Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Der Begriff Musikarchäologie
1.2 Zeitalter
2.0 Der Neandertaler
2.1 Die Funde
2.1.1 Divje Babe
2.1.2 Weitere Knochenfunde aus dem europäischen Raum
2.1.3 Artefakte oder Einbildung
2.1.4 Geißenklösterle
2.1.5 Isturitz
2.1.6 Grubgraben
2.2 Rekonstruktion einer jungpaläolitischen Knochenflöte
3.0 Schlussbetrachtung
Anhang
Literaturnachweis
Hinweise auf musikalische Referenzen
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1.0 Einleitung
Knochen mit Löchern aus der Steinzeit werden von Archäologen teilweise als Flöten oder Pfeifen bezeichnet. Doch herrscht manchmal kein Konsens darüber, ob es sich um ein Artefakt handelt oder nicht. Insbesondere der Finder selbst ist oftmals hartnäckig der Meinung, dass es sich um ein solches handelt, während Kollegen mit einer Vielzahl von Gegenargumenten aufwarten. Es geht im Allgemeinen um den Zeitpunkt des Beginns von Musik und Herstellung entsprechender Instrumente. Der momen- tan relevante Zeitpunkt liegt etwa 35.000 Jahre zurück. Damals gab es in Mitteleuropa den Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum. Neben Musikinstrumenten sind auch Malereien, Schmuckstücke und Werkzeuge Zeitzeugen für das Vorhandensein von Kultur des sogenannten modernen Menschen. Die damit einhergehende Evolutionsforschung skizziert zwei Forschermeinungen: Relativ spät aber zügig soll sich der Übergang vom Neandertaler zum Homo sapiens sapiens, dem heutigen Menschen, innerhalb Europas vollzogen haben. Variante zwei plädiert für einen schleichenden Übergang zum modernen Menschen, der vor mindestens 77.000 Jahren im heutigen Afrika begonnen haben soll. Beleg dafür sollen zwei verzierte Ocker-Stücke sein, die in der Blombos-Höhle in der östlichen Cap- Provinz gefunden wurden. (vgl. Friebe 2002) Für diesen Zeitraum liegen den Forschern jedoch keine Musikinstrumente oder solche, die dafür gehalten werden könnten, vor. Der erwähnte relevante Zeitpunkt ist für manche Archäologen Antrieb, Be- weise zu finden, die belegen, dass schon weit davor der damalige Mensch sich über Musikinstrumente artikulierte. Gefunden wurden zum Beispiel Bärenknochen, die ein Alter von 45.000 Jahren aufweisen, und die vom Forscher selbst und ein paar Vertretern seiner Zunft als Flöte interpretiert werden. Von fundamentaler Bedeutung für Wissenschaftler in diesen Disziplinen ist die Frage, wann der Mensch ein Musiksystem entwickelte. Dann auch muss ein Sprachsystem existiert haben, was für die Evolution bis zu unserer heutigen Existenz wichtig ist.
In dieser Hausarbeit soll ein Einblick in den derzeitigen Erkenntnisstand zur Neandertalerflöte ge- geben werden. Dazu werden zuerst Grundlagen erörtert die eine Einordnung des Neandertalers zeit- lich und anatomisch ermöglichen. Anschließend folgen die Erkenntnisse der Forschungen bis heute. Noch eine Bemerkung zur Schreibweise von Neandertaler und abgewandelter Begriffe: Bei internatio- naler Schreibweise würde Neanderthaler geschrieben. In dieser Arbeit, da sie in deutscher Sprache verfasst wurde, wird die Schreibweise Neandertaler (ohne h nach dem t) verwendet.
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1.1 Der Begriff Musikarchäologie
Bevor ich auf die Neandertalerflöte näher eingehe, möchte ich zunächst den Begriff der Musikar- chäologie, dem die Thematik zugeordnet wird, versuchen zu definieren.
Der Begriff Musik stammt aus dem Lateinischen (musica) und aus dem Griechischen (mousike) und bedeutet ursprünglich Musenkunst. Bei den Griechen handelte es sich, im Unterschied zur körper- lichen Betätigung in Form von Gymnastik bei Musizieren und bei der Rezeption von Musik um eine den Geist und das Gemüt bildende Betätigung. Der Legende nach hat Pythagoras durch die theoretische Erkundung der Musik diese erfunden. Dieses wird als Voraussetzung für Musik angesehen. (vgl. Brock- haus 1999, S. 229) Archäologie ist die Wissenschaft vom Altertum und anderer frühen Hochkulturen, soweit sich diese erschließen lassen (vgl. Brockhaus 1987, S. 77).
