Inhalt
Einleitung
1. Historische Basisinformationen
1.1. Ausgangslage vor dem Eingreifen Schwedens in den Krieg
1.2. König Gustav II. Adolf von Schweden - Ein kurzer Abriss seiner Biographie
1.3. Schweden im Krieg
2. Die Gründe für das Eingreifen Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg
2.1. „Dominium Maris Baltici“ - Gustav Adolfs Präventivkrieg
2.2. Religiöse Motive für Gustav Adolfs Eingreifen in den Krieg
Fazit
Literaturverzeichnis
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Einleitung
Als Gustav II. Adolf von Schweden am 26. Juni des Jahres 1630 auf Usedom landete, ahnte er wohl selber noch nicht, welche Ausmaße das Eingreifen Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg für Deutschland, sein Land und ganz Europa haben würde. Auf den folgenden Seiten soll gezeigt werden aus welchen Gründen Gustav Adolf überhaupt das Risiko wagte in Deutschland einzufallen. War es tatsächlich zum Schutze des Protestantismus’, der sich nach dem Restitutionsedikt und dem Erfolg der kaiserlichen Wallensteintruppen aufs Schärfste bedroht sah? Die schwedische Propaganda versuchte dies stets glauben zu machen. War Gustav Adolf vielleicht aber auch nur besessen von dem Gedanken daran Schweden so groß und mächtig werden zu lassen wie das kaiserliche Deutschland, dem er sich mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen, fühlte. Sein 1627 verfasstes Geschichtswerk lasse diesen Schluss zu, schreibt ein Gustav Adolf Biograph. 1
Die vorliegende Semesterarbeit wird versuchen diese Fragen zu klären. Sie ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil hat zur Aufgabe die historischen Vorbedingungen zu erklären. Er schildert die Ausgangslage vor dem Eingreifen Schwedens in den Krieg, stellt kurz die Person des Gustav Adolf vor und beschreibt den Kriegsverlauf. Der zweite Teil widmet sich dann konkret der Frage, warum Gustav Adolf in den Dreißigjährigen Krieg eingegriffen hat.
1 JUNKELMANN, M.: Gustav Adolf (1594-1632). Schwedens Aufstieg zur Großmacht. Regensburg, 1993. S.
293.
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1. Historische Basisinformationen
1.1. Ausgangslage vor dem Eingreifen Schwedens in den Krieg
Ende 1627 starb der Herzog von Mantua und Markgraf von Montferrat. Seine Nachfolge war strittig zwischen einem französischen und einem spanischen Parteigänger. Nachdem die Spanier Montferrat und die französische Seite unter Federführung von Karl von Nevers Mantua in ihre Gewalt gebracht hatten, forderte der Kaiser Karl auf Mantua zu räumen. Selbstverständlich widersetzte der sich diesem Gesuch. Frankreich, das nach dem Fall La Rochelles im Herbst 1628 wieder die Hände in militärischer Hinsicht freihatte, fiel daraufhin sogar in einem Winterfeldzug im Januar 1629 in das mit Spanien verbündetet Savoyen ein und entriss den Spaniern die wichtige Festung Casale in Montferrat. So kam es 1629 zum militärischen Bündnis der Habsburger Linien gegen Frankreich. Ein Teil der kaiserlichen Armee wurde zu Spaniens Unterstützung aus dem Reich nach Oberitalien verlegt. Außerdem waren des Kaisers Armeen geschwächt von den niedersächsisch-dänischen Kämpfen, die erst im Jahre 1629 nach fünf Jahren Dauer in Lübeck beendet wurden. Wallenstein setzte in Geheimverhandlungen durch, dass sich Christian IV. von Dänemark fortan nicht mehr im Reich einmischte und im Gegenzug dafür seine Länder im Vorkriegsstatus blieben.
