Inhalt
1. Einleitung
2. Landeskunde
2.1 Lage und naturräumliche Gliederung
2.2 Klima
2.3 Landesstruktur und Bevölkerung
3. Staatsstruktur
4. Wirtschaft
4.1 Ökonomie während der Sowjetzeit
4.2 Wirtschaftlicher Umbruch ab 1991
4.3 Aktueller Stand der Transformation
4.4 Außenhandel
4.4.1 Erdgasexporte
4.4.2 Erdölexporte
5. Landwirtschaft
5.1 Bewässerungslandwirtschaft
5.1.1 Karakum Kanal
5.1.2 Der Goldene Zeitalter Kanal
5.2 Landreform und Privatisierung der Landwirtschaft
6. Zusammenfassung und Ausblick
7. Literatur
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1. Einleitung
1991 begann mit der politischen Unabhängigkeit von der Sowjetunion für Turkmenistan auch der Transformationsprozess von der sozialistischen Planwirtschaft zur kapitalistischen Marktwirtschaft. Innerhalb kürzester Zeit musste sich das Land von der Arbeitsteilung innerhalb der Sowjetunion auf eine eigenständige Wirtschaft umstellen, die nicht mehr von Kooperation sondern von Konkurrenz gekennzeichnet war. Das kleine Land sah sich so starken Wirtschaftsmächten wie den europäischen Staaten, den USA aber auch dem ehemaligen Partner Russland gegenüber. Auch wenn die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen für den Transformationsprozess aufgrund von hohen Erdgas- und Erdölvorkommen besser als in manch anderen ehemaligen Sowjetstaaten waren, so war dies doch keine Garantie für eine problemlose Transformation. Einen turkmenischen Staat gab es vor Gründung der Sowjetunion 1918 nicht. Mit der Unabhängigkeit begann auch der Versuch ein eigenes Nationalgefühl aufzubauen. Mit Hilfe eines starken Präsidenten als Führer und dem Islam als religiöse Grundlage wurde ein strikter Turkmenifizierungsprozess in Gang gesetzt, der in sämtliche Lebensbereiche eindringt.
Durch die weitgehende Informationsabschottung nach außen ist es schwierig genaue Wirtschaftsdaten aus Turkmenistan zu erhalten. Viele Werte beruhen auf Schätzungen westlicher Beobachter bzw. Besucher des Landes. Der Schwerpunkt der Literatur zu Turkmenistan bezieht sich auf die Energieressourcen Erdgas und Erdöl sowie die Desertifikationsbekämpfung.
In der folgenden Hausarbeit möchte ich die Ausgangsbedingungen, Prozesse und Schwierigkeiten der turkmenischen Transformation aus wirtschaftsgeographischer Sicht darstellen. Hierzu werde ich zunächst die geographischen Gegebenheiten beschreiben, dann kurz die politische Veränderung der letzten Jahre darstellen und schließlich auf die wirtschaftliche Transformation speziell im Energiesektor und der Landwirtschaft einzugehen.
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2. Landeskunde
2.1 Lage und naturräumliche Gliederung
Turkmenistan ist ein
Staat in Zentralasien, der im Norden von Kasachstan Usbekistan, im Osten von Afghanistan, im Süden vom Iran und im Westen Kaspischen Meer begrenzt wird (FWA 2006).
Turkmenistan gehört naturräumlich Kaspisch Turanischen Niederung und besitzt einen einheitlichen Naturraum mit einem sehr flachen Relief, einem einfachen geologischen Aufbau und einem trocken-sommerheißen Klima. Die geologischen Fundamente liegen sehr tief und sind von mächtigen diluvialen Sedimentschichten der Wüste Karakum bedeckt. Diese wurden während der wasserreichen Periode des Diluviums von Flüssen, die dem stark vergletscherten Tjan-Šan und Pamir-Gebirge entsprangen, in die Ebenen transportiert. Als nach der Eiszeit das Klima trockener wurde, wurde auch die Transportkraft der Flüsse geringer. Die Sedimentation versiegte und der Wind wurde in der nun wasserlosen Wüste der bestimmende Formengeber der Landschaft. Es bildeten sich große Dünenfelder (Karger 1978).
Die ca. 400.000 km² große Karakum - Wüste bedeckt 80-90% der Landesfläche Turkmenistans. Den größten Teil nimmt eine gewellte Sandwüste ein, es finden sich jedoch auch von Gesteinschuttmänteln umgebene Restberge und trockene Kalktafeln. Unter der Karakum - Wüste befinden sich die bedeutenden Erdgasvorkommen Turkmenistans. Auch die Gebirgszonen Turkmenistans weisen in ihren Hochlagen einen wüstenartigen Charakter auf (Langbein 2006). Der höchste Berg im weitestgehend flachen Turkmenistan ist der Kugiatang (3137m) an der Grenze zu Usbekistan. Im Süden an der Grenze zum Iran
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erstreckt sich das seismisch aktive Faltengebirge Kope-dağ. Die seismischen Aktivitäten führen in Turkmenistan immer wieder zu schweren Erdbeben, die vor allen Dingen die Hauptstadt Ašchabat mehrmals völlig zerstörten (zuletzt 1948).
