Einführung
In ihrem Werk geht Hannah Arendt davon aus, dass es drei Grundtätigkeiten des Menschen gibt. Eine davon ist Handeln, dessen Begrifflichkeit sie von Aristoteles Begriff der Praxis ableitete.
“Bei Aristoteles hat Praxis-Charakter auch das Sehen im Unterschied zu einem Beobachten oder Bewachen, in anderer Weise das Spazieren gehen im Unterschied zu einer Zielorientierten Fortbewegung; [...] In allen diesen Fällen liegt vor, was die Schulphilosophie, hier sehr treffen, eine actio immanens nennt[...] eine Tätigkeit die ihr Gelingen nicht außerhalb , in einem Werk sucht, sondern in einer dem Tun immanenten Vollendung, in einem eu prattein “ 1
Dieses Tun der immanenten Vollendung findet seinen Existenzzweck in sich selbst und ist somit Freiheit, denn es kommt weder auf Gelingen an, noch könnte sich sonst ein Maß finden, mit dem man dieses Tun beurteilen sollte. Etwas zu machen 2 , dass in sich selbst begründet liegt, bedeutet also in Freiheit zu sein. Das Politische befindet sich im Menschen, er ist ein zoon politikon. Diesem Gedanken Aristoteles setzt Arendt nun einen entscheidenden Gedanken hinzu, der einen Wechsel von der actio Immanens hin zu einer actio Socialis ermöglicht. 3 Dieser Gedanke ist die Welt und die Existenz des Menschen darin, also der Begegnung des Menschen mit der Welt und anderen Menschen in ihr, was an Jaspers Existenzialismus erinnert. Das Handeln überbrückt jenes Stück Welt, das zwischen den Menschen liegt. Der Wechsel bedeutet, dass Menschen nicht nur eine Tätigkeit vollziehen können, die in sich selbst begründet liegt, sondern eine Tätigkeit vollziehen können, die in sich selbst begründet liegt und mit anderen und in Beziehung zu anderen geschieht. Das Sehen bekommt dadurch eine andere Qualität als das Beobachten. Das Beobachten ist eine begründbare Tätigkeit und erkennt ein komplexes Beziehungsgeflecht an. Ein Beispiel: Die Frage >warum denken wir? < kann man nicht beantworten, denn das Denken liegt nur in sich selbst begründet. Die Frage >warum sprechen wir? < ist wiederum begründbar, ihre Begründung findet sich in der Welt. Wir sprechen, um das Stück Welt, dass zwischen uns liegt zu überbrücken und sie gemeinsam zu deuten.
1 Höffe, O: Politische Ethik im Gespräch mit Hannah Arendt In: Kemper, P: Die Zukunft des Politischen,
Frankfurt am Main, Fischer 1993, 18
2 Hier synonym von Tun, Handeln
3 Vgl. Höffe, O: Politische Ethik im Gespräch mit Hannah Arendt In: Kemper,P : Die Zukunft des Politischen,
Frankfurt am Main, Fischer 1993, 18f 2 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
Das Handeln wird zum politischen Begriff, weil es sich im Rahmen der Freiheit von etwas Notwendigem bewegt und eingebunden ist in ein soziales Bedeutungsmuster und Bezug nimmt auf die Welt.
