Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung des Textes ordo amoris von Max Scheler
1.1. Zusammenfassung Normative und deskriptive Bedeutung des
ordo amoris 2
1.2. Zusamenfassung Umwelt, Schicksal, Individuelle Bestimmung und
der ordo amoris 2
1.3. Zusammenfassung Die Form des ordo amoris 4
1.4. Zusammenfassung Die Liebesarten und ihre Erfüllungsforderung 5
2. Interpretierender Teil
2.1. Kurze Analyse des Textes bezüglich Auffälligkeiten, Brüchen,
Schwierigkeiten etc. 6
2.2. Der ordo amoris nach Augustinus 7
2.3. Liebe in der Religionsphilosophie J. G. Fichtes 9
2.4. Liebe bei S. Freud 10
3. Eigene Gedanken zum Thema 11
4. Literaturverzeichnis 13
1
1. Zusammenfassung des Textes « ordo amoris » von Max Scheler
Max Scheler beginnt seine Abhandlung über den ordo amoris mit einer Art Einleitung, um den Wert dieser Ordnung der Liebe (und des Hasses) in unserer Welt darzustellen. Jene ist voll von sinnlichen und geistigen Objekten, die das Herz berühren, was wiederum zur Folge hat, dass alles, was man will, wählt, tut usw. „vom Spiel dieser Bewegung [des] Herzens abhängig ist.“ 1 Daraus schlussfolgert Scheler, dass alles, was im Leben richtig oder falsch läuft, von einer objektiv rechten Ordnung dieser Regungen an den Dingen der Welt abhängt. Zudem lässt sich laut Scheler ein Individuum, eine Familie, ein Volk oder ein historisches Zeitalter dann am tiefsten verstehen und erkennen, wenn man dessen System der Wertschätzungen und Wertvorziehens erkannt hat. Dieses System bezeichnet er als Ethos eines Subjekts, welcher als fundamentalsten Kern die Ordnung der Liebe und des Hasses hat. Daraus ergibt sich für den Begriff ordo amoris eine normative und eine deskriptive Bedeutung. Ersteres meint, die Dinge so zu lieben, wie Gott sie liebt, was das Höchste für einen Menschen zu Erstrebende wäre. Mit deskriptiv wird die sittliche Grundformel beschrieben, nach der alle leben. Diese basiert auf dem besonderen Aufbau der Liebes- und Hassakte, sowie der Liebes- und Hasspotenzen eines Menschen oder einer Gruppe, welche letztendlich auf den ordo amoris zurück zu führen sind.
1.2. Zusamenfassung Umwelt, Schicksal, « Individuelle Bestimmung » und
der ordo amoris
Seinen nächsten Abschnitt beginnt Scheler mit der These Wer den ordo amoris eines Menschen hat, hat den Menschen. Damit will er andeuten, dass der ordo amoris eine Art Formel eines jeden Menschen ist. Nach Scheler besitzt jedes Individuum eine eigene Rangornung von Werten und Wertqualitäten, die er mit einem Gehäuse vergleicht, welches der Mensch überall mit hin nimmt. Diese Umweltstruktur verändert sich nicht, da sie auf der individuellen Wert-Struktur basiert. Der ordo amoris, sowie die Werte sind allerdings
1 Max Scheler, Schriften aus dem Nachlass. Zur Ethik und Erkenntnislehre, S. 347.
2
abhängig von der Milieuwertstruktur. Der Mensch wird weiterhin von einem Vorziehen bzw. Nachsetzen der Werte in eine ganz persönliche Reihenfolge bestimmt, worin sich ebenfalls der ordo amoris des Menschen zeigt. Schicksal heißt für Scheler, dass der Mensch, durch seinen ordo amoris gekennzeichnet, einen ganz bestimmten Weg im Leben geht, welcher nur auf diesen zutrifft, da er auf seinem individuellen Wertesystem beruht. Schicksal liegt dennoch jenseits von Wille und Absicht. Der ordo amoris selbst entwickelt sich „nach ganz bestimmten Regeln allmählicher Funktionalisierung primärer Liebesobjekte in [der] frühen Kindheit.“ 2 Wenn also das persönliche Schicksal aus dem individuellen ordo amoris hervorgeht, welcher in der frühen Kindheit geprägt wurde, so entwickelt sich dieses ebenfalls erst in der Kindheit und ist nicht etwa von Geburt an festgelegt. Als nächstes setzt sich Scheler mit dem Problem Unordnung, Verwirrung und Wiederherstellen des rechten ordo amoris auseinander. Jede Person hat eine eigene Bestimmung, die vom Subjekt erkannt und vollzogen oder aber auch verfehlt werden kann. Daraus ergibt sich ebenfalls der Umstand, dass man Personen nach ihrer individuellen Bestimmung beurteilen muss und nicht nach der eigenen beurteilen darf. Es ist zudem