Inhalt
Inhalt 2
1.Einleitung 3
2.Migrationsströme weltweit 4
3.Transnationale Migration 9
4. Transnationale soziale Räume in vier Dimensionen 14
5. Mexikanische Arbeitswanderung in die USA 17
6. Fazit 25
7. Literaturverzeichnis 26
2
1.Einleitung
In einer Welt der Medien, der schnellen Kommunikationsmöglichkeiten, verflechten sich Menschen auf allen Ebenen dichter miteinander.
Rundfunk und Fernsehen werden dank Satellitentechnik unabhängig von nationalen Grenzen, man kann sein Lieblingsprogramm auch noch in entferntesten Ecken der Welt empfangen .Urlaube lassen einen die Welt kennen lernen und so mancher Konzern hat sich schon lange von einem nationalen Denken und Handeln verabschiedet.
Kriege treiben Menschen auseinander und finanzielle Nöte ebenso. Menschen wandern in fremde Länder, um dort zu arbeiten, weil sie nur so sich und ihre Familie ernähren können, oder sich einen Zuwachs an Wohlstand erhoffen. Die Welt kommt in Bewegung und ebenso die Diskussionen über negative Einflüsse von Migranten auf ihr Zielland, oder wie sehr sich ein Ausländer als Gast verhalten, wie sehr er sich anpassen müsste.
Die Arbeit zeigt ein Bild der Migration auf, wie sie weltweit existiert und welche Dimensionen sie angenommen hat. Die Welt ist „auf den Beinen“ und wie sehr sie sich dabei miteinander einlässt, sich in neue Richtungen entwickelt, möchte ich am Beispiel von Mexiko und den USA aufzeigen.
Das Konzept der Transnationalen Sozialen Räume von Ludger Pries stellt die Diskussionen zu Migranten und ihrer Eingliederung in eine Ankunftsgesellschaft in ein grundsätzlich neues Bild, da hier von dem üblicherweise benutzen Schema des Ankommens und Eingegliedert-werdens abgewichen wird.
Menschen leben quasi in mehreren Ländern zugleich und schaffen damit, auch für uns, neue Vorstellungswelten und soziale Wirklichkeiten, in die ich hier einführen möchte.
Es wird hier das Bild einer Welt entworfen, in der es keine nationalen Grenzen gibt, sondern nur soziale Räume, in denen Menschen sich bewegen. Wie stellt sich dieses Welt dar und was geschieht in seinem Rahmen? Die Inhalte dazu will ich hier darstellen.
3
2.Migrationsströme weltweit
Migration ist heute ein viel beachtetes Phänomen, aber es ist nicht neu. Eine stark ausgeprägte Binnenmigration stellte sich zu Zeiten der industriellen Revolution dar, aber auch Kriege haben zu Migrationströmungen geführt. Eine große Welle der Wanderung gab es während und nach dem zweiten Weltkrieg. Auch heute wandern Menschen in der ganzen Welt-Es gibt nach Daten aus dem Jahr 2000 150 Millionen Migranten , was drei Prozent der Weltbevölkerung darstellt, die wandern, oder gewandert sind.
Im Vergleich zu Daten von 1990 sind es 30 Millionen Menschen mehr. Immerhin fast die Hälfte der Migranten sind auch Frauen, mit 47,5 Prozent, wobei es keine Gesamtursache darzustellen gibt, sondern nur regionale Gründe finden lässt. Vor allen Dingen kann man politische Verfolgung und Armut als treibende Faktoren ansehen, wie auch das Vorliegen eines starken Bevölkerungswachstums, das einen Auswanderungsdruck erzeugt, wie er in China zu finden wäre von wo alleine 400000 Menschen jedes Jahr auswandern , aber auch bereits vorangegangene Verwandte beschleunigen Wanderungsbewegungen (vgl.: Rötzer 2000). Nicht weniger zu beachten wären allerdings auch die Folgen der Internationalisierung, durch die eine Bewegung in Bevölkerungsstrukturen unterstützt wird. Diese Push- und Pull-Faktoren stellen auch bereits die klassische Betrachtungsweise von Migration dar.
Nachdem in den 50er Jahren von Deutschland Anwerbeprogramme für Gastarbeiter geführt wurden, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurde dann bereits in den 80er Jahren versucht, eine Rückführung der „Gastarbeiter“ umzusetzen. Über zwei Jahrzehnte hatten die Mittelmeerländer den Norden und Westen Europas mit Arbeitskräften versorgt und zu jener Zeit wurden Arbeitskräfte in der Türkei, in Griechenland, Nordafrika, Südspanien und Süditalien sogar direkt angeworben. Länder wie Frankreich, oder die Niederlande hatten nach dem zweiten Weltkrieg auch einen starken Zuwachs an Arbeitskräften aus ihren Kolonien, was die stark ausgeprägten Gruppen von Indonesiern in den Niederlanden, oder den Algeriern in Frankreich erklären kann (Giddens 1995:299).
