I. Forscher der Sprachdidaktik
Es gibt verschiedene Autoren, die den aktuellen Forschungsstand in ihren Werken festhalten. In der Veranstaltung wurden neben Jürgen Bortz und Kurt Holm auch Robert Ulshöfer genannt, welcher mit seinem gleichnamigen Buch „Methodik des Deutschunterrichts“ einen wichtigen Bestandteil der Methodik der Sprachdidaktik aufzeigt. Die Methodik des Deutschunterrichts ist für Lehrer von großer Bedeutung, doch weist die Forschung Defizite im Fachbereich Germanistik auf. Statt Forschungsmethoden aufzuzeigen, beschränken sich die methodisch schwachen und unzureichenden Überlegungen darauf, wie den Schülern Sprache vermittelt werden kann. Neben Ulshöfer wurde auch Christoph Herrmann genannt, welcher sich in seinem Buch „Gehirn und Sprache“ der Fragestellung sprachverwandter Phänomene, moderner neurokognitiver Modelle und biologischen Grundlagen unserer Sprache zuwandte.
Forschungsmethoden
Es gibt vier methodische Forschungverfahren:
1. Das Experiment.
Das Experiment gilt als Königsweg, als „via regia“, der wissenschaftlichen Forschung und kommt vorwiegend in der Psychologie, Sprachdidaktik und Literaturwissenschaft zum Einsatz. Bei der Durchführung von Experimenten spielen folgende Aspekte eine wichtige Rolle: a) Das Experiment ist hermetisch abgeriegelt, in dem es in einem geschlossenen Untersuchungsraum stattfindet. Dadurch können die zu untersuchenden Variablen ohne Störfaktoren, wie Sonnenlicht oder Lärm, kontrolliert werden. Man nennt die Experimente daher auch „Laborversuche“.
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b) Es werden verschiedene Variablen für das Sprachentwicklungsexperiment definiert, wobei es mindestens eine abhängige und eine unabhängige Variable gibt. Die abhängige Variable wird vom Versuchsleiter aktiv verändert, während sich bei einem etwaigen Zusammenhang die unabhängige Variable daraufhin auch verändert. Wenn dies eintritt, wird der Zusammenhang zwischen den beiden Variablen untersucht und dessen Ergebnis für alle abhängigen Variablen maßgeblich gemacht. c) Das Experiment unterliegt einer ständigen Ablaufkontrolle, damit es nach dem erstellten Plan und unter den gewünschten Bedingungen stattfindet. d) Für die experimentelle Untersuchung bildet man z.B. Versuchs-, sowie Kontrollgruppen und stellt zwei Hypothesen über die möglichen Ausprägungen und Zusammenhänge der Variablen auf. Die Null-Hypothese weist auf ein Merkmal hin,welches nicht ausgeprägt ist, d.h. es besteht kein Zusammenhang oder Unterschied zwischen den Gruppen. Die Alternativ-Hypothese hingegen geht von einem Zusammenhang bzw. Unterschied aus und man erhält ein gewünschtes Ergebnis. e) Die gewonnenen Daten des Experimentes werden in einem nichtdefinierten Messmodell, einer sogenannten Ordinalskala, übertragen. Eine Statistik wird durch die Messung des arithmetischen Mittels, der Standardabweichung und der durchschnittlichen Streuung aufgestellt. Dadurch kann man feststellen, welche der beiden Hypothesen akzeptiert oder verworfen werden sollte. 2. Das Quasi-Experiment.
Diese Forschungsmethode ist nicht genau ein Experiment, sondern eine Feldstudie. Das heißt, es findet in keinem Labor statt, sondern in einem „Feld“, also einer natürlichen Umgebung, z.B. Schule oder Kindergarten. Die Durchführung wird mit der Annahme über einen Zusammenhang zwischen zwei Variablen beschlossen, z.B. einem Zusammenhang zwischen Lehrereigenschaften und Schülerleistung. Zu einer begleitenden Datengewinnung gehören Strichlisten, Ratings etc.. Bei einem Feldexperiment werden die auftretenden, unvermeidbaren Störfaktoren akzeptiert. Die Aufstellung und Untersuchung einer Hypothese erfolgt exposterium, also nachträglich, woraufhin meist ein Laborexperiment folgt.
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3. Die Befragung.
Es gibt zwei Typen: die offene / freie, also ungebundene und die geschlossene, also gebundene Befragung. Zudem unterscheidet man zwischen der direkten und indirekten Befragung. a) Direkte Befragung: Die Betroffenen werden selbst befragt. b) Indirekte Befragung: Sie findet über eine zweite Person statt, um über den Betroffenen etwas zu erfahren, z.B. Elternbefragung zum Kind. c) Offene, freie Befragung: Sie wird als ungebundenes Verfahren definiert und lässt eine zufällige Auswahl der Befragten zu, um spontane und freie Antworten zu erhalten. Die Objektivität wird dadurch vermieden. In einer Inhaltsanalyse werden die Antworten ausgewertet, danach lässt sich durch eine Kategorienbildung die Quantifizierung ermöglichen. d) Geschlossene Befragung: Sie ist ein gebundenes Verfahren und kann als Multiple-Choice-Test erfolgen. Hier spielt die Objektivität eine Rolle. Es werden Häufigkeiten berechnet, wobei es eine Auswahl an vorgegebenen Antworten für die Befragten gibt. Hierfür kann man die personenorientierte, subjektzentrierte Likert-Skala als Skalierungsverfahren verwenden, die 5 Antworten: „sehr - mittel - null - nicht - gar nicht“ vorgibt, aus denen die Befragten auswählen müssen. 4. Die Verhaltensbeobachtung.
Deren objektives Ergebnis wird mit einem großen apparativen Aufbau gewährleistet. Es gibt folgende zwei Arten von Verhaltensbeobachtung: a) Absolute Beobachtung: Sie findet objektiv statt, in dem der Untersucher hinter einer Scheibe verdeckt beobachtet oder mittels einer Videokamera Aufzeichnungen macht und diese anschließend analysiert. Die Beobachteten wissen von der Beobachtung, welche vom Versuchsleiter unabhängig.
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Arbeit zitieren:
Solveig Höchst, 2006, Methoden sprachdidaktischer Forschung, München, GRIN Verlag GmbH
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Sprachtests: Sprachtheorie und Testkonstruktion
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