Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz Stress Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
1. Einleitung 1
2. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz 1
2.1. Einfluss der Arbeit auf die Gesundheit und Lebensqualität 1
2.2. Ziele und Grundlagen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz 2
2.3. Grundsätze für die betriebliche Gesundheitsförderung 3
2.3.1. Partizipation 4
2.3.2. Integration 4
2.3.3. Projektmanagement 5
2.3.4. Ganzheitlichkeit 5
3. Körperliche Belastungen klinischer Arbeitstätigkeit 6
4. Psychische Belastungen klinischer Arbeitstätigkeit 7
5. Wirbelsäulenschäden durch klinische Arbeitstätigkeit 8
6. Das Projekt Stress Fehlverhalten und Fehlbelastung im Krankenhaus 8
6.1. Vorbereitung des Projektes 8
6.2. Planung des Projektes und Durchführung 9
6.3. Resümee und Ansätze für Prävention und Gesundheitsförderung im
Krankenhaus 10
7. Ausblick 11
Literaturverzeichnis II
I
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus" ________________________________________________________________________________________
1. Einleitung
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wurde von der Klinikleitung gebeten, dass Projekt "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastung im Krankenhaus" vorzustellen. Dem komme ich gerne nach. Bitte gestatten Sie mir vorab ein paar einleitende Worte:
Aktionen zur Gesundheitsförderung im Betrieb und am Arbeitsplatz werden für Unternehmen wie auch für Verwaltungen immer wichtiger. Bewegungsarmut, monotone Belastungen und insbesondere Stress verursachen vermehrt gesundheitliche Beschwerden, die auch die Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beeinträchtigen. Gesunde, motivierte und leistungsfähige Angestellte wünscht sich jedes Unternehmen. Angebote und Aktionen für die Gesundheit sind deshalb eine lohnende Investition.
Ich werde in meinen Ausführungen die Grundlagen und Grundsätze der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln darstellen, um diese danach mit dem Projekt "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus" messen zu können. Außerdem werde ich konkret die physischen und psychischen Belastungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Krankenhäusern darstellen.
Abschließend präsentiere ich Ansätze, die für eine optimale Gesundheitsförderung im Krankenhaus sprechen. Dabei stellt sich die Frage, welche Maßnahmen zur Prävention berufsbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigungen ergriffen werden können? Was kann darüber hinaus für die Förderung der Gesundheit bei den im Krankenhaus beschäftigten Personen getan werden?
2. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
2.1. Einfluss der Arbeit auf die Gesundheit und Lebensqualität
Der Gesundheitssoziologe Aaron Antonowsky stellte das Salutogense-Modell auf. Das Modell beschäftigt sich vorwiegend mit den Erklärungen, weshalb Menschen trotz vielfältiger Belastungen gesund bleiben können. Hierfür beschreibt Antonowsky Gründe, für eine erfolgreiche Anpassung von Menschen an die Heraus-forderungen des Alltags. Gesundheitserhaltende und gesundheitsfördernde Quellen und generalisierte Widerstandsressourcen 1 sollen gestärkt werden, wobei Belastungen, die das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen, erkannt und abgebaut werden. Da Belastungen immer wieder von Ressourcen ausgeglichen werden, handelt es sich dabei um einen dynamischen Prozess (vgl. BZgA, 2001, Bertelsmann, 2003).
Zu den Faktoren die gewährleisten, dass Menschen die Möglichkeit erhalten, ge-sund zu bleiben, zählt Antonowsky
N den Glauben, die Dinge im Leben zu verstehen (sence of comprehen-
sibility),
1 „Generalisiert bedeutet, dass sie in Situationen aller Art wirksam werden; Widerstand meint hier, dass die Ressourcen die Widerstandsfähigkeit der Personen erhöhen“ (vgl. BZgA, 2001, S.34).
1
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus"
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N die Überzeugung, die Anforderungen bewältigen zu können (sence of
managebility),
N und die Gewissheit, die Anforderung des Lebens seien eine sinnvolle
Herausforderung und keine Last (sence of meaningfulness) (vgl.
Aus dem Gedanken der Salutogenese können nun verschiedene Maßnahmen und Überlegungen abgeleitet werden, die dazu beitragen, dass Arbeitnehmer die Ge-sundheit und ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen können. Arbeitsabläufe können ganzheitlich verstanden und als sinnvoll erlebt werden, wenn beispielsweise gute Kenntnisse der übrigen Arbeitsbereiche sowie bereichs- und abteilungsübergreifende Kooperations- und Kontaktmöglichkeiten dazu beitragen. Wenn die Kompetenzen und Qualifikationen der Beschäftigten berücksichtigen werden, erreicht man, dass Arbeitsaufgaben als bewältigbar und nicht als Überforderung empfunden werden. Durch den konstruktiven Umgang mit Fehlern wird es der einzelnen Mitarbeiterin und dem einzelnen Mitarbeiter ermöglicht, neuen Heraus-forderungen positiv gegenüberzustehen.