4
Obschon diese Bewegungen und die existierenden Bevölkerungsgruppen erkennbar waren, wurden sie dennoch nicht als Teil der Ankunftsgesellschaft betrachtet, sondern vielmehr als eine Art vorübergehendes Phänomen. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland ersteinmal genügend Vertriebene, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken, denn die Grenzverschiebungen, wie auch verschiedene politische Strukturen, die sich in den östlichen Gebieten etablierten, führten zu einer Bevölkerungs- und damit auch Arbeitskräftewanderung.
Nach 1945 wurden von der Bundesrepublik zwölf Millionen Vertriebene aufgenommen und noch zwischen 1949 und 1961 kamen drei Millionen Menschen hinzu, die aus der DDR geflohen waren (Böcker, Thränhardt 2003:9). 1955 würde dann zuerst ein Abkommen mit Italien unterzeichnet, um Arbeitskräfte für Saisonarbeiten anzuwerben, da im eigenen Land nicht genügend verfügbar waren, bedingt durch die Kriegsfolgen, und 1960 kam ein Abkommen mit Spanien und Griechenland hinzu, damit der Bedarf der mittlerweile aufstrebenden deutschen Industrie gedeckt werden konnte (Ghadban 2003:30). Diese Anwerbungen wurden damit begründet, dass es sich um vorübergehende Aufenthalte und Beschäftigungen handelte.
Dennoch war die Anwerbung weiterer Arbeitskräfte notwendig, denn die drei Herkunftsländer konnten für sich genommen den Bedarf an Arbeitskräften nicht decken, da sie selbst auch Arbeitskräfte in ihrem eigenen Land benötigten. Im Gegensatz zu Großbritannien, wo zuerst bis Mitte der fünfziger Jahre Einwanderer aus den Commonwealth-Ländern aufgenommen wurden, die ein Recht auf freie Einreise hatten und mit ihrer Registrierung bereits die britische Staatsbürgerschaft erlangten und auch nachfolgend noch bis 1962 die offene Einreise für weitere Gruppen bestand, musste Deutschland, das seine Kolonien bereits lange abgestoßen hatte und welches durch den zweiten Weltkrieg ohnehin in strukturelle Umbrüche geraten war, auf weitere Arbeitskräfte der Mittelmeerländer zurückgreifen.
Es wurden Anwerbeabkommen mit der Türkei (1961), mit Marokko (1963), mit Tunesien (1965) und auch mit Jugoslawien unterzeichnet, damit die Nachfrage gedeckt werden konnte.
Noch bis Mitte der sechziger Jahre wurde die Anwerbung mit einem Rotationsprinzip durchgeführt, das besonders auf Saisonarbeiter ausgelegt war, was bedeutet, dass
5
die Anwerbung der Arbeitskräfte jeweils auf ein Jahre beschränkt blieb und eine Rückkehr dieser Arbeitskräfte vorgesehen war.
Der verstärkte Einsatz in der Industrie machte allerdings eine Änderung dieses Prinzips notwendig, da hier nicht mehr mit saisonalen Nachfragen kalkuliert werden konnte.
Der Strukturwandel der Ausländerbeschäftigung führte dazu, dass sich Ausländer auch außerhalb von Firmenbaracken Wohnungen suchten und ihre Familien nachholten. Ab 1970 wurde eine Debatte über die Vor- und Nachteile der Ausländerbeschäftigung geführt, was 1973 dann schließlich sich in dem Anwerbestopp manifestierte (Ghadban 2003:30).
Während in Großbritannien bereits 1968 der „Commonwealth Immigration Bill“ und 1973 bereits ein Einwanderungsgesetz verabschiedete, wartete man in Deutschland eher ab und hoffte auf die Rückkehr der Immigranten in ihre Heimatländer. Die Einwanderung in Frankreich hatte sich in einer noch weniger kontrollierten und vor allem weniger beachteten Form vollzogen, so wurde zwar 1945 bereits die „office national de l’immigration“ (ONI) gegründet, die eine offene Immigrationspolitik vollziehen sollte. Doch wurden offizielle Regelungen bereits Mitte der fünfziger Jahre unterlaufen, um den durch das ökonomische Wachstum entstandenen Bedarf an Arbeitskräften zu decken.
Es wurden illegale Arbeitskräfte, „clandestins“ genannt, immer Stärker eingesetzt und ihr Anteil an den Einwanderern nahm drastisch zu. Waren es 1960 noch 53 Prozent, so stieg ihr Anteil 1964auf 69 Prozent, dann auf 79 Prozent 1967, ein Jahr später dann auf 85 Prozent und 1973 bereits 90 Prozent. Neun von zehn Einwanderern waren 1973 also illegal eingereist und bildeten ihre Gemeinschaften in den Vororten der Großstädte, schlecht bezahlt und ohne Absicherung ( Ghadban 2003:28). 1974 wurde es dann offizielle Aufgabe der Politik, sich um diese illegalen Einwanderer zu kümmern, nachdem verschiedene Versuche sie unter die Verwaltung des ONI zu stellen gescheitert waren.