„Die Grundbedingung, die ihr entspricht ist das Faktum der Pluralität, nämlich die Tatsache, daß nicht ein Mensch, sondern viele Menschen auf der Erde leben und die Welt bevölkern. Zwar ist menschliche Bedingtheit in allen ihren Aspekten auf das Politische bezogen, aber die Bedingtheit durch Pluralität steht zu dem, daß es so etwas wie Politik unter Menschen gibt, noch einmal in einem ausgezeichneten Verhältnis; sie ist nicht nur die conditio sine qua non, sondern die conditio per quam.“ 4
Das Handeln findet seine Begründung in der Bedingtheit der Pluralität und schafft einen Raum der Öffentlichkeit, in dem Pluralität zum Ausdruck kommt. Die Pluralität ist eine Bedingtheit mit der man ist. Deshalb gilt:
“[…] als >die politische Tätigkeit par excellence< gilt das Handeln” 5 und:
„Die Frage des politischen Handelns ist das Zentrum der Philosophie Hannah Arendts.“ 6
denn durch das Handeln kommt die Individualität der Einzelnen zum Ausdruck und offenbart das Ich der Welt. Wenn der Begriff Handeln für die Politik in Arendts Sinne eine Conditio sine qua non ist, so müssen wir uns, wenn wir uns im heutigen Kontext bewegen und ihre Theorie auf Möglichkeit realen politischen Handelns überprüfen wollen, fragen, nicht nur was Handeln ihrer Meinung nach ist und bedeutet, sondern unter welchen Bedingungen es geschieht und wo es geschieht. Wir müssen herausfinden, ob ihr politischer Handlungsbegriff eine Utopie geblieben ist, oder als sinnvolle Möglichkeit realen politischen Handelns noch Gültigkeit besitzt. Zu diesem Zweck untersuche ich die Beziehung zwischen Handlung, Freiheit und Öffentlichkeit,
4 Arendt, H: Vita activa, oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 17
5 Höffe, O: Politische Ethik im Gespräch mit Hannah Arendt In: Kemper, P: Die Zukunft des Politischen,
Frankfurt am Main, Fischer 1993, 18
6 Negt, O: Zum Verständnis des Politischen bei Hannah Arendt In Kemper, P: Die Zukunft des Politischen,
Frankfurt am Main, Fischer 1993, 60 3 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
sowie zwischen den Handelnden selbst, um herauszufinden, was unter Handlung verstanden werden kann- und was nicht. Als weiteren Punkt werde ich die Vorgehensweise Hannah Arendts erläutern, um einen Blick auf die Beziehung zwischen ihrer Herleitung des politischen Handelns und den sich daraus ergebenden Voraussetzungen des Begriffs zu ermöglichen. Um eine Handlung vollziehen zu können, ist eine vorhergehende Entscheidung zur Handlung nötig. Die Entscheidung ist abhängig von Information und persönlichen Präferenzen. Informationswege und Kanäle sind wichtig, um Handlungen klassifizieren zu können und den durch Information abgesteckten Rahmen der Entscheidungsmöglichkeit zu erfassen und zu benennen. Anschließend untersuche ich den heutigen Raum von Öffentlichkeit und frage, ob und in welchen speziellen Räumen der Öffentlichkeit Handlungen im Sinne von Arendt vollzogen werden können.
Pluralität und Freiheit in Bezug zum Handlungsbegriff Hannah Arendt
Eine Zugangsvoraussetzung, um den Begriff des politischen Handelns zu verstehen und dessen Bedeutung für die Politik, ist das Axiom:
„Politik beruht auf der Tatsache der Pluralität der Menschen“ 7
Durch Pluralität entsteht eine Notwendigkeit von Freiheit. Die Verschiedenheit der Menschen macht Politik im Sinne eines Diskurs über eine Sache überhaupt erst nötig. Wären wir alle vollkommen gleich, bräuchten wir nicht frei zu sein, denn Jemand vor uns hätte Bedeutungszusammenhänge erstellt, und ein Diskurs über die Welt wäre nicht möglich, weil es nur eine Erscheinung von Welt gäbe und weitere Deutungen nicht zur Verfügung stünden. Pluralität zwingt den Menschen dazu zu handeln und zu sprechen.
„Das Faktum menschlicher Pluralität, die grundsätzliche Bedingung des Handelns wie des Sprechens, manifestiert sich auf zweierlei Art, als Gleichheit und als Verschiedenheit.“ 8
7 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 9
8 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 213 4 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
Pluralität als solches ist eine Existenzbedingung des Politischen, Politik handelt von dem Zusammensein der Verschiedenen 9 , nicht aber ist Pluralität ihr Inhalt.
