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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Die Entstehung der Stadt-Guerilla 3
A Zum Begriff Guerillakrieg 3
B Das Konzept der Landguerilla 4
C Der Übergang von der Landguerilla zum Guerillakampf in den Städten 6
III Das Konzept der Stadtguerilla 7
A Selbstverständnis der Stadt-Guerilla und Strategie 7
B Taktik und Methoden der Stadt-Guerilla 11
IV. Einordnung des Phänomens Stadt-Guerilla: Guerilla versus Terrorismus 14
V. Fazit 16
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I. Einleitung
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Stadt-Guerilla in Abgrenzung zur Landguerilla.
Guerilla-Krieg kennt vier Haupterscheinungsformen.
- Guerilla-Krieg gegen die ausländische Besatzung während eines konventionellen Kriegs
- der Einsatz von Guerilla gegen eine ausländische Besatzung nach einer Niederlage der regulären Armee
- Guerilla-Krieg als Befreiungskampf gegen eine Kolonialherrschaft
- der Einsatz von Landguerilla (synonym dazu wird der Begriff Volkskrieg verwendet) zum revolutionären Kampf gegen die eigene Regierung, der vom ländlichen Raum aus organisiert und über die Bildung von Volksheeren zur Machteroberung führen soll.
Stadt-Guerilla ist eine neue Form des Guerilla-Kampfes, der durch die Urbanisierungs- und Industrialisierungsentwicklungen in Lateinamerika in den 1960er Jahren aufgekommen ist.
Die These dieser Arbeit ist, dass es sich bei dem Phänomen Stadt-Guerilla nicht mehr um eine Erscheinungsform von Guerilla-Krieg handelt, sondern dass sie dem Terrorismus zu zuordnen ist.
Die Arbeit wird wie folgt aufgebaut sein:
Zuerst zeige ich das Konzept der Landguerilla auf, danach wende ich mich der Entwicklung von der Land- hin zur Stadt-Guerilla zu. Als nächstes analysiere ich das theoretische Konzept der Stadt-Guerilla und ihrer Strategie. Dann gehe ich auf die Kampfmethoden und ihre Taktik ein. Als letztes möchte ich die Stadt-Guerilla terminologisch einordnen und zeigen, dass es sich nicht mehr um eine Form des Kleinen Kriegs handelt, sondern dass Stadt-Guerilla ein Typus des Terrorismus ist.
Die Fachliteratur zu dem Thema Stadt-Guerilla entstand meist zeitnah, also in den siebziger Jahren. Die Forschungsliteratur übernimmt den Begriff Stadt-
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Guerilla und nimmt kaum definitorische Abgrenzungsversuche zwischen den Phänomenen Stadt-Guerilla, Land-Guerilla und Terrorismus vor.
II. Die Entstehung der Stadt-Guerilla
A Zum Begriff Guerillakrieg
Das Wort Guerilla ist eine Verkleinerungsform aus dem spanischen Wort guerra, der Krieg. Man verwendet den Begriff Guerilla einmal für eine bestimmte Kampfform, die des kleinen Krieges und für solche Einheiten, die sich dieser Kampfweise bedienen. Der kleine Krieg findet nicht zwischen zwei regulären Armeen statt; vielmehr agiert eine kleine bewaffnete Gruppe mit überraschenden Handstreichen aus dem Hinterhalt ohne eine feste Front gegen Menschen und Institutionen, die sie als ihre Gegner ansehen. Da die Guerilla mit einer geringen Truppenstärke auskommen muss, ist das Instrument Guerilla eine klassische Waffe des Schwächeren gegen den Stärkeren.
