Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
Teil A: Theorie des Handlungsorientierten Unterrichts
2. Der Handlungsorientierte Unterricht 3
2.1. Zur Frage, was einen Handlungsorientierten Unterricht ausmacht 3
2.2. Geschichte des Handlungsorientierten Unterrichts 3
2.3. Der Handlungsorientierte Unterricht nach H. Gudjons als Beispiel 4
2.4. Wozu Handlungsorientierten Unterricht heute? 5
2.5. Einwände gegen einen Handlungsorientierten Unterricht 6
Teil B: Handlungsorientierter Unterrichtsentwurf
3. Vorhabinformationen zum Handlungsorientierten Unterrichtsentwurf 6
3.1. Thema- und Situationsbeschreibung 6
3.2. Aufgabe und Zielstellung des Handlungsorientierten Unterrichts zur
Hochkultur am Nil 7
3.3. Zielstellung zum Kompetenzerwerb 7
4. Durchführung des Handlungsorientierten Unterrichts zur
Hochkultur am Nil 8
5. Fazit 12
6. Literaturverzeichnis 13
1
1. Einleitung
Wenn man Schüler und Schülerinnen fragt, was sie an ihrem Unterricht stört, dann kommt häufig die Antwort, dass er zu langweilig sei. Obwohl mitunter viel abgeschrieben werden muss in einigen Fächern, gilt der Unterricht dennoch als langweilig. Woran liegt das? Verbinden kann man diese Problematik auch mit der in der Schule allseits beliebten Frage „Wozu lernen wird das denn?“. Das Problem liegt in beiden Fällen zum großen Teil darin, dass der Schulunterricht zu theoretisch ist und somit den Schülern der Praxisbezug fehlt. Besonders in den unteren Klassen, die sich noch in der präjugendlichen Phase befinden und dazu womöglich das „spielerische Lernen“ der Grundschule gewöhnt sind, scheint es von Bedeutung zu sein, den Unterricht zu veranschaulichen. Ebensolches gilt aber auch für die oberen Klassen. Für Schüler/innen kann es ein großartiges Gefühl sein, durch ein Projekt, das auf ein bestimmtes Ziel hin gerichtet ist, plötzlich „Experte“ zu einer bestimmten Thematik zu sein und dies anderen zu präsentieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel stellt sich der „Aha-Effekt“ oft ganz von alleine ein, was zusätzlich das Interesse am Thema weckt. Handlungsorientierter Unterricht kann hierbei Möglichkeiten bieten, damit eben dieses Interesse geweckt wird.
Der erste Teil der vorliegenden Seminararbeit befasst sich mit der Theorie des Handlungsorientierten Unterrichts. Der zweite Teil soll anschließend ein Beispiel für eine mögliche Umsetzung des Handlungsorientierten Unterrichts in einer 5. Klasse zum Thema Ägypten - Hochkultur am Nil sein.
2
2. Der Handlungsorientierte Unterricht
2.1. Zur Frage, was einen Handlungsorientierten Unterricht ausmacht
Beim Handlungsorientierten Unterricht stehen Lernformen im Vordergrund, bei denen der Schüler bzw. die Schülerin durch den Umgang mit Gegenständen Lernerfolge erzielt. Zentrale Merkmale sind handelndes Lernen, Ganzheitlichkeit, Produktorientierung, kooperatives Handeln, Selbstorganisation und Selbstverantwortung. 1
Bei Roman Dörig lässt sich folgende Definition finden: „Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer/der Lehrerin und den SchülerInnen vereinbaren Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der SchülerInnen in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können.“ 2
2.2. Geschichte des Handlungsorientierten Unterrichts
Vorreiter des Handlungsorientierten Unterrichts war u.a. schon Rousseau, der die Kinder vor allem „im Buch der Natur lesen lassen wollte“. 3 Er „war [zudem] einer der frühesten und heftigsten Kritiker der `Buchschule´“ 4 gewesen. In seinem 1764 veröffentlichten utopischen Erziehungsroman zeigt Rousseau, wie er sich eine Erziehung zur Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit vorstellt. „Jean-Jacques, der fiktive Erzieher des fiktiven Emile, hat alle Fäden in der Hand, aber er tut so, als ob er ratlos sei. Dadurch entsteht das Problem der pädagogisch motivierten Unehrlichkeit. Jean-Jacques inszeniert eine Notlage, damit Emile handelnd lernen kann.“ 5 Ein jüngerer Vertreter ist Adolf Reichwein. In seinem Buch „Schaffendes Schulvolk“ von 1953 schreibt er von der Notwendigkeit, dass ein Kind den Sinn der gestellten Aufgabe verstehen muss, da sie ihm sonst „leer“ bleibt. Ein Beispiel von ihm lautet: „Die Anweisung: Zerschneide ein Blatt Papier in zwei gleiche Teile, macht stutzen. Aber: Wir wollen aus diesem Blatt Papier zwei Fähnchen schneiden - das wird sofort begriffen und mit Freude