Verbindet man diese beiden Interpretationen und versucht eine Deutung des Begriffes Musikar- chäologie, dann könnte von altertümlicher Musen- oder Tonkunst gesprochen werden. Weiterhin wäre zu überlegen, ob es sich im übertragenen Sinne um verschüttete Musik oder Musikinstrumente han- deln könnte, da Archäologie oftmals mit Ausgrabungen in Zusammenhang steht. Nach Ellen Hickmann (2000) ist Musikarchäologie:
• Erforschung frühgeschichtlicher Zeugnisse der Musik und des Musiklebens in den Kulturen der Welt (vor- und frühgeschichtliche Klangwerkzeuge entdecken und nachbauen)
• Untersuchung von Höhlenmalereien, insofern Instrumentenspiel und Tanz dargestellt wurde
• Untersuchung der Akustik der Höhlenräume
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1.2 Zeitalter
Bei der Einsortierung nach Zeitalter der Musik findet man die Neandertaler- oder Knochenflöte ganz zu Beginn der Musikgeschichte als Musik der Vor- und Frühgeschichte. Erst danach folgen die Anfänge der Musik bis 800 v. Chr. Und alle anderen Epochen. (vgl. wikipedia.de) Bei Bestimmung der archäologischen Zeitalter werden in der Literatur immer wieder die Fachbe- griffe der Zeiträume verwendet. Diese können auch nach Regionen zeitlich variieren. Die nachfolgende Übersicht gibt Anhaltspunkte vorwiegend für den europäischen Raum.
Abbildung 1: Dreiperioden-System der historischen Zeit nach archäologischen Gesichtspunkten. Quelle: Wiki- pedia.de; Gestaltung: eigene; die Zahlenangaben bedeuten den Zeitraum vor heute. Anmerkung: Die Zeitangaben sind bezogen auf den mitteleuropäischen Raum.
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2.0 Der Neandertaler
Nach heutigen Erkenntnissen verließ der homo erectus/ergaster den afrikanischen Kontinent frühzeitig in mehreren Wanderungsbewegungen. Unter anderem stieß er dabei auch in das heutige Europa vor. (vgl. Conrad 2005, S. 13) (siehe Abbildung 14 im Anhang) Conrad (vgl. 2005, S. 8) differenziert in seiner Übersicht zwei Typen von Homo sapiens: homo sa- piens sapiens (100.000 Jahre bis heute) und homo sapiens neanderthalensis (200.000 bis 30.000 Jahre). In einem Zeitraum zwischen 600.000 bis 200.000 Jahren vor heutiger Zeit lebte nach Paläontropologenangaben der homo heidelbergensis. (vgl. Conrad 2005, S. 8) Der homo sapiens (archaius) ist eine Vorstufe zum klassi- schen Neandertaler (vgl. Conrad 2005, S. 17). Für die Betrachtung der Anfänge der Musik werden der homo sapiens sapiens und der homo sapiens neanderthalensis betrachtet. (siehe Abbildung 13 im Anhang) Widmen wir uns nun dem Lebewesen an sich zu. Voraussetzung zum Spielen von Musikinstru- menten ist eine bestimmte Hirnstruktur und die Anatomie des Handgelenkes zum differenzierten Gebrauch. Dieses soll bereits beim homo sapiens (archaius) vor mehreren hunderttausenden von Jahren gegeben gewesen sein. Unklar ist, inwieweit der Grad der Komplexität der Fingerbewegungen beim Flötenspielen erfüllt wurde. (vgl. Altenmüller 2002, S. 9) Diese Tatsache ist nicht gleichzusetzen damit, dass schon zu dieser Zeit Musikinstrumente erfunden und gespielt wurden. Es kann vermutet werden, dass die Evolution noch einige Zeit benötigte, um die menschlichen Gegebenheiten in Einklang zu bringen. Andererseits passen sich Lebewesen verändernden Lebensbedingungen an, wenn dieses not- wendig wird. Inwieweit eine Notwendigkeit für das Musizieren vorliegt, wird in keiner der vorliegenden Quelle erwähnt.
2.1 Die Funde
Für die Existenz von steinzeitlichen Musikinstrumenten sind nur wenige Belege vorhanden. Daher sind Aussagen über die musikalische Tradition nur sehr vage (vgl. Conrad 2005, S. 151). In der Litera- tur werden nicht alle steinzeitlichen Flöten als Neandertalerflöte bezeichnet, sondern auch als Kno- chenflöten. Zu bedenken gilt allerdings, dass sich Wissenschaftler meist darüber streiten, ob es sich tatsächlich um Flöten, respektive Musikinstrumente handelt.