„Politik organisiert ja von vornherein die absolut Verschiedenen im Hinblick auf relative Gleichheit und im Unterschied zu relativ Verschiedenen.“ 10
Die Begründung des Handelns liegt in der Pluralität, denn:
„Ohne Verschiedenheit[...] bedürfte es weder der Sprache noch des Handelns
Die beiden Tätigkeiten Sprechen und Handeln entsprechen der Besonderheit des Menschen, seiner Einzigartigkeit und liegen in seiner Natur. Politik ist nicht identisch mit Pluralität.
Hannah Arendt hat mit ihren Postulat Politik beruht auf der Tatsache der Pluralität von Menschen 12 die Zugangsvoraussetzung geschaffen um politisches Handeln i m Hinblick auf diese zu definieren. Da alle Menschen sich Einen in Hinblick auf ihre Einzigartigkeit und somit Verschiedenheit kann aller Sinn von Politik nur in der Freiheit liegen.
Um den Begriff des politischen Handelns bei Hanna Arendt zu verstehen, ist Ihre Prämisse: „Der Sinn von Politik ist Freiheit“ 13 zentral, da der Raum für politisches Handeln nur in der Freiheit liegt, weil dieser die Pluralität anerkennt. Die Freiheit wird durch menschliches Tun hergestellt. Freiheit kann in ihrem Sinne zweierlei Dinge bedeuten, die miteinander verquickt sind. Dies ist einmal die Freiheit der Meinungsäußerung und zum Zweiten die Freiheit eine Reihe von sich her zu beginnen.
Bezugnehmend auf den Freiheitsbegriff von Kant stellt sie die Spontaneität in den Mittelpunkt ihres eigenen Freiheitsbegriffs:
„Diese Bewegungsfreiheit nun, sei es die Freiheit fortzugehen und etwas Neues und Unerhörtes zu beginnen, oder sei es die Freiheit, mit den Vielen redend zu verkehren und das Viele zu erfahren, das in seiner Totalität jeweils
9 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 9
10 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 12
11 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 213
12 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 9
13 Arendt, H: Was ist Politik? München: P iper 1993, 28 5 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
die Welt ist, war und ist keineswegs der Zweck der Politik- dasjenige, was mit politischen Mitteln erreichbar wäre; es ist vielmehr der eigentliche Inhalt und der Sinn des Politischen selbst. In diesem Sinne sind Politik und Freiheit identisch, und wo immer es diese Art von Freiheit nicht gibt, gibt es auch keinen im eigentlichen Sinne politischen Raum.“ 14
Aus der Freiheit des Redens, das zum Verständnis der Welt beiträgt, aber die Welt auch erst herstellt, so wie wir sie erkennen, erwächst die Möglichkeit des Handelns.
“Only when the I-will and the I-can coincide does freedom come to pass” 15
Gemeinsames, freies Handeln im öffentlichen Sinne ist Politik. Dies ist so weil, dass freie sprechen und sich austauschen erst ermöglicht die Welt zu deuten. Die Deutung der Welt bestimmt die Handlung. Handeln und sprechen ist Ausdruck der Persönlichkeit. Diese Einsicht findet ihre Begründung darin, dass sich der Sprecher, sowie der Täter in seinem Wesen exponiert und durch diese Tätigkeiten sein Wesen einen Zugang zur Welt findet. Wie man die Welt sieht hängt davon ab, wer man ist. Die Welt, die zwischen den Menschen liegt, wird sprechend und handelnd überwunden und man trägt sein Wer-einer-ist 16 in die Welt hinaus.
