Gliederung
1. Einleitung 3
2. Abgrenzungen 4
3. Kam der verfassungsrechtliche Durchbruch der Hansestädte durch die Aufnahme in den
Westf älischen Frieden 1648 zu spät? Hätte der Niedergang der Hanse aufgehalten, hätte die
Teilnahme an den Hansetagen wieder verstärkt werden können? 5
4. Schluß 9
Literatur 10
2
1. Einleitung
Ein wissenschaftliches Interesse an der Hanse gibt es in Deutschland seit Jahrhunderten - dies mag an der möglichen Vorbildfunktion der Hanse für nachfolgende Generationen liegen. Doch erst die Rückgabe bestimmter Quellen bzw. hansischer Archive nach den Kriegs - und Nachkriegswirren hat eine umfassendere Beschäftigung mit der Thematik möglich gemacht und der Hanseforschung einen neuen Schub gegeben - namentlich zu nennen sind z.B. Stoob und Grasmann. Aber nicht nur in Deutschland ist die Hanseforschung aufgeblüht. Die Forschung in Ländern wie Frankreich, Polen, Großbritannien und Rußland, sowie Skandinavien und dem Baltikum hat gezeigt, daß die Hanse ein Teil gesamteuropäischer Geschichte und nicht regional oder national zu begrenzen ist.
Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die großen Hanseausstellungen in Köln (1973) und Hamburg (1989).
Zur Hanse gehörten in der Glanzzeit nahezu 200 See - und Binnenstädte in einem Gebiet von 1500 km Länge zwischen der Zuidersee und dem Finnischen Meerbusen, der Ostsee und Thüringen. Die Hanse entstand und blieb zum Schutz ihrer Kaufleute im Ausland und zur Erweiterung ihres Handels - sie wurde zu einer politischen Macht ersten Ranges in Nordeuropa, die in der Lage war, gegen die benachbarten Staaten siegreich Kriege zu führen - diese Kriege dienten immer wirtschaftlichen Zielen. Die Mitgliedstädte der Hanse beherrschten den Warenaustausch zwischen Ost und West - insbesondere über der Ostsee, wo die Fertigwaren des Westens gegen die Rohstoffe des Ostens und Nordens ausgetauscht wurden. Die Drehscheibe war Lübeck, wo auch die meisten Hansetage stattfanden. Hansekontore (vorgeschobene Posten) unterhielten die Städte London, Brügge, Bergen und Novgorod. Das Geheimnis der langen Lebensdauer von nahezu einen halben Jahrtausend lag im Solidaritätsgefühl, das die Mitglieder jahrhundertelang verband. Die Spätphase der Hanse vom Frieden von Utrecht 1474 bis zum letzten Hansetag 1669 gilt als eine Zeit des Niedergangs und des Scheiterns gegenüber inneren und äußeren Kräften - so sind Verfall der unternehmerischen Kräfte, Struktur der bürgerlichen Gesellschaft, Rückständigkeit und Fehlentwicklung der hansischen Wirtschaftspolitik, Ausbildung nationaler Wirtschaftssysteme und das Aufkommen der Territorialherrschaft zu nennen. Schon im 15. Jahrhundert waren die Zeichen eines Rückgangs der Monopolstellung der Hansestädte im Ostseehandel erkennbar. Ursprünglich wurde der Handel durch die Privilegien der Hansestädte in den Königreichen der Handelsgebiete gestützt. Doch die Schließung der Kontors in Novgorod 1494 und in Brügge zugunsten Antwerpens, aber auch die Schließung
3
des Stalhofes in London können als schrittweisen Niedergang des Einflusses der Hanse gewertet werden. Die Ostsee und die Gebiete rund um sie waren zu dieser Zeit stark umkämpftes Gebiet - die Konkurenz aus England, Holland und allen voran Dänemark machten dem Handel der Hanse schwer zu schaffen. Aber auch die Reformation erschütterte den Zusammenhalt der Hanse.
