INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
I
EINLEITUNG 1
1. HITLERS ERZIEHUNGSPOLITISCHE GRUNDSÄTZE 2
2. NATIONALSOZIALISTISCHE SÄUGLINGSPFLEGE 7
2.1. Über Johanna Haarer 7
2.2. Stillpropaganda 10
2.3. Ernährungsrhytmus 13
2.4. Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Beziehung 16
3. SCHLUSSWORT 21
LITERATURVERZEICHNIS 23
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Erziehung zur Regelmäßigkeit: „Unterwerfung des Kindes 16
unter den Zwang des Lebens
Abbildung 2: Liebe und Zärtlichkeit: „Dass derlei Dinge niemals einreissen, liebe Mutter “ 21
Abkürzungsverzeichnis
BDM Bund deutscher Mädel
BWA Berufsgemeinschaft für weibliche Angestellte
DAF Deutsche Arbeiterfront
DCV Deutscher Caritasverband
DLGR Deutsche Lebensrettungsgesellschaft
DRK Deutsches Rotes Kreuz
DtFV Deutscher Fröbel Verband
EvK Evangelische Kirche
HJ Hitler Jugend
KPD Kommunistische Partei Deutschlands
Ki Ho Ju Gebräuchliche Abkürzungen für Kindergärtnerin - Hortnerin - Jugendleiterin
oder KHJ
ii
EINLEITUNG
Viele Publikationen beschäftigen sich mit den Phänomenen des 3. Reiches. Geht es um Erziehung, wird häufig der Bund deutscher Mädel (BDM) oder auch die Hitlerjugend (HJ) genannt. Für mich stellte sich die Frage, wann denn die Erziehung im Nationalsozialismus ihren Anfang nahm. War es im Kindergarten oder doch erst in der Schule. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie der Nationalsozialismus mit Säuglingen umgegangen ist und ob sich die allseits bekannt Erziehung zum Massenmenschen bereits in diesem Lebensabschnitt niederschlug. Ursprünglich war darüber hinaus noch die Beleuchtung der Vorschulerziehung vorgesehen. Da ich aber im Laufe des Ausarbeitens feststellte, wie umfangreich das Thema der Nationalsozialistischen Säuglingspflege ist musste ich leider davon Abstand nehmen.
Im ersten Abschnitt werde ich die Erziehungsgrundsätze Hitlers vorstellen. Diese Grundsätze werden sich durch die gesamte Arbeit ziehen auch wenn ich nicht immer explizit darauf hinweise. Vor allem aber beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit mit den Erziehungsbüchern von Johanna Haarer. Deshalb folgt im zweiten Abschnitt eine kleine Abhandlung des Lebens von Johanna Haarer, verbunden mit der Geschichte der Haarer-Erziehungsbücher. Im dritten Abschnitt gehe ich auf die Stillpropaganda im 3. Reich ein, welche einen hohen Stellenwert in der Nationalsozialisten Säuglingspflege einnimmt um anschließend den Ernährungsrhythmus welcher den NS-Müttern vordiktiert wurde zu erläutern.
Schlussendlich werde ich dann auf die Frage eingehen, welchen Sinn diese Methoden der Säuglingspflege für die Nationalsozialisten hatte. Dies geschieht im Abschnitt Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Beziehung.
Im wesentlichen habe ich mich auf drei Autoren gestützt. Auf Grund dessen, dass es sich hier um eine Seminarhausarbeit handelt habe ich davon Abstand genommen, sämtliche Sekundärliteratur auszuleihen, und verlasse mich auf die Angaben der drei Autoren. Zumal es sich hauptsächlich um Literatur aus den 20er, 30er und 40er Jahren handelt ist es sehr schwierig diese Literatur in den Bibliotheken zu finden.
1. Hitlers erziehungspolitische Grundsätze
Bevor ich im Einzelnen auf das Thema der NS-Säuglingspflege eingehe, erscheint es mir notwendig einige Grundzüge der nationalsozialistischen Erziehung und Pädagogik aufzuzeigen. Dies soll eine kleine Einführung in das Thema darstellen.
Neben Hitlers erziehungspolitischen Grundsätzen könnte ich an dieser Stelle noch wesentlich mehr Pädagogen, wie Kriecks oder Baeumler, zitieren. Da es aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, belasse ich es an dieser Stelle mit der Darstellung des Diktators Hitler.
Hitlers Weltanschauung war geprägt von der sozialdarwinistischen Vorstellung, in dem das Leben ein Existenzkampf zwischen der „… ‚höherwertigen, kulturschöpfenden Rasse’ (sprich Arier) und den ‚minderwertigen Rassen’ (sprich Zigeuner, Polen, Neger u.a.), insbesondere den ‚kulturzersetzenden Juden’ “ 1 sei.