Zum ersten Mal wurde der Guerilla-Kampf 1808 im Volksaufstand der Spanier gegen das napoleonische Heer angewandt. 1 Im 19. Jahrhundert war das traditionelle Ziel des Guerillakrieges die nationale Unabhängigkeit. Im
20. Jahrhundert wurden soziale und wirtschaftliche Gründe vorrangig. 2 Der Guerillakrieg ist als eigene Kriegsform dem Krieg mit konventionellen Streitkräften als legitimes Mittel zur Seite gestellt. 3 Hans-Joachim Müller-Borchert definiert Guerilla zusammenfassend als einen „gewaltpolitisch ausgetragenen Konflikt zwischen Staatsgewalt und irregulären / illegalen Organisationen, die unkonventionell und überwiegend verdeckt für politische Zielvorstellungen kämpfen.“ 4
Der Guerillakrieger und Theoretiker Ernesto Che Guevara erweitert den Begriff um eine wesentliche Komponente, wenn er den Guerilla-Krieg als
1 Fritz Rene´Alleman, Macht und Ohnmacht der Guerilla, München 1974, S.15.
2 Walter Laquer, zwölf Thesen über die Guerilla, in: Rolf Tophoven (Hrsg.), Politik durch Gewalt, Guerilla und Terrorismus heute, Bonn 1976, S.160.
3 Werner Hahlweg, Theoretische Grundlagen der modernen Guerilla und des Terrorismus, in: Rolf Tophoven (Hrsg.), Politik durch Gewalt, Guerilla und Terrorismus heute, ..., S.22.
4 Hans-Joachim Müller-Borchert, Guerilla in der Bundesrepublik?, in: Rolf Tophoven (Hrsg.), Politik durch Gewalt, Guerilla und Terrorismus heute, Bonn 1976, S.130.
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eine Methode zur bewaffneten Machteroberung versteht. „Guerilla-Krieg ist ein Volkskrieg, ist ein Massenkampf. (...) Die Guerilleros sind die kämpferische Avantgarde des Volkes, an einem bestimmten Ort irgendeines Territoriums postiert, bewaffnet, bereit, eine Reihe militärischer Aktionen zu entfalten, die auf das einzig mögliche strategische Ziel ausgerichtet sind: die Eroberung der Macht. Sie werden unterstützt durch die Bauern- und Arbeitermassen des Gebiets und des ganzen betreffenden Territoriums.“ 5
B Das Konzept der Landguerilla
Der Guerilla-Krieg als sogenannte Landguerilla kennt drei Phasen des Kampfes. Die erste Phase ist die Strategische Defensive. Hier sind nur begrenzte Angriffe möglich, da die Guerilla noch zu schwach ist. Die Guerillakämpfer müssen in ihrer Anfangsphase vor allem die eigene Vernichtung verhindern. Die zweite Phase ist die des Gleichgewichts zwischen den Aktionsmöglichkeiten der feindlichen Streitmacht und der Guerilla. Jetzt sind die Guerillatätigkeiten darauf ausgerichtet, den Feind mit der Taktik der tausend Nadelstiche zu zermürben. Die dritte Phase, die Endphase, beinhaltet die Entscheidungsschlacht, welche dann zur Vernichtung des Gegners, zur Einnahme der Städte und zum revolutionären Umschwung führt. 6
Die Landguerilla liegt im Rahmen einer klassischen Kriegsführung, da Strategie und Taktik darauf abzielen, eigene Truppen aufzustellen um sie zentral zur Vernichtung des Gegners einzusetzen. Es handelt sich um eine bewaffnete Konfrontation zwischen unterschiedlich organisierten
militärischen Formationen. 7 Das Phänomen Landguerilla wird auch als Volkskrieg bezeichnet. Wenn Guerillakämpfer aus dem Hinterhalt agieren, zu ihrem Schutz in unzugängliches Terrain, wie z.B. im Gebirge oder in
5 Ernesto Che Guevara, Guerilla-Theorie und Methode, Sämtliche Schriften zur Guerillamethode, zur revolutionären Theorie und zur Figur des Guerilleros, Berlin 1968, S.125.
6 Ebda, S.139.
7 Fritz Rene´ Alleman, Stadtguerilla in Lateinamerika-Modell für Europas Extremisten, in: Rolf Tophoven (Hrsg.), Politik durch Gewalt, Guerilla und Terrorismus heute, Bonn 1976, S.57f.
Arbeit zitieren:
Regina Theopold, 2003, Volkskrieg und Stadt-Guerilla, München, GRIN Verlag GmbH
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