2.1.1 Divje Babe
Im westlichen Slowenien, nahe der italienisch-slowenischen Grenze, in einer in 1700 Metern Höhe gelegenen Höhle, wurden Knochen mit Löchern gefunden. Der benachbarte Ort Divje Babe gab dem Fund seinen Namen. Sein Alter wird geschätzt auf etwa 45.100 Jahre mit einer Toleranz von 1.500 bis
1.800 Jahren (vgl. Kretschmer 2004). Das Fundstück wurde hergestellt aus einem Oberschenkelkno-
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chen eines Höhlenbären, wurde allerdings nur fragmentarisch vorgefunden. Zwei Löcher sind kom- plett und zwei, bedingt durch Abbrüche, nur teilweise erhalten; die Formung deutet jedoch auf Löcher hin. Aufgrund der Anzahl, Lage und Positionierung der runden Löcher wurde seitens des Finders und eines Kollegen auf eine Flöte geschlossen. Zudem wurde zu einem späteren Zeitpunkt argumentiert, dass die Flöte nach der diatonischen Skala gestimmt worden sei. Damit wäre der Gebrauch dieser Skala vor bereits 43.000 Jahren 1 nachgewiesen. Nowell und Chase allerdings sehen in diesem Fund einen sehr schwachen Beweis für den Ursprung der Musik in dieser Zeit (vgl. Nowell et al. 2002, S. 69ff).
Abbildung 2: Original (links) und eine Rekonstruktion (rechts) aus Keramik mit eingekerbter Anblasvorrichtung
des Knochenstückes aus der Höhle nahe Divje Babe.
Foto: Tomaž Lauko: Quelle: http://www.windkanal.de/wika2005-1-Fruehgeschichte.htm
Fink (2002) hingegen verteidigt die Theorie, die den Knochen mit den Löchern als Flöte darstel- len. Er argumentiert gegen Nowell, dass auch dieser die Möglichkeit, es handele sich um eine Flöte, nicht ganz ausschließen könne. Fink sieht eine Reihe von Merkmalen als wichtige Indizien einer Flöte an. (vgl. Fink 2002, S. 83) Angemerkt muss werden, dass Fink die Flöte lediglich als Fotografie vorlie- gen hatte (vgl. Hickmann 2002, S. 83) und dementsprechend nur eingeschränkt bewerten konnte. Der Entdecker der Flöte Ivan Turk legte nach folgende Fakten vor, die belegen sollen, dass es sich um eine Flöte handelt:
• Das Objekt sieht wie eine komplette Flöte aus und ist anderen bekannten Flöten aus derselben Zeit ähnlich.
• Zwei Löcher, vielleicht auch vier, befinden sich in einer Linie.
• Die Durchmesser der Löcher sind identisch.
• Die Abstände der Löcher passen zu den Abständen klassischer Flöten (do-re-mi-fa).
1 Nowell nennt ein Alter von 43.000 Jahren und rechnet dabei das jüngste mögliche Alter des Fundes.
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• Es gibt möglicherweise ein Daumenloch, exakt dort, wo für gewöhnlich Daumenlöcher sind, und die gesamten Löcher passen zu einer menschlichen Hand.
• Die Lochdurchmesser sind angepasst an die Größen der Fingerkuppen.
• Zu erkennen sind Streifen oder furchenartige Vertiefungen, die horizontal um den Rand des Loches gehen. (vgl. Fink 2002, S. 84)Aus der Distanz betrachtet scheint es allerdings sehr un- wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Fundstück um eine Flöte handelt, da bei diesem und auch an- deren ähnlich aussehenden Funden keine menschlichen Bearbeitungsspuren zu erkennen sind.
2.1.2 Weitere Knochenfunde aus dem europäischen Raum
1911 wurden in der Bukovácer-Höhle in der Nähe von Rijeka in Kroatien Bruchstücke von Höh- lenbärenknochen gefunden. Diese Funde fanden als erste paläolitische 2 „Flöten“ Einzug in die Literatur. Die Funde bestehen aus dem Fragment eines Langknochens mit einem einzigen Loch und um ein Rippenbruchstück mit drei Löchern. Kormos, der die Knochen gefunden hatte, vermutet eine Nutzung als Pfeife. Josef Bayer ein anderer Archäologe widerspricht den Vermutungen. Er behauptet aber, dass ein Höhlenbärenunterkiefer, der in Potocka Zijalka, ebenfalls in Slowenien, entdeckt wurde, den „Eindruck einer primitiven Flöte“ mache. (vgl. Holdermann 1999, S. 148)
Es sind noch acht weitere Bärenunterkieferknochen mit gleich gestalteten Löchern gefunden wor- den. Offensichtlich war es nicht möglich diesen Bärenunterkiefern gut abgestimmte Töne zu entlo- cken. Dennoch interpretieren die Wissenschaftler Srecko und Mitja Brodar und auch der Finder dieser Stücke Ivan Turk die Bärenknochen als Flöten, da die Löcher zum Teil kantig aussehen, die Form weder konisch noch zylindrisch sei, wie es bei einer Bohrung der Fall wäre und die Ränder scharf wir- ken. (vgl. Holdermann 1999, S. 151)
2 altsteinzeitlich
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2.1.3 Artefakte oder Einbildung?
