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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
I. Beschreibung der Praxisstelle 5
1. Die Rheinwerkstatt der Stiftung Bethesda - St. Martin 5
1.1 Aufbau und Organisation 5
1.2 Personalstruktur 6
1.3 Mitarbeiterstruktur und Krankheitsbilder 7
1.4 Lage und Umfeld 8
1.5 Konzeptionelle Grundlagen 8
2. Aufgaben des Berufspraktikanten 9
2.1 Sozialverwaltung 9
2.2 Entwicklung und Durchführung von Projekten 10
2.3 Einzelfallarbeit und Kriseninterventionen 10
2.4 Pädagogische Förderung 10
2.5 Öffentlichkeitsarbeit 11
II. Theorieteil: Die klientenzentrierte Gesprächsführung und
ihre Anwendungsmöglichkeit in Werkstätten für psychisch
Kranke. 11
3. Methodendiskussion in der Sozialen Arbeit 11
4. Grundannahmen des klientenzentrierten Ansatzes nach Rogers. 12
4.1 Abgrenzung zu anderen Verfahren 14
4.2 Anforderungen an den Berater 15
5. (Berufliche) Bildung in Werkstätten für psychisch Kranke 16
5.1 Bedeutung der Arbeit 17
5.2 Arbeitsbegleitende Maßnahmen 19
III. Praxisteil: Vorbereitung, Durchführung und Reflexion des
Projektes „Computer-Kurs“ 20
6. Organisatorische Aspekte und Zieldefinition 20
6.1 Kursaufbau 22
6.2 Konzeption eines praxisorientierten Computer-Kurses 23
6.2.1 Methodik 23
6.2.2 Aktivierende Methoden 24
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7. Durchführung des Projektes - exemplarisch an einem Fallbeispiel. 26
7.1 Ablaufschema 26
7.2 Fallbeispiel 27
7.2.1 Anamnese 27
7.2.2 Fallbeispiel Herr H 29
8. Reflexion 31
IV. Bibliografie 34
V. Anhang 36
- 4 - Einleitung
Bei einer Fülle von zu bewältigenden Aufgaben für die Fachkräfte im Begleitenden Dienst 1 einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) habe ich mir schon des öfteren im Verlaufe meines Anerkennungsjahres die Frage gestellt: Welche adäquaten Methoden sind mir eigentlich während meines Studiums an der Fachhochschule vermittelt worden, derer ich mich nun bedienen kann? Bei der Suche nach einer von vielen Antworten bin ich auf die klientenzentrierte Gesprächsführung als Methode gestoßen. Meine Neugierde und mein Interesse wurden zudem durch den Umstand geweckt, dass ich mich bereits während des Studiums für dieses Thema interessierte. Leider wurden jedoch dazu ausgesprochen wenige Veranstaltungen angeboten.
Was lag da näher als sich nun intensiver mit dieser Thematik zu beschäftigen und die klientenzentrierte Grundhaltung zum Ausgangspunkt für die Konzeption und Durchführung eines praxisorientierten Computer-Kurses zu machen. Schließlich hatte ich mir im Laufe des Studiums umfangreiche Fachkenntnisse auf diesem Gebiet angeeignet bzw. aneignen müssen. Sei es dadurch, dass ich selbst Computer-Kurse besucht habe - in denen ich nicht selten Dozenten als Alleinunterhalter erlebt habe, die immer nur die „Musik von vorne“ erklingen ließen. Oder aber dies geschah als Autodidakt, der sich selbst viel durch eigenes Tun beigebracht hat.
Dies führt mich zu folgender Ausgangsfragestellung für diese Hausarbeit: Inwieweit kann die klientenzentrierte Gesprächsführung innerhalb einer Werkstatt für behinderte Menschen in der täglichen Arbeit mit psychisch kranken Menschen zur Anwendung kommen? Dies soll exemplarisch anhand einer von mir durchgeführten arbeitsbegleitenden Maßnahme in Form eines Computer-Kurses diskutiert werden. Ich werde im 1. Teil dieser Hausarbeit kurz auf meine Praxisstelle eingehen und anschließend meine Aufgabenbereiche innerhalb des Begleitenden Dienstes der Rheinwerkstatt für die Dauer meines Anerkennungsjahres näher beschreiben.
