Inhalt
0. Einleitung 2
1. Schilderung der Taufeinheit 2
2. Zwei Aspekte der Taufeinheit vertieft betrachtet 5
2.1. Die Puppe 5
Zwischenbilanz 6
2.2. Die Kerze 7
2.2.1. Das Symbol „Kerze“ 7
2.2.2. Das Kontrastsymbol „Licht-Dunkelheit“ 7
2.2.3. Das Symbol „gelöschte Kerze“ 9
Zwischenbilanz 9
3. Warum ist die Taufeinheit so wie sie ist? 11
4. Schlussfolgerungen und Vorschläge 12
5. Anlagen 14
5.1.Literaturverzeichnis 14
5.2. Selbstständigkeitserklärung 15
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0. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Godly Play. Genauer gesagt mit der Einheit zur Taufe, die ich anfangs selbst als ein bisschen komisch empfunden und zu der ich mich gefragt habe, ob es denn nicht möglich ist, sie zu verändern. Meine Gedanken dazu unter Berücksichtigung von Theologie, von Symboldidaktik und dem Konzept von Godly Play her, habe ich im Folgenden dargelegt.
1. Schilderung der Taufeinheit
Als ich das erste Mal „die Heilige Taufe“ als Godly Play Einheit gesehen habe, gab es zwei Punkte, bei denen ich mir nicht sicher war, was ich davon halten sollte. Darum möchte ich zuerst beschreiben, wie ich diese Godly Play Einheit das erste Mal erlebt habe.
Die Taufeinheit im Godly Play begann wie alle Godly Play-Lessons damit, dass der „Storyteller“ aufstand und durch den Raum ging um das Material zu holen. Die Heilige Taufe gehört zu den liturgischen Einheiten und das Material dafür befindet sich direkt im Fokusregal, auf der linken Seite. Als der Storyteller alles gefunden hatte, ging er zu seinem Platz zurück und legte das Material vor sich hin. Als alle bereit waren, konnte es losgehen. Zuerst breitete der Storyteller einen weißen Filzkreis auf dem Boden aus mit den Worten: „Wenn ein Mensch getauft wird, wird er getauft...im Namen des Vaters…“. Darauf breitete er einen zweiten Kreis (den ersten ein wenig überlappend) aus mit den Worten: „…und des Sohnes...“ und schließlich folgte noch ein dritter (wiederum die ersten beiden Kreise leicht überlappend): „…und des Heiligen Geistes.“ Nach einer kurzen gedanklichen Pause wurden die drei
Nun nahm der Storyteller den Krug mit dem Wasser und goss es in die Taufschale. Er spielte ein wenig damit, schöpfte es mit der Hand und ließ es wieder zurück laufen, bis er schließlich weiter über das Wasser erzählte: „Das ist das Wasser der Schöpfung, das gefährliche Wasser der großen Flut, das Wasser, durch das die Menschen in die Freiheit gegangen
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sind, das Wasser, in dem Jesus getauft wurde, das Wasser, in dem einige von euch getauft wurden oder getauft werden, und noch ganz anderes Wasser.“
Wieder wurde eine kurze Gedankenpause gemacht, bevor der Storyteller mit dem zweiten Kreis fortsetzte: „Da war mal einer, der sagte so erstaunliche Sachen und tat so wunderbare Dinge, dass die Menschen ihm einfach folgten. Und wenn sie
ihm folgten, dann wollten sie wissen, wer er sei. Einmal als sie ihn fragten, antwortete er: Ich bin das Licht der Welt.“ Während er redete, zündete er die Christuskerze an. Schließlich war noch der Kreis des Heiligen Geistes an der Reihe. Der Storyteller öffnete dafür das Ölfläschchen und zeigte es im Kreis herum, sodass wir den Duft riechen konnten. Er erzählte: „Der Heilige Geist geht wohin er will. Er bewegt sich frei, wie eine Taube im Wind. Und er kommt zu uns, wenn wir seinen Trost und seine Kraft brauchen. Er ist unsichtbar wie Wind, - wie der Duft dieses Öls. Auch er ist unsichtbar -und doch ist er hier.“
Bis hier hin hatte ich kein Problem mit der Taufeinheit. Alles war so, dass ich mich wohl fühlte, doch nun kommt die Stelle, an der ich ein erstes Mal schlucken musste: Der Storyteller erzählte weiter: „Menschen werden manchmal getauft als Babies, oder als Kinder, oder als Jugendliche oder als Erwachsene und manche auch, wenn sie schon sehr alt sind. Wir werden eine Babypuppe nehmen, um zu sehen, wie getauft wird.“ Er nahm die Puppe hoch und hielt sie im Arm. „Bevor ein Mensch getauft wird, wird dieser Mensch gefragt. Aber wenn der Mensch noch zu klein ist, um selber zu antworten, dann werden seine Eltern oder die Taufpaten gefragt. Danach sprechen wir ein Gebet für den Täufling. Dann sind wir bereit. So machen wir das, wenn ein Mensch getauft wird.“ Da wir noch keinen Namen für die Puppe hatten, fragte uns der Storyteller, wie das Kind heißen soll, denn der Name sei bei der Taufe sehr wichtig. Ich weiß nicht mehr genau, welchen Namen wir der Puppe gaben, ich glaube es war „Florian“. Der Storyteller fand dies einen schönen Namen und erzählte weiter: „Wenn ein Mensch getauft wird, sagt man dann: Florian, ich taufe dich im Namen des Vaters …und des Sohnes …und des Heiligen Geistes. Amen. Nimm hin das Zeichen des Kreuzes an der Stirn und auf der Brust: Du gehörst zu Christus.“ Während dieser Worte schöpfte der Storyteller dreimal Wasser und lies es über die Stirn der Puppe laufen und bekreuzigte sie anschließend auf der Stirn und auf der Brust. „Er hat die Puppe getauft!“ schoss es mir durch den Kopf. „Eine Puppe, einen Gegenstand. Darf man denn so was?“ Ich fühlte mich ein bisschen unwohl dabei, obwohl ich noch nicht genau wusste, warum.