1 Vgl.: R. Englert/C. Gehltomholt, Handlungsorientierter (Religions)Untericht, in: LexRP I, Sp. 789.
2 R. Dörig, Handlungsorientierter Unterricht, S. 59.
3 Vgl.: R. Englert/C. Gehltomholt, a.a.O., Sp. 789.
4 H. Meyer/L. Paradies, Handlungsorientierter Unterricht, S. 41.
5 Ebd.
3
getan.“ 6 Durch dieses Verständnis werden beim Kind Impulse angeregt, die zu weitern Versuchen führen. „Langweilig, d.h. impulsstörend ist nur, was dem Kinde „leer“ erscheint.“ 7
2.3. Der Handlungsorientierte Unterricht nach H. Gudjons als Beispiel
Herbert Gudjons Ansatz steht in seiner „theoretischen[n] Fundierung [...] stellvertretend für eine Vielzahl allgemeindidaktischer handlungsorientierter Ansätze.“ 8 Er geht davon aus, dass der Begriff Handlungsorientierter Unterricht ein Sammelname für mitunter sehr unterschiedliche methodische Praktiken ist. Anhand der folgenden fünf Merkmale versucht er diese Unterrichtsform einzugrenzen und zu beschreiben 9 :
1. Aktivierung vieler Sinne
Beim Handlungsorientierten Unterricht versuchen die Schüler und Lehrer gemeinsam unter der Einbeziehung möglichst vieler Sinne etwas zu erarbeiten. In das Lernen werden hierbei Wahrnehmungen mit den Händen, den Augen, den Ohren usw. miteinbezogen. Es geht um die Verbindung von theoretischen Aspekten und praktischen Sachinformationen.
2. Selbstverantwortung und methodische Kompetenz der Schüler/innen
Ziel soll es nicht nur sein, den Schüler/innen thematisches Wissen zu vermitteln, sondern ebenfalls methodisches. Dazu gehört, die Selbstkompetenzen der Schüler/innen in Bezug auf Selbstorganisation und Selbstverantwortung zu entwickeln. Dies gestaltet sich u.a. über Mit-Organisation und Mit-Verantwortung. Das Ziel des Handlungsorientierten Unterrichts muss nicht ausschließlich vom Lehrer festgelegt sein, sondern kann ebenso von den Schüler/innen mitbestimmt werden. Nebeneffekt sollte ein vermehrtes Interesse auf Seiten der Schüler/innen an der Thematik sein.
3. Produktorientierung
Am Ende des Handlungsorientierten Unterrichts sollte ein Produkt präsentiert werden können. Diese besitzen in jedem Fall einen Mitteilungs- oder Anschauungswert, der den Lern- und
6 Auszug von A. Reichwein, Schaffendes Schulvolk, in H. Meyer/L. Paradies, Handlungsorientierter Unterricht,
S. 41.
7 Ebd.
8 R. Dörig, Handlungsorientierter Unterricht, S.59.
9 Vgl.: R. Dörig, a.a.O., S.65.
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Arbeit zitieren:
Anna-Maria Stolze, 2005, Der handlungsorientierte Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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