1. Bewegung als Kommunikationselement
2. Entwicklung des Greifens
2.1 Grundvoraussetzungen
2.1.1 Nerven 2.1.2 Kraft 2.1.3 Auge-Hand-Koordination
2.2 Greifentwicklung
2.2.1 Reflexe 2.2.1.1 Handgreifreflex 2.2.1.2 Labyrinthstellreflex 2.2.2 Ungerichtetes Greifen 2.2.3 Gerichtetes Greifen und Objektpermanenz 8 2.2.4 Präzision der Handgreifbewegung
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2.3 Entwicklungsmerkmale
2.3.1 Cephalo-kaudale Entwicklungsrichtung 2.3.2 Zentral-periphärer Trend 2.3.3 Kontralaterale Mitbewegungen 2.3.4 Hypertonie der Muskulatur
2.4 Greifen als Modell psychologischer Entwicklung
2.4.1 Funktional biologische Interpretation 2.4.2 Vom Greifen zum Begreifen 2.4.3 Greifentwicklung als Problemlöser 3 Diskussion
Literaturverzeichnis
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1 Bewegung als Kommunikationselement
Wenn ein Mensch auf die Welt kommt ist er motorisch und sensorisch vollkommen unterentwickelt. Er ist noch nicht in der Lage seine Umwelt als etwas eigenständiges Objektives zu betrachten und mit ihr in Kontakt zu treten. Das Kind wäre ohne die Unterstützung der Mutter nicht überlebensfähig. Einzig und alleine sie und bestimmte unbedingte Reflexe (z.B. Saugen, Schlucken, Schreien) ermöglichen es dem Kind die ersten Monate zu überleben und sich weiter zu entwickeln. Da das Kind noch nicht sprechen, oder durch gezielte Äußerungen seine Bedürfnisse äußern kann muss es versuchen anders mit der Umwelt in Kontakt zu treten um diese als etwas Eigenständiges zu erkennen und zu begreifen.
Bewegungen sind also für das Kind in den ersten Wochen und Monaten die wichtigsten Lebensäußerungen mit denen es Kontakt zur Umwelt aufnehmen kann. So ist die Entwicklung des Greifens eine unabdingbare Annäherung an die Umwelt um diese zu erfahren und wahr zu nehmen.
2 Entwicklung des Greifens
Im Folgenden wird nun näher auf die Grundlagen, Voraussetzungen, Entwicklungsschritte und Theorien der Greifentwicklung eingegangen, welche in sich einen recht komplexen und langwierigen Vorgang darstellt.
2.1 Grundvoraussetzungen
So muss der Säugling, bevor er überhaupt in der Lage ist Gegenstände zu begreifen und geistig zu erfassen einige Grundvoraussetzungen entwickeln, die teilweise angeboren sind (z.B. Nervenentwicklung, Reflexe) und zum Teil noch erlernt werden müssen (z.B. gezieltes Greifen, Objektpermanenz).
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2.1.1 Nerven
Es bildet sich bereits im Uterus das zentrale Nervensystem aus, das sich auch nach der Geburt noch stark weiterentwickelt. Kurz nach der Geburt ist es nur in der Lage die unbedingten Reflexe über die subkortikalen Zentren auszuführen. Für alle anderen nervlichen Funktionen ist das Nervensystem noch nicht weit genug entwickelt.
Erst zur Wende vom dritten zum vierten Lebensmonat tauchen neben den subkortikal gesteuerten Reflexen und Massenbewegungen („ungeordnete, krampfhaft-eckige Fuchtelbewegungen“(Meinel und Schnabel (2004, S.241)) die ersten zielbestimmten Bewegungen (z.B. Versuch beidhändigen Greifens) auf, da sich erst dann genug Neuriten gebildet haben und eine Myelinisierung der Nervenfasern stattgefunden hat.
2.1.2 Kraft
Damit das Kind den eigenen Körper anheben und die Arme ausstrecken kann um Gegenstände aufzunehmen und festzuhalten benötigt es aber auch genügend Kraft.
Ab dem zweiten Lebensmonat ist eine ständige Kraftzunahme vor allem im Oberkörper des Kindes festzustellen. Es wird ihm möglich den Oberkörper anzuheben und somit auch die Umgebung - durch die erhöhte Lage des Kopfes - besser visuell wahr zu nehmen. „Es konstruiert eine Mittelachse, was für seine weitere Entwicklung im Raum wichtig wird“ (Oerter und Montada, 2002, S.162).
Meinel und Schnabel (2004) beschreiben die Anfangs krampfhaft-eckige Ver-laufsform dieser ungerichteten Massenbewegungen als Säuglingsrigidität (Säuglingssteifheit). Die Rigidität lässt im ersten Lebensjahr nach und findet ihre Ursache
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vermutlich im noch nicht vollständig ausgewachsenen Gehirn bzw. dem unvollständigen zentralen Nervensystem. Erst mit ca. sechs Monaten ist das Kind in der Lage den eigenen Körper im Sitzen aufrecht zu halten und nicht um zu kippen.
2.1.3 Auge-Hand-Koordination
Im Alter von vier bis fünf Monaten lernt das Kind einen Gegenstand den es sieht auf Grund des vergrößerten Kopfumfanges und dem damit verbundenen Aus-einandertreten der Augen (besseres Tiefensehen) zielgerichtet zu ergreifen und die Auge-Hand-Koordination zu verbessern.
Aber bereits in den ersten drei Monaten kann man eine rudimentäre Form der Auge-Hand-Koordination feststellen, die auf Grund der Säuglingsrigidität (Säuglingssteifheit) noch sehr grob und inkonsistent wirkt. Das Kind beginnt nun häufig die eigenen Finger zu bespielen oder die Füße zu ergreifen. Die eigenen Extremitäten werden visuell fixiert, untersucht und ausgiebig betastet. Besonders die Hand erhält nun stärkere Bedeutung. Durch das Berühren und Entdecken der eigenen Gliedmaßen verbessert das Kind seine sensomotorische Wahrnehmung, welche dann eine „dynamische Wechselwirkung von Empfindungen (über Sinnesreize) und reaktiver Bewegung (über das neuromuskuläre Zusammenspiel)“ (www.medport.de) ermöglicht.
Das Kind kann bereits einen Gegenstand fixieren und den Arm danach ausstrecken, erreicht Diesen aber häufig nicht oder schlägt ihn weg, weil es noch nicht in der Lage ist die ausgeführte Bewegung ständig nachzuregulieren (= systematische Zielannäherung) (Meinel und Schnabel, 2004). Erreicht es dennoch mal einen Gegenstand kann das Kind ihn nicht ergreifen, da die Armbewegung noch mit der Handbewegung gekoppelt ist. Oerter und Montada (2002) bezeichnen dies als „Synergie“ von Arm und Hand.
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Arbeit zitieren:
Johannes Salb, 2005, Entwicklungspsychologie: Das Greifen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Seminararbeit, 10 Seiten
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