Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungs- und Quellenlage
3. Historischer Hintergrund
3.1 Philipp V.
3.2 Antiochos III.
4. Der geheime Teilungsvertrag zwischen Antiochos III. und Philipp V.
4.1 Historizität des Vertrags
4.1.1 Quellenaussagen
4.1.2 Forschungsansätze zur Historizität
4.1.3 Diskussion bezüglich der Historizität
4.2 Zustandekommen des Vertrags
4.3 Inhalte des Vertrags
5. Schluss
Anhang :
I. Literaturverzeichnis
II. Quellen
III. Karten
2
1. Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist der geheime Teilungsvertrag zwischen Philipp V. und Antiochos III. aus dem Jahre 203/2 v.Chr.
Seit dem Tod Alexanders des Großen waren seine Nachfolger, die hellenistischen Könige, immer darum bemüht, ihr Territorial nach dem Vorbild Alexanders auszuweiten, oder wenn nötig zu verteidigen. Keiner duldete einen anderen über sich 1 . So auch um die Wende vom 3. zum 2. Jahrhundert. Antiochos III., König der Seleukiden und Philipp V. von Makedonien hatten sich gegen den Ptolemäerkönig, welcher gerade einmal sechs Jahre alt war, verbündet und planten die Aufteilung seines Reiches um dieses dann in ihre jeweiligen Machtbereiche einzugliedern 2 . Jedoch stellen sich viele Fragen um diesen Vertrag, die z.T. bis heute nicht beantwortet werden konnten. Zum einen muss man sich fragen, ob der Vertrag wirklich eine historische Tatsache darstellt, oder nur ein Konstrukt, von Historikern, die falsche Quellen tradierten, ist. Außerdem ist es wichtig zu erörtern, von wem die Initiative einer solchen Vereinbarung ausging und ob diese Pläne letztendlich auch verwirklicht wurden.
Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, soll der Schwerpunkt auf der Diskussion über den Vertrag liegen. Es wird nur ansatzweise die Vorgeschichte der drei größten hellenistischen Königreiche eingegangen. Zeitlich wird sich die Arbeit im Großen und Ganzen auf die Jahre 204-196 v. Chr. beschränken.
Zu Beginn muss jedoch erst einmal die Erläuterung der Quellen- bzw. Forschungslage stehen. Anschließend soll kurz auf den historischen Hintergrund des Vertrages eingegangen werden, bis sich schließlich dem eigentlichen Thema der Arbeit, dem Teilungsvertrag, zugewandt wird. Dabei soll erörtert werden, ob der Vertag wirklich historisch ist, wie er geschlossen wurde, was der Inhalt des Vertrags war und ob die darin vereinbarten Beschlüsse auch eingehalten bzw. verwirklicht wurden.
1 Vgl. Gehrke, H.-J. Geschichte des Hellenismus, München 1995², S. 31 f.
2 Vgl. ders., S. 114 f.
3
2. Forschungs- und Quellenlage
Leider ist die Quellenlage über den geheimen Teilungsvertrag nur sehr spärlich und zum Teil auch sehr widersprüchlich. Als unsere Hauptquelle dürften wir jedoch Polybios sehen. In seinem Werk, den Historien, geht er zweimal auf den Vertrag ein. Zum einen bei der Übersicht über sein Werk im dritten Buch 3 . Dort berichtet er kurz über die Einigung der beiden Könige und die darauf eingeleiteten Aktivitäten. Etwas ausführlicher wird Polybios dann bei seiner moralischen Betrachtung in Buch 15 4 . Dort wird beschrieben, welches die Vereinbarungen des Vertrags waren. Zum einen wird über die Gebietsaufteilung berichtet, zum anderen erwähnt Polybios noch, dass sich die beiden Könige verpflichteten, gegenseitig Hilfe zu leisten, in welchem Maße solche Hilfeleistungen jedoch zu tätigen waren, wird nicht erwähnt.
Auch Appian kann als Quelle herangezogen werden 5 . Er soll sich zwar auf Polybios gestützt haben 6 , weicht bei seiner Darstellung z.T. jedoch stark von der polybianischen Version ab. Er berichtet, wie auch Polybios in Mak. 4, 1-2, dass sich Antiochos und Philipp gegenseitige Hilfe bei den Eroberungen der im Vertrag vereinbarten Gebiete zugesichert hätten. Des Weiteren geht er auf die vereinbarte Aufteilung der Gebiete ein. Anders als Polybios sagt Appian, dass es sich bei dem Vertrag wohl um ein Gerücht handeln würde und auch bei der Aufteilung der Gebiete widersprechen sich beide Historiker deutlich. Weitere Quellen für den Teilungsvertrag sind außerdem Livius 7 , Justin 8 und Pompeius Trogus 9 . Diese sind leider nur sehr kurz und stützen sich zum großen Teil auf die Vorlage des Polybios. Eine sehr späte Quelle ist für uns außerdem noch ein Kommentar zum Buche Daniel von Hieronymus 10 .
3 Polyb. III, 2,8.
4 Polyb. XV, 20.
5 App. Mak, 4, 1-2.
6 Vgl. Schmitt, H.H., Untersuchungen zur Geschichte Antiochos des Grossen und seiner Zeit. Historia
Einzelschriften 6, Wiesbaden 1964, S. 241³.
7 Livius XXX, 14,5.
8 Justin XXX, 2,8.
9 Trogus. Prol. XXX
10 Hieronymus in Dan. XI, 13
4
Er erwähnt jedoch nicht, wie Polybios und Appian, die zu erobernden Gebiete mit Namen, sondern schreibt nur, „dass jeder von ihnen sich auf das Gebiet werfen solle, das seinem Reiche am nächsten gelegen war“ 11 .
Die moderne Forschung beschäftigt sich, aufgrund der oben kurz aufgezeigten Widersprüche, vor allem mit der Rekonstruierung der wirklichen Tatsachen. Indem, was als wahr oder unwahr angesehen wird, sind sich die Forscher jedoch häufig uneinig. Zur sog. älteren Forschung gehört ein Aufsatz von David Magie 12 . In diesem stellt Magie die These auf, es hätte diesem geheimen Vertag zwischen Antiochos III. und Philipp V. nie gegeben. Anderer Meinung ist da Hatto. H. Schmitt 13 . Er versucht in seiner Monographie über Antiochos den Großen 14 die vermeintlichen Widersprüche in eine logische Kombination zu bringen.
Die „neuere“ Forschung, u.a. Boris Dreyer 15 , stützen sich auf weitere Quellenfunde. In seinem Aufsatz diskutiert Dreyer, inwieweit ein Inschriftenfund aus Bargylia und ein Brief aus Amyzon die Historizität des Vertrages belegen können.
11 Vgl.Degen, E., Kritische Ausführungen zur Geschichte Antiochus des Grossen, Diss. Zürich - Basel
1918,
S. 13.
12 Magie, D., The Agreement between Philip V. and Antiochus III. for the partition of the Egyptian
Empire, JRS 29, 1939, 32-44.
13 Vgl. Schmitt, H.H., Antiochos, S. 251.256.
14 Antiochos III entspricht Antiochos dem Großen, vgl. 3.1.
15 Dreyer, B., Der Raubvertrag des Jahres 203/2 v.Chr.. Das Inschriftenfragment von Bargylia und der
Brief
von Amyzon, EA 34, 2002, 119-138.
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Arbeit zitieren:
Alexandra Evers, 2006, Der geheime Teilungsvertrag zwischen Antiochos III. und Philip V., München, GRIN Verlag GmbH
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