Viele Details dieser bisher aufgeführten und auch vieler anderer Funde dieser Art wurden bisher sehr konträr diskutiert. Meist jedoch ohne schlüssige Beweise, dass es sich bei allen Arten der Knochen mit Löchern um Flöten oder flötenähnliche Musikinstrumente handele. Verschiedene Wissenschaftler versu- chen immer wieder an bestehenden Funden die Eindeutigkeit als Musikinstrument zu belegen. In der nachfolgenden Tabelle (vgl. Holdermann 1999, S. 154) sieht man dazu die Ergebnisse, wonach in den Unter- suchungen durch zwei Forschergruppen im Jahre 1998 keine der Funde als Artefakt belegt werden konnte.
Abbildung 4: Annahme von gelochten Höhlenbärenknochen als Flöten. Zeichenerklärung: - = nicht behandelt, N = nicht als Flöte akzeptiert, FL? = Ansprache als mögliche Flöte, FL = Identifizierung als Flöte. Obere Zeile Abkürzungen der Wissenschaftler mit Ergebnispräsentation. Quelle:
Holdermann 1999 (in: Musica instrumentalis, S. 154)
Vorraussetzung für eine Flöte ist unter anderem, dass sie einen Hohlraum besitzt. Bei der Rippe aus der Bukovácer-Höhle und der Ulna aus der Drachenhöhle ist dieses nicht der Fall, bei dem Lang- knochen mit vier Löchern aus dem Liegloch ist es sehr wahrscheinlich. Die Tatsache, dass bei diesen Funden Töne hervorgebracht werden, belegt jedoch nicht den Artefaktcharakter. Nimmt man zum Beispiel aus heutiger Zeit eine durchlöcherte Gießkanne, so können auch mit dieser Töne erzeugt werden, als Flöte würde man sie jedoch nicht bezeichnen. Die Funde lagen mit tausenden anderen Knochen in den Höhlen. Viele von ihnen weisen Fraßspuren auf was nicht verwundert, lebten in die- ser Zeit Hyänen, Wölfe, Höhlenlöwen und Vielfraße, die sich auch an Kadavern zu schaffen machten. Für keine der als Flöten bezeichneten Funde können sichere Argumente für ein künstliches, also von Menschenhand erfolgtes, Anbringen der Löcher belegt werden. Auch finden sich weder Bohrrillen an den Lochinnenwänden noch konnten Spuren einer künstlichen Lochung oder Kratzerspuren im Kno- cheninneren belegt werden. Ein weiteres Indiz ist die Größe der Knochen, die sehr unhandlich als Musikinstrument gewesen sein müssten. (vgl. Holdermann 1999, S. 155)
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Holdermann (1999, S. 155) kritisiert, dass falsche Angaben in der Literatur nicht korrigiert werden, sondern weiter an den Theorien, die die Funde als Flöten ausweisen, festgehalten wird. Teilweise käme es zu Übersetzungsfehlern und Missverständnissen bei der Interpretation der Ergebnisse. In der weite- ren Arbeit der Wissenschaftler würden Quellen nicht verifiziert, sondern unkritisch übernommen. Drei Kriterien sind nach Ansicht von Christine Brade ausschlaggebend, um ein Fundstück als Flöte bezeichnen zu können: Artefaktcharakter, Spielbarkeit und gesichertes Alter (vgl. Hein 2002, S. 126). Zwei Funde sind sicher als Flöten bestätigt: ein Knochen aus der Höhle im französischen Isturitz und Stücke aus dem Geißenklösterle in Baden-Württemberg. Sämtliche Löcher, parallele Einschnitte, wellige Linien sind eindeutig durch Kratzen oder Schnitzen von Menschenhand entstanden. Als Flöte gilt auch eine Tibia 3 eines mittelalten Rentieres aus Grubgraben, Niederösterreich. (vgl. Holdermann 1999, S. 155)
3 Schienenbein
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2.1.4 Geißenklösterle
Im Geißenklösterle, einer Höhle im Achtal nahe Blaubeuren auf der schwäbischen Alb wurden 1973 und 1990 die Reste dreier Flöten gefunden. Mitte der Siebzigerjahre entdeckte ein Forscherteam um den inzwischen verstorbenen Tübinger Archäologen Joachim Hahn die Fragmente zweier Flöten, die aus Radien 4 von Schwänen gearbeitet wurden. Später dann fanden die Archäologen um Nicholas Conard von der Universität Tübingen bei nochmaliger Untersuchung des ausgegrabenen Erdreiches Fragmente einer Mammutelfenbeinflöte. (vgl. von Rauchhaupt 2004)
Abbildung 6 (rechts): Geißenklösterle-Flöte aus Mammutelfenbein. (Foto: J. Lipták)
Quelle: Conrad 2005, S. 149 (Vom Neandertaler zum modernen Menschen) Anmerkung: Die abgebildeten Flöten sind aus Original-Fragmenten zusammengesetzt
und die unmittelbar fehlenden Teile mit mikrokristallinem Wachs ergänzt, zu sehen an den hellen Bereichen.
