Inhaltsverzeichnis
1.0 Vorwort 3
2.0 Geschichtlicher Rückblick der Entwicklungspsychologie 4
3.0 Wortbedeutung - Entwicklungspsychologie 4
3.1Erklärung aus dem Duden 4
4.0 Die Sprachentwicklung bei Kindern 4
4.1 Die altersgemäße Sprachentwicklung 4
4.2 Die drei Schritte der Sprachentwicklung 6
4.2.1 Die phonologische Entwicklung 6
4.2.2 Die lexikalische Entwicklung 7
4.2.3 Die Satzproduktion 9
4.3 Voraussetzungen für die Sprachentwicklung 9
4.3.1 Auditive Faktoren 9
4.3.2 Organische Faktoren 9
4.3.3 Kognitive Faktoren 9
4.3.4 Emotionale Faktoren 9
4.4 Sprachspezifische Voraussetzungen 10
4.4.1 Das Zeitargument 10
4.4.2 Der kompetente Säugling 10
4.4.3 Lateralisation 10
4.4.4 Spracherwerb gehörloser Kinder 10
4.4.5 Dissoziationen 11
4.5 Voraussetzungen für den kognitiven Spracherwerb 11
4.6 Hören - wichtig für das Lernen von Sprache? 11
5.0 Die Sprache der Kinder und Kleinkinder 12
5.1 Die frühe kindliche Grammatik 12
5.1.1 Bedeutungsrelation 12
5.1.2 Telegrafische Sprache 12
5.1.3 Wortordnung 13
5.1.4 Weitere Entwicklungsschritte 13
5.2 Ein kompetenter Kommunikationspartner 13
5.3 Aus Gestik wird Sprache 14
5.3.1 Referentielle Gesten 14
5.3.2 Konventionalisierte Gesten 14
5.4 Versuch: Produzierte Sprechhandlungen der Kinder 14
5.5 Rückverweisende Ausdrücke 15
6.0 Ist die Sprachentwicklung Umwelteinfluss oder Veranlagung? 16
7.0 Soziale Voraussetzungen für den Spracherwerb 17
8.0 Drei mütterliche Sprachstil 17
9.0 Unterschiede in der Sprachentwicklung zwischen Mädchen und 18
Jungen
10.0 Zwillinge - Die Sprachentwicklung 19
11.0 Das Mädchen Genie 19
12.0 Wissensstrukturen 20
12.1 Piagets Kognitionshypothese 20
12.2 Wissensstrukturen von verschiedenen Entwicklungstheoretikern 21
12.2.1 Mittel-Ziel-Verknüpfung 21
12.2.2 Transaktionalität 21
12.2.3 Systematik 21
12.2.4 Abstraktheit 21
13.0 Resümee 22
14.0 Literaturverzeichnis 23
15.0 Selbstständigkeitserklärung 24
2
1.0 Vorwort
Deutsche Psychologen interessieren sich in den letzten Jahren immer mehr für die kognitive Entwicklung und für die Wahrnehmungsentwicklung im ersten Lebensjahr. Damit greifen sie Themen auf, mit denen sich vor allem amerikanische und englische Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten beschäftigen. Es war lange Zeit verbreitet, dass das Kleinkind im ersten Vierteljahr dumm sei. Mann ging davon aus, dass der Säugling von Reflexen beherrscht wird und dass seine Wahrnehmungswelt chaotisch und konfus ist. Außerdem war man der Ansicht, dass sich Babys Fähigkeiten wie das Sehen und Erkennen von Gegenständen erst in einem langen, mühevollen Prozess aneignen müssen. Ein Vorurteil, dem man auch heute noch begegnet, ist die Annahme, dass die Säuglinge in den ersten Lebenswochen die Gesichter ihrer Eltern nicht erkennen können. Die Einführung neuer Untersuchungsverfahren hat zu einer Revolution geführt und gezeigt, dass man die mit dem Sehen zusammenhängenden Fähigkeiten des Säuglings unterschätzt hat. Diese Verfahren machen sich zu nutze, dass Kinder sich schon von Geburt an für ihre Umwelt interessieren und ihre Aufmerksamkeit bewusst und aktiv auf Personen und Gegenstände lenken können. Neue Forschungsergebnisse belegen, dass Neugeborene(erst wenige Stunden alt) das Gesicht ihrer Mutter erkennen können und es lieber anschauen als die Gesichter fremder Menschen. Ebenfalls können sie Farben unterscheiden und verfügen über ein Gedächtnis, wenn auch die Zeitdauer, über die hinweg sie Informationen behalten können, noch sehr begrenzt ist. Eine überraschende Fertigkeit, die man bei Säuglingen noch nicht vermutet hat, ist dass sie rechnen können. Amerikanische Forscher stellten fest, dass bereits fünf Monate alte Kinder einfache Subtraktions-und Additionsaufgaben lösen konnten.