„Dennoch bildet diese unwillkürlich-zusätzliche Enthüllung des Wer des Handelns und Sprechens einen so integrierenden Bestandteil allen, auch des >>objektivsten<<, Miteinanderseins [...] als sei der objektive Zwischenraum in allem Miteinander [...] von einem ganz und gar verschiedenen Zwischen durchwachsen und überwuchert, dem Bezugssystem nämlich, das aus den Taten und Worten selbst, aus dem lebendig Handeln und Sprechen entsteht
14 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 52
15 Kohn, J: Freedom: The priority of the political In: The Cambridge Companion to Hannah Arendt, Cambridge,
Cambridge university press 2000, 120
16 Sprechend und Handelnd schalten Wir uns in die Welt der Menschen ein, die existierte, bevor wir in sie
geboren wurden, und diese Einschaltung ist wie eine zweite Geburt in der wir die nackte Tatsache des
Geborenseins bestätigen, gleichsam Verantwortung dafür auf uns nehmen.. Arendt, H: Vita activa oder Vom
tätigen Leben, 215,; Handeln und sprechen sind so nahe miteinander Verwandt, weil das Handeln [...] eine
Antwort auf die Frage bereithält, die unwillkürlich jedem Neuankömmling vorgelegt wird, auf die Frage: Wer
bist Du?. Arendt,H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, 217
17 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 224 f 6 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
Um diese Tätigkeiten im vollen Umfang zu ermöglichen ist es wichtig, dass der Einzelne die Pluralität aller anerkennt und sich in einem freien Raum bewegt, der es ihm erlaubt sich selbst der Welt zu offenbaren. Ohne die Anerkennung der Pluralität und einem Raum, in dem diese zum tragen kommt, ist politisches Handeln in Arendts Sinne nicht möglich, da der einzelne auf andere zurückgreifen muss.
Raum des Handelns
Die Geschichten über Helden und ihre Taten, also wer vor uns war, gehören genauso zu diesem Bezugsystem, wie auch die Totalität der Verschiedenheit, die Unendlichkeit der Standpunkte, die wir durch den Austausch erfahren und die uns formen. Dieser Raum, in dem das Wer einer ist beantwortet wird, ist Öffentlichkeit, die in gesicherten Grenzen der Freiheit sich durch Sprechen und Handeln entfaltet. Die Freiheit muss angemessen geschützt sein. Es muss bestimmte Regeln des Zusammenlebens geben, die sich in Gesetzen äußert und auch innerhalb der Landesgrenzen (die den Bezugsrahmen bilden) Freiheit sichert.
„Schrankenlosigkeit erwächst aus der dem Handeln eigentümlichen Fähigkeit, Beziehungen zu stiften, und damit aus der inhärenten Tendenz, vorgegebene Schranken zu sprengen und Grenzen zu überschreiten.“ 18
Gesetze sind also nicht gleichbedeutend mit Schranke oder Grenze, sondern gelten vielmehr als Bezüge zur Welt. 19 Sie schützen die Freiheit und gleichzeitig geben sie Dingen in der Welt eine Bedeutung und schaffen Bezug dazu. Das Handeln innerhalb dieser Bedeutungsbezüge wird selbst zu einer Beziehung stiftenden Tätigkeit, die den Dingen der Welt eine eigene Bedeutung gibt in bezug auf das Wer einer ist. Das Handeln formt die Welt und ist Freiheit, die einen öffentlichen 20 Raum konstituiert..
18 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006,238
19 Vgl. Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 461
20 Öffentlich ist hier das Wort für zwei Phänomene. Erstens dass, was vor der Allgemeinheit erscheint, für
jedermann sichtbar und hörbar ist, wodurch ihm die größtmögliche Öffentlichkeit zukommt. Zweitens die Welt
selbst, die ein Geb ilde von Menschenhand ist und auch inbegriff ist für alle zwischen den Menschen spielenden
Angewohnheiten. Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, 62, 65f 7 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
„So steht das Handeln nicht nur im engsten Verhältnis zu dem öffentlichen Teil der Welt, den wir gemeinsam bewohnen, sondern ist diejenige Tätigkeit, die einen öffentlichen Raum in der Welt überhaupt erst hervorbringt.“ 21
Freiheit selbst ist das politische Moment. Zwang und Gewalt sind unpolitische Mittel, um diesen Raum zu etablieren und zu schützen, in dem Spontaneität und freier Austausch möglich ist:
„Jeder Gesetz schafft einen Raum, in dem es gilt, und dieser Raum ist die Welt, in der wir uns in Freiheit bewegen können. Was außerhalb dieses Raumes ist, ist ohne Gesetz und genau gesprochen ohne Welt;“ 22
Weil ohne beziehungsstiftende Deutungsbezüge kein Raum der Öffentlichkeit entstehen kann. Jedoch sind Zwang und Gewalt keine politischen Mittel und deren Ausübung keine legitimen politischen Tätigkeiten. Freiheit als der Endzweck der Politik setzt dem Politischen Grenzen.