Sämtliche Funde gelten derzeit als die anerkannt ältesten Musikinstrumente der Welt. (vgl. Hein 2002, S. 120) Die Elfenbein-Flöte könnte dabei die Älteste der drei Flöten sein. Sie wurde an der Basis der Grabungsschicht gefunden, in der Jahre zuvor, aber darüber liegend, zwei Vogelknochenflöten zum Vorschein kamen (vgl. Steinacker 2005).
4 Speichenknochen
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Zur Datierung 5 wurden verschiedene Verfahren angewandt. Nach der 14 C-AMS-Datierung werden die Flöten auf 33.500 Jahre geschätzt, nach der Thermoluminiszenz-Methode auf 37.000 Jahre (vgl. Münzel et al. 2002, S. 115f), jeweils immer mit einer zeitlichen Toleranz. Hein (2002, S. 120) datiert die Funde anhand einer identischen Bodenschicht im Nachbarquadrat der Fundstelle auf 36.800 ± 1.000 BP. Für die Bewertung ob es sich um Artefakte handelt, wurden weitere Fundstücke in unmittelbarer Umgebung einbezogen: Elfenbeinperlen, durchbohrte und gefärbte Fischwirbel, verzierte Gegenstände aus Geweih und Elfenbein in einer Knochenaschanlage und vier aus Elfenbein geschnitzte Figuren, die Mensch, Mammut, Bär und Bison darstellen. (vgl. Hein 2002, S. 120) Sie alle sind Zeugnisse bildli- cher Kunst und belegen eindeutig die kulturelle Modernität, was gleichbedeutend ist mit einem Interesse des Menschen über Fortpflanzung und Ernährung hinaus. Der Fund des verzierten Elfenbeinstabfragmentes hat dagegen etwas mit geistigem Interesse zu tun, das sich als weitaus komplexer und abstrakter darstellt als gegenständliches Abbilden. Und diese in den Funden versteckten Botschaften gehen über normales Trommeln hinaus, es handelt sich um melodisches Spiel. (vgl. von Rauchhaupt 2004) Eine der Flügelflöten misst 126 Millimeter, die Flöte aus Mammutelfenbein 187 Millimetern, wobei diese Flöte aber beim dritten Loch abgebrochen zu sein scheint. Insgesamt wurden 31 Fragmente bei dieser Flöte gefunden und zusammengesetzt. (vgl. Conrad 2005, S. 148ff) Die Herstellung einer Flöte aus Elfenbein ist um ein Vielfaches schwieriger als aus Geflügelknochen, da Elfenbein aus dem Stoßzahn des Mammuts herausgespalten werden musste, der Flügelknochen hin- gegen fast unverändert in seiner Form übernommen werden kann. Für die Elfenbeinflöte musste der Erbauer zwei Halbschalen so aus dem harten Material herausar-
5 Zur Ermittlung des Alters eines Fundstückes gibt es zwei Verfahrensweisen: die relative und die absolute Datierung. Bei der relativen Datierung werden Vergleiche zu anderen Fundstücken gezogen und deren geologischen Schichten und so das Alter ermittelt. Bei der absolu- ten Variante wird vorwiegend das radiometrische Verfahren angewandt, bei dem der Verfall bestimmter Isotop-Varianten eines chemischen Elements im Gestein maßgeblich ist und das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eine Aussage über eine Zeitraum zulässt. Die wich- tigste Methode, entwickelt in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, beruht auf dem Nachweis des seltenen und radioaktiven Kohlen- stoff-14-Isotops. Die Halbwertzeit von Kohlenstoff-14 liegt bei 5.730 Jahren, was bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt nur noch die Hälfte des ursprünglichen Wertes nachweisbar ist. Bei gleichmäßiger Abnahme des Isotops kann dieser nach 40.000 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden. Mit einem neuen Verfahren, bei dem erheblich kleinere Mengen zur Analyse ausreichen, der massenspektrometrischen Beschleuni- ger-Radiokarbondatierung, kann der Zeitpunkt der Bestimmung bis zu 75.000 Jahre rückwärtig erfolgen. Quelle: Willig 2006
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reichenden Kerben. Quelle: www.windkanal.de Friedrich Seeberger, Experte für archäologische Musik, bestätigt durch Nachbauten mit anderen Materialien die Verwendbarkeit als Flöte und zieht Vergleiche mit noch existierenden Hirtenflöten aus Ägypten und Bulgarien, und den bei Jiahu in China gefundenen 9.000 Jahre alten Flöten, deren Spiel- prinzip genau dem der gefundenen Mammutelfenbeinflöte entspreche. (Zitat nach von Rauchhaupt 2004) Die Abstände zwischen den Grifflöchern seien allerdings sehr
Rätsel gibt auf, dass dieser Fundort der einzig bekannte überhaupt ist. Zwar wurden die erwähnten Figuren in drei weiteren Höhlen der Region gefunden, nicht jedoch solche Flöten. Dennoch gilt diese Region als Schlüsselgebiet frühester kultureller Innovation in der Anfangsphase des Jungpaläolithi- kums. (vgl. Steinacker 2005)
2.1.5 Isturitz
Der zweitälteste Fund, 28.000 Jahre alt, stammt aus Frankreich. In der Grotte d’Isturitz, gelegen in den atlantischen Pyrenäen, wurde die einzige fast vollständig erhaltene Flöte der Steinzeit entdeckt. Die Grundsubstanz dieser, wie auch die ersten beiden Geißenklösterle-Funde, ist ein Geflügelknochen. Da sie im Groben der Geißenklösterle-Flöte ähnelt, verzichte ich an dieser Stelle auf weitergehende Aus- führungen und dikutierte stattdessen einen Fund aus dem Knochen eines Huftieres.