1 Zu denen ich für die Dauer meines Anerkennungsjahres ebenfalls gehöre. Dazu zählen in der
Regel: Diplom-Sozial(pädagogen) / -innen und Diplom-Sozialarbeiter/ -innen. In wenigen
Werkstätten wird die Arbeit des Begleitenden Dienstes noch durch Psychologen/ -innen
unterstützt.
- 5 -Im 2. Teil werden die theoretischen Grundlagen für die Durchführung meines „Computer-Kurs“ Projektes skizziert. Zum Abschluss stelle ich mein eigenes Projekt in den verschiedensten Facetten vor und werde mein eigenes fachliches Handeln exemplarisch an einem Fallbeispiel erläutern und reflektieren.
I. Beschreibung der Praxisstelle
1. Die Rheinwerkstatt der Stiftung Bethesda - St. Martin
Träger der Rheinwerkstatt ist die Stiftung Bethesda - St. Martin, ebenfalls in der Mainzer Str. 8, 56154 Boppard ansässig. Sie wurde bereits 1855 gegründet und ist eine kirchliche Stiftung. 2
1.1 Aufbau und Organisation
Bei der Rheinwerkstatt handelt es sich um eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) nach § 142 SGB IX. Man kann sagen, dass es sich dabei um eine Einrichtung der beruflichen Rehabilitation behinderter Menschen handelt, wobei die Rheinwerkstatt sich schwerpunktmäßig auf die Arbeit mit psychisch kranken Menschen konzentriert. 3 Hierbei steht die Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. in den Arbeitsbereich der Werkstatt als Rehabilitationsmaßnahme gemäß § 54 SchwbG (Schwerbehindertengesetz) im Vordergrund sowie die Teilhabe behinderter Menschen. Aufgenommen werden Personen im erwerbsfähigen Alter mit überwiegend psychischer Erkrankung. Dabei handelt es sich schwerpunktmäßig um Personen mit endogenen Psychosen, Neurosen und Persönlichkeitsstörungen, bei denen nach Abklingen der akuten Erkrankung eine Restbehinderung längerfristig oder dauerhaft bestehen bleibt. Arbeitsmöglichkeiten bestehen in den Bereichen Holz, Metall, Gärtnerei, Haus-und Außentechnik, Konfektionierung, Verpackung,
Hauswirtschaft, Lebensmittel- und Kioskverkauf sowie in der Reklame und
2 Für ausführlichere Informationen zum Träger, vgl. URL:http://www.stibema.de [20.12.04]
3 Wie die genauere Verteilung - auch im Hinblick auf die Behinderungsarten - aussieht, wird
noch unter dem Abschnitt 1.3 näher beleuchtet.
- 6 -Beschilderung. Weitere rechtliche Grundlagen stellen der § 53 SGB XII, in dem die Eingliederungshilfe geregelt ist, dar und die im SGB IX integrierte Schwer-behinderten-Werkstattverordnung (SchwbWV).
Die Rheinwerkstatt trägt sich selbst und finanziert sich ausschließlich aus den Pflegesätzen. Diese werden vom Kostenträger für die in der Rheinwerkstatt angebotenen Rehabilitations-maßnahmen entrichtet. Für den Eingangsbereich und den sich nahtlos anschließenden Berufsbildungsbereich (Kostenträger in der Regel: Agentur für Arbeit oder Rentenversicherungsträger) beträgt der Pflegesatz pro Tag zur Zeit 33,38 €, während er sich für den Arbeitsbereich (Kostenträger in der Regel: örtlicher Sozialhilfeträger) auf augenblicklich 37,10 € pro Tag beläuft.