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Der Storyteller legte die Puppe zurück in ihr Körbchen. Nun nahm er eine Kerze aus dem Kerzenkorb, zündete sie an der Christuskerze an und sagte: „Das ist der Tag, an dem Florian sein Licht erhält. Wir entzünden es an der Christuskerze. Wenn jemand getauft wird, sagen wir: Florian, erinnere dich an den Tag deiner Taufe.“
Jetzt bekamen wir auch alle eine Kerze, mit den gleichen Worten wie bei Florian. Auch der Storyteller selbst bekam eine Kerze.
Als alle Kerzen angezündet waren zeigte der Storyteller auf die Christuskerze: „Schaut mal. Das Licht ist immer größer und größer geworden. Und seht her: das Licht, von dem alles Licht ausgegangen ist, ist nicht kleiner geworden. Ich frage mich, wie soviel Licht von diesem einen Licht kommen kann? Schaut euch das viele Licht an!“ und ich muss sagen, dass es mich wirklich ein bisschen beeindruckt hat, zu sehen, wie sich das Licht ausgebreitet hatte. Und nun kommt die Stelle, an der ich das zweite Mal schlucken musste:
Der Storyteller nahm einen Kerzenlöscher und erzählte uns: „Jetzt möchte ich euch etwas zeigen. Lasst uns das Licht verändern. Schaut zu. Ich werde es euch bei meinem Licht zeigen. Seht ihr, wie all das Licht hier in der Flamme ist? Es ist ja ganz leicht zu sehen. Seht her. Es verändert sich! Wir löschen die Kerze aus und damit verändert sich das Licht.“ Damit stülpte er den Kerzenlöscher vorsichtig über die Flamme und demonstrierte uns, wie sich der entstandene Rauch langsam im Raum verteilte. „Seht ihr? Das Licht breitet sich aus. Es erfüllt den Raum. Nur weil du es nicht mehr sehen kannst, heißt das nicht, dass es nicht mehr da ist. Es wird überall sein, wohin du heute in diesem Raum gehst. Unser Raum ist erfüllt von unsichtbarem Licht. Eurem Licht. Dem Licht, das du erhalten hast am Tag deiner Taufe oder das du am Tag deiner Taufe erhalten wirst.“
Nun sollten wir selbst unser Licht „verändern“, wie der Storyteller sagte. Wenn wir es nicht löschen wollten, konnten wir es mit zu der Kerze von Florian stellen. Niemand von uns wollte seine Kerze löschen. Es hat so etwas Erdrückendes an sich, eine Kerze zu löschen. Man hat das Gefühl, das Licht zu töten.
Zum Schluss löschte oder „veränderte“ der Storyteller auch die Christuskerze.
Ich fühlte mich dadurch ein wenig traurig. Vorher konnte ich sehen, wie sich das Licht von der Christuskerze aus immer weiter ausgebreitet und die Kerzen aller angezündet hatte, aber jetzt war das Licht unsichtbar...und damit auch irgendwie für mich nicht mehr da.
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Arbeit zitieren:
Katja Mette, 2006, Die Taufeinheit im Godly Play - kritisch reflektiert, München, GRIN Verlag GmbH
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Eine sehr unwissenschaftliche Abeit!.
Da da das religionspädagogische Konzept "Godly Play" einen Schwerpunkt meines Examens bildete, freute ich mich sehr, diese Arbeit hier zu finden und bestellte sie mir vor etwa einem Jahr. Vom Ergebnis war ich nicht nur enttäuscht, sondern regelrecht geschockt. Weder inhaltlich noch formal und sprachlich entspricht diese Arbeit den von mir erwarteten wissenschaftlichen Standards. Schade!
am Tuesday, March 31, 2009-