Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Descartes’ Dualismus 4
2.1. René Descartes 4
2.2. Entstehung des Dualismus bei Descartes 5
2.3. Zusammenfassung 7
3. La Mettries Monismus 8
3.1. Julien Offray De La Mettrie 8
3.2. Erläuterung des Monismus’ bei De La Mettrie 9
3.3. Zusammenfassung 11
4. Vergleich der beiden Theorien 13
5. Schluss 15
6. Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Bei dieser Untersuchung soll sich mit den zwei Positionen, Ansichtsweisen der französischen Philosophen René Descartes und Julien Offray De La Mettrie bezüglich ihrer Stellung, Erläuterung und Erklärung zum Leib-Seele-Problem auseinandergesetzt werden. Die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gelebt habenden Philosophen beschäftigten sich beide mit diesem philosophischen Problem, das heißt dem Versuch einer philosophischen Erklärung, ob der Körper und die Seele miteinander verbunden sind oder ob es zwei uns gegebene, aber nicht miteinander verbundene Elemente sind. Daher ist eine Untersuchung der beiden Positionen gerade dieser Philosophen sehr aufschlussreich, da sie jeweils einer der beiden Positionen angehören und diese dementsprechend natürlich auch anders erläutern und begründen. Die bei der Untersuchung verwendeten Werke sind das Werk René Descartes’ „Mediationes de Prima Philosophia- Meditationen über die Erste Philosophie“ 1 ,sowie das Werk La Mettries „L’homme machine - Die Maschine Mensch“ 2 . Die zwei Werke der Philosophen sollen Grundlage der unterschiedlichen Positionen sein, durch die wir einen Einblick in die monistischen und dualistischen Erklärungsversuche Descartes’ und La Mettries bekommen sowie erklären und vergleichen wollen. Die allgemeine Struktur der Werke lässt sich auch schon unterscheiden. Descartes baut sein Werk sukzessiv in Meditationen auf, die ihn als philosophischen Lehrling auftreten lassen, wodurch er in diesen Abschnitten dann teilweise seine Erkenntnisse des Vortages widerruft und sich durch eine neue Meditation seinem Schluss nähert. La Mettrie dagegen schreibt sein Werk ohne jegliche Einteilung in Kapitel, Paragraphen oder ähnliche Abgrenzung. Es werden wohl auch einzelne Bereiche berührt, die sich jedoch alle nur auf die Analyse der „Maschine Mensch“ beziehen. Diese Unterscheidung der beiden Aufbauformen wird uns im Laufe dieser Untersuchung noch ein bisschen begleiten, jedoch wird das Hauptaugenmerk auf der Untersuchung der monistischen und dualistischen Position des Leib-Seele-Problems der beiden genannten Philosophen bleiben.
1 René Descartes: Mediationes de Prima Philosophia- Meditationen über die Erste Philosophie, Übersetzt &
herausgegeben von Gerhart Schmidt, Philipp Reclam jun., Stuttgart, 2004 (Im Folgenden nur noch unter „MEP“
und Seitenzahl aufgelistet)
2 J.O.de La Mettrie: L’homme machine- Die Maschine Mensch, Übersetzt & herausgegeben von Claudia Becker,
Felix Meiner Verlag, Hamburg, 1990 (Im Folgenden nur noch unter „DMM“ und Seitenzahl aufgelistet)
3
2. Descartes’ Dualismus
In diesem Abschnitt der Untersuchung sollen nun der erste Philosoph René Descartes sowie seine Position zum Leib-Seele- Problem und dessen Erläuterungen, Erklärungen und Beispiele in der zweiten Meditation vorgestellt werden.
