwendigkeit aufgetan hatte. „Hegemonie“ wird auf eine abwesende Totalität sowie auf die verschiedenen Versuche zur Neuzusammensetzung und Reartikulation hinweisen, die, indem sie diese ursprüngliche Abwesenheit überwinden, es möglich machen, dass Kämpfe einen Sinn bekommen und historische Kräfte mit voller Positivität ausgestattet werden“ 2
Der Begriff der Hegemonie, wie er bei Ernesto Laclau weiterentwickelt wird, ermöglicht es uns zudem die komplexen Interaktionsstrukturen zwischen den Weltmächten auf der Beziehungsebene erklären zu können. Wichtig ist auch die Dynamik dieser Beziehung, die Laclau in seinen Gedankenkomplex mit einfließen lässt.
3. Erläuterung zum Text: „Hegemony What’s in a name?“
In dem von Ernesto Laclau geschriebenen Text greift er die, von Judith Butler formulierte, frage auf, ob Hegemonie immer noch eine hilfreiche Kategorie darstelle, um politische Prozesse zu beschreiben.
Diese frage wird von ihm ausdrücklich bejaht, da Hegemonie das genaue Terrain beschreibe, auf dem sich politische Beziehungen abspielen.
Anhand zweier Passagen eines Essays von Marx deckt Laclau die darin implizierten Thesen als Widersprüche auf. Er bezeichnet Marx’ erste These als Nullstufe der Hegemonie. 3 Die zweite These dient später Gramsci zur Entwicklung seines, im Gefängnis entstandenen, Modells der hegemonialen Beziehungen.
2 Laclau, Ernesto; Mouffe, Chantal: Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion
des Marxismus. Wien 1991, S.39.
4
Marx spricht in der ersten Passage seines Essays von einer Auflösung der Klassen, durch den Kapitalismus. In diesem Prozess komme es zu einer Proletarisierung der Mittelschicht. Die daraus resultierende proletarische Masse verkörpere nun eine Universalität, die dem Staat jegliche Notwendigkeit der Existenz entziehe. Er spricht in diesem Zusammenhang auch von einer ausgesöhnten Gesellschaft.
Diese Passage stellt Laclau nun Marx’ zweiter Passage des Essays gegenüber, in dem Marx den Prozess der zu der genannten Entwicklung führt.
Partikuläre Gruppen würden sich demnach für die Anliegen der gesamten Gesellschaft einsetzen und äußern. Unter der Voraussetzung eines unterdrückenden Regimes, müsse sich dann eine partikuläre Gruppe gegen diesen Apparat durchsetzen. Diese Partikularität steht nun weiterhin mit der Gesamtgesellschaft in Vermittlung und verkörpere somit die Interessen aller.
Der Widerspruch ergibt sich nun aus den zwei Kernthesen. So wird im ersten Abschnitt die Hypothese aufgestellt, dass die Emanzipation der Gesellschaft durch eine Auflösung und Aussöhnung der partikularen Gruppen erreicht werde. Diese Aussöhnung führe in der Folge zu einer unvermittelten Vollendung.
In der zweiten Textpassage sind jedoch gerade diese Partikularitäten elementare Voraussetzung für eine Veränderung der bestehenden Struktur, da diese die Interessen der Gemeinschaft vertreten.
Marx beschreibt also einen Prozess bei dem die für den Prozess notwendige Bedingung aufgelöst wird. Dies ist der Widerspruch, der sich für Laclau daraus ergibt. Aus Marx’ Argumentation ergeben sich nun für ihn zwei Konsequenzen. Erstens sei die Bedingung jeglicher Universalisierung die politische Vermittlung. Da diese Vermittlung immer durch Akteure erfolgt, die durch die Geschichte Begrenzt sind, sei die zu erreichende Universalität immer nur eine pragmatische und partielle. In wieweit es der agierenden Person gelingt den universellen Ansprüchen gerecht zu werden, hängt davon ab, wie diese Person ihre eigenen Bedürfnisse mit denen der Gesellschaft in Einklang zu bringen vermag.
3 Vgl.: Laclau, Ernesto: In: Butler, Judith; Laclau, Ernesto; Zizek, Slavoj: Contingency, Hegemony and
5
Arbeit zitieren:
M. A. Eric Horster, 2002, Der Begriff der Hegemonie bei Ernesto Laclau, München, GRIN Verlag GmbH
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