In der Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Sprachentwicklung der Kinder und Kleinkinder. In dieser Hausarbeit kläre ich die Fragen, wie entwickelt sich die Sprache bei Kindern, welche Rolle spielt die soziale Umwelt, und wie unterscheidet sich die Sprachentwicklung zwischen Jungen und Mädchen, usw.?
3
2.0 Geschichtlicher Rückblick der Entwicklungspsychologie
Die Entwicklungspsychologie spielt in der Wissenschaft vom Menschen und besonders in den Sozialwissenschaften eine wichtige Rolle. Diese bemüht sich um das Verständnis der Dynamik der Kräfte, welche die Erscheinung der Entwicklung bewerten. Sie soll als Basiswissenschaft der pädagogischen Psychologie, dem pädagogischen Handeln und der Erforschung der Persönlichkeit dienen. Außerdem dient es allen Störungsmöglichkeiten und dem psychotherapeutischen Tun (zum Beispiel der Bestimmung des Zeitpunktes um Wahrnehmung, das Denken eines Menschen und die Motorik zu fördern). Dabei bedient sie sich verschiedener Gangarten der Untersuchung aus den Bereichen der Sozialpsychologie, der Psychoanalyse, der Soziologie, der Humangenetik und den Lerntheorien, um die obengenannte Dynamik der Entwicklung besser erkennen zu können. Die Entwicklungspsychologie selbst ist von einer ziemlich lebhaften Geschichte gekennzeichnet, die offenbaren lässt, dass das Feld der Entwicklungspsychologie sehr komplex und somit schwer von anderen, verwandten Wissenschaften zu trennen ist. Es sind drei wichtige Einflüsse auf die Forschungsmethoden zu vermerken, nämlich die Naturwissenschaft am Ende des 19.Jahrhunderts, die Geisteswissenschaft im Zeitraum des Jugendstils und die sozioökonomischen Entwicklungen (Materialismus/Sozialismus). Diese haben das Wesen der Entwicklungspsychologie in den letzten Jahrhunderten stark geprägt, die frühen Anfänge liegen natürlich viel weiter zurück.
3.0 Wortbedeutung - Entwicklungspsychologie
3.1 Erklärung aus dem Duden
Entwicklungspsychologie ist eine Wissenschaft, welche die Entwicklung des Seelenlebens des Einzelnen sowie des Menschgeschlechtes untersucht.
4.0 Die Sprachentwicklung bei Kindern
4.1 Die altersgemäße Sprachentwicklung
Die Sprachentwicklung beginnt schon vor der Geburt. Das Ungeborene nimmt verschiedene Lautstrukturen wahr. Direkt nach der Geburt werden diese Laute nach der Häufigkeit und Ähnlichkeit gespeichert. Das Kind ist in der Lage, Verknüpfungen zwischen melodisch-rhythmischen Strukturen und kommunikativen Sprachstrukturen zu bilden. Ab der 7./8. Woche beginnt die Schreiphase und direkt darauf folgt die Lallphase, welche als Vorstadien der Sprachentwicklung bezeichnet werden. Die folgende Übersicht (nach Hellbiege in Handbuch der Kinderheilkunde, Bd II / 1, Springer Verlag, Berlin 1966) zeigt die einzelnen Entwicklungsabschnitte (im Bezug auf Sprache) eines Kindes vom Neugeborenen bis zum fünften Lebensjahr.
4
Neugeborenes: Das Ungeborene gibt unbestimmte Laute von sich.