Die Kaspisch - Turanische Niederung ist eines der großen abflusslosen Gebiete der Erde. Es gibt wenige Flüsse, die in den angrenzenden Hochgebirgen entspringen und unter ständigem Wasserverlust durch Verdunstung
und Versickerung in Richtung Kaspisches Meer, Aral-See und Balchaš-See fließen. Die bedeutendsten Wasserläufe Turkmenistans sind der Amu-darja im Osten, er mündet in den Aralsee und ist einer der größten Flüsse Zentralasiens, und der Murgab im Süden, der in einem Binnendelta in der Karakum - Wüste versiegt. Des Weiteren wird der Karakum -Kanal durch Turkmenistans geleitet. Im Westen befindet sich die Wasserfläche des Kaspische Meeres, im Norden des kaspischen Meeres die Lagune Kara-Bogaz-Gol.
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2.2 Klima
Das Klima ist geprägt durch die südliche Lage etwa auf der Breite Nordafrikas, die kontinentale Lage fernab von Feuchtigkeit liefernden Ozeanen und die niedere, im Süden und Osten durch Hochgebirge abgeschlossene Lage. Dies führt zu starker Sonneneinstrahlung, großer Sommerhitze und thermischer Kontinentalität (Karger 1978). Trockenheit herrscht während des ganzen Jahres, vor allen Dingen jedoch im Sommer. In den Wüstengebieten liegt die Jahresmenge des Niederschlags bei unter 150mm, in den Hochlagen des Kope-dağ um die 350mm (Langbein 2006).
Die Monatsdurchschnittstemperatur beträgt im Sommer um die 30°C, in einzelnen Jahren sogar um die 40°C. Die Winter sind relativ mild mit einem langjährigen Mittel von +5°C im Süden und –6°C im Norden. Unmittelbar an der Sandoberfläche der Karakum - Wüste wurden Temperaturen bis 79°C, in der Offenheit der Landschaft im Norden im Winter ein absolutes Minimum von –35°C gemessen (Langbein 2006).
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2.3 Landesstruktur und Bevölkerung
Die Landesfläche Turkmenistans beträgt 488.100km². 2003 betrug die Einwohnerzahl 4,86 Mio., was eine Bevölkerungsdichte von ca. 10 Einw./km² ergibt. In der Hauptstadt Ašchabat (Ashgabat) leben 743.000 Menschen. Die nächstgrößeren Städte sind Turkmenabat (203.000 Einw.) und Tašauz (Dashhowuz) (165.000 Einw.). Das Land ist in fünf Verwaltungseinheiten aufgeteilt (FWA 2006).
Vor der Entstehung der Sowjetunion gab es auf dem Gebiet des heutigen Turkmenistans verschiedene Stammeskonföderationen: Achal-Teke (in der heutigen Region Ašchabat ), Merv-Teke (Mary), Westjomuten (Oase Choresmien), Nordjomuten (Lebap-Wilajet) und Ersari (Grenze zu Usbekistan). Ihre Abstammung aus diesen Stämmen spielt für viele Turkmenen bis heute eine Rolle. Die sowjetisch administrativen Grenzen der Oblasti begünstigten die Entstehung von starken regionalen Bindungen, da die Angehörigen der ehemaligen Stammeskonföderationen die einzelnen Oblasti als ihr Land betrachteten. Die Gebiete waren durch die Karakum - Wüste geographisch und wirtschaftlich voneinander getrennt, so dass z. B. endogame Heiratsformen beibehalten wurden (Geiß 2000). Heute werden alle Stammesangehörigen unter dem Begriff Turkmenen zusammengefasst. Sie stellen mit 73,3% die größte Bevölkerungsgruppe, des Weiteren sind 9,8% der Einwohner Russen, 9,0% Usbeken, 2,0% Kasachen, 0,9% Tataren sowie Ukrainer, Aserbaidschaner, Armenier, Belorussen u. a. (FWA 2006).
75% der Bevölkerung spricht turkmenisch, des Weiteren wird russisch gesprochen. 90% der Einwohner Turkmenistans sind Muslime (Sunniten), 10% Russisch-Orthodoxe (FWA 2006).
Durch die natürliche Ausstattung des Landes sind die Besiedlungsflächen stark eingegrenzt. Sie erstrecken sich entlang des Flusses Amu-darja im Osten und der Flüsse Murgab und Heri-Rud im Süden sowie an der Übergangszone zwischen Bergland und Wüste im Süden des Landes entlang des Karakum - Kanals. Des Weiteren gibt es Bevölkerung an der Küste des Kaspischen Meeres (Diercke 1996).
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Katharina Jacob, 2006, Turkmensitan - Zwischen Marktwirtschaft und staatlicher Planwirtschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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