2.1. René Descartes
Zur Einleitung in das Gebiet des Dualismus’ bei Descartes ist es wichtig zu wissen, wie dieser seine Philosophie aufbaute und durch welche Merkmale er geprägt wurde. Descartes gilt als Begründer des neuen Rationalismus. Er versuchte, Ergebnisse der rationalistischen Methoden auf die Philosophie zu übertragen und ließ diese auch schon im Titel „Meditationen“, eine so genannte Neuordnung der bestehenden Gesetze, erscheinen. Die zu seiner Zeit stark scholastisch beherrschte Philosophie stützte sich auf Gegenüberstellungen und Vergleiche von Meinungen. Descartes griff diese Art der Philosophie an, indem er meinte, dass man sich nicht auf Dinge berufen darf, die man nicht mit einer gleichen Gewissheit wie der der Arithmetik oder Geometrie vergleichen und beweisen könnte. Er stellte also für sich fest, dass er nichts für wahr ansehen würde, bis er die Gründe dafür erkannt haben würde, was auch den oben genannten Aufbau des Werkes erkennen und verstehen lässt. Er fing also noch einmal von vorne an, ging Bereiche der Philosophie durch und versuchte diese durch seine eigene Urteilskraft und seinen eigenen Verstand zu erklären. „ ich will also beseitigen , was auch nur den Schein eines Zweifels zulässt, genauso, als hätte ich es für gänzlich falsch erkannt; ich will vorwärts dringen, bis ich etwas Gewisses erkenne, sollte es auch nur die Gewißheit sein, dass es nichts Gewisses gibt.“ 3 Nur sein eigener Akt des Denkens, des Forschens und Hinterfragens verschaffte ihm Gewissheit über die Existenz der Dinge. Er vermutet als Grund dieser Hinterfragung einen Täuscher, der ihm falsche Ideen vorgab und bei deren Erkenntnis er zu diesen Überlegungen beziehungsweise
Untersuchungen veranlasst wurde. „Aber gibt es irgendeinen sehr mächtigen, sehr schlauen täuscht.“ 4 Betrüger, der mit Absicht mich immer
Nach der kartesianischen Philosophie wurden zwei Formen von Realität unterschieden. Die eine ist die denkende Substanz (Res cogitans) und die andere die ausgedehnte Substanz (Res extensa).
3 MEP, Seite 77
4 MEP, Seite 79
4
2.2. Entstehung des Dualismus bei Descartes
Descartes fängt in seiner zweiten Meditation mit dem Versuch der Erklärung und Unterscheidung von Leib und Seele an. Im fünften Abschnitt der zweiten Meditation versucht er zu erläutern, was ihm an seinem Körper auffiel, was er wahrnahm und welche Eigenschaften er diesen Teilen des Körpers zuordnete. „Zuerst bemerkte ich natürlich, dass ich ein Gesicht, Hände, Arme und diese ganze Gliedermaschine habe, wie man sie auch an einem Leichnam wahrnimmt; ich nannte sie Körper. Dann bemerkte ich, dass ich mich nähre, gehe, fühle und denke, und schrieb diese Tätigkeit der Seele zu.“ 5 Schon hier lässt sich sehen, dass Descartes eine Unterscheidung in der ersten Ebene seiner Untersuchung macht. Er sieht die Seele als einen eigenständigen Bestandteil einer lebenden Person, um es nicht Körper zu nennen, der nach ihm ja andere Eigenschaften besitzt. Weiterhin beschreibt er aber, dass er nicht wüsste, was die Seele ist beziehungsweise dass er sie nicht explizit beschreiben könnte. Der philosophische Lehrling zeigt an dieser Stelle seine Unwissenheit über die Seele, was sich aber mit der vorhergehenden Äußerung erklären lässt, dass er nur das für wahr annehmen kann, was er durch seine eigene Untersuchung und Hinterfragung auch beweisen kann. Er schreibt weiterhin; „Bezüglich meines Körpers hatte ich keinerlei Zweifel“ 6 . Dieses Argument stellte er schon alsbald in Frage, als er versuchte, seinen Körper einmal zu beschreiben und sah, dass er diesem auch Eigenschaften der Seele beziehungsweise der Sinne, wie zum Bespiel das Gefühl, den Geschmack und den Geruch, hinzuführte. 7 Auf Grund dieser Annahme geht Descartes zuerst davon aus, dass diese Eigenschaften nur in der Vorstellung, in der Einbildung, existieren. Er stellt daraufhin fest, dass das Empfinden jedoch auch nicht ohne Körper stattfinden könnte, obwohl er manchmal im Traume denkt, dass er empfindet und dann später feststellt, dass diese Empfindungen nicht im wachen Zustand geschehen sind. 8 Descartes stellt eine Untersuchung an, mit der er die Sinne testen will. An Hand dieses Beispiels ist auch seine monistische Position zu erläutern, das wichtigste und bekannteste Beispiel in diesem Werk für die Explikation seiner Trennung von Leib und Seele. Dafür verwendet er ein Stück Bienenwachs. Er betrachtet das Wachs, spürt und realisiert im ersten Augenblick seine sinnlichen Eigenschaften, das heißt, den Duft, den es verströmt, die Farbe, die Form und die Größe. Jedoch verformt sich das Wachs, es verändert sich, je mehr er es in Richtung der Kerze bringt, durch deren Wärme dieses weiche Stück Wachs an Ausdehnung zunimmt und sich der Duft verflüchtigt. Die Temperatur steigt an, er kann es kaum noch in
5 MEP Seite 81
6 MEP Seite 81
7 vgl. MEP Seite 81
8 vgl. MEP Seite 83
5
Arbeit zitieren:
Kevin Rautenberg, 2005, René Descartes und Julien Offray De La Mettrie - Vergleich der dualistischen und monistischen Position, München, GRIN Verlag GmbH
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