Frankreich versuchte die Immigranten einzubürgern und zu assimilieren, aber vor allem auch ihren Nachzug zu stoppen, und ebenso wie später Deutschland versuchte Frankreich die Immigranten zu einer Rückkehr in ihre Heimatländer zu bewegen, indem Rückkehr-Programme geschaffen wurden (ebd.). Für Deutschland hatte sich mit dem EG-Recht von 1974 der Status der frühen Einwanderer aus nun EG-Ländern verschoben und sich das Problem verlegt auf
6
Nicht-EG-Ausländer, die man mit Rückkehrprämien zu einer Ausreise zu bewegen versuchte, man könnte es auch eine „höflichen Vertreibungsdruck“ nennen (Wilke-Launer 2002:4).
Obschon der Großteil der Einwanderer sich gegen eine solche Rückkehr stellte, wurde in Deutschland noch bis 1998 an einer solchen Politik festgehalten. Betrachtet man die Ausländerzahlen von 1999, so stellt man fest, dass der Großteil der 7,34 Millionen (oder 9 Prozent der Bevölkerung ) Ausländer in Deutschland heute mit 2054000 aus der Türkei stammt und 28 Prozent der ausländischen Bevölkerung in Deutschland ausmacht. Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien mit 1 118 000 , oder 15 Prozent auf Platz zwei liegen und in den Niederlanden Indonesier mit 405 000 oder 15 Prozent vertreten sind und Deutsche mit 401 000 oder 14 Prozent auf Platz zwei (Böcker, Thränhardt 2003:10; Schultz, Sackmann 2001:46). Anwerbeprogramme und Flüchtlingsströme scheinen also den deutlichsten Einfluss auf die Bevölkerungszusammensetzung auszuüben.
Neben de Versäumnissen früherer Politiken ist aber auch die Frage nach dem Sinn einer Rückkehr und dem Verschließen vor Zuwanderern angebracht. „Come on, Germany. Get real.” Ist der Kommentar zur deutschen Zuwanderungsdebatte, der von dem amerikanischen Journalisten Marc Fisher 1991 in der „tageszeitung“ veröffentlicht wurde.
Die persönlichen Kontakte von Westdeutschen und Ausländern haben sich von 1980 bis 1996 bereits stark verdichtet, was auf eine stärkere Einbindung von Ausländern in die bundesdeutsche Gesellschaft schließen lässt. So haben 1980 noch 85,3 Prozent der Befragten angegeben keine persönlichen Kontakte zu in Deutschland lebenden Ausländern in ihrem sonstigen Freundes- und Bekanntenkreis zu haben und nur 14,7 Prozent konnten Kontakte bestätigen. Vier Jahre später waren die Kontakte schon auf 22,3 Prozent gestiegen, 1990 dann auf 31,2 Prozent und 1996 waren es sogar 50,9 Prozent der Befragten, die angaben, solche persönlichen Kontakte zu Ausländern zu haben.
Aber auch wirtschaftlich betrachtet kann sich ein Land wie Deutschland eine Abschottung von Immigranten gar nicht leisten.
Wie die meisten Industrienationen hat sich auch Deutschland mit dem Phänomen einer schrumpfenden Bevölkerung auseinander zu setzen.
Abgesehen von einer wirtschaftlichen Krise, ist es vor allem die Diskussion über die Sozialsysteme, von der die öffentliche Diskussion bestimmt wird. Im
7
Arbeit zitieren:
Armin Leiber, 2004, Transnationale Soziale Räume, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Deutsche Chinapolitik: Gesellschaftliche Interessen und deren Wirkung ...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Diplomarbeit, 88 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Seminararbeit, 18 Seiten
Das Kommunistische Manifest - Werk und historischer Materialismus
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 14 Seiten
Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Beziehungsanfang von bikulturellen...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hauptseminararbeit, 22 Seiten
Frauen- und Kinderarbeit in der Zeit der Industrialisierung
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Seminararbeit, 15 Seiten
Die Beziehungen der BRD zur Volksrepublik China im Spannungsverhältnis...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Magisterarbeit, 98 Seiten
Armin Leiber, M.A. hat den Text Transnationale Soziale Räume veröffentlicht
Armin Leiber, M.A. hat einen neuen Text hochgeladen
Transnational Spaces / Transnationale Räume
Regina Bittner, Wilfried Hackenbroich, Kai Vöckler
Globalisierung - entgrenzte Welten versus begrenzte Identitäten?
Festschrift für Hartmut Elsenh...
Rachid Ouaissa, Heidrun Zinecker
Transnationales Strafrecht/Transnational Criminal Law
Gesammelte Beiträge/Collected ...
Albin Eser, Günter Heine, Björn Burkhardt, Walter Gropp
0 Kommentare