1. Monat: Das Kleinkind gibt wenige Kehllaute und schnarchende Geräusche bei Nacht von sich.
3. Monat: Zufälliges Auftreten von Lallen.
4. Monat: Sobald das Kind zufrieden ist, gluckst und gurrt es. Schreien und Plappern lösen sich in rascher Folge ab.
5. Monat: Es beschäftigt sich morgens und abends mit der Lautbildung.
6. Monat: Beim Schreien wird „m-m“ konstant hörbar.
7. Monat: Das Kleinkind spricht mit seinem Spielzeug und hat Freude an der Lautbildung.
8. Monat: Es bringt selbstständig und unaufgefordert unartikulierte Laute und hohe Quietschtöne heraus.
11. Monat: Plappert Mama, Papa, Dada in verschiedenen Tonhöhen.
1. Jahr: Das Kind spricht nun außer Mama und Papa zwei andere Wörter. 1,5. Jahre: Es besitzt einen Wortschatz von 10 bis 20 Wörtern. Außerdem reagiert es
2. Jahr: Nun besitzt es einen Wortschatz von 100-200 Wörtern und spricht Sätze mit drei Wörtern. 2,5. Jahre: Wortschatz: 500 Wörter
3. Jahre: Das Kind beherrscht die Sprache nun sicher und fließend. Es lässt sich mit Wörtern lenken und interessiert sich für neue Wörter. Das Kind beginnt mit 3,5 Jahren zu stottern.
4. Jahre: Wortschatz: über 1500 Wörter
Es erzählt Geschichten, fragt ununterbrochen „warum“, „wie“. Das Kind gebraucht Schimpfwörter, zeigt viele grammatische Fehler und kann fünf Richtungen voneinander unterscheiden.
5. Jahre: Wortschatz: über 2000 Wörter
Das Kind spricht nun grammatikalisch einigermaßen richtig. Außerdem fragt es: „wie schreibt man“, und definiert einige Wörter.
Die Frage, wie Kinder ihre Muttersprache lernen, ist noch lange nicht umfassend beantwortet. Dies hängt nicht in erste Linie damit zusammen, dass die Sprachentwicklung eines jeden Kindes individuell unterschiedlich verläuft. Dennoch haben die Kinder wichtige Gemeinsamkeiten, die während eines „normalen“ Entwicklungsverlaufs bei allen Kindern festzustellen sind. Die kognitiven Prozesse, die im Kind bei der Aufgabe des Sprachlernens ablaufen, können nicht oder nur zum Teil ermittelt werden. Die Äußerungen der Säuglinge und Kinder können zwar als Resultat dieser Prozesse festgehalten und miteinander verglichen werden, dennoch bleibt es bei Vermutungen und Hypothesen darüber, wie das Kind zum Beispiel zu Bedeutungszuweisungen kommt oder aus den eigenen Fehlern lernt und wie es die enorme Aufgabe des Grammatikerwerbs bewältigt. Sicherlich muss der Anreiz die Dinge zu benennen, sich mitzuteilen und damit Mitglied in der sprechenden Gesellschaft zu werden, für das Kleinkind sehr hoch sein. Bevor das Kind jedoch seine erste sprachliche Äußerung macht, hat es bereits über sein Gehör viele Erfahrungen, vor allem mit seiner Muttersprache, gemacht.
5
4.2 Die drei Schritte der Sprachentwicklung
4.2.1 Die phonologische Entwicklung
Desmond Morris umschreibt die Zeit, bis der Säugling die ersten Worte spricht so: „Ein Orchester wird gestimmt.“ (Butzkamm/Butzkamm, 1999, S. 54). Schon kurz nach der Geburt können vor allem Mütter die lautlichen Äußerungen ihres Kindes dahingehend interpretieren, ob es sich wohlfühlt, hungrig oder kontaktfreudig ist usw. Offensichtlich entsteht zwischen dem Kind und den Eltern von Anfang an ein großes Bedürfnis nach Kommunikation. Doch bis das Kind mit wohlgeformten Sprachlauten umgehen kann, dauert es seine Zeit. Dazu muss sich beim Neugeborenen etwas automatisch verändern: zwischen dem dritten und dem sechsten Monat wird sich sein Kehlkopf absenken und der obere Stimmtrakt so ausstatten, dass allmählich die notwendigen Resonanzbedingungen für die Bildung von Vokalen und Konsonanten entstehen. Da ein Säugling zeitgleich atmen und saugen kann, ohne sich zu verschlucken, muss es in Kauf nehmen, dass nach dem Umbau zugunsten der Sprache, Nahrung auch mal in die Luftröhre gelangt. (Butzkamm/Butzkamm, 1999, S. 55).
