Freie Universität Berlin, Lehrgebiet: Allgemeine Grundschulpädagogik
Seminar 2: „Grundschule als Erziehungsort:
Heterogenität in der Grundschule“
Sommersemester 2006
Migrantenkinder in der Primarstufe –
Überblick über mögliche Probleme und
Ausblick auf Verbesserungsmöglichkeiten
von: Katharina Mauck
Inhalt
A. Einleitung 1
B. Allgemeines 2
1. Definitionen 2
a) Migration 2
b) Kinder mit Migrationshintergrund 2
2. Ausländer in Deutschland 2
3. Migrantenkinder in Deutschland 2
C. Mögliche Merkmale und Probleme, die zu Bildungsbenachteiligung führen können 3
1. Soziale Lage der Familie – kulturelle Integration – Spracherwerb 3
2. Fehlen von sprachlichen, kulturellen und materiellen Ressourcen 5
3. Unzureichende schulische Förderung 7
D. Verbesserungsvorschläge 8
1. Frühzeitige Förderung 8
2. Verstärkte Aus- und Fortbildung der Lehrer für „Deutsch als Zweitsprache“ und Integration von Fach „DaZ“ in Stundentafel 8
3. Aufnahme von interkultureller Pädagogik in Lehrerausbildung 9
4. Verstärkte Einrichtung von Ganztagsschulen bzw. schulische Nachmittagsangebote 9
E. Fazit 10
A. Einleitung
Deutschland hat seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht sogar schon seit Jahrhunderten, Erfahrungen als Ein-, Aus- und Durchwanderungsland gemacht und sich somit zum „Einwanderungsland“ bekannt1, auch wenn dieses Faktum lange Zeit von politischer Seite fälschlicherweise bestritten wurde2. Auch wenn die Diskussionen über Multilkulturalität, Multiethnizität und Mehrsprachigkeit momentan schier überkochen zu scheinen, sind dies „[...] bei genauerer Betrachtung der Geschichte keine Neuerscheinungen, sondern stetige Momente der gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands.“3 Es ist zu erwarten, dass die Zuwanderungsrate steigt, und somit wird der Ruf nach einer Verbesserung der schulischen Situation für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund immer lauter. Was also bedeutet diese kulturelle und sprachliche Vielfalt in Deutschland für die Grundschule? Welche Probleme ergeben sich dabei, welche Chancen stellen sich? Ich werde mich in dieser Arbeit damit auseinandersetzen, welche gesellschaftliche und schulische Rolle Kindern mit Migrationshintergrund zuteil wird, welche möglichen Probleme in der Primarstufe auftauchen und wie diese statistisch erfasst worden sind. Des weiteren werde ich einen Ausblick über mögliche Förderungsmaßnahmen skizzieren und mich kritisch mit diesen auseinandersetzen. Ich habe mich dafür entschieden, nur einige der möglichen Gründe für die Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern zu skizzieren. Da dieses Thema sehr komplex und nur bedingt in einem solchen Rahmen beschrieben und diskutiert werden kann, habe ich mich nur auf einen Bruchteil der möglichen Ausgangssituation und die daraus resultierenden Probleme beschränkt.
B. Allgemeines
1. Definitionen
a) Migration
„Migration“ bzw. „Zuwanderung“ lässt sich in verschiedene Formen, wie z.B. EUBinnenmigration, Zuwanderung von Flüchtlingen aus politischen Gründen, Asylzuwanderer oder Migration aus Jobgründen, z.B. Gastarbeiter differenzieren4.
b) Kinder mit Migrationshintergrund
Man bezeichnet als „Kinder mit Migrationshintergrund“ solche, die aus Familien nichtdeutscher Staatsangehörigkeit oder Aussiedlerfamilien stammen, eingebürgert oder aus binationalen Familien stammen.5
2. Ausländer in Deutschland
Im Jahres 2003 belief sich die Gesamtbevölkerung Deutschlands auf rund 82,5 Mio Menschen mit einem Ausländeranteil von 8,9 %6. Jedoch sind diese Zahlen nur mäßig aussagenkräftig, denn Menschen mit Migrationshintergrund und deutschem Pass werden in dieser Statistik nicht erfasst
3. Migrantenkinder in Deutschland
„Im Schuljahr 2001/02 haben rund 11 Prozent der Schülerinnen und Schüler an den Schulen der Bundesrepublik Deutschland eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Hinzu kommen Kinder und Jugendliche aus Aussiedlerfamilien, eingebürgerte Kinder und Kinder aus binationalen Familien, so dass insgesamt von einem wesentlich höheren Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ausgegangen werden muss.“7 Ein Großteil dieser Migrantenkinder wurde in Deutschland geboren oder ist zumindest hier aufgewachsen8. Vor diesem Hintergrund ergeben sich Probleme, aber auch Chancen für den Unterricht in der Primarstufe, die bisher viel zu wenig erfasst und genutzt wurden, denn erst seit den 70er Jahren kristallisiert sich ein „[...] bildungspolitisches Interesse an der Integration und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund [...]“9 heraus. Auch nach Jahrzehnten der Einwanderung nach Deutschland lässt sich immer noch beobachten, dass die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund in Bereichen wie z.B. der Förderung der Lesekompetenz in deutscher Sprache nur unzureichend erfolgt, wie man in Leistungserfassungstests wie PISA erkennen kann10: Migrantenkinder schneiden im Vergleich zu gleichaltrigen deutschen Kindern deutlich schlechter ab: 20% der Kinder bzw. Jugendlichen aus Einwandererfamilien verlassen die Schule ohne jeglichen Abschluss11.
C. Mögliche Merkmale und Probleme, die zu Bildungsbenachteiligung führen könnena
1. soziale Lage der Familie - kulturelle Integration – Spracherwerb
[...]
1 Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.): Dokumentation der Fachkonferenz „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung – Zuwanderungsland Deutschland in der Praxis“. Mai 2002, www.bpb.de/files/3W3XB4.pdf, S. 49
2 vgl. http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2001/Zuwanderung__gestalten__- __Integration__Id__7647__de,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Zuwanderung_gestalten_- _Integration_Id_7647_de.pdf, S. 13
3 Gogolin, Ingrid (federführend) e.a.: Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gutachten. Heft 107. Hamburg, 2003, S. 21
4 ebd., S. 23
5 vgl. Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Bericht „Zuwanderung“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 24.05.2002). www.kmk.org/doc/publ/zuwander.pdf
6 vgl. Gogolin, Ingrid (federführend) e.a.: Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gutachten. Heft 107. Hamburg, 2003, S. 21
7 Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Bericht „Zuwanderung“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 24.05.2002). www.kmk.org/doc/publ/zuwander.pdf
8 vgl. Gogolin, Ingrid (federführend) e.a.: Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Gutachten. Heft 107. Hamburg, 2003, S.38
9 ebd., S. 2
10 vgl. ebd. S.1
11 Statistisches Bundesamt: Junge Ausländer im deutschen Bildungssystem. Pressemitteilung vom 8. September 2003. http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2003/p3560071.htm
a Ich habe mir beim Verfassen dieser Arbeit sehr schwer getan, die Merkmale zu trennen, da die Grenzen meiner Meinung nach verwischen, habe es dennoch aus Gründen der Übersicht versucht. Es könnten sich also wohlmöglich Argumente wiederholen
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Katharina Mauck, 2006, Migrantenkinder in der Primarstufe - Überblick über mögliche Probleme und Ausblick auf Verbesserungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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