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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Die Frage nach dem Mythos 4
Die Frage nach der “Autorschaft“ 4
Die Mythen der Weiblichkeit 6
Künstlerinnen und “Weiblichkeit“ 8
Die Künstlerin Frida Kahlo 9
Der “Frida-Kahlo Mythos“ 12
Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 15
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Einleitung
Mythen bestimmen schon seit Urzeiten das Leben der Menschen. Sie werden immer wieder erzählt, transformiert und umgedeutet. Ein immer wiederkehrender Mythos der Kunstgeschichte ist der Mythos der männlichen Autorschaft / Künstlerschaft. Die Frau wird dabei nur als Subjekt angesehen, das die Schöpfung des Künstlers legitimiert. Ihr wird dabei durch ihren Körper eine “naturgegebene Besonderheit“ zugewiesen, die sie in den privaten Raum drängt. Weibliche Künstler werden in der Kunstgeschichte benachteiligt oder einfach übersehen. Wenn doch einige Künstlerinnen Erfolg haben, wird dieser meist mit ihrer Biographie in Verbindung gebracht, was bei Künstlern nicht vorkommt. Besonders wird dann der Schmerz und das Leiden der Frauen herausgestellt und ihre Kreativität begründet.
Ich möchte ausgehend von der Frage nach dem Mythos der Autorschaft aufzeigen, inwiefern Mythen von Weiblichkeit entstanden sind und welche Auswirkungen sie auf die Kunst und Kunstproduktion haben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Künstlerin und ihrer “Weiblichkeit“. Als Beispiel möchte ich die mexikanische Malerin Frida Kahlo anführen, die in letzter Zeit eine Wiederentdeckung erfahren hat.
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Die Frage nach dem Mythos
Was ist eigentlich ein Mythos? Das Wort selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Wort“ oder “Rede“. Allgemein wird der Mythos als eine Erzählung oder Überlieferung verstanden, die sich auf die Vorstellungen von Völkern oder den Ursprung der Welt beziehen. Die Mythen der Völker und Kulturen unterscheiden sich in vielen Merkmalen, haben aber meist die Personalisierung von Schöpfung und Schicksal sowie Motive für eine Erlösung von den irdischen “Fesseln“, wie Schuld und Vergänglichkeit, gemeinsam. Dabei kann man die literarischen Mythen, zum Beispiel der Antike, von den heutigen Mythen, den Alltagsmythen, unterscheiden.
Roland Barthes bezeichnet den Mythos als “ein Mitteilungssystem, eine Botschaft“ 1 Die “Rohstoffe“ des Mythos sind dabei für ihn die “Materialien der mythischen Aussage (Sprache, Photographie, Gemälde, Plakat, Ritus, Objekt usw.)“ 2 Die erwähnte Personalisierung der Schöpfung erfolgt fast ausschließlich über den Mann als Meister und Schöpfer.
Die Frage nach der “Autorschaft“
Der Begriff “Autorschaft“ ist eng mit dem Begriff des Autors, vor allem mit dessen Namen, verbunden. Heute werden Werke meist den jeweiligen, oder auch vermeintlichen, Autoren zugeordnet. Damit ist Autorschaft auch immer mit Authentizität und Autorität verbunden. Der Begriff der “Autorschaft“ ist erst sehr spät aus dem Bereich der Wissenschaften auf die Kunst übertragen worden. Seit dem Mittelalter garantierte der Autorenname auch Autorität. Dabei wurden christliche Mythen der Schöpfung auf den Autor übertragen. Der Künstler schafft etwas Neues, durch Gott Legitimiertes. Seit der Neuzeit dienen alte Mythen über das Schöpfertum
1 Barthes, Roland. Mythen des Alltags. Frankfurt/M. 1964. S.85
2 Ebd. S.92-93
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dazu, die künstlerische Autorschaft zu illustrieren und zu begründen. Diese Erzählungen haben auch die Funktion soziale, kulturelle und auch geschlechtliche Positionierungen vorzunehmen, indem sie, oder Teile davon, immer wieder neu gedeutet werden. Für die feministische Forschung war es unerläßlich, die vorherrschenden Mythen in unserer Kultur zu untersuchen. So fragt sie nicht nur nach dem Mythos im literarischen Kontext, sondern auch nach den Mythen des Alltags. Dazu gehören die Mythen des männlichen Schöpfertums genauso, wie die Mythen über die beiden Geschlechter und die mit ihnen assoziierten Wesensmerkmale Besonders in der Kunst dienten die Bilder als Medium, die Mythen über die “Natur“ zu verbreiten. Mit diesen Bildern wurde illustriert, was angeblich schon immer so war und auch bleiben wird. Genau hier setzte die feministische Kritik ein und stellte fest, das Mythen vor allem dazu dienen, die Geschichte zu naturalisieren, und damit historisch Gewordenes und sozial Konstruiertes als schon immer Dagewesenes zu deklarieren. Wenn also heute von Mythen die Rede ist, spricht man von mehr als nur einer mythischen Erzählung aus der Antike. Mythen dienen seit geraumer Zeit vor allem zur Durchsetzung von Machtpositionen in allen Lebensbereichen und sind damit eng mit Wünschen und Begehren verbunden.
Ein immer wieder reproduzierter Mythos der Kunst ist die Erzählung über Pygmalion, dem griechischen Bildhauer, der eine Frauenstatue erschafft, sich in sie verliebt und die Göttin Aphrodite bittet, sie menschlich werden zu lassen. Sie veranschaulicht am deutlichsten den Mythos, das die Schöpfung von etwas Neuem immer nur von einem männlichen Künstler ausgehen kann. Gleichzeitig wird die Erzählung dazu genutzt, die Positionen der Geschlechter als etwas “Natürliches“ anzusehen Silke Wenk formuliert das so: “Das aktiv formende Subjekt steht demzufolge dem passiv zu formenden “Weiblichen“ gegenüber.“ 3 Und weiter heißt es bei der Autorin: “...Autorschaft und das damit zu identifizierende Werk, das durch Einheitlichkeit definiert wird, werden konstituiert in Abgrenzung zu dem, was als nicht männlich gilt, durch Konstruktionen des anderen “Weiblichen“ und entsprechender Stereotypen“ 4
3 Wenk, Silke. Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit. In: Hoffmann-Curtius / Wenk (Hg). Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit im 20. Jahrhundert. Marburg. 1997. S.17
4 Ebd. S.24
Quote paper:
1999, Mythen von Autorschaft und Weiblichkeit und die Künstlerin Frida Kahlo, Munich, GRIN Publishing GmbH
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