Neben dem Spiel mit der Stimmmuskulatur lassen sich auf dem Weg zu den ersten Worten verschiedene Stadien festmachen, die normalerweise alle Kinder durchlaufen. „Im Alter zwischen sechs und acht Wochen beginnt der Säugling zu gurren; zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensmonat setzt das Lachen ein und es werden zunehmend mehr Laute produziert“. (Grimm, 1998, S. 714). In dieser Zeit ist der Säugling schon in der Lage, Vokale („a“ und „i“) nachzuahmen. Zugleich weigert es sich jedoch in dieser Phase Nicht-Sprachliches nachzuahmen. Offensichtlich erscheinen sie dem Säugling nicht besonders attraktiv. Ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat beginnt das Lallstadium. Nun gelingt es dem Baby echte Satzsilben zu formen, welche aus Vokal - Konsonanten -Verbindungen bestehen und mit „satzähnlicher Intonation“ ständig wiederholt werden (z.B. „babababa“ oder „mamamama“). (Grimm, 1998, S. 714). Gehörlose Kinder produzieren diese Silbenkette nicht, so können sie schon relativ früh von hörenden Kindern unterschieden werden. „In den Plappermonologen (ab dem achten Lebensmonat) beginnt das Baby, artikulatorisch auf die besondre Klanggestalt der Muttersprache zu zielen, die es ja schon bei der Geburt hörend wiedererkennen konnte. Es hat sich nicht nur die Melodie der Muttersprache eigenen Lautkontraste angehört und lernt sie schließlich stimmlich zu bewältigen.“ (Butzkamm/Butzkamm, 1999, S. 57).
Das Kind gibt in dieser Phase keine Laute mehr von sich, die nicht zum Repertoire der Muttersprache gehören. Das Kind ist von nun an stimmlich in der Lage, die ersten Wörter zu bilden. Grimm stellt fest, dass zwischen dem zehnten und dem vierzehnten Lebensmonat „die phonologische Entwicklung in die Produktion der ersten Wörter“ übergeht. (Grimm, 1998, S. 714). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Kinder plötzlich mit dem Lallen aufhören und nur noch in Worten sprechen. Ungefähr im achtzehnten Lebensmonat erreicht das Kind eine wichtige Grenze. Es erreicht die magische 50-Wörter-Marke. Ab diesem Zeitpunkt lernen die Kinder neue Wörter sehr viel schneller, als zuvor, so dass ihr Wortschatz nur wenige Monate später schon um die 200 produktive Wörter umfasst.(Grimm, 1998, S. 715). Normalerweise ist jedes Kind im Alter von sechs Jahren stimmlich in der Lage alle Worte der Muttersprache richtig auszusprechen. Somit ist eine wichtige Voraussetzung für das schulische Lernen gegeben.
6
Arbeit zitieren:
Anna Olenberg, 2005, Die Sprachentwicklung bei Kindern und Kleinkindern, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Sprach- und Sprechentwicklung: Vom Säugling zum sprechenden Kind
Hausarbeit, 32 Seiten
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Seminararbeit, 13 Seiten
Die Entwicklung der Sprache beim gehörlosen Kind. Ein Argumentationsve...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 21 Seiten
Identitätsfindung junger türkischer Frauen unter Berücksichtigung migr...
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit, 63 Seiten
Celestin Freinet und die Bewegung der "école modèrne"
Seminararbeit, 15 Seiten
Sprachförderung durch Sprachspiele in Kindergarten und Vorschule
Diplomarbeit, 82 Seiten
Multiperspektivische Fallarbeit am Beispiel der Hilfeplanung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 18 Seiten
Aggression und Gewalt - Eine Untersuchung auf vier Erklärungsebenen
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 43 Seiten
Ein Überblick über die Entwick...
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Voraussetzungen für den Spracherwerb
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Seminararbeit, 16 Seiten
Sonderpädagogisches Gutachten für ein Kind mit Beeinträchtigung im Ver...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 17 Seiten
Anna Olenberg hat den Text Die Sprachentwicklung bei Kindern und Kleinkindern veröffentlicht
Anna Olenberg hat einen neuen Text hochgeladen
Das Kind, das eine Katze sein wollte
Psychoanalytische Arbeit mit S...
Caroline Eliacheff, Susanne Farin
Praktische Tipps und Homöopathie für Ihr Kleinkind
Ein unterhaltsamer Leitfaden f...
Jean-Paul Nowak, Tan Hon Nguyen
0 Kommentare