Aus dem Lübecker Frieden hatte der Kaiser also keinerlei Vorteil ziehen können und der mantuanische Erbfolgekrieg war noch immer im vollen Gange. Richelieu zog diesen mit voller Absicht in die Länge, um dem schwedischen Bündnispartner das Einfallen ins Reich zu erleichtern. Dieser - von Wallenstein übrigens heftig kritisierte Krieg - schwächte die militärische Position des Kaisers massiv, da nun nicht nur in Italien Truppen stationiert werden mussten, sondern, nach dem Eingreifen Frankreichs, auch im Elsass, weil man dort einen Einfall fürchtete. Da man die schwedische Bedrohung natürlich spürte, blieben viele Verbände zum Schutze der Ostseeküste in Pommern und Mecklenburg stationiert. Zwischen Küste und Süden also stand nicht mehr viel Kampfkraft zur Verfügung. Ein weiterer Konflikt, der den Kaiser wertvolle Truppen kostete, die er eigentlich zur Landesverteidigung hätte nutzen sollen, war der spanisch-höllandische Krieg. Im Oktober hieß er Wallenstein mit 7000 Mann in die spanischen Niederlande zu gehen, um dort die habsburgische Sache zu unterstützen. Die Truppenschwäche der Spanier resultierte interessanterweise (wie die des Reiches ebenso) aus dem mantuanischen Erbfolgekrieg.
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Auch politisch war die Lage im Reich 1629 / 30 eher ungünstig. Abgesehen von dem Erlass des Restitutionsediktes im März des Jahres 1629, das sehr umstritten war und zusätzliche (militärische) Mittel für seine Durchsetzung verschlang, war der Gegensatz zwischen Kaiser und Ligafürsten noch entscheidender. Auf dem Regensburger Reichstag 1630 gipfelte dieser Konflikt dann vor allem in der Absetzung Wallensteins und einer massiven Heeresreduzierung. Dies übrigens zu einem Zeitpunkt, an dem die schwedische Landung bereits erfolgt war. Kenntnis von dem Einfall nahm die Liga am 9. April 1630. Sie schätzten die von Schweden ausgehende Gefahr aber als sehr gering ein und dachten, dass Schweden allenfalls vorhätte die geächteten Herzöge von Mecklenburg wiedereinzusetzen. Da das Herzogtum Mecklenburg dem von der Liga verhassten Wallenstein gehörte, dachte man natürlich nicht im Geringsten daran Schweden zurückzuschlagen. Falls Schweden doch weitergehende Ambitionen hätte, so dachte man, hätte man immer noch die bewährte Tilly-Armee, um es zurückzuschlagen. 2
1.2. König Gustav II. Adolf von Schweden - Ein kurzer Abriss seiner Biographie Gustav II. Adolf, geboren am 1. Dezember 1594 wurde früh militärische Verantwortung zu Teil. Er besuchte schon im Knabenalter Ratssitzungen und bekam mit 15 Jahren sein erstes Heereskommando. Als er mit 17 den Thron bestieg, nachdem sein Vater Karl IX. gestorben war, musste er zwar dem Hochadel Zugeständnisse machen, verhinderte aber durch seine schon früh gefestigte starke Persönlichkeit eine Adelsherrschaft in Schweden. Der 28-jährige Axel Oxenstierna wurde sein Reichskanzler und gemeinsam setzten sie in Schweden tiefgreifende Reformen durch und beendeten von Karl IX. geerbte Kriege durch geschickte Verträge.
Am 25. November 1620 heiratete er auf den Rat seiner Mutter hin Maria Eleonora von Brandenburg, mit der er zwei Kinder bekam, von denen nur das jüngere, Christina, überlebte.
1621 nahm Gustav Adolf den Kampf gegen Polen wieder auf, weil dessen König, Sigismund III., den schwedischen Thron beanspruchte. Der Krieg dauerte fast ein Jahrzehnt, bis unter Vermittlung von Kardinal Richelieu ein Waffenstillstand ausgehandelt wurde.
2 SCHORMANN, G.: Der Dreißigjährige Krieg. Göttingen, 1985. S. 43 ff.
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Arbeit zitieren:
Christian Kähler, 2006, Das Engagement Schwedens im Dreißigjährigen Krieg , München, GRIN Verlag GmbH
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