Der Phase des Niedergangs der Hanse wird in der Forschung zu meist nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In den einschlägigen Gesamtdarstellungen zur Hanse von Friedland bzw. Stoob werden diesem Zeitraum nur wenige Seiten gewidmet. Auch die Quellensammlungen wurden beinahe ausnahmslos nicht bis zum 17. Jahrhundert geführt. Hier soll jedoch der Niedergang der Hanse im Mittelpunkt der Betrachtung stehendazu wurden folgende Fragen formuliert: Kam der verfassungsrechtliche Durchbruch der Hansestädte durch die Aufnahme in den Westfälischen Frieden 1648 zu spät? Hätte der Niedergang der Hanse aufgehalten, hätte die Teilnahme an den Hansetagen wieder verstärkt werden können?
Aus der genannten Fragestellung ergeben sich einige Teilfragen, die der Beantwortung vorangestellt werden müssen. Was wird unter dem Begriff ‚Hanse‘ verstanden? Was sind ‚Hansetage‘? Kann ein Zusammenhang zwischen der Teilnahme an den Hansetagen und dem Niedergang der Hanse gesehen werden, wie es die Frage suggeriert?
2. Abgrenzungen
Durch die Fragestelltung ergibt sich zunächst der Zwang zur Klärung bestimmter Begriffe. Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff ‚Hanse‘? Hanse bedeutet zunächst und sehr allgemein ‚Schar‘, bzw. ‚Gemeinschaft‘ - seit dem 12. Jahrhundert wird unter dem Begriff ‚Hanse‘ ein engerer Sinn, nämlich die Gruppe oder Gemeinschaft reisender Kaufleute gemeint. Zudem bezeichnet ‚Hanse‘ auch die Abgaben, die für die Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe gezahlt werden mußten, aber auch deren gemeinschaftliches Recht. Das Wort ‚Hanse‘ wird somit für eine Vielzahl von ‚Hansen‘ gebraucht. Die Hanse besaß keine Souveränität, dies macht ein rechtliche Einordnung schwierig, denn sie blieb im Verband des Reiches und ihre Mitglieder standen weiterhin mehr oder weniger direkt unter der Gewalt verschiedener kirchlicher oder weltlicher Herrschaften. Die einzige Institution war der Hansetag, der recht selten und unregelmäßig zusammentrat und niemals vollzählig war. Ein solcher Hansetag war dazu da, alle Fragen die das Verhältnis der
4
Arbeit zitieren:
M.A. Melanie Carina Schmoll, 2004, Der Niedergang der Hanse:1474-1669, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Entstehen, Niedergang und Organisation der Hanse
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 23 Seiten
Der Nationale Mythos am Beispiel Leni Riefenstahls Film Triumph des W...
Hausarbeit, 15 Seiten
Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen - Deutschland und Dänemark
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Studienarbeit, 41 Seiten
Emblematik im Barock in Andreas Gryphius` "Catharina von Georgie...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Feministische Kritik an Gosta Esping-Andersen-zwischen Neuorientierung...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Bild- und Sinnbildlichkeit des Dramas im 17. Jahrhundert. Analyse der ...
Seminararbeit, 29 Seiten
Ist die Typologie der drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von GØsta...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Seminararbeit, 15 Seiten
Das Inselmotiv in Daniel Defoes Robinson Crusoe: Exil oder Asyl?
Hausarbeit, 17 Seiten
Assimilation und Binnenintegration bei Hartmut Esser und Georg Elwert
Seminararbeit, 19 Seiten
Die exotische Insel im Film als Kulisse für Grenzerfahrungen und Persö...
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Der Minnesang - Ein entwicklungsgeschichtlicher Einblick in eine liter...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Reichsparteitage der NSDAP vor der "Machtergreifung" und...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 16 Seiten
Triumph des Willens – Sieg der Bilder: Wie Leni Riefenstahls Propagand...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 35 Seiten
Melanie Carina Schmoll hat den Text Der Niedergang der Hanse:1474-1669 veröffentlicht
Melanie Carina Schmoll hat einen neuen Text hochgeladen
Vom Niedergang des unternehmerisch tätigen Staates
Privatisierungspolitik in Groß...
Florian Mayer
Die Rolle der Intellektuellen ...
Martin Carrier, Johannes Roggenhofer
Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam
Vom Dschihad zum Schutzvertrag
Bat Ye'or, Kurt Maier
Die Reichsregierung in Flensbu...
Wolfgang Börnsen, Leve Börnsen
Neuanfang statt Niedergang - Die Zukunft der Mitgliederparteien
Fabian Schalt, Micha Kreitz, Fabian Magerl, Katrin Schirrmacher, Florian Melchert
0 Kommentare