“Das Verhältnis zwischen Politik und Freiheit, in anderen Worten, ist auch in der Neuzeit so verstanden, daß die Politik ein Mittel ist und die Freiheit ihr höchster Zweck;” 23
Erst durch Freiheit ist Politik möglich und so politisches Handeln. Dabei ergibt sich politisches Handeln aus den Konflikten, oder Verständigungen, die aus der Korrespondenz seiner Elemente entstehen.
“the fullest expression of freedom is found in action” 24
„Handeln als Neuanfangen entspricht der Geburt des Jemand, es realisiert in jedem Einzelnen die Tatsache des Geborenseins; Sprechen wiederum entspricht der in dieser Geburt vorgegebenen absoluten Verschiedenheit, es realisiert die spezifisch menschliche Pluralität, die darin besteht, daß Wesen
21 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 249
22 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 122
23 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 69
24 Hansen, Ph: Hannah Arendt- politics, history and citizenship, cambridge, polity press 1993, 54 8 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
von einzigartiger Verschiedenheit sich von Anfang bis Ende immer in einer
Das Handeln ist ein individueller Akt, dessen Vollzug Freiheit ist. Politisches Handeln ist Freiheit und ist bedingt durch die Pluralität und der einzigartigen Sichtweise der Handelnden. Nie gab es jemanden vor uns, der die Welt so erfuhr wie X es tut und nie wieder wird jemand kommen, der in so einer Weise wie X, ein Bezugssystem zur Welt stiftet.
Zweck Ziel und Sinndimension von politischem Handeln
Nach Hanna Arendt gibt es drei Elemente des „Politischen Handelns“, die sich aufteilen in Zweck, Ziel und Sinn. Der Sinn des Politischen liegt in sich selbst beschlossen und besteht nur so lange, wie die Tätigkeit selbst währt. Der Zweck einer Sache beginnt erst in die Wirklichkeit zu treten, wenn die Tätigkeit, die ihn schuf, zu einem Ende gelangt. Die Ziele dienen als Maßstab und beeinflussen durch die Art ihrer Konstruktion und spezifischen Raumfülle das Handeln und die Beurteilung des Handelns. Zweck, Ziel und Sinn-Dimension des politischen Handelns bestimmen sich in der Interaktion mit der Welt.
Die Elemente des politischen Handelns sind nicht miteinander identisch und befinden sich meist in Konflikt miteinander. 26
Der Zweck des politischen Handelns kann dem Sinn des politischen Handelns widersprechen. Gemildert wird dieser Widerspruch durch das Element des Zieles. Etwa: Das Ziel der politischen Gewalt (Zweck) ist Frieden (Ziel. Der Sinn von Politik ist Freiheit. Der eigentliche Antrieb politisch zu Handeln ist damit jedoch noch nicht erklärt und so bemüht Hannah Arendt Montesquieu der dieses Prinzip, also den Antrieb zu handeln, entdeckte.
„Zu diesen drei Elementen in jedem politischen Handeln- zu dem Zweck, den es verfolgt, dem Ziel, das ihm vorschwebt und an dem es sich orientiert, und dem Sinn, der sich während seines Vollzugs offenbart- tritt nun als Viertes
25 Arendt, H: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Piper 2006, 217
26 Arendt, H: Was ist Politik? München, Piper 1993, 127 9 Der histor ische Begr iff des politischen Hande lns be i Hanna Arendt: Utopie oder s innvolle Möglichke it reale n politische n Hande lns?
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