2.1.6 Grubgraben
In Niederösterreich wurde 1994 ein hochglazial-zeitlicher Lagerplatz freigelegt. Neben einer Feu- erstelle wurden altsteinzeitliche Werkzeuge aus Stein und Knochen, Schmuckanhänger, durchlochte Steinanhänger aus Alabaster und fein gearbeitete Knochennadeln gefunden. Von herausragender Be-
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deutung war der Fund einer dreifach gelochten Tibia 6 . Die Länge des Fundes beträgt 165 Millimeter, der Durchmesser der nach innen konisch verjüngenden Löcher bewegt sich zwischen 5,1 und 5,5 Mil- limetern und der Abstand der Öffnungen differierte zwischen 21,9 und 26,2 Millimetern. Darüber hinaus sind diverse Rillen, verursacht durch Werkzeuge, zu erkennen. Nicht ausgeschlossen werden kann die Benagung der Lochränder durch Nagetiere. Käfer resümiert ihren Eindruck, dass es sich ein bewusst nach Normen hergestellten Gegenstand handelt, „dessen Löcher nicht nur sorgsam ausgeführt und angeglichen, sondern auch regelhaft angelegt wurden“ (Käfer 2002, S. 93). Nicht klar ist, wie dieses als Instrument interpretierte Knochenstück gespielt wurde, da das Artefakt nur unvollständig – beide Knochenenden fehlen – erhalten ist. Zur Überprüfung der Spielbarkeit wurde das Original rekon- struiert 7 (vgl. Käfer 2002, S. 93f) und verschiedene Anblasvarianten in Erwägung gezogen:
• ohne spezielle Anblasvorrichtung (Ende gerade und abgeglättet),
• mit spezieller Anblasvorrichtung (abgeschrägter Knochenrand),
• mit spezieller Anblasvorrichtung (eingeschnittene Kerbe).
Als wahrscheinlichste Anblasvorrichtung gilt die in Form einer einfachen Abschrägung. Die spiel- baren Töne sind Ergebnisse verschiedener Griffkombinationen und Überblastönen aus ungedackter und gedackter Spielweise. Die Tonhöhe lässt sich mit Anblasdruck, Anblaswinkel und Lippenspan- nung variieren. (vgl. Käfer 2002, S. 94)
Abbildung 9 (links): Grifftabelle des Nachbaus der Knochenflöte aus der Station Grubgraben bei Kammern,
Niederösterreich, gedackt gespielt. (Grafik: unbekannt) Abbildung 10 (rechts): Gedacktes Spielen des Nachbaus der Knochenflöte aus der Station Grubgraben. (Foto:
Th. Einwögerer) Quelle: Bernadette Käfer 2002, S. 101
Die experimentelle Herstellung der Flöte hat gezeigt, dass sich das Rohmaterial nur sehr zeitauf- wändig bearbeiten lässt. Knochen von Vögeln sind im Gegensatz dazu wesentlich dünnwandiger und weicher und lassen sich dementsprechend schneller bearbeiten. Nach dem Test kam die Forscher- gruppe zu der Erkenntnis, dass sich frische Knochen leichter verarbeiten lassen als getrocknete, wie sie
6 In diesem Fall laut Untersuchung durch Dr. Florian Fladerer das rechte Schienenbein eines kleinwüchsigen, vermutlich weiblichen, juveni-
len Rentieres
7 Material: rechte Tibia eines rezenten, juvenilen Hirsches, da keine Rentierknochen zur Verfügung standen.
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zur Verfügung standen. Zur Herstellung wurden Silex-Klingen verwendet um möglichst authentische Erkenntnisse zu gewinnen. (vgl. Käfer 2002, S. 96f) Im nachfolgenden Kapitel gehe ich detailliert auf die Herstellung einer Knochenflöte ein, die aus einem Flügelknochen entsteht. Dieser Vorgang gibt einen guten Einblick in die generelle Vorgehens- weise bei der Herstellung.