1.2 Personalstruktur
In der Rheinwerkstatt arbeiten zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: Anfang Dezember 2004) folgende Mitarbeiter/ -innen mit entsprechender Qualifikation: 1 Diplom-Bauingenieur (FH) als Werkstattleiter, 1 Diplom-Pädagogin als Leiterin des Begleitenden Dienstes in Teilzeit, 1 Diplom-Sozialarbeiter (FH) in Teilzeit, 1 Diplom-Sozialpädagoge (FH) im Anerkennungsjahr, 2 Verwaltungsangestellte in Teilzeit, 1 Industriemeister als Technischer Leiter. Unter den 9 Gruppenleitern/innen finden sich neben 1 Industriemeister, 1 Hauswirtschaftsmeisterin, 1 Radio-und Fernsehtechnikermeister noch verschiedene Berufsgruppen (z.B. Gärtner, Schreiner, Glasmaler), jeweils immer mit einem Handwerksgesellenbrief. Alle Gruppenleiter/ -innen verfügen zudem mehrheitlich über eine
sonderpädagogische Zusatzausbildung. Daneben gibt es noch weitere 4 Gruppenhelfer/ -innen, 1 Fahrer, mehrere Aushilfsfahrer auf 400,-- € Basis, 2 Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr und zurzeit 1 Zivildienstleistenden.
- 7 - Mitarbeiterstruktur 4 undKrankheitsbilder 1.3
Fasse ich die Anzahl der Personen aus beiden Bereichen der Werkstatt (Eingangsverfahren mit Übergang in den Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich) zusammen, so komme ich auf insgesamt 131 Personen (Stand: Ende November 2004).
Geschlechterspezifisch betrachtet dominieren die Männer mit 2/3 zu 1/3 gegenüber den Frauen. Hinsichtlich der Verteilung der Behinderungsarten kann mitnichten von einer homogenen Gruppe gesprochen werden. Die psychisch Behinderten machen zwar mehr als die Hälfte der Mitarbeiter/ -innen aus, dennoch gibt es zahlreiche und „klassische“ Fälle von Lernbehinderungen, einige körperlich Behinderte, so genannte „Verhaltensauffällige“ und Personen mit Entwicklungsdefiziten, Mitarbeiter mit Suchtproblematik und eine tendenziell steigende Anzahl von Mitarbeitern/ -innen mit „Doppeldiagnose“ (Kombination von Suchtproblematik und psychischer Symptomatik). Bei der Mehrzahl der Mitarbeiter/ -innen liegen Psychosen vor, hierbei überwiegend aus dem schizophrenen und schizoaffektiven Formenkreis. Einzelne Mitarbeiter/ -innen kommen auch bedingt durch andere psychische Behinderungen wie etwa Borderline-Störungen, Verhaltens- oder Persönlichkeitsstörungen in die Rheinwerkstatt. Bei rund einem Drittel der Mitarbeiter/ -innen liegen neben der psychischen Grundstörung noch weitere Krankheitsbilder vor. Zu nennen sind etwa solche aus dem Bereich der somatischen, der Anfalls- und der Abhängigkeitserkrankungen.
Etwa 2/3 der Mitarbeiter/ -innen haben eine anerkannte Schwerbehinderung, 1/3 verfügt über eine gesetzliche Betreuung, 1/3 sind Rentner/-innen. Bezogen auf die Wohnform leben weniger als 1/3 ohne Betreuung, d.h. entweder alleine lebend, in einer Wohngemeinschaft, mit den Eltern und Angehörigen oder mit dem/der Partner/ -in. Deutlich mehr als 2/3 werden entweder stationär (z.B. in Form eines Wohnheimes) betreut oder innerhalb des Betreuten Wohnens bzw. den Offenen Hilfen.
4 Wenn im Folgenden von Mitarbeitern/ -innen der Rheinwerkstatt gesprochen wird, so sind damit
ausschließlich die behinderten Mitarbeiter/ -innen gemeint und nicht die hauptamtlichen
Fachkräfte, während für viele andere WfbM`s häufig noch die Terminologie in Form vom
Klienten/ -in, Beschäftigte(n) oder Behinderte(n) charakteristisch ist.
