Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Die Historische Entwicklung der Hermeneutik Seite 5
3. Die Grundgedanken des Verstehens Seite 7
4. Die Versuchsmöglichkeiten der methodischen
Absicherung des Verstehens Seite 10
5. Der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit an die
Hermeneutik Seite 13
6. Fazit Seite 17
7. Literaturangaben Seite 18
8. Abbildungsverzeichnis Seite 18
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1. Einleitung
Diese Hausarbeit ist entstanden in dem Rahmen des Seminars „Probleme pädagogischer Wissenschaftstheorie“. Wie im Titel schon erwähnt haben wir uns mit den Problemen der Wissenschaftstheorie beschäftigt, wobei wir die Wissenschaftstheorien in drei Bereiche gegliedert haben.
Der erste Bereich war die Wissenschaftsphilosophie, in dem es darum ging die Wissenschaft zu definieren, d.h. sie von anderen Bereichen wie z.B. Geistes- oder Naturwissenschaften abzugrenzen, aber auch von alltäglichen oder künstlerischen Erfahrungen.
In dem zweiten Bereich der Sprachanalyse und –logik haben wir besprochen, wie Sprache als „Werkzeug“ zum Erzeugen von Wahrheit und Gewissheit verstanden werden kann und auch, dass mit Sprache Wirklichkeit erzeugt werden kann. Des Weiteren haben wir die Nachteile von Sprache kennen gelernt, wie z.B. Alltagssprache, Vagheit oder Mehrdeutigkeit. Aus diesem Grund hat die Wissenschaft eine Kalkülsprache entwickelt, die den Wissenschaftsansprüchen gerecht wird.
Das dritte Gebiet war die Methodenlehre, wo die Verfahren der Einzelwissenschaften zur Gewinnung wahren Wissens beschrieben wurden. Wir haben zwischen den drei Grundoperatoren Beobachtung, Erklärung und Verstehen differenziert.
Bei der Beobachtung haben wir zwischen der induktiven und der deduktiven Beobachtung unterschieden. Bei der induktiven Beobachtung werden Aussagen erst nach der Beobachtung gemacht, während bei der deduktiven Beobachtung erst ein Modellkonstrukt entworfen wird und danach die eigentliche Beobachtung erfolgt. Beim Erklären gibt es das Problem der alltagssprachlichen Vagheit des Ausdrucks. Außerdem haben wir Erklären in zwei Bestandteile zerlegt, und zwar in Explanandum und Explanans.
Auch bei dem Verstehen gibt es dasselbe Problem wie beim Erklären und es herrscht eine Kontroverse zwischen Erklären und Verstehen. Verstehen haben wir unter anderem als Sinn- oder
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Bedeutungsverstehen kennen gelernt. Aber zu dieser Thematik werde ich mich in diese Hausarbeit noch ausführlich zu äußern.
Generell wurde in diesem Seminar zwischen Hermeneutik und Kritischem Rationalismus unterschieden. Im Bereich des Kritischen Rationalismus haben wir Karl Popper kennen gelernt. Ihm zufolge haben Theorien wissenschaftlichen Charakter nur insofern, als sie durch Tatsachen widerlegbar sind, d.h. die Wissenschaftler müssen ihren Theorien gegenüber insofern kritisch eingestellt sein, als sie nach widerlegenden Tatsachen suchen sollen, anstatt ihnen auszuweichen. Die Hermeneutik wurde uns als „Kunst der Auslegung“ und als „Lehre vom Verstehen“ vorgestellt.
Insgesamt hat die Hermeneutik verschiedene Problematiken zu überwinden, die bewirken, dass die Kritiker der Hermeneutik ihr unterstellen, unwissenschaftlich zu sein. So stellen König / Zedler die These auf, dass „ein Problem (der Hermeneutik) … die fehlende Forschungsmethodik hermeneutischen Vorgehens“ 1 sei.
Ich werde mich zunächst mit der historischen Entwicklung mit einem Schwerpunkt auf Diltheys Hauptthesen auseinandersetzen. Ich will aufzeigen, dass Dilthey als Begründer der Hermeneutik angesehen wird.
In einem nächsten Schritt möchte ich die Grundgedanken des Verstehens verdeutlichen, indem ich zunächst auf die verschiedenen Verstehensarten eingehe.
Daraufhin zeige ich die Versuchsmöglichkeiten der methodischen Absicherung des Verstehens auf, durch die hermeneutischen Forschungsmethoden, dem hermeneutischen Zirkel und den hermeneutischen Regeln.
Ich greife die oben genannte These von König / Zedler auf und setze mich auseinander mit der Problematik des Verstehens und dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit an die Hermeneutik.
Zum Abschluss meiner Arbeit gebe ich ein Fazit.
1 König E., Zedler P.: Theorien der Erziehungswissenschaft. A.a.O., S.93
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2. Die Historische Entwicklung der Hermeneutik
Nach Danner wird der heutige Hermeneutik Begriff erstmals im Jahre 1654 von Dannhauser in dessen Schrift „Hermeneutica sacra sive methodus exponendarum sacrum litterarum“ geprägt. 2 In der historischen Entwicklung kristallisierten sich drei hermeneutische Strömungen heraus, die Danner wie folgt benennt:
1. die philologisch-historische Hermeneutik
2. die theologische Hermeneutik
3. die juristische Hermeneutik
Schleiermacher (1768 – 1834) entwickelte eine allgemeine Hermeneutik, die er als „Kunstlehre des Verstehens“ bezeichnete, unter der er diese drei spezifischen hermeneutischen Strömungen zusammenfasste. 3 W. Dilthey (1833 – 1911) griff die schleiermachsche allgemeine Hermeneutik als „methodologische Grundlegung der Geisteswissenschaften“ 4 auf.
Im Folgenden soll nun auf Diltheys Hauptthesen der Hermeneutik eingegangen werden, da Dilthey als „Begründer der Hermeneutik als einer wissenschaftstheoretischen Grundlage der Sozialwissenschaften“ 5 gilt. Danner fasst Diltheys Begründung der Hermeneutik in vier Hauptthesen zusammen:
1. „Gegenstand der Wissenschaftstheorie Diltheys sind Geisteswissenschaften.“ 6 Für Dilthey sind alle Wissenschaften, die sich mit dem Menschen auseinander setzen bzw. beschäftigen, unter dem Begriff der Geisteswissenschaften zusammengefasst. 7
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Vgl. Danner, H. Methoden geisteswissenschaftlicher Pädagogik. München, 1994, S. 31
3 ebd., S. 31
4 ebd., S. 31
5 König, E., Zedler, P. Theorien der Erziehungswissenschaft. A.a.O., S. 85
6 ebd., S.85
7 vgl., ebd., S.85
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Arbeit zitieren:
Ulrike Basedow, 2005, Hermeneutik, München, GRIN Verlag GmbH
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