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2.2 Rekonstruktion einer jungpaläolitischen Knochenflöte
Die Diskussionen um die Verwendung und Funktion von Knochen mit Löchern veranlasste Wulf Hein zu einem Experiment. Hein (1998) nahm sich die Flötenfunde aus der Geißenklösterle-Höhle zum Vorbild, untersuchte sie und versuchte, sie möglichst originalgetreu nachzubauen um den Nach- weis der Funktionalität zu erbringen. Er untersuchte die Fundstücke mikroskopisch und konnte an- hand der Ergebnisse den Herstellungsablauf annähernd ermitteln. Aus diesen Ergebnissen erstellte eine sogenannte Operationskette. Im Einzelnen sind folgende Arbeitsschritte notwendig:
0. Beschaffung des Vogelknochens
1. Glätten der Oberfläche in Längsrichtung
2. Entfernen der Gelenkenden durch Ringkerben
3. Anreißen der Löcher
4. Eintiefen der Löcher durch längsgerichtetes Schnitzen
5. Anbringen der Kerben (Hein 1999, S. 120)
Die Beschaffung des Knochens selbst vor über 35.000 Jahren sollte keine Schwierigkeit dargestellt haben, da die örtlichen Gegebenheiten – flache Gewässer, an denen Schwäne lebten – gegeben waren. Das Glätten der Oberfläche und das Entfernen der Gelenkenden sind durch Schnitzen entstanden (vgl. Hein 1999, S. 120). Zum Anreißen der Löcher sind keine Angaben veröffentlicht. Die Reihenfol- ge, ob zuerst die Löcher vertieft und dann die Kerben angebracht worden sind, sind keine verlässli- chen Aussagen möglich. Nachfolgend werde ich die einzelnen Arbeitsschritte erläutern, die durch Hein erfolgten um die Logik des Autors nachvollziehbar zu machen.
Zuerst wurde der Knochen unter Zuhilfenahme einer scharfen Silex-Klinge aus dem Flügel gelöst, was etwa zehn Minuten dauerte. Anschließend entfernte Hein alle dem Knochen anhaftenden Fleisch- und Hautreste, glättete alle Unebenheiten durch längsgerichtetes Schaben mit einem stumpfkantigen Werkzeug. Die Gelenkenden wurden erst nach diesem Arbeitsgang entfernt, was durch abrupt endende Riefen nachgewiesen wurde. Das Abtrennen der Enden erfolgte durch umlaufendes Einkerben an dieser Stelle. Werkzeuge, die während des Einkerbens absplitterten, erzielten einen Sägeeffekt und damit eine vorübergehend erhöhte Schnittleistung. Für das Abtrennen beider Enden wurden etwa fünf Minuten benötigt. Das Mark im Knochen konnte mit einem dünnen Zweig hinausgeschoben werden. Hein übertrug die Maße der Originallöcher auf den Flügelknochen, schabte auf der konkaven Seite die Löcher ein bis es durch die Knochenwandung reichte und erweiterte es bis zur letztendlichen Größe. Die stumpfwinkligen Schneidwerkzeuge mussten nach jedem Loch ersetzt werden um scharfkantige Lochränder zu erhalten. Pro Loch benötigte Hein sechs Minuten. Über die Funktion der Querkerben ist nichts bekannt. Am wahrscheinlichsten ist, dass diese, wie bei anderen Gebrauchsgegenständen aus
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dieser Zeit zu sehen, zur Verschönerung dienten. Insgesamt benötigte Hein für die Herstellung des Objektes 40 Minuten.
Danach kam der wichtigste Teil des Experimentes: Wird Hein auf der Flöte auch Töne erzeugen können? Nach mehreren Fehlversuchen und daraus resultierenden Veränderungenund Hilfe von Tü- binger Musikinstrumentenbauern, war Hein erfolgreich. Die Flöte funktioniert ohne Mundstück. Da- durch dass die Löcher nicht senkrecht, sondern abgeschrägt sind und auf der konkaven Seite liegen spaltet sich der eingebrachte Luftstrom an den scharfen Kanten der Löcher auf. „Die nach unten ab- geleiteten Wirbel geben regelmäßige Impulse an die Luftsäule im Luftinneren ab und regen diese zur Bildung einer stehenden Welle an: ein Ton wird hörbar.“ (Hein 1998, S. 124) Theoretisch können zwei Luftsäulen zum Schwingen gebracht werden: zwischen Anblasende und Labiumtonloch und dem fol- genden Tonloch beziehungsweise dem Flötenende.
