Inhaltsverzeichnis
1. Etymologie des Wortes Ostern
2. Das christliche Osterfest
3. Das Osterdatum
4. Ostern und Pessach
5. Liturgie, Symbole und Bräuche
5.1 Liturgie
a) Die Liturgie der Osternacht
5.2 Wichtige Symbole
a) Das Osterfeuer
b) Die Osterkerze
b) Das Osterwasser
5.3 Volkstümliche Bräuche
a) Die Ostereier
b) Der Osterhase
6. Unterrichtsentwurf
7. Literatur
8. Anhang
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Ostern
Die Christen feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi vom Tod am Kreuz, so wie es im Neuen Testament verkündet, aber auch bezeugt wird. Nach christlicher Glaubensüberzeugung geschah die Auferstehung am dritten Tag nach seinem Tod, am Ostersonntag, wobei der Todestag, der Karfreitag als erster Tag zählt. Ostern zählt als wichtigstes Fest der Christen. Es drückt die Freude über den endgültigen Sieg des Sohnes Gottes über den Tod aus.
1. Etymologie des Wortes Ostern
Das aramäisch- griechische Wort „Pascha“, das sich vom hebräischen „pesach“ ableitet, wurde in die Lateinische Sprache übernommen. Die Bedeutung des Wortes ist zum einen der Vorübergang des Strafengels an den Häusern der Israeliten in Ägypten, zum anderen den Vorgang der Errettung Israels aus ägyptischer Sklaverei. Die Juden feiern zu seinem Gedächtnis am 14.Nissan das Pessachfest. (vgl. Berger, Rupert; Pastoralliturgisches Handlexikon; Freiburg; Herder; 1994; S. 389)
In den meisten Sprachen stammt die Bezeichnung des Osterfests vom jüdischen Pessach. Auf Italienisch heißt Ostern „pasqua“, auf Spanisch „pascua“, auf Französisch „pâques“, „pas’cha“ auf Griechisch und „paskha“ auf Russisch. In den meisten slawischen Sprachen wird Ostern „Große Nacht“ oder „Großer Tag“ genannt. Das englische „easter“ ist mit dem deutschen „Ostern“ verwandt. Zum Ursprung von Ostern gibt es verschiedene Theorien:
Im Mittelalter wurde die österliche Taufe in der Morgenröte erteilt. Honorius Augustounensis leitet Ostern so von Osten ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. So könnte sich Ostern vom lateinischen „alba“ (in albis, im Sinne von: bei Sonnenaufgang) ableiten ( Mk 16,2: „Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.“ (Die Bibel, Einheitsübersetzung; Freiburg, Basel, Wien; Herder; 1980, Mk 16,2).
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Die zweite Theorie geht darauf zurück, dass das Wort Ostern im Zusammenhang mit der christlichen Benennung der Osterwoche als „albae paschales“ steht. Die Kurzform „albae“ wird als Plural von „alba“ - „Morgenröte“ - verstanden.
Nach Jürgen Udolph, einem Namesforscher, ist die Wortfamilie, die zu Ostern passt die folgende: „ausa“ - Wasser gießen, und austr“ - begießen. Das Wort Ostern scheint sich somit auf die Taufe zu beziehen, die das zentrale Ereignis der Osternacht ist.
Ostern könnte sich auch vom althochdeutschen „Ostara“ (Osten) ableiten, oder aber von „Eostre, Eoastrae“, dem Namen einer Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, deren Existenz allerdings umstritten ist. (vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern, vom 27.06.2006, 16:37 Uhr)
2. Das christliche Osterfest
Für die Christen ist die Auferstehung Jesu das zentrale Ereignis ihres Glaubens. Der Tod wird nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen. Damit soll im christlichen Osterfest bekundet werden, dass das Leben über Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht und die Liebe über den Hass siegen wird.
Seit dem Jahr 1091 beginnt der österliche Festkreis in der westlichen Kirche mit dem Aschermittwoch. Diesem folgt ein 40-tägige Fastenzeit, die an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste, aber auch an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete, erinnern soll. Die Sonntage sind seit 1091 vom Fasten ausgenommen, so dass der Aschermittwoch tatsächlich 46 Tage vor dem Karsamstag, bzw. dem Ostersonnabend, liegt. An diesem Vorabend zum Ostersonntag endet die Fastenzeit, die auch Bußzeit genannt wird, da nach jüdisch- christlicher Überlieferung der Tag mit dem Vorabend beginnt. Auf das Osterfest folgt dann ebenfalls eine 40-tägige Festzeit, die eigentliche Osterzeit. Diese dauerte früher bis zum Fest Christi Himmelfahrt. Der Festkreis wurde später um die folgenden 10 Tage erweitert, so dass die Osterzeit nun 50 Tage nach Ostern endet, nämlich an Pfingsten (griech.:„pentekosté“, der fünfzigste Tag).
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Die letzte Woche vor Ostern nennt man Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag (Feier des Einzug Jesu in Jerusalem). Am Gründonnerstag (das „grün“ kommt nicht von der Farbe, sondern vom Wort „greinen“ - weinen) feiern die Christen das letzte Abendmahl, das letzte Pessah- Fest Jesu mit den Jüngern und die Einsetzung der Eucharistie, des Abendmahls. Am Karfreitag gedenken die Christen dem Tod Jesu am Kreuz, am Karsamstag ist Grabesruhe. Am Ostersonntag ist schließlich die Auferstehungsfeier. (vgl.:Die Bibel, Einheitsübersetzung; Freiburg, Basel, Wien; Herder; 1980, Mk 16,6; Mk 16,9; Mt 28,7; Lk 24,6; Joh 20,9)
Nach dem Kirchenjahr ist in der Osterzeit die Farbe Weiß zu tragen, die die Farbe des Lichtes dokumentiert. Aber auch in der Verbindung der Tauffeier, die in der Osterzeit besondere Bedeutung erlangt hat, werden weiße Kleider der Getauften getragen, um somit die Reinheit zu zeigen.
(vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern, vom 27.06.2006, 17.00 Uhr)
3. Das Osterdatum
Ostern ist ein beweglicher Feiertag, das heißt, das es jedes Jahr an einem anderen Datum ist. Alle beweglichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet. Dieser ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Die so genannte Vollmondregel ist eine Garantie dafür, dass es am Karfreitag nie eine Sonnenfinsternis geben kann.
Das Pessachfest fiel im jüdischen Kalender auf den 14. Nissan, den Vollmondtag dieses Frühlingsmonats. Das Jahresgedächtnis des Todes Christi fand am 14. Nissan statt und wurde schon von der Urgemeinde damit verbunden. Rom und viele andere Teilkirchen feierten Ostern allerdings am Sonntag nach dem 14. Nissan. Beide Gruppen stützen dieses Datum auf einem Apostel, Johannes bzw. Petrus (vgl. Berger, Rupert; Pastoralliturgisches Handlexikon; Freiburg; Herder; 1994; S. 393f.)
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Janina Weber, 2006, Ostern, Munich, GRIN Publishing GmbH
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