- 8 - 1.4 Lage und Umfeld
Die Rheinwerkstatt befindet sich auf dem Gelände der Stiftung Bethesda St. Martin in Boppard, die bereits 1855 gegründet wurde. Auf dem ehemaligen Kloster-Gelände befinden sich neben einer Kapelle noch 1 Wohnheim, von denen aus viele Mitarbeiter/ -innen täglich in die Rheinwerkstatt arbeiten kommen. Insgesamt ist es eine sehr ruhige Lage mit direktem Blick auf den Rhein. Ein großes Gartengelände bietet genügend Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten. Darüber hinaus liegt die Rheinwerkstatt in unmittelbarer Stadtnähe, von der aus öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn leicht zu erreichen sind. Die Platzverhältnisse im ehemaligen Klostergebäude, in dem die Rheinwerkstatt untergebracht ist, sind insgesamt sehr beengt. Obwohl das Gebäude schon sehr alt und die Ausstattung der Räume auch sehr spartanisch ist, hat es für mich dennoch eine ganz besondere Atmosphäre. Dem Umstand des begrenzten Platzangebotes wird augenblicklich dadurch Rechnung getragen, dass auf dem Gelände ein Werkstatt-Neubau mit einer Kapazität von 60 Plätzen entsteht und dieser Mitte bis Ende 2005 bezugsfertig sein soll. Dabei sollen einige wenige Gruppen in die neuen Räumlichkeiten umziehen, während die restlichen Gruppen in den alten Räumlichkeiten bleiben sollen.
1.5 Konzeptionelle Grundlagen
Als oberstes Ziel der Rheinwerkstatt gilt, eine Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für den Einzelnen erreichbar zu machen bzw. Arbeits(Möglichkeiten) anzubieten, wenn für den behinderten Menschen eine dauerhafte Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wegen Art und Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder nicht wieder in Betracht kommt. Es geht darum, den Einzelnen entsprechend seiner Möglichkeiten zu fördern, ihn soweit wie möglich in wirtschaftliche Unabhängigkeit zu leiten und ihn zu befähigen, sein Leben weit gehend eigenverantwortlich zu gestalten. Dabei wird sich schwerpunktmäßig an folgenden Integrationsansätzen orientiert: Im Rahmen von Normalisierung sollen Unterstützung und Hilfen angeboten werden, wo sich das Leben abspielt, d.h. im sozialen Lebens(um)feld.
- 9 -Schließlich sind für die Erfassung subjektiver Lebensqualität psychisch kranker Menschen soziale Ressourcen - und dabei auch die Angehörigen - von großer Bedeutung. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, ein Höchstmaß an subjektiver Lebensqualität für die Mitarbeiter/- innen zu erreichen. 5
2. Aufgaben des Berufspraktikanten
Die sich nun anschließende Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr möchte ich mich auf die mir am wichtigsten erscheinenden Bereiche innerhalb des Begleitenden Dienstes beschränken. Als Fachdienst berät er behinderte Menschen in der WfbM, Eltern und Angehörige und ist Schnittstelle zwischen Werkstattleitung und Gruppenleitern/ -innen.
2.1 Sozialverwaltung
Im Bereich der Sozialverwaltung bin ich insbesondere mit folgenden Aufgaben betraut:
Aufnahmeverfahren (Informations- und Aufnahmegespräche, Überwachen des zügigen und sorgfältigen Verlaufes des Aufnahmeverfahrens, Einholen medizinischer und psychologischer Gutachten, Kontakte mit behandelnden (Fach-)Ärzten und Kliniken, Erstellung des IHP (Individuellen Hilfeplans),
Berichtswesen für den Kostenträger (z.B. Erstellung Eingliederungsplan), Umsetzung der Werkstättenverordnung,
Kontakte mit Kostenträgern, Angehörigen sowie Mitarbeitern/ -innen der Wohnheime, gesetzlichen Betreuern, Aktenführung, usw.
5 So lautet denn auch der zentrale Befund im Rahmen einer Studie zur Nutzerzufriedenheit in
den Einrichtungen und Diensten der Stiftung Bethesda - St. Martin, dass psychisch kranke
Menschen zufrieden sind, wenn sie so normal wie möglich leben können. Dabei bestimmen
folgende Faktoren die (subjektive) Zufriedenheit ganz entscheidend: Normalität und
Autonomie, Versorgung und Schutz, Transparenz und Akzeptanz sowie Perspektive.
Vgl. ausführlich hierzu: DOHERR / RÖDLER / SCHRAPPER 2003, S. 34 ff.
Arbeit zitieren:
Guido Diederich, 2005, Die Bedeutung der klientenzentrierten Gesprächsführung für die sozialpädagogische Beratung und Begleitung psychisch kranker Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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