Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Joachim Dikau: Lebensbegleitendes Lernen und Kompetenzentwicklung - einige Aspekte
ihres bildungshistorischen Stellenwerts 4
3. Karlheinz Geißler und Frank Michael Orthey: Lebenslanges Lernen: Die große Illusion 6
4. Wilhelm Schmid: Leben lernen: Idee der Bildung und Selbstbildung. 8
5. Eigene Meinung 10
6. Quellenangaben. 13
2
1. Einleitung
Im Wintersemester 2004/2005 beschäftigten wir uns im Rahmen des Proseminars Lebenskunst. Eine Zukunftswerkstatt zum „Lebenslangen Lernen“
auch mit der Frage, ob dieses heutzutage vielfach diskutierte und von Politik, Wirtschaft und Medien geforderte „Lebenslange Lernen“ wirklich dem Individuum hilft, das Leben auf kluge Weise zu führen, für sich selbst sorgen zu können und Meister seines eigenen Lebens zu werden, das heisst ihm hilft, die Lebenskunst zu erlernen, oder ob das „lebenslange Lernen“ eben nicht dem Lebenslernen dient, sondern eher der Ausbildung von Funktionsträgern für die wissenschaftlich-technische Welt. Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich drei Abhandlungen diskutieren und einander gegenüberstellen, die sich dem Thema des „Lebenslangen Lernens“ auf unterschiedliche Art und Weise nähern.
Beginnen werde ich mit der Abhandlung Prof. em Dr. Joachim Dikaus von der FU Berlin „Lebensbegleitendes Lernen und Kompetenzentwicklung - einige Aspekte ihres bildungshistorischen Stellenwerts“, welcher die Meinung vertritt, dass das „Lebenslange Lernen“ zugunsten gesellschaftspolitischer Ziele instrumentalisiert worden ist und nicht mehr viel mit der pädagogischen Forderung nach Selbstverwirklichung zu tun hat. Um diese These mit Fakten zu unterlegen, prüft er, wie in der Vergangenheit, seit der Zeit des Frühkapitalismus, mit diesem Thema umgegangen wurde, was theoretisch gefordert wurde und was letztendlich die Realität brachte.
Anschließend werde ich mich mit dem Artikel Prof. Dr. Karlheinz Geißlers und Dr. Frank Michael Ortheys „Lebenslanges Lernen - die große Illusion“ auseinandersetzen. Die Autoren vertreten im Grunde die gleiche Ansicht wie Joachim Dikau, gehen in ihrer Argumentation jedoch noch einen Schritt weiter, indem sie warnen, dass der Mensch durch das „Lebenslange Lernen“ seine Reife verlieren würde.
Abschließend möchte ich mich Prof. Wilhelm Schmids Auffassung über das „Lebenslange Lernen“ widmen, welcher dieses Thema aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und unter dem „Lebenslangen Lernen“ etwas anderes versteht als Dikau, Geißler und Orthey.
3
2. Joachim Dikau: Lebensbegleitendes Lernen und Kompetenzentwicklung - einige Aspekte ihres bildungshistorischen Stellenwerts
Joachim Dikau beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Frage, wie das Votum für lebenslanges Lernen schon in der Vergangenheit zugunsten gesellschaftspolitischer Ziele instrumentalisiert wurde, welche nicht zwingend mit humaner Selbstverwirklichung, die erst durch unablässiges Lernen, Streben nach Veränderung, Erneuerung und Vervollkommnung die „Persönlichkeits“-Werdung möglicht macht, in Verbindung gebracht werden müssen. Der Grundgedanke von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens hat laut Dikau bereits in der Vergangenheit der Geschichte der Pädagogik eine große Rolle gespielt. Bereits Johann Amos Comenius (1592 - 1670), in Ost-Mähren geborener Theologe und Pädagoge und zudem Begründer der modernen Pädagogik, setzte sich mit dem Gedanken, dass Lernen in jeder Alterstufe möglich und notwendig sei, auseinander:
Nach Comenius ist der Bildungs- und Lernprozess mit dem Abschluss der Schulzeit für Jugendliche noch nicht beendet und folgt überwiegend dem freien Willen und der individuellen Planung der Lernenden, was stets mit Selbstdifferenzierung und Selbstorganisation verbunden sein muss.
Doch die Praxis im Frühkapitalismus sah anders aus: Da sich die industrielle Produktion langsam zu entwickeln begann, benötigten der merkantilistische Staat und das Manufakturwesen Menschen, die lesen, schreiben und rechnen konnten. Die Grundlage dafür wurde mit der schrittweisen Einführung der allgemeinen Schulpflicht geschaffen, was jedoch auf Dauer nicht ausreichte, so dass man in der frühen Phase der industriellen Entwicklung begann, Lerninitiativen für Erwachsene zu schaffen.
1 Comenius, Johann Amos: Pampaedia. Übers. 1991, S. 85. In: Dikau, Joachim: Lebensbegleitendes Lernen und Kompetenzentwicklung - einige Aspekte ihres bildungshistorischen Stellenwerts. In: DGWF -Hochschule und Weiterbildung. Februar 2003, S. 12.
4
Arbeit zitieren:
Christina Schmitt, 2005, Könnte das lebenslange Lernen uns befähigen, die Lebenskunst zu lernen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"To become the most compe...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 16 Seiten
Bildungsvorstellungen, Einstellung zur Lernfähigkeit und Lernbegriff ä...
"Was Hänschen nicht lernt...
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Seminararbeit, 24 Seiten
Befragung Gesundheit, Gesundheits- und Risikoverhalten von Studierende...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 14 Seiten
Gemeinschaftliches Wohnen im Alter - Selbstorganisierte Hausgemeinscha...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 95 Seiten
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Befragung - Befragungsarten, Beispiel "Fragebogen"
Soziologie - Methodologie und Methoden
Essay, 14 Seiten
Offener Unterricht als Methode in Klassen mit mehrsprachigen Kindern
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 89 Seiten
Einfluss des Hochhauses auf die nachbarschaftliche Kommunikation
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Ethnomethodologie - Theorie und Empirie
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 17 Seiten
Lebenslanges Lernen und Integration von Bildung und Arbeit
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 24 Seiten
Die Universalmethode des J.A. Comenius
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 11 Seiten
Christina Schmitt's Text Könnte das lebenslange Lernen uns befähigen, die Lebenskunst zu lernen? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christina Schmitt hat den Text Könnte das lebenslange Lernen uns befähigen, die Lebenskunst zu lernen? veröffentlicht
Christina Schmitt hat einen neuen Text hochgeladen
Andragogik und Erwachsenenbild...
Malcolm S. Knowles, Elwood F. Holton, Richard A. Swanson, Catherine Hornung
Lebenslanges Lernen und erziehungswissenschaftliche Biographieforschun...
Konzepte und Forschung im euro...
Peter Alheit, Heide von Felden
Learning Communities als Infrastruktur Lebenslangen Lernens
Vergleichende Fallstudien euro...
Silke Schreiber-Barsch
Naturschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Fokus: Lebenslang...
Ergebnisse des F+E-Vorhabens "...
Thomas Lucker, Oskar Kölsch
Bildung für nachhaltige Entwicklung und Qualitätssicherung im Kontext ...
Grit Tautenhahn, Alexandra Rieg
Lebenslanges Lernen und Bildungsberatung zwischen Theorie und Praxis
Esther Herbrich, Jörg Jurkeit
0 Kommentare