möglich, dass eine andere Person die eigene individuelle Bestimmung erkennt, obwohl sie von der betreffenden Person selber verfehlt wird. Somit schließt die individuelle Bestimmung die gegenseitige Solidarität der Verantwortlichkeit in Schuld und Verdienst ein, woraus ein Miteinanderleben, -handeln, -hoffen und füreinander da sein resultiert. Im Folgenden schafft Scheler einen Übergang bzw. Zusammenhang zwischen der individuellen Bestimmung und dem Schicksal, indem er klar hervorhebt, dass beides nicht identisch ist. Die Wahlsphären eines Menschen, also das, wo zwischen der Mensch wählen kann, sind bereits vom eigenen Schicksal bestimmt; d.h. das Schicksal legt die Grenzen der Wahlmöglichkeiten fest, ohne dass es dabei zu einer Beeinflussung des Schicksals kommen kann. Hierbei schlägt Scheler den Bogen zur Milieustruktur, die wie das Schicksal nicht frei wählbar ist. Für den Menschen ergeben sich daraus folgende Möglichkeiten: Er kann entweder sein Schicksal nicht erkennen oder aber erkennen und somit über ihm stehen. Er kann weiterhin sich seinem Schicksal hingeben oder aber diesem Widerstand leisten. Unter Mithilfe anderer Personen, die außerhalb seines Schicksals und seiner Milieustruktur stehen, vermag der Mensch seine Umweltstruktur und sein Schicksal abzuwerfen oder zu wandeln. Die individuelle Bestimmung beruht ihrerseits wieder auf einer gewissen Abart von Liebe; der so genannten echten Selbstliebe. In ihr sieht sich der
2 Scheler, a.a.O., S. 350.
3
Mensch wie durch Gottes Augen selbst; ganz gegenständlich und als Glied des Universums. Alles was von diesem göttlichen Bild abweicht, beginnt der Mensch zu hassen, was ihn zu Selbstkorrektur, Selbsterziehung und Reue führt. Die Bestimmung selbst zeigt sich aber erst, sobald die Person von dieser abweicht. Dies führt zu einer tragischen Beziehung, wenn Bestimmung und Schicksal im Widerstreit liegen und dadurch Menschen oder ganze Völker gezwungen sind gegen ihre Bestimmung zu handeln, da sie mitunter schon nicht zu ihrer Milieustruktur passen.
1.3. Zusammenfassung Die Form des ordo amoris
Der Mensch ist der Träger der Liebe. Durch diese, wie auch durch das innere Wertwachstum der Dinge gelangt er Mensch zu Gott. Sie befähigt ihn zudem seinen eigenen Bewusstseinsinhalt zu verlassen und stattdessen zu transzendieren, was bei Scheler meint, zu erkennen und mit der Welt in einen Erlebniskontakt zu kommen. Aus dieser Tatsache folgert er, dass die Liebe die „Weckerin zur Erkenntnis und zum Wollen, ja die Mutter des Geistes und der Vernunft selbst“ 3 ist. Ehe der Mensch denken und wollen kann, liebt er bereits. Damit gilt die Liebe als das ursprünglichste. Von allen bestehenden Liebenswürdigkeiten ist ein Teil durch die Wertqualitäten und die Wertmodalitäten bestimmt. Die Welt wird von einer so genannten Wertewesenswelt eingeteilt, jedoch nicht von den Dingen selbst. Das Gemüt bestimmt zudem, wo das Zentrum des Wesens der Dinge liegt. Die Struktur der eigenen Weltanschauung ist durch das eigene faktische Ethos, d.h. durch Wertvorziehen und -nachziehen, gekennzeichnet. Daraus ergibt sich für jede Person eine individuelle Rangordnung der Liebenswürdigkeiten, die auf der Wertewesenswelt basiert. Diese kann verändert werden, indem z.B. an die Stelle der höchsten Liebenswürdigkeit eine neue, höhere tritt. Demzufolge kann auch eine Befriedigung nicht endgültig sein. In den Liebenswürdigkeiten erfüllt sich der Liebesakt, der wiederum durch seine Abhängigkeit vom Triebleben begrenzt ist. Die Liebe bleibt zwar beständig, jedoch kann der Triebimpuls bei der Suche nach Befriedigung ermüden. Zur Befriedigung nennt Scheler zwei Möglichkeiten: Zum einen ein häufiger Wechsel der (Liebes-) Objekte bei sinkendem Triebimpuls und zum anderen eine gesteigerte Vertiefung in ein (Liebes-) Objekt.
3 Scheler, a.a.O., S. 356.
4
Arbeit zitieren:
Anna-Maria Stolze, 2005, Über Max Schelers "ordo amoris", München, GRIN Verlag GmbH
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Über die Liebe in Max Schelers "Ordo amoris"
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