Bei einem Musikalienhersteller konnten die Frequenzen der spielbaren Töne gemessen werden. Dabei erklungen pro Griffposition oft mehrere Tonstufen gleichzeitig
Abbildung 12: Frequenzen der verschiedenen Lochabdeckungsbilder. Quelle: Hein 1999, S. 124
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3.0 Schlussbetrachtung und Ausblick
Der musikarchäologische Forschungsstand ist sehr beeindruckend, zumal sich nach mühseliger Kleinarbeit, viel Geduld und auch Glück, Flöten von den Ausgrabungen in Geißenklösterle präsentier- ten, von denen niemand zu träumen wagte. Nach den drei Kriterien von Christine Brade (vgl. Hein 2002, S. 126), dass Artefaktcharakter, Spielbarkeit und gesichertes Alter vorliegen muss, kann bei den Funden von Geißenklösterle, Isturitz und Grubgraben zu hoher Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Hier sprechen die Fakten für sich. Die Knochen mit Löchern, in denen Finder und Anhänger Musikinstru- mente sehen, weisen keine fundamentalen Anhaltspunkte für die Entstehung der Löcher durch huma- noide Einwirkung auf. Für den Betrachter von außen sieht es eher lächerlich aus, wenn sich Forscher nicht den Tatsachen vieler Kollegen beugen können, sondern stur auf ihrer, in der Minderheit befindli- chen, Meinung beharren und dann im Umkehrschluss behaupten, die Gegenseite könne auch nicht ein- hundertprozentig nachweisen, dass es sich nicht um Flöten handele. Diese Art der Argumentation soll offensichtlich die Schwäche der Pro-Bärenknochen-Musikinstrumente-Argumente verdecken, führt aber zu keinen realistischen und schon gar nicht zu wissenschaftlich gesicherten Ergebnissen.
Bedenkt man, dass sich einige Funde durch Zufälle ergeben haben in zweiten Analysen, kann man davon ausgehen, dass noch weitere Funde folgen werden. Aber nicht nur dieses Argument zählt. Die Forschungs- und Analysemethoden werden erweitert und die Grabungen gehen weiter. So werden zwangsläufig neue Fundorte und Funde ans Tageslicht kommen. Dass alles eine Frage der Zeit ist, könn- te man jetzt schlussfolgern. Aber auch Forschergeist und Hartnäckigkeit gehören dazu, ebenso wie finan- zielle Mittel. Aber es gehört auch Initiative in Politik und Wirtschaft dazu. Die Mammutelfenbeinflöte hätte nicht entdeckt werden können, wenn nicht der Landrat des Alb-Donau-Kreises ständige Initiative zeigen und Gelder zur Verfügung stellen würde, auch wenn die Erfolge im Vorfeld aussichtslos erschienen. Das allgemeine Interesse, herauszufinden, wann unsere Vorfahren unsere kulturellen Wurzeln begründet haben, scheint von existenzieller Frage zu sein für die Gegenwart und Zukunft. In diesem Sinne sollte weiter Forschung auf dem Gebiet der Musikarchäologie betrieben werden und von allen Seiten Engage- ment gezeigt werden.
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Anhang
Abbildung 13: Der Hominidenstammbaum. Quelle: Conrad 2005
Abbildung 14: Wanderungsströme des Homo erectus/ergaster. Quelle: Conrad 2005
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Literaturnachweis
1. Brockhaus-Enzyklopädie (1987). Mannheim: F.A. Brockhaus
2. Brockhaus-Enzyklopädie (1991). Mannheim: F.A. Brockhaus
3. Conard, Nicholas J.; Malina, Maria; Münzel, Susanne; Seeberger, Friedrich (2004). Eine Mam-
mutelfenbeinflöte aus dem Aurignacien des Geißenklösterle. Neue Belege für eine musikalische Tradition im frühen Jungpaläolithikum auf der Schwäbischen Alb. In: Ar- chäologisches Korrespondenzblatt 23, 2004, S. 447-462. Mainz: Römisch-Germanisches Zent- ralmuseum
4. Conard, Nicholas J.; Kölbl, Stefanie; Schürle, Wolfgang (2005). Vom Neandertaler zum mo-
dernen Menschen. Ostfildern: Jan Thorbecke
5. Fink, Robert (2002). The Neanderthal Flute and Origins of the Scale: Fang or Flint? A Re-
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Arbeit zitieren:
Matthias Hinrichsen, 2006, Musikarchäologie – Die Neandertalerflöte, München, GRIN Verlag GmbH
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