Hitler schrieb in seinem 1938 erschienenen Band „Mein Kampf“:
„ ‚Was nicht gute Rasse ist auf dieser Welt, ist Spreu … Den Gewaltigsten Gegensatz zum Arier bildet der Jude … Von Zeit zu Zeit wird in illustrierten Blättern dem deutschen Spießer vor Augen geführt, daß da oder dort zum ersten Mal ein Neger Advokat, Lehrer, gar Pastor, ja Heldentenor oder dergleichen geworden ist. Während das blödsinnige Bürgertum eine solche Wunderdressur staunend zur Kenntnis nimmt, voll von Respekt für dieses fabelhafte Resultat heutiger Erziehungskunst, versteht es der Jude sehr schlau, daraus einen Beweis für die Richtigkeit seiner den Völkern einzutrichternden Theorie von der Gleichheit der Menschen zu konstruieren. Der Staat hat die Verpflichtung mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit aus der Gesamtzahl der Volksgenossen das von Natur aus ersichtlich befähigte Menschenmaterial herauszuziehen und im Dienste der Allgemeinheit zu verwenden’ “ 2
Hitler stellt sich seine Jugend als Masochistische Raubtiere vor. Sie soll stählerne Körper haben, sich vor nichts fürchten, Schmerzen ertragen und vor allem soll sie nicht intellektuell sondern körperlich fit sein. Wie Hitler sich „seine Jugend“ vorstellte und welcher Bedeutung er der Erziehung beimaß wird aus einem Zitat ersichtlich, welches er kurz nach seiner Machtergreifung in einem vertraulichen Gespräch umschrieb:
1 zit. n. Iben, 1972:18; In: Berger, 1986:21
2 zit. n. Hitler, 1938; In: Berger, 1986:21
2
„ Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische unerschrockene Jugend will ich. Jugend muß das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und nicht Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und wichtigste. So merze ich die Tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich neue Schaffen. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend.“ 3
Das folgende Zitat, welches der selbsternannte Führer in „Mein Kampf“ über die Wirkung der Erziehung schrieb, ist aus heutiger Sicht sehr vermessen, denn man könnte ihn, ohne schlechtem Gewissen, den größten Verbrecher der Menschheit nennen.
„ ‚Der angeborene Verbrecher wird Verbrecher sein und bleiben; aber zahlreiche Menschen, bei denen bloß eine gewisse Hinneigung zum Verbrecherischen vorhanden ist, können durch richtige Erziehung noch zu wertvollen Gliedern der Volksgemeinschaft werden; während umgekehrt durch schlechte Erziehung aus schwankenden Charakteren schlechte Elemente erwachsen können’ „ 4
Die politische Instrumentalisierung der Kinder und Jugend war das oberste Erziehungsziel des nationalsozialistischen Deutschlands. Die für wertvoll befundenen Anlagen und die Eliminierung von als minderwertig angesehenen, angeborenen Eigenschaften war die Aufgabe der Erziehung. 5
„ ‚Der Staat hat die Verpflichtung, mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit aus der Gesamtzahl der Volksgenossen das von Natur aus ersichtlich befähigte Menschenmaterial herauszufinden und im Dienste der Allgemeinheit zu verwenden.’ “ 6
Doch was ist nun eigentlich das „befähigte Menschenmaterial“? Eine Antwort auf diese Frage sucht man in „Mein Kampf“ vergeblich.
3 zit. n. Rauschnig, 1940:237; In: Berger, 1986:22f
4 zit. n. Hitler, 1938:460; In: Berger, 1986:22
5 Berger, 1986:23
6 zit. n. Hitler, 1938:481f, In: Berger, 1986:22
3
Die Grundsätze Hitlers Erziehungsgedanken fasst Berger so zusammen:
1. körperliche Ertüchtigung 7
2. Charaktererziehung 7
3. Mädchenerziehung 7
4. Heereserziehung 7
Die Bildung spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Hitler wollte sich Menschen heranzüchten, die ihm folgen ohne zu hinterfragen. Deshalb war es, meiner Ansicht nach, für ihn unwichtig die jungen Menschen intellektuell zu fördern.
Zur körperlichen Ertüchtigung:
Die primärste Aufgabe für den nationalsozialistischen Staat war die „….’Erhaltung, Pflege und Entwicklung der besten rassischen Elemente’“ 8 (A. d. V. gemeint ist die arische Rasse) Dazu schrieb Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“:
„ ‚Der völkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper.’ “ 9
Dieses Ziel wollte Hitler vor allem mit Hilfe des Sports erreichen. Der Sport sollte nicht nur den Körper stählen, sondern war auch Mittel um die Rasse und den Charakter zu formen. Hitler war der Ansicht, dass über den Sport Eigenschaften wie „…. Kühnheit, Mut, Stärke und Gewandtheit herausgebildet...“ werden. Das Boxen war dabei die vorbildlichste aller Sportarten und wurde besonders gefördert. 10
„’Es gibt keinen Sport, der wie dieser den Angriffsgeist in gleichem Maße fördert, blitzschnelle Entschlusskraft verlangt, den Körper zu stählernen Geschmeidigkeit erzieht.’“ 11
7 Berger, 1986:23ff
8 Berger, 1986:24
9 zit. n. Hitler, 1938:451f, In: Berger, 1986:24
10 Berger, 1986:24
11 zit. n. Hitler, 1938:454; In: Berger, 1986:24
4
Arbeit zitieren:
Anja Schmidt, 2006, Säuglingspflege unterm Hakenkreuz, München, GRIN Verlag GmbH
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