Forschungsstand
In der modernen Sexualforschung erklärt der Mediziner Sigmund Freud in seinen „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ von 1905, dass der Ursprung aller Kultur in der Triebunterdrückung liegt, so sei das Sprechen sublimativ und ersetze die sexuelle Betätigung. Der Sexualforscher und Sprachtherapeut Wilhelm Reich („The Function of Orgasm“, 1942 und „The Cancer Biophaty, 1948) hat mit seiner „Orgon“-Theorie das Ursprungserlebnis tiefenpsychologisch erforscht und festgestellt, dass bösartige Krankheiten auf ungünstig strukturierte, z.B. unterdrückte oder behinderte Sexualität zurückzuführen ist. Ein weiterer Repräsentant der Sprachdidaktik ist Erich Fromm („The Anatomy of Human Destructiveness”, 1973). Seiner Ansicht nach führt das Schisma, also die Auftrennung von seelischer und körperlicher Liebe („Agape & Eros“) zu psychosomatischen Störungen, die Fromm zu therapieren erkundete. In den 90er Jahren erforschte die Sexualkundlerin Helen Fisher den „Brunstverlust“ beim Menschen und erkannte zudem mehrere, hormonell gesteuerte Dimensionen der Liebe. Siegfried Rudolf Dunde veröffentlichte 1992 das „Handbuch der Sexualität“, forschte im Bereich der Sprachdidaktik und Sexualität und beeinflusste wie Anssi Perakyla („AIDS Counselling: Institutional Interaction and Clinical Practice. Studies in Interactional Sociolinguistics“, 1995) mit der Entwicklung des Councelling die AIDS-Sprachdidaktik.
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Wozu Sexualität? - Die Bedeutung von Sexualität und die
typischen Merkmale der menschlichen Sprachdidaktik
Im Präkambrium fand die Fortpflanzung und somit auch die Kommunikation asexuell statt, Viren reproduzierten sich mittels Transformation und Transduktion auf Kosten ihrer Wirtszellen. Im Laufe der Evolution entwickelte sich die sexuelle Kommunikation durch Transkription und Translation. Die alte Anpassung (siehe Darwinsche Anpassungstheorien) durch Mutation und Selektion wurde durch eine neue, eukaryontische Anpassung wie der Partnerselektion als unbewusste Verhaltensweise ersetzt. Sie besagt, dass bei der Partnerwahl zur Reproduktion die günstigste Ausstattung präferiert wird.
Die Sprachdidaktik entstand durch die Aufrichtung des homo sapiens vor 2 bis 3 Mio. Jahren. Die für die Partnersuche wichtigen Pheromone befanden sich in der Bodengegend und waren nun schwer erreichbar, sodass sich der Mensch neben einer verbalen auch eine nonverbale Kommunikation (Bewegung, Kleidung...) „aneignen“ musste, um die Aufmerksamkeit eines Reproduktionspartners durch Attraktivität zu erhalten.
Helen Fisher spricht von einem „Brunstverlust“ beim Menschen. Während Säugetiere ein-oder mehrmalig im Jahr brünstig werden, ist der Mensch dauerhaft erregbar und paarungsbereit. Die Sprachentwicklung verhalf dem Menschen, anstatt Duftstoffe zu verbreiten, sagen zu können was und wann er „will“. Aufgrund des globolingebundenen Testosteron im Körper der Frau kann diese das ganze Jahr empfangen. Als Merkmal der menschlichen Sprachdidaktik durchlebt die Frau im Alter von ca. 45 Jahren die „Postmenopause“. Man begründet diesen Stillstand der Monatsblutung damit, dass ältere Frauen nicht mehr fähig sein sollen, Kinder aufzuziehen. Bei Männern nennt man den Stillstand der Sexualfunktion „Postandropause“.
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II. a) Wichtigste Funktionen der Sexualität in der
Sprachdidaktik
Stimme
Der Stimmbruch setzt beim Mann und bei der Frau in der Pubertät, aufgrund eines Übergewichtes von Testosteron, ein. Die Stimme kippt dabei beim Mann um etwa eine Oktave, bei der Frau um eine Terz und in ihrer Postmenopause eine weitere Terz tiefer. Die Stimme ist ein entscheidendes sexuelles Kennzeichen, denn eine tiefe Stimme lässt auf Autorität, Macht und Geschlechtsreife schließen, durch die sich eine Frau angezogen fühlt. Eine hohe Stimme hingegen weckt durch den hilfesuchenden Klang den Beschützerinstinkt des Mannes. Emoteme, Tabus und Stigmatisation
Es gibt universalgültige Ausdrücke für Emotionen, aber auch leicht verwechselbare, lexikalische und nicht lexikalische Emoteme, z.B. Stimmungsgrunzen („Aaah!“/“Oooh!“). Innerhalb eines Kulturkreises können diese Irritationen hervorrufen, da sie neben erotischer Stimulierung auch Ausdrücke des Erstaunens etc. sein können. Weltweit herrschen Sprachregelungen in Bezug auf Sexualität, deren Verstöße mit Sanktionen, sogenannten Tabus geahndet werden.
Eine weitere Sexualfunktion der Sprache ist ihre Stigmatisation. Diese findet beispielsweise statt, wenn ein Mensch mit körperlichem Handicap, z.B. einem unattraktiven Merkmal den Raum betritt und sich keine der weiteren, anwesenden Personen darüber äußern wird. Sobald die betroffene Person jedoch den Raum verlässt, sieht sich die hinterbliebene Gruppe förmlich gezwungen, sich über dieses Handicap auszutauschen.
Häufig wurde auch die sogenannte „Witz-Abwehr“ beobachtet. Konflikt-Themen werden dabei durch Witze heruntergespielt, um die eigene Angst zu bewältigen.
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Arbeit zitieren:
Solveig Höchst, 2006, Sprachdidaktik der Reproduktion, München, GRIN Verlag GmbH
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