Unterschiedliche Untersuchungen und Studien zeigen uns, dass die Gesundheit durch die Arbeit beeinflusst wird. Um das eigene Wohlbefinden zu unterstützen, sind Widerstandsressourcen von großer Bedeutung. Sie führen zu einer positiven Einstellung hinsichtlich der Anforderungen und helfen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten sowie unangenehmen Einflüssen und Ereignissen. Sie tragen dazu bei, dass Situationen nach eigenen Vorstellungen beeinflusst werden können und sich dadurch positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Auch tatkräftige Hilfe von anderen bilden eine weitere Quelle zur Verbesserung des Wohlbefindens. Weitere persönliche Ressourcen sind Selbstvertrauen, Sicherheit im eigenen Handeln und interessante Lerngelegenheiten. Ganzheitliche und vielfältige Aufgaben machen die Arbeit interessant und tragen zur Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei (vgl. BZgA, 2001).
Es gibt eine große Anzahl von möglichen psychischen Stressoren 2 , die als Risiken auf die Gesundheit wirken. Die wichtigsten und am häufigsten in diesem Sinne vorkommenden Belastungen sind unklare Verantwortlichkeiten am Arbeitsplatz, eingeschränkte Entfaltungsmöglichkeiten, Misserfolge und Fehlleistungen, Über-forderung oder Unterforderung, Führungsprobleme (wie die fehlende Wertschätzung der Arbeit), Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (vgl. Herschbach, 1993).
2.2. Ziele und Grundlagen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
Die Erfassung, Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz gelten als Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dies soll sowohl durch Stärkung und Optimierung von gesundheitsfördernden Ressourcen (vgl. 2.1.), als auch durch das Minimieren von Risiken und Gefahren geschehen (vgl. Schwager et al, 1995).
2 „Stressoren sind alle Reize oder Stimuli, die Stress erzeugen. Ob ein Reiz ein Stressor ist, lässt sich also immer erst an dessen Wirkung erkennen und nicht vorhersagen“ (vgl. BZgA, 2001,
S.32).
2
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus"
________________________________________________________________________________________ Grundlagen für die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz sind die Gesundheitsdefinitionen 3 , die Ottawa Charta 4 und das Ziel 25 der Weltgesundheitsorganisation (vgl. WHO, 1986). Gesundheit wird dabei in einem umfassenden Sinn ver-standen (schließt körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden ein). Die Hauptziele der WHO sind die Förderung der Ressourcen von Gesundheit und die Verhinderung oder Vermeidung von gesundheitlichen Belastungen, Risiken und Gefahren. Dabei soll ein genügendes Maß an Selbstbestimmung die einzelnen Personen befähigen, auf die Gesundheit und das eigene Verhalten Einfluss zu nehmen. Es sollen jedoch auch Bedingungen und Verhältnisse geschaffen werden, die es ermöglichen, Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten und zu fördern. Was das genau im Hinblick auf betriebliche Gesundheitsförderung bedeutet, werde ich später an anderer Stelle näher ausführen.
1997 wurde ein europäisches Netzwerk zur betrieblichen Gesundheitsförderung gegründet. Es hat zum Ziel, die betriebliche Gesundheitsförderung in Europa bekannt zu machen und zu fördern. In der "Luxemburger Deklaration" legten die Mitglieder des Netzwerks die Grundsätze der betrieblichen Gesundheitsförderung für die Mitgliedstaaten der europäischen Union und die Länder des europäischen Wirtschaftsraumes wie folgt fest:
"Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst die allgemeinen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden: Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen, Förderung der aktiven Mitarbeiterbeteiligung, Stärkung der persönlichen Kompetenzen." (vgl. Europäisches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung, 1997).
2.3. Grundsätze für die betriebliche Gesundheitsförderung
Erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung orientiert sich an den Leitlinien der Luxemburger Deklaration und soll insbesondere folgendes beachten:
1. Betriebliche Gesundheitsförderung bezieht alle Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter in die wichtigen Projektphasen ein (Partizipation)
2. Betriebliche Gesundheitsförderung wird in die Unternehmensphilosophie
integriert und im Alltag berücksichtigt (Integration)
3 Es gibt in der Wissenschaft zahlreiche Definitionen von Gesundheit. Besonders hervorzuheben ist jedoch eine, die bereits 1946 von der WHO wie folgt aufgestellt wurde: „Gesundheit ist der Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ Das Erstaunliche dabei ist, dass diese Aussage bis heute noch für zum Teil große Diskussionen sorgt (vgl. Bertelsmann, 2003).
4 Die erste internationale Konferenz zur Gesundheitsförderung hat am 21. November 1986 in Ottawa die „Ottawa-Charta“ verabschiedet. Sie ruft damit auf zu aktivem Handeln für das Ziel „Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“ und darüber hinaus. Diese Konferenz war vor allem eine Antwort auf die wachsenden Erwartungen an die weltweite neue Gesundheitsbewegung (vgl. WHO, 1986).
3
Arbeit zitieren:
Daniel Wildner, 2003, Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz "Stress, Fehlverhalten und Fehlbelastungen im Krankenhaus", München, GRIN Verlag GmbH
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