Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Spielbeschreibung. 3
3. Experimentergebnisse 4
3.1 Verteilungsstruktur der konditionalen Abgaben. 4
3.2 Individuelles Abgabeverhalten 5
4. Einflüsse auf das Abgabeverhalten. 6
4.1 Die Rolle der Erwartungen 6
4.2 Konstante Abgabensumme und Erwartungen. 7
4.3 Der „false consensus“-Effekt. 7
5.Zusammenfassung 8
Literaturverzeichnis 9
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1. Einleitung
Angesicht der Flutkatastrophe in Südostasien wurde immer wieder solidarisches Handeln proklamiert. Allein die Regierung Deutschland unterstütze mit 500 Millionen Euro Südostasien, aber auch in der Bevölkerung war eine äußerst hohe Spendenbereitschaft zu erkennen. Das freiwillige Spenden stellt ein uneigennütziges Verhalten dar, da der einzelne Bürger nicht wie eine Regierung in der Öffentlichkeit steht und dadurch zum Spenden, aus welchen Gründen auch immer, „verpflichtet“ wird. Dieses zumindest auf den ersten Blick solidarische und altruistische Verhalten steht somit im Gegensatz zur Überzeugung der Wirtschaftstheorie, die materielle Gewinne als entscheidungsrelevante Motivationen sehen (Ockenfels, 1999). Demnach werden Menschen nicht nur von eigennützigen, sondern auch von altruistischen Motivationen getrieben. Doch welche Motive dominieren nun das Entscheidungsverhalten?
Diese Fragestellung wird unter anderem in dem nachfolgend vorgestellten Experiment von Ockenfels (1999) aufgegriffen. Dabei soll gezeigt werden, wie viel Spieler im Falle eines Gewinns an die anderen Verlierer bereit sind abzugeben, und durch welche Motive diese Entscheidung gelenkt wird, d.h. inwieweit Altruismus eine Rolle spielt.
2. Spielbeschreibung
Das Experiment wurde in einer Mensa der Universität Bonn mit insgesamt 120 Versuchspersonen durchgeführt. Die Studenten waren über den Solidaritätscharakter des Spiels nicht aufgeklärt, d.h. sie wurden lediglich durch Plakate und Handzettel mit dem Titel „Spielend Geld verdienen“ auf das Experiment aufmerksam gemacht. Jeder Spieler wurde einer Gruppe von drei Personen zugeordnet und gewann unabhängig von den anderen Gruppenmitgliedern mit einer zwei-drittel Wahrscheinlichkeit 10 DM oder nichts mit einer Gegenwahrscheinlichkeit von einem Drittel. Jedes Gruppenmitglied musste vor der Zufallsentscheidung festlegen, wie viel er bereit ist, an die Verlierer in seiner Gruppe abzugeben. Dabei mussten von jedem Spieler zwei Entscheidungen getroffen werden. In einem ersten Schritt musste dieser festlegen, wie viel ein Verlierer erhalten soll, wenn er der einzige Verlierer in der Gruppe ist. Die zweite Entscheidung bezieht sich auf die Höhe der Abgabe, falls beide anderen Gruppenmitglieder verlieren. Wenn beide anderen Gruppenmitglieder gewinnen, waren keine Abgaben möglich. Zusätzlich wurde zu dem Solidaritätsexperiment eine Lotterie durchgeführt. Da die Möglichkeit bestand, dass ein Gruppenmitglied nicht zur Auszahlung kommt, wurde dieser zusätzliche Anreiz eingeführt, um das Abgabeverhalten der Spieler zu beeinflussen. Der Gewinner dieser Lotterie gewann 25 DM, durfte dann aber keine konditionalen Abgaben erhalten.
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3. Experimentergebnisse
3.1 Verteilungsstruktur der konditionalen Abgaben
In Tabelle 1 sind die konditionalen Abgaben aller Spieler für beide Verliererzustände zu erkennen. Die Zeilen (X 1 ) zeigen den Betrag, den ein Spieler bereit ist zu zahlen, wenn einer der beiden anderen Gruppenmitglieder verliert und die Spalten verdeutlichen die Abgabe, den ein Spieler an jeweils beide Gruppenmitglieder bereit ist zu zahlen, falls beide verlieren (X 2 ). Die Zahlen innerhalb der Tabelle zeigen die Anzahl der Versuchspersonen korrespondierend mit den Verliererfällen X 1 und X 2 . Da zwei Versuchspersonen ihre Auszahlungen nicht holten, wurden wie in Tabelle 1 aus der Summe ersichtlich, in den weiteren Rechnungen und Untersuchungen anstatt 120 nur noch 118 Versuchpersonen miteinbezogen.
Folgendes Lesebeispiel soll die Interpretation der Tabelle verdeutlichen. Betrachtet man die 1. Verlierersituation (X 1 ) beispielsweise mit dem Auszahlungsbetrag X 1 =2 DM, so waren insgesamt 20 Versuchspersonen bereit, diesen Betrag an einen Verlierer in ihrer Gruppe abzugeben. Betrachtet man dagegen die Spalten im Falle der 2. Verlierersituation (X 2 ), waren in der Summe nur 17 Versuchspersonen bereit, jedem Verlierer 2 DM zu zahlen. Da anfangs immer zwei Entscheidungen getroffen werden mussten, sollten die Zahlen in der Tabelle nicht einzeln, sondern korrespondierend mit beiden Verlierersituationen betrachtet werden.
In Hinblick auf die Rolle des Altruismus im Solidaritätsspiel sei hier nochmals erwähnt, dass die konditionalen Abgaben freiwillig getätigt wurden und die Teilenden sowie die „egoistischen“ Spieler dieselben Spiel-, bzw. Gewinnchancen hatten. Da nur 25 von 118 Versuchspersonen „egoistisch“ entschieden, d.h. weder in der 1. noch 2. Verlierersituation konditionale Abgaben leisteten und immerhin 72 Prozent bereit waren, ihren Gewinn zu teilen, könnte man auf den ersten Blick vermuten, dass Altruismus eine Rolle spielte. Doch inwieweit dominiert dieser oder andere Faktoren das
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Arbeit zitieren:
Yvonne Schölzel, 2005, Altruismus im Solidaritätsspiel, München, GRIN Verlag GmbH
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